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Gerichts- Beitung.

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Beim 4. Punkt wird zum Beitritt zum Verband der Möbel­polirer, sowie zur energischen Agitation und zur Ausrottung des Indifferentismus aufgefordert. Ebenso wird auf die am zweiten Feiertag stattfindende Matinee bei Joël hingewiesen und zu zahlreicher Betheiligung aufgefordert.

berg, Frankfurter Allee 4. Wilhelm Schlemmiger, I erschien übrigens die Frau des Verurtheilten im Kriminalgerichts-| Sozialdemokratie als Kampfespartei auch sich einen solchen Friedrichsfelde , Berlinerstr. 101. Otto Bähr , Rummelsburg , Gebäude, um sich nach dem Schicksale ihres Mannes zu erkun- Arbeitsruhetag erringen wird und kann." Schillerstr. 23. digen, und als sie hörte, daß sich derselbe bei dem Erkenntnisse Es geht folgender Antrag ein: beruhigt habe, brach sie in lautes Wehtlagen aus und verlangte, Die heutige öffentliche Versammlung der Möbelpolirer be­Polizeibericht. Als am 25. d. M. Vormittags ein Dragoner daß man sie auch einsperren solle, da sie jetzt der Noth und dem schließt, auf Grund der vorstehenden Resolution, 1 M. vom Ber­den Königsplatz passirte, ging sein Pferd durch, überrannte einen Glende preisgegeben sei. Das Geschick des Verurtheilten würde dienst am 1. Mai cr. zu Gunsten des Generalfonds der Gewerk­Beamten und stürzte sodann mit dem Reiter, wobei der Soldat sich, wenn die Wahrheit der Selbstanklage erwiesen werden kann, schaften Deutschlands nach Hamburg zu entrichten." so bedeutende Verlegungen am Kopfe erlitt, daß seine Ueber- sehr bald ändern können. Durch einen Antrag auf Wieder- Dieser Antrag findet einstimmige Annahme. führung nach dem Garnison - Lazareth erforderlich wurde. In aufnahme des Verfahrens wird die Vollstreckung des Urtheils Der dritte Punkt der Tagesordnung wird wegen des schwachen der Tilsiterfiraße, nahe der Landsberger Allee , wurde zu derselben zwar nicht gehemmt, das Gericht kann jedoch einen Ausschub, so- Besuches zur nächsten öffentlichen Versammlung vertagt. Zeit ein achtjähriger Knabe von einem anderen Knaben durch wie eine Unterbrechung der Vollstreckung anordnen. einen Schuß mittelst eines Teschins in der rechten Seite so schwer verlegt, daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht Die dritte Straffammer des Landgerichts I. verhandelte werden mußte. Nachmittags stürzte eine 79 Jahre alte Frau gestern in fünfftündiger Sigung gegen den Kaufmann Richard anscheinend beim Putzen des Fensters ihrer im 2. Stock des Schülte, welcher des einfachen Bankerotts und des wieder Hauses Kirchbachstr. 7 belegenen Wohnung auf den Hof hinab holten Betruges beschuldigt war. Es war ein böses Verhalten und verstarb bald darauf infolge der erlittenen schweren Ver- gegen Treu und Glauben im kaufmännischen Verkehr, welches Der Verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter legungen. Ein Schneider fiel zu derselben Zeit beim Besteigen gegen den Angeklagten zu Tage gefördert wurde. Die Sach- und verwandten Berufsgenossen( Mitgliedschaft Berlin ) hielt am einer Markise am Hause Thurmftr. 