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Nr. 244. 29� Jahrg. Hbonncments-Bedingungen; H Die InfcrtionS' Gebühr Nionnemmt-- Preis dränumer-mdo: MD DW MM �Hj UM ZM vetrigt für die scchsgespallene Kolon?!- Bierieljährl. 3�0 M�, monajl. 1.10 Mk.. j WM MW �M// �M �M �M W» IM geile oder deren Rauui w Pfg für Wold entlich 28 Pfg� frei ins Haus. I�MW ZW WM �M k�x» MW �M �M DM f/ IM-wQ politische und gewerlschaslliche Vereins- Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- ��M» I s�WI 1 MI MD WM �M MM WM M �W �W MM--- // und Versnnimlungs-Anzeigen 30 Pig� nuninier mi: illustrierter Sonntags. ��WM DM WD tl» �M �M �M �M MI M) DM IM //Kleine»ureigen", das fettgedruckte BeilageDie Neue Welt' 10 Psg. Post- WMM i\ IW WM MD tM DM WB DD AMD MM! Wort 20 Pfg. l zulassig 2 fettgedruckte Wontiemendt 1,10 Mark pro Monat. WrIUM I W» �D �D DW DM �Mi WM MD IW WM IM Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. emgelragen m die Post- Zeitunas- I I I MW WI DM( Stellengesuche und Schlasstellenan Preisliste. Unter Kreuzband für MM I �M I 3jE L HDV JOKL, �M �7/ Hfl zeigen das erste Wort 10 Pfg jedes Deutschland und Oeslerreich- Ungarn IM �MI/ // DM weitere Wort ö Pfg. Worte über 10 Buch 2 Mark, für das übrige Ausland/ ZJ S �FS MMdX // MW staben zählen für zwei Worte. Inserate 3 Mar! pro Monat. Postabonnements---- sür die nächste Nummer müssen bis nehmen an: Belgien . Dänemark ,* yf f\ L>/» Uhr nachmittags in der Expedition Holland . Italien , Luxemburg . Portugal . C/(________"N' abgegeben werden. Die Erpedilion ist Rumänien , Schweden und die Schweiz . V. J< J» tis 7 Uhr abends geöffnet. ».».«..«».o«. Nerltnvv VnlklsItlÄNs Zentralorgan der rozialdemokrattfchen Parte» Deutfchlands. Redaktton: 8 LI. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Freitag, den 18. Oktober 191Ä. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. ver Hort der flrbcitcrfcindlcljaft. Weshalb die herrschenden Klassen Preuhens sich mit Zähnen und Nägeln gegen die Einlösung des die Wahlreform verheißenden Königswortes wehren und vollends nichts von der Uebertragung des gleichen Wahlrechts auf Preußen tvissen wollen, ergibt sich mil eindringlichster Deut- llchkcit, wenn wir uns die sozialpolitische Stellungnahme des Dreiklasscnhauses ein wenig näher ansehen. Was an kraut- jmikerlicher Arbeiterfeindschaft und industriellen Ausbeutungs- geliisten im Lande vorhanden ist, findet seinen drastischsten Ausdruck und seine rücksichtsloseste Vertretung in der iibcr- großen Landtagsmehrhcit, die sich aus Funkern snebst ihren schwarzen Anhängseln) und Industriefeudalen und ihren Be auftragten zusammensetzt. Der Arbeitertrutz, der sich im .Hause des allgemeinen Wahlrechts immerhin noch gewisse Reserven auferlegen muß. feiert in der preußischen Duma wahre Orgien. Und es ist ja bekannt genug, daß das agra- Tische und industrielle Scharfmachertum deshalb oft genug leine Zuflucht zu der Gesetzgebung des Dreiklassenhauses ge- uommen hat und zu nehmen, suchte, um sich der unbequemen reichsgesetzlichen Sozialpolitik zu entziehen und sie zu durch)- kreuzen. Heben wir aus dem antisozialen, arbeiterfeindlichen Treiben der Dreiklassenmänner nur einige Beispiele hervor, die uns allein ihre Tätigkeit während der letzten Jahre liefert In erster Linie verdient da die Ausbeutung der L a n d- a r b e i t e r s ch a f t hervorgehoben zu werden. Immer wieder waren die sozialdemokratischen Vertreter genötigt, die elende