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Gewerkschaftliches.

Maßregelung von Sicherheitsmännern.

dem Gehilfenausschuß, mit dem fie verhandeln wollte, fein beson- unter Umständen ein sehr ernster werden könne. Es werde daher deres Entgegenkommen zeigte. Kurz vor der Arbeitsniederlegung von allen Mitgliedern erwartet, daß sie ihr Interesse mehr als bis. ist es nun doch noch zu einem dreijährigen Tarifabschluß zwischen her den Vorgängen in der Organisation widmen und sich in erster Innung und Verband gekommen. Der Tarifvertrag ficht u. a. Linie reger an den Versammlungen beteiligen. Die Versamm= Die Bergherren im Ruhrgebiet zeigen sich bei der Durchführung vor: Die Erhöhung des Stundenlohnes von 52 Pf. auf 58 Bf., was lung erklärte sich debattelos mit dem Vorgehen des Vorstandes ein­Alsdann erstattete Segawe einen eingehenden des Sicherheitsmännersystems als sehr gelehrige Schüler des Berg - einen wöchentlichen Mehrverdienst von 3 M. bedeutet; nach einem berstanden. werksdirektors Hilger, der bekanntlich in jener Berliner Minister- Jahre tritt eine Arbeitszeitverkürzung von einer halben Stunde Bericht über die Verhandlungen betreffend Era stürzerkonferenz das Wort von der weißen Salbe" geprägt hat, mit wöchentlich, in dem darauffolgenden Jahre eine weitere Verkür- richtung eines paritätischen Arbeitsnachweises. der man schlimmstenfalls schon nach Saarbrüdener Muster fertig ung um eine volle Stunde ein, so daß im dritten Vertragsjahre Das vom Vorstand entworfene Statut hat den Bezirksverſamm­täglich 9 Stunden gearbeitet werden. Der Arbeitsverdienst darf lungen vorgelegen und ist von der Mehrzahl derselben angenommen werden könne. Zu den mancherlei bisher bekannten Beispielen, die durch die Verkürzung der Arbeitszeit nicht geschmäiert werden. Bei worden. Derselbe Statutentwurf ist dann den Unternehmern unter­illustrierten, wie man sich solcher Sicherheitsmänner, die ihre Auf- einigen taufmännischen Geschäften, die der Innung nicht ange- breitet worden; eine Kommission von fünf Arbeitgebern und fünf gabe ernst auffaffen, trop der gesetzlichen Schutzvorschriften entledi- hören und keinerlei Entgegenkommen zeigten, ist am 2. August die Arbeitnehmern hat bereits in einer Sigung darüber beraten und gen kann, sei hier eins angeführt, das als besonders drastisch be- Arbeit niedergelegt worden. ist schon so ziemlich einig geworden. Bei§ 2 verlangten die Unter­zeichnet zu werden verdient. nehmer, daß Söhne oder Väter von Meistern nicht durch den Ar­Die Lohnbewegung der Maschinisten und Heizer in den beitsnachweis zu gehen brauchen. Diesem Verlangen sind die Ver­Schneidemühlen Tilfits treter der Arbeitnehmer nachgekommen, da diese Ausnahme für ist zugunsten der Arbeiter beendet. Es gelang, mit dem Unter- Berlin von geringer Bedeutung ist. Bei§ 5 hatten die Unternehmer nehmerverband einen Tarifvertrag auf die Dauer von drei Jahren verlangt, daß ihnen die Auswahl unter der Hälfte der beim Nach­abzuschließen, der für die Arbeiter bedeutende Vorteile bringt. Der weis eingetragenen Gesellen zu gestatten sei. Nach langem Hin und Monatslohn beträgt für Maschinisten 120 M., steigend auf 130 M. Ser wurde vereinbart, daß nur unter der achtfachen Zahl der ge­während der Vertragszeit. Die Heizer erhalten 36 Pf. die Stunde, wünschten Arbeitskräfte und zwar nur unter den in der Liste vor­steigend auf 40 Pf. Die tägliche Arbeitszeit wurde auf 11 Stunden anstehenden, ausgesucht werden dürfe.§ 6 lautet jest, daß in festgesezt. Für Arbeiten während der Pausen wird ein Zuschlag Arbeit stehende Gesellen keine Privatarbeit verrichten dürfen, fo­von 10 Pf., für leberstunden 5 und 10 Pf. die Stunde gezahlt. fern sie nicht vom Arbeitsnachweis ausgeschlossen werden wollen. Die Vorteile sind insofern von Bedeutung, als noch Löhne für die Diese Bestimmung liegt auch nur im Interesse der Arbeitnehmer, Sie verlangten Heizer von wöchentlich 19 M. vorhanden waren, die nun durch die und deshalb stimmten deren Vertreter dem zu. Tarifregelung um etwa 7 M. erhöht wurden. In den meisten Be- nun aber auch, daß Kleinmeister nicht in Arbeit genommen werden trieben mußten Arbeiten während der Pausen ohne Bezahlung ge- dürfen. Die Unternehmervertreter fonnten sich zu dieser Konse= leistet werben, ebenso Ueberstunden, die jetzt nur gegen Bezahlung quenz aber nicht aufschwingen und deshalb scheiterte eine entgültige nach den tariflichen Abmachungen verlangt werden können. Verständigung. Die Beschlußfassung der Unternehmer wird jeden­falls erst in ihrer nächsten Quartalssigung im Oktober stattfinden. Die Arbeitnehmer werden dann auch ihrerseits nochmals dazu Stellung nehmen.