35 etwa 2 m hoch von der verständigen erklärten, daß selten ein Kaufmann in so leicht- 17. b. M. eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Leiter auf das eiserne Vorgartengitter und erlitt dabei eine so be- fertiger Weise gehandelt habe, wie der Angeklagte. Schülfe er Th. Megner einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag deutende Verletzung der Brust, daß er nach dem Krankenhause Moabit öffnete im Jahre 1883 ein Seidenwaaren Geschäft im Hause über das Thema:" Was lehrt uns die Schule, was lehrt uns gebracht werden mußte. Vor dem Hause Demminerstraße 60 Kommandantenstraße 88, nachdem er längere Zeit bei einer das Leben?" hielt. Eine Diskussion fand nicht statt. Zum glitt Nachmittags ein Fuhrherr beim Besteigen seines mit Säcken hiesigen größeren Firma( Heese) bedienstet gewesen war. Trotz dritten Punkt der Tagesordnung, Delegirtensteuer, wird be beladenen Wagens von demselben wieder herab und gerieth, da dem der Angeklagte eine kaufmännische Bildung genossen, unterließ schlossen, dieselbe in zwei Raten à 25 Pf. in den Monaten April die Pferde in demselben Augenblick anzogen, mit dem Kopfe er es, eine regelrechte Buchung zu führen und ebenso wenig zog er, und Mai zu erheben. Zum vierten Punkt, Arbeitsnachweis, wird unter das Vorderrad, so daß er eine bedeutende Verlegung erlitt. wie es vorgeschrieben, alljährlich die Bilanz. Im Juni v. J. wurden zunächst der Beamte desselben auf ein weiteres Jahr gewählt. Vor dem Hause Karlstr. 41 wurde Abends eine unbekannte, die Gläubiger des Angeklagten aufs Unangenehmste durch ein Die Kontrolle über den Arbeitsnachweis, welche bisher eine Kom­etwa 24 Jahre alte Frauensperson, anscheinend infolge von Ver- gedrucktes Zirkular überrascht, in welchem der Angeklagte feine mission von 7 Mitgliedern ausübte, wird dem Vorstand überlassen. giftung, bewußtlos aufgefunden. Sie wurde nach der Charitee Bahlungsunfähigkeit anzeigte und Vergleichsvorschläge machte. Im Weiteren wird auf Antrag des Kollegen Faber beschlossen, gebracht. In der Feuerung der Waschküche des Hauses Diese waren aber der Art, daß keiner der Gläubiger darauf ein- 1. daß Kollegen, welche sich als arbeitslos im Arbeitsnachweis Charlottenstr. 95 wurde am 26. d. M. Morgens die Leiche eines gehen wollte und nun war der Konkurs unabwendbar. Es zeigte eintragen und sich dann innerhalb acht Tagen nicht wieder Rindes fast verkohlt aufgefunden, welches ein in demselben Hause sich aber, daß nicht so viel Masse vorhanden war, um das Konturs- beim Beamten desselben melden, von der Liste gestrichen werden. in Stellung befindliches Dienstmädchen am Abend vorher, an- verfahren durchzusehen und hatten sämmtliche Gläubiger das 2. Daß diejenigen Kollegen, welche von den Beamten nach einer geblich tobi, geboren und in die Feuerung gesteckt hatte. Am Nachsehen. Der Bücherrevisor vermochte so viel aus den mangel- vakanten Stelle gesendet werden, binnen 24 Stunden den Schein 25. d. M. und in der darauffolgenden Nacht fanden drei kleine haft geführten Büchern zu ermitteln, daß der Angeklagte wieder an denselben abzuliefern haben, andernfalls dieselben auf Brände statt. schon im Jahre 1887 mit einer Unterbilanz von 27 000. die Dauer von 4 Wochen von der Benutzung des Arbeits- Nach­gearbeitet hatte. Von diesem Zeitpunkte an verfolgte weises ausgeschlossen sind. Unter