Lage und die jammervolle Rechtlosigkeit des ländlichen Prolc- rariats zu kennzeichnen. An schreienden Einzelbeispielen wurde nachgewiesen, wie nicht nur die einheimische Land­arbeiterschaft der Fuchtel unserer Junker preisgegeben ist, sondern wie auch den durch die Feldarbeiterzentrale einge führten ausländischen Arbeitskräften unter Duldung der Bc. Hörden durch gesetzwidrige Kontrakte ein wahres Sklavenlos bereitet wird. Auch die nicht minder unerhörte Tatsache der landwirtschaftlichen'KinderauSbcutung wurde von unseren Genossen Jahr sür Jahr zur Sprache gebracht/ So zum Beispiel, daß die schulpflichtige Landproletarierjugend, der von gefälligen geistlichen Schulinspektoren die ausgedehn- testen Rübenferien erwirkt werden, unter endloser Arbcitssron auf den Latifundien des Junkertums scharwerken muß und daß diesen Kindern sogar Junkerfusel verabreicht wurde, um ihre erlahmten Kräfte gesundheitsmörderisch aufzustacheln. Das Bezeichnende aber ist, daß die Sozialdemokratie mit dieser Kritik junkerlicher Ausbeutungsgepslogenheiten völlig allein blieb! Auch über die Handhabung der Revisionen über die Erfüllung der Unfallverhütungsvorschriften mußten von den sozialdemokratischen Rednern schier ungeheuerliche Fakta festgestellt werden. So wurde mitgeteilt, daß nach dem Bericht der Genossenschaft Posen selbst die Revisionen nach festgelegten Reiseplänen stattfinden und daß die B e t r i e b s u n t e r n c h m e r von der Revision v 0 r h c r i n Ko-nntnis gesetzt werden. Ungeheuerlicher freilich noch als diese Tatsache war die andere, daß von ll13ö der Besichtigung unterzogenen Mittelbetrieben trotz der vorherigen Revisions- ankündigung nur 191 in Ordnung befunden wurden, und daß von III inspizierten Großbetrieben nur 5 den Vorschriften (Seiiiidc geleistet hatten! Wie der preußische Staat selb st als Arbeit- g c b c r seine sozialpolitischen Pflichten auffaßt, zeigte unter anderem die Behandlung der st a a t l i ch e n Forst- q rbe 1 t er. Nach einer Statistik, die nicht etwa aus einer sozialdemokratischen Enquete stammte, sondern von dem deut- scheu Forjtwirtßhaftsrcrt, jener Unternehmerorganisation her- rührte, der auch die preußische Forswerwaltung angegliedert ist, beziehen dw in den fiskalischen Forstbetrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen die niedrigsten Löhne von allen deutschen Bundesstaaten! Und als sich die sozialdcmo- kratischcn Redner der preußischen Forstarbeiter annahmen, da war es gerade der Vertreter dessozialpolitischen" Z c n- trums, der Abgeordnete Busch, der die Rolle des frei- willigen Regierungskommissars übernahm und ein Loblied auf die soziale Fürsorge der Forstverwaltmna anstimmte. Da- bei stellte sich heraus, daß dieser wackere Volksvertreter, der im Auftrage seiner Fraktion bereits seit einer ganzen Reihe von Jahren die sozialpolitische Seite des Forstetats be- bandelte, noch nicht einmal seine Nase in die amtliche Lohnstatistik über die Lage der Forstarbeiter gesteckt hatte! Zu allem Ueberfluß war es auch gerade dieser Zentrums- redner. der die Regierung in geradezu fanatischer Weise dazu "frciztc, den Forstarbeitern das freie Koalitions- rech tvorzu enthalten! Einen besonders interessanten Beitrag zu dem Kapitel der staatlichen Arbeiterfiirsorge lieferten die Beratungen über die Berg- und Sa l i n e n v c rw a l t u n g. Da waren es in den letzten Jahren in holdem Verein Konservative und Nationalliberale, die der Regierung