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vielleicht bringt er sowohl seine Prager Vorlage wie auch seinen Wahlreformentwurf durch, hat doch Taaffe von cen Neuwahlen weniger zu fürchten als der Liberalismus. Unsere österreichischen Parteigenossen haben für alle Fälle fchon mit ihren Wahlvorbereitungen begonnen.

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Der französische Bergarbeiterstreit geht seinem Ende entgegen. Merkwürdiger Weise wird wieder mit un gefährlichem Dynamit gearbeitet. Eine Dynamitpatrone ging los, verlegte aber Niemanden. Es war wohl ein Unternehmerfreund, der die öffentliche Meinung gegen die Arbeiter aufheben wollte und zu diesem Zwecke sich einer wohl nicht mit Dynamit geladenen Dynamitpatrone" be­siente?

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Jahren schritt die Oberpostdirektion gegen diese Beförderungs art schehen sei. Daß sie gestochen habe, gebe sie zu, àver wie ein und tonfiszirte ein nach Erefeld bestimmtes Packet, worauf das zugegangen sei, wisse sie nicht. Erst als sie das Blut die Anklage erhoben wurde. Zunächst hatte sich das Schöffen gesehen, sei sie wieder zu sich gekommen, sie sei hinaus gegangen, gericht mit der Sache zu befassen, nachdem eine langwierige und habe der Dienstmagd zugerufen, einen Heilgehilfen zu holen und hochnothpeinliche Untersuchung voraufgegangen war. Das als sie nun wieder in die Stube tam, wankte der Mann an ihr Schöffengericht erkannte im Prinzip an, daß die Darlegungen vorüber zur Thür hinaus hinüber in die Wohnung der Eltern. der Angeklagten richtig seien, wonach nicht Elberfeld , sondern Als der Mann dort zusammenbrach, hat sich die Angeklagte dort die Verwaltung 2c. 2c. sei und auch die Pflichtexemplare nicht, mein Leben, denk an unsere Kinder!" Noch an dem­Köln resp. Crefeld Ursprungsort der resp. Zeitungen sei, weil jammernd auf denselben geworfen und geschrieen: Heinrich, stirb eingereicht würden, während in Elberfeld die Beitungen nur selben Abende wurde sie durch Kriminalkommissar Nack ver­Druckwaare darstellten. Weil aber längere Zeit, durch Pausen haftet. unterbrochen, ein Theil der Auflage der Kölnischen Arbeiter= Die Schwiegereltern der Angeklagten werden zuerst als Zeugen Beitung" nach Mülheim a. Rh. gesandt wurde, wurde jeder vernommen. Dieselben lehnen es ab, von dem ihnen zustehenden Rechte der Angeklagten zu dem vierfachen Betrag der angeblichen der Zeugnißverweigerung Gebrauch zu machen. Von der That selbst defraudirten Summe und in die Stoften verurtheilt. Gegen dieses haben weder Vater und Mutter, so wenig wie sonst ein Mensch Urtheil meldeten Staatsanwaltschaft, wie die Verurtheilten Be- etwas gesehen. Der Vater traf den Sohn auf dem Hausflur, Eine Wahlrechtsbewegung in England. Nach rufung an und kam die Sache zu Anfang dieses Jahres zur Ver- das Blut lief mit einem träftigen Strahl aus der Wunde; der Belgien und Desterreich hat nun auch England seine Wahl handlung vor das hiesige Landgericht, wurde jedoch vertagt, weil Sohn rief: Vater, meine Frau hat mich gestochen, mit mir is rechtsbewegung. Die Sozialdemokratische Föderation ver- Röder in Köln als Anstifter zu der Uebertretung zu gelten habe und seine Fran schlug, diese sei aber auch sehr jähzornig und fich bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß der derzeitige Verleger es alle, hol' den Doktor!" Beide gaben zu, daß der Sohn trank anstaltet am 22. Oktober auf dem Trafalgar Square eine und gegen diesen zugleich Anklage zu erheben sei. In der Ver- habe ihren Mann ebenfalls geschlagen. Wenn sie sich aber beide große Demonstration aller politischen Klubs, Gewerk- handlung vom 16. wurde nun noch einmal die ganze Angelegen geschlagen hatten, dann seien sie stets sehr bald wieder gut mit­schaften und sozialistischen Organisationen für das all- heit eingehend verhandelt. Der Angeklagte Grimpe machte gel- einander gewesen. Der Vater hat den Sohn sogar auf Ermiffion gemeine Wahlrecht, die Bezahlung von Wahlkosten und tend, daß er von der Versendung eines Theiles der Auflage der verklagt, weil der Sohn den Vater thätlich angegriffen hatte, Diäten und Einrichtung von Stichwahlen. Große Demon Kölner Arbeiter- Beitung" nach Mülheim feine Kenntniß gehabt das Urtheil war gerade in denselben Tagen rechtsträftig ge­strationszüge von verschiedenen Theilen Londons aus sollen und diese auch nicht angeordnet habe, dies sei geschehen zur worden, sollte aber nicht vollstreckt werden, sondern nur als veranstaltet werden, von fünf Rednertribünen wird von fünf Rednertribünen wird ge- Bequemlichkeit des Expedienten, während der Zeit, als der Schreckmittel dienen. der Die übrige Beweisaufnahme ist ohne sprochen werden. Die Aussichten für die Erfüllung der Angeklagte Grimpe eine längere Gefängnißstrafe zu verbüßen Belang. Wünsche unserer Genossen sind vortrefflich. Wie lange noch hatte, er könne aber für Handlungen anderer nicht be. Der Prozeß wider die Frau Bodin aus Spandau hat ein straft werden, als er von der Art wird Preußen mit seinem vorsündfluthlichen Wahlrechte Kenntniß erhielt, stellte er es fofort ab, ebenso sei es prozeß Kappler. Die den Geschworenen vorgelegte Hauptfrage der Versendung nahezu ebenso überraschendes Ende gefunden, wie der Mord­zum Gespötte dienen? mit Frau Grimpe, die sich um die Versendung gar nicht be- lautete:" Ist die Angeklagte u. s. w. schuldig, am 16. Juli d. J. fümmert habe. Der Angeklagte Mann machte geltend, daß er ihren Ghemann vorfäßlich körperlich verlegt zu haben und zwar mit den Packeten nichts zu thun gehabt, sondern nur die Be - 1. unter Anwendung eines gefährlichen Werkzeuges nämlich eines träge zu buchen hatte. Röder führte aus, daß er zu der Ueber- Meffers und 2. indem durch die Verlegung der Tod des Ver­tretung nicht angeſtiftet, sondern der frühere Expedient dies aus letzten herbeigeführt wurde." Die Geschworenen beantworteten Gigenem gethan habe, weil er damit eine Erleichterung für sich diese Hauptfrage mit" Nein!" womit sich die Beantwortung der in der Arbeit gehabt habe. Der Staatsanwalt beantragte in Unterfragen erübrigte. Bei dem Geständnisse der Angeklagten Sachen der Versendung der Packete nach Mülheim die Be bleibt nur die Annahme übrig, daß die Geschworenen annehmen, strainng eintreten zu lassen, dagegen in Sachen Crefeld der Frei- die Angeklagte habe in Nothwehr gehandelt. Der Gerichtshof sprechung des Vorderrichters sich anzuschließen. Rechtsanwalt mußte nach diesem Verditt auf Freisprechung erkennen und die Landé plädirte in längerer Begründung für Freisprechung und sofortige Haftentlassung der Angeklagten verordnen. beantragte sogar die Uebernahme der Kosten der Vertheidigung