Verschiedenem" wird noch von derselbe eine Geschäftspraxis, wodurch viele Fabrikanten mehreren Kollegen angeführt, daß ein fleinerer Silberwaaren­aufs Empfindlichste geschädigt wurden." Die vorhandenen Fabrikant in der Sebastianstraße immer die von dem Verband an Waaren wanderten zum Leihhause, die dafür erzielte die dort arbeitenden Kollegen gesendeten Briefschaften öffne. Baarsumme wurde dazu benutzt, neue Verbindungen anzuknüpfen Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Christ­Wie der angestrengte und verantwortliche Dienst der und weitere größere Waarenposten zu erhalten. Schülke wandte Eisenbahnbeamten vom grünen Tisch aus beurtheilt wird, zeigte sich an die Vertreter von auswärtigen Firmen, erklärte, daß er baum- Kleinhändler Berlins hielt am Montag, den 18. März, eine Berhandlung der zweiten Strafkammer des Landgerichts II aus irgend einem Grunde mit demjenigen Konkurrenzhause ge- eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Kollege Feldhahn in gegen den Zentralweichensteller Hermann Krüger. Am 16. Juni brochen habe, welches bis dahin sein Lieferant gewesen und zeigte furzen Zügen das Vorgehen der Engroshändler kritisirte. Sie v. J., als Krüger feinen Dienst antrat, bemerkte derselbe, daß ein gleichzeitig eine Anzahl quittirter Rechnungen vor. In den meisten schrauben die Preise nach Willkür den Kleinhändlern gegenüber Hebel durch welchen die Stellung der Weiche Nr. 12 auf Bahnhof Fällen wurde ihm dennoch bedeutet, daß gebrauchsmäßig das erste in die Höhe, wodurch diese wieder gezwungen find, Preise zu Westend von dem Thurm, der für die Zentral- Weichenstellung Geschäft gegen Kaffe abgeschlossen werden müsse, worauf Schülfe fordern, welche in feinem Verhältniß zum Verdienst der Arbeiter daselbst erbaut ist, bewirkt wird, ganz besonders schwer zu diri auch dies mit dem Gelde bewerkstelligte, welches er aus dem Ver- stehn. Redner erläuterte nun die Ziele des Vereins und wies die giren war. Er beauftragte daher den Weichenschmied Lieste nach saße gelöst. Nun waren die Lieferanten getödert und ihr Vertrauen Vortheile nach, welche durch direkten Bezug der Bäume aus den Der Ursache zu forschen, die feiner Meinung nach nur im war gewonnen; bereitwillig wurde dem neuen Kunden, der sich Forsten den Mitgliedern des Vereins erwachsen. Wenn der schlechten Schmieren der einzelnen Verbindungstheile zu suchen beeilte, größere Bestellungen zu machen, der übliche Kredit ge- 3wischenhändler fortfalle, tönne auch billige Waare beschafft fei. Lieske fand jedoch, daß eine Verbindungsstange zu kurz ge- währt. Die erzielten Waaren wurden zum größten Theile worden. Es wurden hierauf die Statuten verlesen, welche all­gewährt. worden sei, und daher die Weichenzunge nicht richtig anliege. schleunigst wieder versetzt. Der Angeklagte hat auf diese gemeinen Beifall fanden. In der Diskussion sprachen verschiedene Er, Lieske, will nun dem Krüger mitgetheilt haben, daß Weise vom November 1889 bis zum Juni 1890 noch Kollegen im Sinne des Referenten. Eine entsprechende Resolu­er jene Verbindungsstange herausgenommen habe, die für 63 000 M. Waaren bezogen und solche zum Gesammt- tion wurde einstimmig angenommen. Weiche also vom Thurm aus nicht mehr gestellt