Im November v. J. befuhr ein Sicherheitsmann der Zeche ,, Mathias Stinnes " eine Abteilung, in der er einen Bremsberg in schlechter Zimmerung vorfand.. Da er diesen Zustand schon wieder­holt dem Steiger gegenüber moniert hatte, sah er sich diesmal ge­nötigt, den Befund ins Jahrbuch einzutragen. Zwei Tage darauf wurde er zum Betriebsführer bestellt, der ihm sagte: Sie haben den Befund des Bremsberges ins Fahrbuch eingetragen. Sie kommen zum Ersten dorthin zum Verbauen, und zwar für 5,20 M. pro Schicht." Als der Sicherheitsmann mit dem Verbauen fertig war, fam er nicht wieder an seine frühere Arbeit zurück, sondern er erhielt eine andere Arbeit zugewiesen mit schlechten Gebirgsver­hältnissen, so daß er einen Verdienstausfall von 50,72 M. erlitt. Der Mann betrachtete diese Behandlung als den Schußbestimmungen des Gesezes die Sicherheitsmänner betreffend widersprechend und beschwerte sich beim Bergrevierbeamten. Dieser hielt eine Kon­ferenz ab, in der dem Beschwerdeführer vorgehalten wurde, daß er eigentlich noch mehr bekommen habe als andere gleichartige Arbeiter: Tarifabschluß der Brauereiarbeiter in Bonn . er wurde mit seiner Beschwerde abgewiesen. Den gleichen nega­tiven Erfolg hatte eine an das Oberbergamt gerichtete Beschwerde. Doch wurde hier der Arbeiter wegen seiner Lohnansprüche an das Berggewerbegericht als zuständige Instanz verwiesen. Der Ar­beiter befolgte diesen Hinweis und flagte auf Auszahlung des Minderverdienstes. Er wurde abgewiesen und zwar mit einer Be­gründung, die zu charakteristisch ist, als daß sie nicht verdiente, hier zitiert zu werden:

" Die Verlegung ist ordnungsmäßig erfolgt. Wenn die Arbeit dem Kläger nicht zusagte, so konnte er ja tündigen... Ob eine Maßregelung wegen der Tätigkeit als Sicherheitsmann vorliegt, hat das Gericht nicht zu prüfen, hierin ist es nicht zuständig."

Da es eine Berufung gegen diese Entscheidung nicht gibt, griff der Gemaßregelte zum letzten Mittel. Er beschwerte sich beim Minister. Fast ein halbes Jahr ist inzwischen verstrichen, aber der Beschwerdeführer hat noch keine Antwort. Natürlich. Wenn Ar­beiter sich über Gesezwidrigkeiten der Unternehmer beklagen, dann

fönnen sie lange auf Antwort warten, wenn man sie überhaupt einer Antwort würdigt. Wenn aber die Unternehmer neue gesch­liche Knebelungen der Arbeiter verlangen, dann finden sie bei Ministern willige Ohren.

Berlin und Umgegend.

Tarifbewegung im Dachdeckergewerbe.

