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2. Der zweite Konflikt betraf einen Heinersdorfer Bürger, der das W. T." verklagt hatte, weil er durch fortwährende An­würfe fich in seiner Ehre gekränkt fühlte. Hier spielte die letzte Gemeindevertreterwahl in Heinersdorf eine Rolle, wo der Grund­befizer- und Bürgerverein sich befehdeten. Festgestellt wurde hier­bei, daß das W. T." in Weißensee den Grundbesitz vertritt, in Heinersdorf dagegen die Bürgerpartei. Das Resultat war die Verurteilung des Redakteurs des W. T." zu 50 M. Geldstrafe, Tragung der Kosten und Veröffentlichung des Urteils im W. T.". 3. Die dritte Sache war eine Beleidigungsflage des in letter Zeit berühmt gewordenen Regierungsbaumeisters Sonnenfeld gegen Genossen Fuhrmann. Auch hier war der Tatort die Ge­meindevertretersizung, wo gelegentlich der Besprechung der Allers­Sonnenfeldschen Angelegenheit Fuhrmann in die Debatte eingriff und von Juden" und" Schiebern" sprach. Die Verhandlung nahm einen sonderbaren Abschluß. Gin vom Kläger angetragener Ver­gleich wurde nicht angenommen. Als dann in die Verhandlung eingetreten werden sollte, erklärte Sonnenfeld den Vorsitzenden für befangen, indem er zu Protokoll gab:" In der Auslegung des § 193 in Sachen Frommont gegen Fuhrmann und Genossen lege ich die größten Bedenken gegen die Unbefangenheit des Vor­ſizenden ab." Das Gericht beschloß darauf die Verhandlung zu

vertagen.

Die Nagelrunde".

Unfittliche Schriften,

Die Geschworenen Gefahren mur bie Schufbfrage nach Ber. daß in dem Lokal unter dem Namen ,, Brüber von Ser Nagelrunde" eine fidele Gesellschaft getagt habe, die allein ben behaupteten Um- fuchtem Totschlag. Das Urteil lautete auf 3 Jahre Gefängnis fah gebracht habe. Diese Gesellschaft habe in ihren Sabungen die unter Anrechnung von drei Monaten der erlittenen Unter­Bestimmung gehabt, daß jeder, der in einen bestimmten Tisch einen fuchungshaft. mußte. Auf diese Weise sei häufig ein täglicher Umfaß von 200 m. Nagel einschlug, für jeden Anwesenden ein Glas Bier bezahlen mußte. Auf diese Weise sei häufig ein täglicher Umsatz von 200 m. erzielt worden. Häufig wurde auch ein fremder Gast animiert. Den Tisch durch einen Nagel zu verzieren", ber dann unter allge­Der gestern begonnene Prozeß gegen den Gekretär Baumbach meinem Gelächter zu der sog. Stubenlage" verurteilt worden in Leipzig , der sich wegen Verbreitung unfittlicher Schriften und sei. Auf eine Frage eines Beijizers fam ferner zur Sprache, daß Bilder vor der ersten Strafkammer des Landgerichts III zu ver­bei Geburtstagen ein 10- oder 20- Markstück auf den Tisch genagelt antworten hatte, ist wider Erwarten schnell zu Ende gegangen, da werden mußte. Auf diese Weise sei der Tisch mit der Zeit ziemlich das Gericht von der Tortur einer Verlesung der Bücher verschont 1000 M. wert" geworden. Die Platte wurde dann an der Wand blieb. Auf eine solche Verlesung wurde allseitig verzichtet, da über befestigt und sollte einen eisernen Bestand bilden, um die Mit den Charakter dieser Bücher ein Zweifel nicht obwaltete. nis und 2000 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof erkannte auf 3 Mo­glieder, wie es in den Statuten hieß, vor Krieg und Bestilenz" Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten 9 Monate Gefäng Das Gericht kam auf Grund der sehr umfangreichen Beweis nate Gefängnis und 300 M. Geldstrafe. aufnahme zu der Freisprechung des Angeklagten, dem bestätigt wurde, daß er tatsächlich eher geringere als zu hohe Angaben ge­macht habe.

zu schützen.

Zeitungsabonnement mit Berfidherung.