werden betrage von 52 000 m. lombardirt. Als der unausbleibliche Der Lese- und Diskutir Klub Süd Oft" hielt am tönne. Strüger bestreitet dies ganz entschieden, will viel Krach erfolgte, wurde eine Schuldenlaft von ca. 125 000 m. fest 18. März eine Versammlung zu Ehren der gefallenen Freiheits­mehr dem Lieste gesagt haben, er folle die Reparatur gestellt. Besonders die Geraer und Greizer Fabrikanten sind Kämpfer von 1848 ab. Das Sigungszimmer war mit einer noch nicht vornehmen, da des starken Verkehrs wegen eine start in Mitleidenschaft gezogen worden. ca. 3 Meter langen rothen Fahne, welche die Inschrift: Frei­dazu geeignete Stunde gewählt werden müsse. Nachmittags Rizel kennzeichnete das Verhalten des Angeklagten als ein höchst heit, Gleichheit, Brüderlichkeit trug, geschmückt. Rechts und gegen 3 Uhr, als zwei Personenzüge zum Auslaufen bereit im verdammenswerthes, er beantragte gegen ihn fünf Jahre links von derselben waren die Bilder von Mary und Lassalle Bahnhof Westend standen, gab der Stationsvorsteher, der von Gefängniß und fünfjährigen Ehrverlust. angebracht worden. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde der ganzen Sache nichts wußte, Abfahrtssignal, und Krüger Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Straßmann, führte aus, daß der die Revolution" von Freiligrath vorgetragen. Sodann wurde stellte den Hebel in seinem Thurm so, daß nach seiner Meinung Angeklagte zwar höchst leichtfertig gehandelt habe, aber nicht von die" geschichtliche Bedeutung des Monats März von unserem die Weiche richtig stand. Er konnte dies vom Thurme aus an dem Gedanken geleitet worden sei, die Lieferanten zu betrügen. Standpunkt aus hervorgehoben. Nachdem das Gedicht: Die der Stellung der an der Weiche angebrachten Signallaternen Für die letztere Annahme spreche auch der Umstand, daß die Todten an die Lebendigen" vorgetragen und die Versammelten sehen, welche nach seiner Aussage, sowie nach der zweier Zeugen Verwandten des Angeklagten noch in letzter Stunde schwere sich zu Ehren der März- Gefallenen von ihren Plägen erhoben die richtige war. Die Züge fuhren zu gleicher Zeit ab. Durch Opfer gebracht, um ihn über Wasser zu halten. Der Gerichts- hatten, wurde die Versammlung mit einem begeistert auf das Nichtfunktioniren der einen Weiche aber wurden beide auf hof verurtheilte den Angeklagten zu 2 ahren 9 Monaten genommenen Hoch auf die internationale, völkerbefreiende ein Geleise geführt und fuhren beide Lokomotiven sich in die Gefängniß unter Anrechnung von 3 Monaten auf die Unter- Sozialdemokratie und dem Gesang der Audorf'schen Marseillaise Flanken. Die eine Lokomotive stürzte nach rechts, die andere nach suchungshaft. Mit Rücksicht auf die ehrlose Handlungsweise, gefchloffen. lints, zwei Heizer wurden nicht unerheblich verlegt, während welche dem Angeklagten zur Last fällt, wurden demselben auch geradezu wunderbarer Weise von den Passagieren Niemand die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren ab­Schaden erlitt. Wäre der eine Zug auch nur zwei Meter mehr gesprochen. zurück gewesen, so konnte ein unabsehbares Unglück fich ereignen. Durch eine umständliche lange Beweisaufnahme soll nun Krügers Schuld an dem Unfall bewiesen werden. Es