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Wie der Zar reist. Der Frankfurter Beitung" wird unterm 18. Oktober aus Kopenhagen geschrieben: Gestern hat der Bar dem Publikum wieder eine große Neberraschung bereitet. Seine Abreise war auf zwei Uhr feft­gefeßt und er hatte sich auch bereits von der föniglichen Familie sowie von den Vertretern der Regierung und dem diplomatischen Corps auf der Zollbude verabschiedet. Um 1 Uhr war er an Bord des Polarstern " gegangen, welcher furz darauf abfahren sollte. Gestern Nachmittag um 5 Uhr kehrte nun der Zar mit der ganzen Kaiserfamilie plöglich nach Kopenhagen zurück und fuhr nach dem Residenzschloß Amalien auf die Staatstaffe. Nach längerer Berathung verkündete der das Leben einbüßte, beschäftigte gestern das Schwurgericht des borg, wo mit der des 10 1hr fehrte er wieder nach dem Polarstern " zurück, der erst heute früh die Rhede von Kopenhagen verließ.

Parteinachrichten.

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23. d. Mts. gesprochen werde.

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Tassen. Um nur einen Fall aus vielen herauszugreifen, machen Herr Julins Ehrentraut, Wien , Bureaugehilfe im Unter­wir auf einen Bericht des sozialdemokratischen Blattes aufrichtsverband der Arbeitervereine Nieder- Desterreich3, macht uns merksam, in welchem über eine Arbeiterinnenversammlung in darauf aufmerksam, daß er in keinem Verhältniß zu dem Schwindler Wilhaufen gemeldet wird:( folgt ein Auszug aus dem Be Wilh. Ehrentraut steht, vor dem wir in Nr. 245 warnten. richt über die Frauenversammlung vom 9. d. M. bei Ringeifen, wo bekanntlich der Polizeikommissar auflöste, weil der Redner Die Arbeiterinnen zur Theilnahme an der Arbeiterbewegung auf­

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Polizeiliches, Gerichtliches ze.

Gerichts- Beitung.