vorwarfen, daß sie die Arbeiter allzu gut behandele und allzu wenig Mehrwert aus ihnen herauszupressen verstanden habe. 1919 und 1911 dien- ten für die genannten Parteien die ausgedehnten Beratungen dieses Etats ausschließlich dazu, die Regierung zu bru- t a l e r c r Ausbeutung der staatlichen Berg- und «alinenarbeiter auszumuntern. Auf Betreiben des agrarischen und industriellen Scharfmachertum« wurde eine Unterkom- Mission eingesetzt, die untersuchen sollte, wie dem Uebelstand abzuhelfen sei, daß die Ueberschüssc des Bergfiskus zurück» gegangen seien. Im Jahre 1911 erstattete dann der nationalliberale Abgeordnete Hirsch- Essen, der Syndikus der Essener Haudelskainmer, Bericht über die Be- ratuiigen dieser Kommission. Dieser Vertreter des rheinisch- westfälischen Industriekapitals klagte gar beweglich über den Rückgang der auf den Kopf der fiskalischen Belegschaft ent- fallenden Gewinnrate. Betrage doch der Reingewinn, der pro Kopf der Arbeiterschaft erzielt worden sei, nur noch 166 M. Und auch ivenn man zu dem Reingewinn die Summe hinzu- rechne, die für Bctriebser Weiterungen verausgabt worden sei, sei an jährlichem Profit pro Kopf der.Arbeiter nur" noch die Summe von 198 M. hcrausgewirtschaftet worden. Das war natürlich den Vertretern der industriellen und agrarischen Ausbeuterklasse viel zu wenig, und der ge- nannte Berichterstatter der Koiitmission legte deshalb dem Hause eine Resolution vor, in der klipp und klar ausgesprochen wurde, daß der Staat als Arbeitgeber keine anderen sozialpolitischen und Volkswirt- s ch a f t I i ch c n Aufgaben zu erfüllen habe,>v i e jeder private Arbeitgeber, daß er vielmehr lediglich einen Erwerbsbctrieb darstelle, dessen Ziel darin bestehe, an seinem Teil die Bodenschätze zu inöglichst billigen Ge- st e h u n g s k 0 st e n z u g e w i n n e n u n d d i e g e w 0 n n e- neu m ö g l i ch st günstig abzusetzen. Diese Resolution war nichts Geringeres, als eine schneidende Zurückweisung jenes Kölligswortes, daß unsere Staatsbetriebe soziale Musterbetriebe zu sein hätten. Sie waren nichts anderes als eine totale Bankerotterklärung unserer Sozialpolitik überhaupt! lind trotzdem der Vertreter der Regierung, der Ober- berghauptinann von Vchlsen, selbst ausdrücklich erklärte, daß es der Regierung niemals eingefallen fei, etwa den Staats- arbeitern einen Mängel an Fleiß und Arbeitsleistung vor- zuwerfen, und trotzdem unwiderleglich nachgewiesen wurde, daß an dem Rückgang des Reingewinns pro Kops der Gesanit- delegschaft lediglich die u n g ü n st i g e r e n Abbauvcr- Hältnisse die Schuld trügen, sei doch seit 1887 der An- teil der H a u e r a r b e i t an der Gesamtbelegschaft von 79,6 Proz. auf 18,2 Proz. iin Jahre 1999 zurückgegangen, stimmte das Ha us in seiner Mehrheit den aller Sozialpolitik hohnsprechenden Grund» s ä tz e n zu, die von dem nationalliberalen Sprecher in Gestalt der gekennzeichneten Resolution empfohlen worden waren! Es würde den Raum eines Artikels bei weitem über- schreiten, wollten wir in dieser Weise jeden Vorstoß der preußischen Duma gegen die Sozialpolitik und die Arbeiter- intcressen auch nur in aller Kürze charakterisieren. Erwähnt sei deshalb nur kurz, daß es der preußische Minister für Handel und Gewerbe war, der unter dem Beifall der Land- tagsuiehrhcit den berüchtigten Ukas an die Ge- w e r b e i n s p e k t i 0 n e n erlassen hatte, daß sie in ihren Berichten künftigtheoretische