kann jedoch nur festgestellt werden, daß zwei Zeugen gehört haben, wie Lieste dem Krüger diese Mittheilung von der Herausnahme des Verbin­dungsstückes von unten nach dem Thurm herauf zurief, daß Krüger diesen Zuruf überhört haben kann, ja beinahe überhört Eine öffentliche Generalversammlung der haben muß, geht daraus hervor, daß er mit noch einem Gehilfen Maurer Berlins wurde am 25. März unter Leitung des in jeder Stunde ca. 170 folche Hebelstellungen im Thurm vorzu- Kollegen Weiße in den Arminhallen abgehalten. Dieselbe war nehmen hat, jedes Mal auf die Stellung der Signallaternen berufen, die in der letzten Versammlung vertagten Wahlen der achten, wie auch die anderen Signale zu beobachten hat. Jede Vertrauensmänner für den Stadttheil Süden, Westen, Moabit vereins, welche mit ihren Beiträgen noch im Rückstande sind, einzelne Hebelstellung aber erfordert eine törperliche Anstrengung, und Zentrum zu vollziehen. Die Wahlen fanden statt mit Aus- folche zu berichtigen, und zwar spätestens bis zur General was der gerichtliche Sachverständige auf das Bestimmteste ausnahme für den Stadttheil Moabit . Demnach sind zu Vertrauens- Bersammlung, damit wir, wie es einem Arbeiterverein geziemt, fagt. Die betreffende Stunde, in der das Unglück passirte, war männern gewählt: Osten: Knöpchen, Gr. Frankfurterstr. 112, mit glatter Rechnung, anderer Vereine würdig, in den Berband an jenem Tage die neunte Dienststunde. Garbe( an Stelle Taschen, welcher zurückgetreten), Ostbahnhof 14, eintreten können. Nach diesem Sachverhalt pläbirte der Vertheidiger auf Frei- bei Pieper, Nüte, Stalizerstr. 54. Süden: Hannisch, Nostiz- Der Frauen und Mädchenverein für Weißensee hielt sprechung und wies mit vollem Recht auch darauf hin, daß nach straße 40, Räppel, Arndtstr. 21. 3entrum: Luz, Amalien­jenem Unglücksfall eine Reparatur an einer Weiche nicht mehr, straße 21. Norden: Weiße, Tegelerstr. 27, Harnisch , Bernauer- am Dienstag, den 17. März, eine Versammlung im Lokale des ohne daß ein vereideter Beamter anwesend wäre, vorgenommen straße 92, Gede, Straßburgerstr. 38. We sten: Röhler, Schenken- Herrn Weichert( zur Flora) ab. Herr Neumann- Berlin hielt einen werden dürfe, die Bahnverwaltung hiermit also anerkannt hätte, borfstr. 4. Moabit :- Des Weiteren war die Versammlung beifällig aufgenommenen Vortrag über Christenthum und So­daß die vorherige Instruktion nicht ausreichend gewesen sei. Der berufen, Stellung zum 1. Mai zu nehmen. Auch hier trat die bezialismus". Bei der Neuwahl wurden gewählt Frau Löffler als Staatsanwalt hatte 1 Woche Gefängniß beantragt. Der Gerichts- tannte Verschiedenheit der Ansichten zu Tage; die Versammlung Arndt als Kassirerin und Fräulein Wagener als Schriftführerin, erste Vorsitzende, Frau Werner als zweite Vorsitzende, Frau hof sprach nach längerer Berathung das Schuldig aus, mit der beschloß nach längerer Diskussion mit größter Majorität folgende Frau Grünberg, Frau Zabelt als Revisoren, Begründung, daß die Arbeitszeit eine vollkommen angemessene, Resolution, beantragt vom Kollegen Dietrich: und auch die körperliche Anstrengung durchaus feine zu große sei. Es sei daher, wie vom Staatsanwalt schon sehr milde be­antragt, auf 1 Woche Gefängniß zu erkennen.