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In den letzten Tagen hat der Kampf ganz erheblich an Schärfe zugenommen. Bei einigen Firmen ist es wieder zur Arbeitsein stellung gekommen. Die Unternehmer haben versucht, in der ver­gangenen Woche die Aussperrung umfangreicher durchzuführen. Das ist allerdings auch diesmal wieder fehlgeschlagen. In der außers ordentlichen Generalversammlung der Freien Innung zu Berlin vom 29. Juli wurde folgende Resolution angenommen: 190" Die heutige Generalversammlung der Freien Innung des Dach, Schiefer- und Ziegeldeckerhandwerks zu Berlin beschließt im Anschluß der in der Quartalsversammlung vom 8. Juli gefaßten * Resolution sämtliche organisierte Gesellen und Hilfsarbeiter sofort

auszusperren."

Die Wirkung dieser Resolution war, daß noch drei Firmen teil­weise ausgesperrt haben; die Zahl der Ausgesperrten hat sich hier­durch nicht sonderlich erhöht. In dieser Versammlung ist es auch zu heftigen Auseinanderseßungen zwischen den Arbeitgebern ge­tommen, weil ein Teil der Innungsmeister absolut nicht aussperren will. Auch in der außerordentlichen Generalversammlung des Arbeitgeberverbandes vom 29. Juli stimmten die Herren das gleiche Klagelied an. Noch reden sie sich ja Mut zu über die Stärke des Arbeitgeberverbandes, trozdem sie ganz genau wissen, daß die Mit­

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aussperren wollen. Genau so sieht es in der Jnnung aus.

glieder sich den Anordnungen des Vorstandes nicht fügen und nicht Bis zum heutigen Tage haben ausgesperrt 21 Firmen mit 150 Arbeitern. Im Ausstand befinden sich insgesamt 40 Firmen. Die Gesamtzahl der Ausständigen beträgt mit den Arbeitslosen 439. Die Dinge stehen für die Arbeiter äußerst günstig. Es haben bis jetzt 10 Firmen die Lohn- und Arbeitsbedingungen unterschrift lich anerkannt, darunter befinden sich einige der größten in Berlin und in den Vororten. Die Zahl der von diesen Firmen beschäftigten

Kollegen ist erfreulicherweise eine ziemlich hohe.

Achtung, Metallarbeiter! Budapest ist wegen Aussperrung gesperrt. Deutscher Metallarbeiterverband, Drtsverwaltung Berlin .

Gelbe Sumpfpflanzen.

Die Organe der gelben Vereine bezeichnen es als ihre Auf­gabe, die angeblich zwischen Unternehmern und Arbeitern be­stehenden gemeinsamen Interessen zu wahren und so den Wirt­schaftsfrieden aufrechtzuerhalten. Eine eigenartige Illustration zu

Viel Mühe und Opfer hat es erfordert, die Brauereiarbeiter der Universitätsstadt Bonn in solcher Zahl zur Organisation zu Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Die Zahlstelle bringen, um einen Vorstoß zur Verbesserung ihrer Arbeitsverhält- Berlin hielt am Sonnabend ihre Generalversammlung ab. Der nisse zu machen. Schon viermal war es gelungen, einen Teil dieser Kassenbericht zeigt folgendes Bild: Einnahme vom 1. April bis Arbeiter zu organisieren, immer wieder gingen sie der Organisation 30. Juni 1912 11 747,90 M., Ausgabe 11 585,88 M., Mehreinnahme - Betreffs der Wahl eines Lotalbeamten beschloß die verloren. Schuld daran war zum größten Teil das dort eingeführte 162,02 M. Gratifikationssystem. Bei schlechten Löhnen erhielten die Arbeiter Versammlung, die Angelegenheit erst nochmal den Bezirken zur am Jahresschluß eine Gratifitation" bis zu 120 M., diese wurde Besprechung zu unterbreiten und den Beamten durch Urwahl zu aber nur ausbezahlt bei voller Jahresbeschäftigung. Die Angst um wählen. Ferner soll die Stelle neuerlich ausgeschrieben und die den Verluft dieser für die Unternehmer so außerordentlich wert- Wahl bis Oktober hinausgeschoben werden. vollen Einrichtung hielt die Arbeiter von der Organisation ab. Im Herbst v. I organisierten sich die Arbeiter wieder und blieben auch bei der Organisation; nach verhältnismäßig furzer Zeit haben sie nun auch den praktischen Erfolg in Form eines vor­teilhaften Tarifvertrages, den die beiden Großbrauereien anerkannt haben. Die Arbeitszeit ist auf 9% bezw. 10 Stunden festgesetzt, die Lohnerhöhungen betragen 2,50 M. bis 8 M. pro Woche. Die Weber­stundenfäße wurden erhöht, die Ueberschichten im Maschinenraum werden extra bezahlt; früher waren sie im Monatslohn einbegriffen, auch sonst wurden noch Verbesserungen erzielt.