Erörterungen, besondere� Ab- schwcifungcn auf das Gebiet der Ausgestaltung und Abände- rung bestehender Gesetze, Vcrordnimgen usw. zu vermeiden" hätten. Erwähnt sei auch nur, daß, in unlöblichem Gegensatz zu anderen Buiidesstaaten, es gerade die preußische Bauver- waltung strikt abgelehnt hat, Inrbcitcrkontrolleurc zur Ueberivachung des Bauarbeiterschntzes heranzuziehen. Die Arbeitcrfeindlichkeit der preußischen Duma offenbart sich nicht zuletzt auch in der Art, wie der Riesenbetrieb der preußischen Staatseisenbahn cn ans der gewaltigen Armee der Eisenbahnbeamteli und der Eisenbahn- arbeiter Unsummen herauszupressen weiß, um den besitzenden Klassen Preußens höhere direkte Steuern zu ersparen. Sind doch allein in dem Zeitraum von 1899 bis 1911 nicht weniger als 7519 Millionen Mark Ueberschüssc aus den Staatseisen- bahnen herausgcwirtschaftet worden, eine Summe, die die vollständige Höhe der noch vorhandenen Eisenbahnschulden erreicht. Der R c i n ü b c r s ch u ß des Jahres 1911 betrug allein 262 Millionen Mark. Temgegenüber waren im Etat nur 2,7 Millionen Mark für Lohnaufbesserungen vorgesehen. Und das bei einer Rieseliarmec von 325 632 Hilfsbediciistetcii nnd Arbeitern! Kein Wunder, daß niehr als die Hälfte dieser Arbeiter sich mit einem Jahresverdienst von weniger als 1299 Mk. begnügen muß! Eine solch schändliche Ausbeutungs- Wirtschaft war natürlich nur möglich durch die b r u t a I st c Unterdrückung aller wirklich unabhängigen Organisationsbestrcbungcn dieser Hun- d e r t t a u s e n d evon Staatsproletariern! Wenn deshalb am nächsten Sonntag das preußische Prolc- tariat, und insbesondere die Arbeiterschaft Groß-Berlins durch ihre Massenkundgebung im Treptower Park, für die endliche Uebertragung des gleichen Wahlrechts aus.Preußen demonstriert, so erfüllt sie damit nicht nur eine politische Ehrenpflicht, sondern sie führt damit zugleich den unaus- weichltchcn Kampf gegen die geschworensten und allmächtigsten Feinde jedes sozialpolitischen Fortschritts! Für'die politische Freiheit, für die das preußische Prole- tariat am Sonntag durch seine Massenkundgebungen eintritt, gilt so in der Tat das Wort des Dichters: Brot ist Freiheit, Freiheit ist Brot! ver Keginn lies ailgemeinen Kampfes. Die Diplomaten mit ihren Vcrmittelungsversuchen, ihrem Notenaustausch und ihrer Erledigung letzter völkerrechtlicher Formalitäten treten von der Bühne des großen Völkerdramas, das sich auf dem Balkan abspielt, ab. Jetzt hat der Soldat das Wort. Der Lärm der montenegrinischen Grenzgefechte und der Vorposten- und Bandenscharmützel an der serbischen, bulgarischen uniM-griechischen Grenze wird in den nächsten Tagen übertönt werden von dem Donner wirklicher Schlachten, in denen die Waffen der vereinigten serbisch -bulgarischen Armee mit den Aufgeboten der Türkei ringen werden. Die Verbündeten wie die Türken haben es bisher sehr gut verstanden, die Konzentration ihrer Truppen und deren strategischen Aufmarsch vor den spähenden Blicken neugieriger Kriegskorrcspondcnten zu verbergen. Was die Vertreter der internationalen Presse bisher darüber zu melden wußten, waren unkontrollierbare, in den Hauptstädten der einzelnen krieg- 'führenden Staaten aufgeschnappte Informationen, deren tele- graphische Wiedergabe erst noch die strenge militärische Zensur zu passieren hatten. Daß es in der seit Wochen kriegerischen und gewitterschwülen Atmosphäre nicht schon . Eisenbahnen=�Ecuptstrassm »- Befestigungen * Mometer