Der Staatsanwalt

Versammlungen.

Maurer.

Der

Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas, Waffer. und Dampfarmaturen hatte zum 22. März eine Mitglieder­Bersammlung einberufen. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Sievers über:" Das religiöse Vorurtheil", und Verschiedenes. Kollege Prinz stellte den Antrag, die heutige Versammlung des schwachen Besuches wegen zu schließen und für April eine Generalversammlung einzuberufen. Auf der Tages ordnung müßte stehen: Wie stellen sich die Mitglieder des Fach­vereins zur Auflösung des Vereins zu Gunsten des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter?" Dieser An­trag wurde angenommen und die Versammlung geschlossen. Der Vorstand ersucht dringend alle Mitglieder des Fach­

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Die öffentliche Generalversammlung der Maurer Berlins In einer öffentlichen Bürstenmacher Versammlung erkennt die Beschlüsse des internationalen Kongresses zu Paris wurde die Frage erörtert: Wie stellen sich die Kollegen Berlins an und hält den 1. Mai als internationalen Feiertag fest, zieht zu dem von Nürnberger Bürsten- und Pinselmachern in Aussicht aber in Erwägung, daß sich die wirthschaftlichen Verhältnisse genommenen Kongreß? Die Meinungen gingen sehr auseinander. Zur Affäre Hoffmann ist zu berichten, daß der angeblich derartig gestaltet haben, daß in diesem Jahre der 1. Mai als 3u einem Beschluß kam man nicht. Allgemein wurde der In­unschuldig verurtheilte Telegraphenarbeiter Albert Hoffmann die internationaler Ruhetag nicht siegreich durchgefochten werden differentismus der Kollegenschaft beklagt. Erklärung abgegeben hat, daß er sich bei dem Erkenntniß beruhige fann und beschließt demzufolge, die Demonstration am Abend und seine Strafe anzutreten gewillt sei. Diese Thatsache könnte bes 1. Mai stattfinden zu lassen. Ferner beschließt die Versamm- Die lente Generalversammlung der Freien Volks­angesichts der Selbstanklage des Bruders des Berurtheilten Be­fremben erregen und die leise aufgetauchte Bermuthung, daß es lung, dahin zu wirken, daß in Zukunft der 1. Mai als inter­sich hier um einen Att des Opfermuthes handelt, einigermaßen nationaler Ruhetag durchgeführt wird. Ferner erklärt die bestätigen, wenn nicht auch noch eine andere Erklärung zulässig Versammlung, auch an der Massendemonstration am Sonntag, wäre. Nach§ 899 der Straf- Prozeßordnung kann nämlich den 8. Mai, theilnehmen zu wollen." Zum Schlusse wurde Gewerkschaftliches" verhandelt. ein Wiederaufnahme- Verfahren nur dann Plaz greifen, wenn ein rechtskräftiges Urtheil vorliegt. Es liegt nun der Gedanke

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Die Möbelpolirer

nicht fern, daß der Vertheidiger des Angeklagten seinem Klienten hielten am Montag Abend eine öffentliche Versammlung ab. den Rath ertheilt hat, durch seine Erklärung, fich zu beruhigen, Genosse Staberna cf referirte über den 1. Mai. Er empfahl zunächst ein rechtsträftiges Erkenntniß zu schaffen, um dann den Rath der Fraktion, welcher für dieses Jahr nach Erwägungen in kürzester Frist die Schritte zur Wiederaufnahme des Ver- aller Umstände das allein Richtige treffe.( Beifall.) fahrens thun zu können. Augenblicklich befinden sich in diefer Angelegenheit zwei Personen in Haft: der vom In der Diskussion sprachen sich die Kollegen Kurt, Reuter, Gerichtshof als schuldig Befundene und der sich selbst Schreyer, Harter, Wolf und Hennig im Sinne des Referenten der Schuld Anklagende. aus, während Kollege Beese für das Ruhenlassen der Arbeit am Der Letztere beharrt, wie wir hören, bei der Behauptung, daß er der Thäter fei, und 1. Mat eintrat. Im Schlußwort trat der Referent nochmals für den Beschluß der Fraktion ein. Erklärungen tragen nicht nicht den Stempel der Er­findung. Noch in derselben Nacht, welcher der Verurtheilung Folgende Resolution gelangte zur Annahme gegen des Hoffmann folgte, war die Frau desselben auf dem Polizei- 3 Stimmen. bureau erschienen und hatte dort gejammert und geklagt, daß ihr Die heute stattfindende öffentliche Versammlung der Möbel­Mann unschuldig verurtheilt sei, und am nächsten Morgen folgte polirer erklärt sich für eine Demonstration am 1. Mai. Die ihr dann der Bruder des Verurtheilten mit seiner Selbstantlage. Versammlung schließt sich dem Vorschlage der sozialdemokratischen Thatsache ist, daß beide Brüder, welche bekanntlich Beide Tele- Fraktion insofern an, daß am 1. Mai Abends eine öffentliche graphenarbeiter sind und Beide die Telegraphenmüße tragen, sich Bersammlung der Möbelpolirer mit Frauen stattfindet, wo ein sehr ähnlich sehen. Der weiteren Entwickelung der Sache wird dem Tage entsprechender Vortrag gehalten wird, und am ersten man mit Interesse entgegensehen müssen. Wenn es wahr ist, was Sonntag im Mai ein Ausflug mit Familie unternommen wird. verlautet, daß nämlich der neuerdings in Haft genommene Bruder Die Versammlung ist aber gegen die obligatorische Einführung bei seiner Selbstanklage sofort Personen namhaft gemacht habe, der Demonstration zu Gunsten des Achtstundentages auf den denen er wenige Tage nach der That Mittheilung von seiner ersten Sonntag im Mai; vielmehr ist die Versammlung der Schuld gemacht haben will, so würde sich durch Vernehmung Ansicht, daß sich mit dem Laufe der Jahre der 1. Mai als inter­dieser Personen die ganze Sachlage bald Klarstellen lassen. Heute nationaler Arbeitsruhetag einbürgern wird, die internationale