Ausland.

Ein nenes Gewerkschaftsblatt. In Turin erscheint vom 1. September ab allwöchentlich unter dem Titel La Battaglia Sindacale" eine gewerkschaftliche Zeitung als Organ der Zen­tralverbände Italiens .

Hus Industrie und Handel.

Deutsches Eisen gegen deutsches Eisen. Die Verwaltung des Baroper Walzwerks macht in ihrem Ge­schäftsberichte einige interessante Bemerkungen über die Betäti­gung der deutschen Roheisenindustrie auf dem Weltmarkte. Sie flagt darüber, daß die Erträgnisse durch die Erhöhung der Preise für Stahlroheisen beeinträchtigt worden seien und daß die deutsche Roh­eisenindustrie durch niedrigere Preisstellung auf dem Weltmarkte die ausländische Konkurrenz gestärkt habe. Dadurch sei der Wett­bewerb in den Erzeugnissen des Unternehmens dem Auslande gegen­über erschwert worden. Die Verwaltung konstatiert also, daß das deutsche Eisen in roher Form dem deutschen Eisen in der Weiter­verarbeitung auf dem Weltmarkte schädigenden Wettbewerb mache: Die bekannte Wirkung unserer Eisenzölle!

Aus der Frauenbewegung.

Letzte Nachrichten.

Reichstagserfahwahl in Pfarrkirchen .

Pfarrkirchen , 5. August. ( W. T. B.) Bei der heutigen Reichs

nomen Bauer( Bayerischer Bauernbund ) 6160 und für den Bürger­tagserfazwahl im Wahlkreise Niederbayern wurden für den Oeko­meister Gerauer( 3.) 4840 Stimmen gezählt. Um 10 Uhr abends standen noch 26 Gemeinden aus.

Belagerungszustand in Konftantinopel. Konstantinopel , 5. August. ( W. T. B.) Ein Frade des Sultans verhängt über Konstantinopel für 40 Tage den Be lagerungszustand.

Das Resfript des Sultans.

Konstantinopel , 5. August. ( W. T. B.) Der erste Palastsekretär hat auf der Pforte soeben ein Reskript des Sultans verlesen. Das Restript ist dem Gebrauch nach an den Großwesir gerichtet und be­sagt: Der Senat, der verfassungsgemäß für die Interpretation der Verfassung zuständig ist, war der Ansicht, daß die nach der Auf­lösung der alten Kammer gewählte neue Kammer ausschließlich das Mandat hatte, als Schiedsrichter über den Konflikt zu urteilen, der zur Auflösung der alten Kammer geführt hat. Daher ist auch gestern ein Irade des Sultans herausgekommen, das die Schließung der Kammer und Neuwahlen anordnet. Obschon das Großwesirrat am Vormittag dem Kammer- und dem Senatspräsidenten mitgeteilt hatte, sie sollten für den Nachmittag die Verlesung dieses Jrades abwarten, trat die Kammer bereits am Vormittag zusammen, machte Einwendungen gegen das Recht des Senats zur Interpretation der Verfassung und beschloß in Abwesenheit des Kabinetts eine Refo lution gegen das Kabinett, diesem das Mißtrauen auszusprechen. Diese Handlungsweise, die mir von dem früheren Präsidenten der zialisten des Staates Washington in der Person der Genossin Kammer mitgeteilt wurde, hat mein Bedauern hervorgerufen. Ich Anna Agnes Manley aufgestellt. Sie ist als achtes von elf habe nach wie vor volles Vertrauen zu meinem Kabinett, das im Geschwistern auf einer Farm in Minnesota geboren und tam mit Einklang mit der Verfassung gebildet worden ist und fortfährt, für 18 Jahren nach Minneapolis , wo sie für ihren Unterhalt arbeitete das Wohl der Nation und die öffentliche Ordnung zu arbeiten. und dabei eine höhere Schule besuchte. Später wurde sie Lehrerin, Ich erwarte, daß das Kabinett auch weiter die größten Anstren­besuchte dann die Universität in Minneapolis und eine Schule für Sozialwissenschaft in New York . Als dort die Tageszeitung Call" gungen machen wird, damit die Wahlen zur Kammer, die am Später wurde sie als organijatorin der Frauen angestellt und be- vention, von jedem Druck und von jedem Mißbrauch vor sich gehe: 1, gegründet wurde, übertrug man ihr die geschäftliche Leitung. 14. November wieder zusammentreten muß, frei von jeder Inter­reiste dazu die gesamte Union . Eine Zeitlang gab sie die Zeitschrift Gemeinwohl " heraus, gab sie aber wieder auf, um sich ganz der Agitation zu widmen. Sie ist als Rednerin tätig, und man nimmt an, daß ihre Kandidatur in dem fernen Nordweststaate, der die völlige politische Gleichheit der Frauen anerkannt und eine rasch wachsende, entschiedene Arbeiterbewegung hat, nicht aus­sichtslos sei,