Ein bedauerlicher Vorfall, bei dem ein Beamter in Dienst Landgerichts I . Aus der Untersuchungshaft wurde der Kutscher Joseph Rosatowsty vorgeführt, der des Widerstandes gegen Gerechtigkeit in Oesterreich . Einer am 17. April d. I. tödtlichem Ausgange beschuldigt war. Am Abende des 12. Juni die Staatsgewalt und der vorsätzlichen Körperverlegung mit in Prag abgehaltenen Versammlung, welche von 2000 Sozialisten fuhr der Angeklagte mit einem Arbeitswagen durch die Beussel­besucht war, wohnten auch wohnten auch die Abgeordneten Professor Mafaryt und Graf Wenzel Kaunis bei. Die Staatsanwaltschaft traße, aber in so unfinnig schneller Weise, daß die Vor­erblickte in den von den Arbeiterführern Krapfa und Kraus ge- übergehenden ihm topfschüttelnd nachfahen und ein Unglück vor­haltenen Reden das Vergehen der Aufwiegelung nach§ 303 aussahen. Der Schuhmann Grüßfeld, der dem Fuhrwerk be St.-G.-B. Die beiden Arbeiterführer hatten sich heute wegen gegnete, machte dem Angeklagten das Zeichen zu halten, Die Prenßen in Elsaß- Lothringen . Die unaufhörlichen dieses Vergehens vor Gericht zu verantworten. Die Abgeordneten biefer jagte aber rücksichtslos weiter und in derselben Weise in Verbote und Auflösungen von Versammlungen, wie sie in letzter Masaryk und Graf Kaunit waren als Zeugen vorgeladen. Die Thurmstraße hinein. Der Beamte lief jetzt dem Fuhrwerk Seit namentlich in Mülhausen wieder ordentlich gang und gäbe Strapka soll nach der Anklage die Unruhen in Belgien gebilligt nach und holte es bei der Waldstraße ein. Er warf sich den sind, werden selbst der" Straßburger Poſt" zu bunt. In Nr. 287 und den vom Grafen Kaunitz im Reichsrathe gebrauchten Aus- Pferden in die Zügel und brachte das Fuhrwerk zum Stehen. ( Zweites Blatt) schreibt diese Zeitung an der Spige des Blattes: druck Beamten- Bagage" als noch zu milde bezeichnet haben. Der Schuhmann verlangte, daß er ihm zur Wache folgen solle. Der Angeklagte gebrauchte rohe, beleidigende Redensarten, worauf Die sozialdemokratische Els.- Lothr. Volks- Zeitung" in Mül- Der Gerichtshof sprach den Angeklagten Krapfa frei. Graf hausen führt in der letzten Zeit Beschwerde über Beschwerde Kaunis erklärte in seiner Zeugenaussage:" Was den von mir nun begann der Angeklagte wieder auf seine Pferde einzuschlagen. wegen Nichtgenehmigung von Versammlungen, Auflösung von gebrauchten Ausdruck anbelangt, so bedauere ich, daß mir der. Nochmals ergriff der Schuhmann die Bügel; der Angeklagte ge­Bersammlungen u. f. w. Wir möchten der zuständigen Behörde felbe entschlüpfte, und ich war bestrebt, demselben durch einen brauchte feine Peitsche nur um so nachdrücklicher. Der Beamte nahe legen, eine Prüfung eintreten zu lassen, ob die nach dieser Widerruf die Spize abzubrechen." Kraus wurde zu vierzehn ließ nicht los, er wurde eine ganze Strecke mit fortgeschleift Richtung hin erhobenen Beschwerden gerechtfertigt sind. Bu- Tagen verschärften Arrests verurtheilt. und schwebte in augenscheinlicher Lebensgefahr. Es gelang ihm treffendenfalls würde es nöthig sein, da Remedur eintreten zu endlich, das Fuhrwerk gegen die Bordschwelle zu zerren, hier fam er aber zu Falle, er lag gerade vor den Pferden. Diesen Augenblick benutzte der Angeflagte zu einem neuen Fluchtversuch, er hieb auf die Pferde ein und überfuhr den Schuhmann. Der­felbe erlitt eine Menge innerer und äußerer Verlegungen, er verstarb während seiner Ueberführung nach dem Krankenhause. Die ganze, beispiellos robe Szene hatte auf die Beugen einen In der Sigung der Straffammer des Landgerichts empörenden Eindruck gemacht. Im Termine erklärte der An­forderte, und wo auf der Räumung des Saales bestanden wurde; Saargemünd wurden unsere Genossen Emmel und 2 ang geklagte, daß er die That aufrichtig bereue. Er habe eine furcht­trozdem es draußen regnete und der schnelle Temperaturwechsel wegen unbefugter Kolportage zu je 100 Mark(!) Geldstrafe bare Angst gehabt, nach der Wache gebracht zu werden, denn aus der Schwüle des Versammlungssaales in den falten Oktober- eventuell 10 Tage Gefängniß verurtheilt. Gegen eine Anzahl in einem früheren Falle, als er arretirt worden sei, habe regen von den schlimmsten Folgen für die Gesundheit der Theil- anderer Genossen wurde auf eine Geldstrafe von 40 M. erkannt. man ihn auf der Wache