bühne" hat beschlossen, auch in den Sommermonaten die Theater­vorstellungen fortzufeßen und dafür einen Mindestbeitrag von 50 Pig. pro Mitglied und Monat zu erheben.

Den Mitgliedern, welche als Vertreter der Presse den Vor­stellungen beiwohnen, wird nach wie vor ein reservirter Plaz ge­fichert sein, wenn dieselben ihre Monatsbeiträge bis zum 1. Ottober cr. im Voraus entrichten. Neue Mitglieder zur I. und 11. Abtheilung werden bei Unterzeichnetem im Laufe dieser Woche noch aufgenommen, wenn die Aufzu­nehmenden als Rezensenten die Vorstellungen besuchen wollen. An Djtersonntag Nachmittags 2½½ Uhr findet im Ostend­Theater" die erste Aufführung des verlorenen Paradieses"( von Fulda ) statt. J. A. des Vorstandes: G. Wildberger, Louisen­Ufer 18.

Achtung! Musiker! Große öffentliche Versammlung aller Sivil- Berufs­Mujiter Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 26. März, Nachmittags präzise 3 Uhr, in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 11-12. Tages ordnung: 1. Wie stellen wir uns zur Arbeiterbewegung und wie organisiren wir uns? Referent: Stadtv. F. Bubeil. 2. Distuffton. 3. Gründung eines Bereins. 4. Wahl einer Kommission zur Ausarbeitung der Statuten. 5. Bers schiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Arbeitervereine Berlins und umgegend, labet alle Genoffen zu dem am erfien Osterfeiertag( Abends 7 Uhr beginnend) in Frädrich's oberen Saal, Alte atobftr. 89 stattfindenden gemüthlichen unterhaltungsabend freundlichst ein. für Abwechselung ist durch Vorträge aller Art genügend Sorge getragen. Ein laßtarten sind im Restaurant( Parterre) zu haben.

Der gesellige Verein Luftige 13", Mitglied des Bundes der geselligen

Freireligiöse Gemeinde. Festvorträge: Sonntag, den 29. März, 10 Uhr, Rosenthalerstraße 38 Dr. Wöltet; Lützowoftr. 111-112. Beus. Montag, ben 30. März, 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38 Dr. Wille; Chauffeeftr. 88 E. Bogther., Verein zur Pflege freireligiösen Lebens. Sonntag, den 29. b. Mts., Bormittags 10% Uhr, Beuthstraße 22: Bortrag des Herrn Waldeck Manaffe Ostern, das Fest der Auferstehung". Freier Sutritt für Gäste( Damen und Herren).

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