Eine Kandidatin für den Gouverneursposten haben die So­

Verfammlungen.

Zwei Fuhrwerke überfahren.

Ohligs, 5. August. ( W. T B.) Heute nachmittag 3 Uhr wurde auf dem Uebergange Kilometer 5,395 der Strecke Ohligs- Hilben durch vorzeitiges Oeffnen der Schranken zwei Fuhrwerte überfahren, wobei der Fuhrmann Karl Hottgenrot aus Ohligs schwer vers letzt wurde.

Fruchtabtreibung.

Dortmund , 5. August. Der hiesige Frauenarzt Dr. Hartung hat sich heute morgen bei seiner Verhaftung, die wegen Bergehens

genommen.

Zentralverband der Töpfer. Die Filiale Groß- Berlin hielt am diesem Grundsatz der Gelben hat einer von ihnen, der im Siemens- Freitag im Gewerkschaftshaus eine ordentliche Generalversamm- gegen§ 218 des Strafgesetzbuches erfolgte, durch Gift das Leben Schuckert- Wert eine hervorragende Rolle spielt, geliefert. Der lung ab. Dem Geschäftsbericht für das 2. Quartal, der vom Betreffende ist Vorstandsmitglied des gelben Unterstüßungsvereins Vorsitzenden Segawe gegeben wurde, ist zu entnehmen, daß fünf Ausstellungsbrand in Dünkirchen . und Werkbevollmächtigter. Unter den Arbeitern machte er sich da- Sperren verhängt wurden, von denen diejenigen über die Firmen Dünkirchen , 5. August. ( P. C.) In der verflossenen Nacht durch unbeliebt, daß er sich bei der Agitation für den gelben Ver- Heinriß und Berlom u. Pöttte als erledigt zu betrachten sind. Die entstand in der Allgemeinen Ausstellung ein Brand, der erst nach ein recht verwerflicher Mittel bediente. Auch das technische und Schlichtungskommission hatte 57 Streitfälle zu erledigen. Das längerer Zeit beigelegt werden konnte. Zwei Pavillone sowie ver­taufmännische Personal hatte unter den Denunziationen dieses Bild, welches der Arbeitsnachweis im verflossenen Vierteljahr bot, schiedene Gebäude des Vergnügungsparks find vollständig nieder­gelben Vertrauensmannes zu leiden. Als dieser Obergelbe den war recht trübe. Im Monat April wurden 506 Arbeitslose über- gebrannt. Wie sich herausgestellt hat, ist die Ausstellung durchaus auf Urlaub befindlichen Werkzeugverwalter zu vertreten hatte, nommen, von denen der Nachweis nur verhältnismäßig wenig ver- nicht feuersicher angelegt worden und man nimmt daher an, daß machte er sich diese Vertrauensstellung zunube, um umfangreiche mittelte, während durch Umschau mehr unterkamen. Die niedrigste sie vorzeitig geschlossen wird. Diebstähle an dem ihm anvertrauten Material auszuüben. Der Arbeitslosengiffer war 214, zurzeit ist diese aber schon wieder auf Mann wurde bei dieser Art, die gemeinsamen Interessen der Unter- 327 emporgeschnellt. Gegen das Vorjahr sind im bergangenen nehmer und Arbeiter zu vertreten, ertappt und entlassen. Vierteljahr im Durchschnitt doppelt so viel Arbeitslose gezählt

Flieger Abramowitsch wieder flott.