schwer mißhandelt. Der nehmer begleitet sein konnte). Sodann heißt es weiter: Wenn Derartige Verurtheilungen find am allerbesten geeignet, der loth- von der Vertheidigung geladene Beuge, ein früherer Dienstherr dieser Bericht zutreffend ist, so wird doch dafür gesorgt werden ringischen Bevölkerung die Rechtsunterschiede, welche immer noch des Angeklagten, bestätigte, daß derselbe damals die Spuren müssen, daß da Abhilfe geschaffen wird. Durch alle Maßregeln, im Lande der wiedergewonnenen Brüder" gegenüber Alt- Deutsch einer schweren Büchtigung auf seinem Leibe getragen. Während welche im Lichte einer Bedrückung oder einer Chikane auf- land bestehen, vor Augen zu führen. Den Nugen davon hat die der Staatsanwalt den Geschworenen vor Augen führte, daß gefaßt werden können, obwohl sie nicht als solche er- Sozialdemokratie! der vorliegende Fall geeignet sei, gegen den Thäter die gehen, sondern in gutem Glauben getroffen werden, ganze Strenge des Gesetzes zur Anwendung zu bringen, züchtet man nur unnöthig Märtyrer. Durch ein Ver gab der Vertheidiger den Geschworenen anheim, den bot oder eine Auflösung einer Versammlung werden die Angeklagten, der ja den traurigen Erfolg nicht beabsichtigt hatte, Leute, die man vor dem etwaigen Genuß einiger staatsgefähr= nur wegen fahrlässiger Körperverlegung schuldig zu sprechen und lichen Bemerkungen zu bewahren sucht, nicht etwa in staats­ihm auch mildernde Umstände zuzubilligen. freundlichen Anschauungen gefördert, sondern im Gegentheil viel Die Geschworenen gaben ihren Spruch auf Schuldig des mehr erbittert und in ihrer Auffassung bestärkt, als durch alles, Die Verzweiflungsthat einer mißhandelten Gattin be- Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der fahrlässigen Körper­was sie in der betreffenden Versammlung noch hätten hören schäftigt heute das Schwurgericht am Landgericht II. Auf der verlegung ab und versagten, dem Angeklagten mildernde Um­Anklagebant steht die 25 jährige Ehefrau des Abfuhrunternehmers stände. Das Urtheil lantete auf 2 Jahre 6 Monate Ge­Unser Bericht ist zutreffend, schreibt hinzu die Gls.- Lothr. Heinrich Bodin aus Spandau , die am 16. Juli d. J. gefängniß. Volte 8tg.", und es ist bezeichnend für die bei uns herrschenden legentlich eines Streites ihren Ehemann mit einem Brotmesser Damit endete die laufende Tagung des Schwurgerichts. Zustände, daß ein Blatt von der Regierungsergebenheit der erstochen hat und deshalb wegen Körperverlegung mit tödtlichem Straßb. Post" das Wort nehmen muß, um die Aufmerksamkeit Erfolge angeklagt ist. Die Angeklagte ist fünf Jahre verheirathet Simon und Julius Leiser wurde am Freitag Simon Leiser zu In dem kürzlich vertagten Betrugsprozesse gegen Der Behörde auf Vorgänge wie die geschilderten zu lenken. Was gewesen, hat aber keine glückliche Ehe geführt. Der Mann hat anderthalb Jahren Gefängniß verurtheilt, hiervon wurden vier die Post" von der Verfehltheit einer behördlichen Taktik wie der hier von ihrer Mitgift- fie ist die Tochter eines Bauern in Monate durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet, Julius üblichen sagt, ist richtig. Aber selbst wenn der Geist des Widerstandes Stanten fein Abfuhrgeschäft begründet, hat aber schlecht Beifer wurde freigesprochen. durch dergleichen Maßregeln nicht gestärkt, sondern vermindert gewirthschaftet und war zeitweilig dem Trunke ergeben. werden könnte, selbst dann wäre das Verhalten der Polizei zu Der beste Mann, wenn er nüchtern war, neigte er mißbilligen. Wird dieselbe Strenge auch gegen öffentliche Ver- start zum Jähzorn, menn er getrunken hatte, er miß­anstaltungen anderen als sozialdemokratischen Charakters an- handelte seine Frau und diese fand dabei nicht einmal die gewandt? Nicht im Mindesten! Wir erinnern nur an die Unterstützung der Schwiegereltern, die in demselben Hause seinerzeitige Versammlung des Sittlichkeitspredigers Paßschke im wohnten. Am Tage der That, einem Sonntage, fam der Mann aldu Börsensaal, an das Verhalten gegenüber den Kriegervereinen u. s. m. Abends nach acht Ühr wieder angetrunken nach Hause; es tam Zweierlei Maß foll aber nicht gelten im Staatswesen, sondern wieder zum Streit, die Angeklagte nahm ein Meffer vom Tische alle Parteien sollen gleichmäßig behandelt werden. Dieser Grundsatz und stieß es ihrem Manne mitten in das Herz. Der Verletzte wurde noch einmal feierlich santtionirt durch die Aufhebung des lief in die Wohnung seiner Eltern und starb in deren Armen, Sozialistengefeßes. Warum geht die Behörde in Elsaß- Lothringen bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war. Die Anklagebehörde ver­immer noch vor, als stände die Sozialdemokratie unter einer tritt Staatsanwalt Dr. Westram, die Vertheidigung führt Rechts­Ausnahmegesetzgebung? anwalt Dr. Salinger. Es sind 14 Zeugen geladen. Die Angeklagte giebt an: Jda, geb. Albrecht zu heißen und Genosse Block in Dortmund ist gegen 5000 M. Raution am 19. Februar 1867 zu Spandau geboren zu fein. Sie ist seit dem aus der Haft entlassen worden. Unser Dormunder Bruder 15. März 1889 verheirathet und Mutter von 4 Kindern, von denen blatt berichtet darüber: Bei der Staatsanwaltschaft hatten wir das älteste 4, das jüngste 1 Jahr alt ist. Sie hat 9000 m. mit gegen die Verhaftung unseres Redaktionsmitgliedes Genossen in die Ehe gebracht, dieses Bermögen ist unter den Händen des Block Beschwerde eingelegt. Der oberstaatsanwaltschaftlichen Mannes verloren gegangen. Die Angeklagte giebt die That zu Entscheidung ist durch die Haftentlassung seitens der unteren und schildert den Vorgang in folgender Weise: An dem be Behörde zuvorgekommen worden. treffenden Sonntage tam der Ehemann schon angetrunken zum Mittagbrot, und setzte sich den ganzen Nachmittag wieder in Briefkaffen der Redaktion. Eine Postgeschichte. Unser Kölner Parteiblatt schreibt: einer benachbarten Kneipe beim Kartenspiel fest. Nachmittags G. G. 109. 1. Die alten Geldmünzen werden, sobald sie Ein Wurm, der nicht leben kann und nicht sterben soll, scheint und Abends ging die Frau wiederholt in die Kneipe, um ihren an Gewicht abgenommen haben, abgenutzt oder beschädigt wurden, die Anklage zu sein, die gegen unseren Genossen Grimpe, deffen Mann nach Hause zu holen, zuerst zum Kaffeetrinken und später, eingezogen und neue an deren Stelle geprägt. Das neugeprägte Frau, sowie den Expedienten Karl Mann nun schon seit fast daß er nach den Pferden sehe. Der Mann erwiderte stereotyp: Geld wird für Bezahlung von Beamtengehältern und anderer zwei Jahren schwebt und in sogenannter Posthinterziehang be- Ich werde schon tommen!" Er begleitete diese Worte, mit Reichs- und Staatsauslagen verwendet und dringen so in das stehen soll. Jezt ist noch als vierter im Bunde der frühere Ver- wüthenden Blicken, kam aber nicht. Grit um 128 Uhr fam der Publikum. Die neu ausgeprägten Münzen bilden aber stets nur leger der Köln , Arb. 3tg.", Genoffe Röder in Köln , hinzu- Mann, er traf seine Frau auf dem Hofe und rief derselben einen kleinen Bruchtheil der überhaupt im Verkehre fich befindlichen. gefommen, der ebenfalls an der Posthinterziehung sich betheiligt grimmig au: Alle Leute müssen zu mir fagen, Du Duffel! 2. Auch jetzt ist sofortiger Austritt bez. Entlassung möglich, wenn haben, resp. der Anstifter dazu gewesen sein soll. Die ganze läßt Dir immer Deine Frau in die Kneipe nachlaufen! Als die der Arbeiter sich mit den betreffenden Bestimmungen der Fabrik­Geschichte baut sich auf auf grund der Bestimmung des Post: Frau etwas erwiedern wollte, rief er:" Halts Maul, alte S..!" ordnung einverstanden erklärt hat. gesetzes, wonach Zeitungen politischen Inhalts, die öfter als einmal Beide begaben sich darauf in die Stube, der Ehemann setzte sich wöchentlich erscheinen, in einem Umkreis von zwei Meilen des auf das Sopha, die Frau stellte ihm das Abendbrot auf den Ursprungsortes nach Gutdünken des Verlages verbreitet werden Tisch, fagte: JB, Heinrich!" und stellte sich ans Fenster. Er dürfen, die Versendung über zwei Meilen hinaus ist Privilegium soll nun gesagt haben: Jßt Du nicht mit?" worauf sie erwidert der Post. Nun wurden seit Jahren für Köln die Köln . Arb.- 3tg." haben will: Ich esse nicht, ich bin schon von den Sorgen fatt!" -jezige Rheinische Zeitung " und die Niederrheinische Jetzt sei der Mann aufgesprungen, habe das Messer vom Tische Boltstribüne" in der Druckerei Grimpe hergestellt und diese genommen und gegen sie gezückt, da habe sie ihm das Messer Beitungen als Eisenbahnpassagiergut befördert. Bor zirka zweil entrissen und nun wiffe fie vor Schrect nicht mehr, was ge­