Luga, 5. August. ( W. T. B.) Der Flieger Abramowitsch

Dies ist nicht das erstemal, daß sich ein Obergelber der Siemens- worden. Eine von den Meistern einberufene Konferenz, an der u. a. Werke neben gelber Agitation auch auf dem Gebiete der Langfinger auch Segawe teilnahm, hat beschlossen, eine heizungstechnische Kom- landete um 7 Uhr abends in Luga und jetzt morgen früh seinen betätigte. Natürlich wird man über solche" peinliche Angelegen- mission für Deutschland einzuseßen. In derselben sind auch den Flug fort.( Siehe Aus aller Welt".) heiten" im gelben Bund" nichts lesen. Wegen Veruntreuungen Gesellen 3 Site eingeräumt worden, die von den Filialen Berlin , wurden bereits zum Teufel gejagt: ein gelber Vorsitzender des Hamburg und Dresden besetzt werden sollen. Als Vertreter Berlins Ein Dampfer in Flammen. Konsumvereins, Werk Franklinstraße, ein Vorstandsmitglied des ist Karl Vieze bestimmt worden. Paris , 5. August. ( P. C.) Aus Marseille wird gemeldet: Unterstützungsvereins wegen Kupferdiebstahls und ein anderer Der Kassenbericht lag im Verbandsorgan gedrudt vor. Seute nachmittag ist auf deni Dampfer" Portugal " der Messagerie gelber Funktionär hat 700 M. seinen Arbeitskollegen( Spargelder Die Einnahmen der Zentralfasse betrugen 23 137,75 M., die Aus- Maritime eine große Feuersbrunft ausgebrochen, die sich mit der 50- Pf.- Kaffe) unterschlagen. gaben 16 596,17 M., darunter 2245,20 M. für Krantenunterstüßung Windeseile ausbreitete und die anderen im Hafen liegenden Schiffe Wundern braucht man sich nicht, daß so zahlreiche Fehltritte und. 6164,90 m. für Arbeitslosenunterstüßung. Die Lokalkasse ver­von Leuten begangen werden, die im Vordergrunde der gelben Or- einnahmte 7738,11 m. und verausgabte 7730.01 M. gefährdete. Sämtliche Feuerwehren der Stadt waren sofort zur ganisation stehen. Arbeiter von durchaus ehrenhafter Gesinnung Ueber die bevorstehende Tarifbewegung referierte Stelle, doch war es bis in den späten Abendstunden noch nicht ge geben sich natürlich nicht als Stüßen der gelben Bewegung her. Segawe. Er teilte zunächst mit, daß der bestehende Tarif von lungen, des Feuers Herr zu werden. den Unternehmern zum 30. September 1912 gekündigt worden sei Die Peft. und zwar mit der Motivierung, daß derselbe den veränderten Ver­hältnissen angepaßt werden solle. Denselben Wunsch hegen auch die Liverpool, 5. August. ( W. T. B.) Hier ist ein siebenjähriger Erfolgreiche Lohnbewegung der Böttcher in Magdeburg . Arbeitnehmer. In einer bereits stattgefundenen Lohnkommiſſions- Anabe an Pest erkrankt. Der Ursprung der Krankheit ist In Magdeburg hatten die Böttcher ihre Kündigungen einge- fißung gingen aber die Auffassungen über die gegenseitigen Forde- Knabe an Pest erkrankt. Der Ursprung der Krankheit ist reicht. Sie wollten am 1. August die Arbeit einstellen, weil die rungen noch zu sehr auseinander. Der Referent entwickelte dann Petersburg , 5. August. ( W. T. B.) Das Uralgebiet ist Innung sich zu Verhandlungen über eingereichte Forderungen mit die in dieser Beziehung vom Vorstande einzuschlagenden Richt­Bertretern des Verbandes nicht verstehen wollte und außerdem auch linien und verhehlte nicht, daß der Kampf um den neuen Tarif für pestfrei erklärt worden. Berant. Redakteur: Albert Wachs, Berlin . Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl

Deutfches Reich.

unbekannt.