tönnen."

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Depeschen.

( Depeschen des Bureau Herold.)

man sich in parlamentarischen Kreisen nur noch mit der Auf­Wien, 21. Oktober. Bei der anhaltenden Krisis beschäftigt lösung des Reichsrathes. Von verschiedenen Parteien wurden heute die Kandidaten für die am Montag stattfindende Ausschuß­Wahl(!) aufgestellt. In den Ausschuß für die Prager Ausnahme­dieselbe 13 Mitglieder auftreten. Sonach dürfte die Ablehnung verordnung find für dieselbe 11 Mitglieder, während gegen der Ausnahmemaßregel sicher sein. Die heutige Sigung des Ministerrathes soll von besonderer Bedeutung sein; man sieht wichtigen Beschlüssen entgegen.

Paul B. Von 10-1/ 211. Buchbinder- Zentral- Krankenkasse. Ihre Bekanntmachung, daß heute die Zahlstellen geschlossen sind, ist für den sozialen Theil nicht geeignet. Als Inserat tonnten wir es nicht aufnehmen, do eine Bestellung für ein solches nicht war.

F. Schünke. Aus Ihrem Schreiben ist nicht ersichtlich, an welchem Ort der Vertrauensmann sein Amt niedergelegt hat Melden Sie uns dies.