Dem Unfug, ein Zeitungsabonnement mit Versicherung zu Ein Mordverfuch an der Ehefrau verquicken, ist der Reichstag wiederholt entgegengetreten. Noch in beschäftigte gestern das Schwurgericht des Landgerichts I. Ange- der letzten Seffion nahm er eine von der sozialdemokratischen flagt war der Portier Alfred Aßmann. Der Angeklagte ging im Fraktion eingebrachte Resolution an, die ein Verbot der Ver­Jahre 1899 die Ehe mit seiner jebigen Frau ein. Anfang April quidung von Abonnement und Versicherung verlangte. Das dieses Jahres verließ die Frau mit ihren Kindern die Wohnung Reichsgericht hatte sich am Dienstag mit einem Urteil des Land­und mietete sich in der Mariannenstraße eine kleine Stube, nachdem gerichts Beuthen zu beschäftigen, das den Herausgeber und Ver. fie, nach ihrer Behauptung, erfahren hatte, daß ihr Mann zu ihrer leger der in Kattowiß erscheinenden Oberschlesischen Neuesten ältesten Tochter in Beziehungen getreten war. Der Angeklagte Nachrichten", Dr. Otto Gabriel, wegen unlauteren Wettbewerbs zu Einen stark humoristischen Anstrich hatte eine Verhandlung vor unternahm wiederholt Annäherungsversuche, die aber von der Frau 100 M. Geldstrafe verurteilt. Die Zeitung enthielt die bekannte der zweiten Straffammer des Landgerichts III. Angeklagt wegen abgelehnt wurden. Als er am frühen Morgen des 8. April d. J., reklamhafte Ankündigung: Jeder Abonnent ist mit 1000 M. gegen Betruges mar der Hauseigentümer Köppel. Der Angeklagte wurde dem zweiten Osterfeiertage, widder abgewiesen wurde, nachdem er tödlichen Unfall versichert". Tatsächlich find aber durch die Unfall. beschuldigt, dei dem Verkauf der in seinem Hause gelegenen Ed- die ganze Nacht auf der Bodentreppe zugebracht hatte, zog er plöß- bedingungen eine Reihe von Unfällen ausgenommen. Die Witwe destillation dem Käufer falsche Angaben über den Umsaß in dem lich einen Revolver hervor und gab auf die Frau einen Schuß, der sieht in der Pragis zu spät ein, daß sie sich durch die Reklame hatte Bokal gemacht zu haben. Wie die Anklage behauptet, soll K. dem sie in den Hinterkopf traf. Er flüchtete dann sofort nach der Tat täuschen lassen. Das Abonnementsgeld ist sie los, die Versicherungs Käufer, einem Gastwirt Schönfeld, vorgespiegelt haben, das Lokal in seine Heimat, die er aber auch wieder verlassen mußte, da die gelder werden nicht gezahlt. Das Reichsgericht bestätigte die Vers habe einen täglichen Umsatz von mindestens 50 M., während es tat- Kunde von seiner Tat durch die Zeitungen auch dorthin gelangte. urteilung. sächlich nur eine Höchsteinnahme von 28 M. brachte. Zu der Verhand. Er wurde schließlich in Eberswalde verhaftet und legte ein Geständ­lung waren eine Reihe Zeugen geladen worden, deren Befundungen nis ab. In der gestrigen Verhandlung trat er plöblich mit der Be­wiederholt lebhafte Seiterteit hervorriefen. In Uebereinstimmung hauptung hervor, er habe sich erschießen wollen, versehentlich aber mit den Angaben des Angeklagten wurde von den Zeugen bestätigt, seine Frau getroffen.

Todes- Anzeigen

Deutscher Bau arheiterverband. Zweigverein Berlin , Am 20. Dktober starb unser Mitglied, der Bauarbeiter Michael Andrzejewski

( Bezirk Moabit ). Ehre feinem Andenken!

19

Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. Oktober, bor­mittags 11 Uhr, auf dem Fried. hof der Sebastian Gemeinde in Reinidendorf West, Humboldt­ftraße, statt. 142/17 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand.

Deutscher Metallarbeiter- Verband

Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer

Paul Messinger

am 23. Dftober an Influenza ge storben ist.

Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. d. M., nach­mittags 4 Uhr, von der Leichen­halle des neuen Thomas Kirch hofes, Neukölln, Hermannstraße, aus ftatt.

Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung.

Deutscher Transportarbeiter- Verband.

Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rolltutscher Ernst Hirsch

am 23. 6. Mts. im Alter von 51 Jahren verstorben ist.

am

Die Beerdigung findet Sonnabend, den 26. d. Mts., nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Emmaus Kirchhofes, Reutöln, Hermannstr., aus statt.

U

Ferner den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, bev Bretterträger

Friedrich Heinrich

am 23. d. Mts. im Alter von 52 Jahren verstorben ist.

Die Beerdigung findet am Sonntag, den 27. b. M., nachm. 1 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth Kirchhofes, Reiniden­dorf- West, Berliner Str., aus statt. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht 67/19 Die Bezirksverwaltung

Zentralverein der Bildhauer Deutschlands .

Verwaltung Berlin .

Am 22. d. M. perstarb unser altes und treues Mitglied, der Beichner

Karl Trautvetter

im 54. Lebensjahre.

Die Beerdigung findet heute Freitag, den 25. Oktober, nach­mittags 2 Uhr, von der Leichen halle des Neufödner Gemeindes Friedhofes am Martendorfer Weg aus statt.

Um Beteiligung ersucht 20/14 Der Vorstand.

Nach schwerem Leiden verschied am 22. d. M., nach­mittags 10%, Uhr, mein inniggeliebter Mann, mein guter Vater, unser Bruder und Onkel, der Gastwirt

Robert Rosin

im 55. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an

Agnes Rosin geb. Eckart. Martha Rosin.

Die Beerdigung findet am Montag, den 28. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Zentral- Friedhofes

in Friedrichsfelde aus statt.

Am Dienstag verstarb infolge Herzschlag meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schmie germutter und Tante 45432

Pauline Leidig geb. Wittwer.

Friedrich Leidig u. Kinder. Beerdigung Sonnabend, nachm.

3 Uhr, von der Leichenhalle des Heiligkreuz- Kirchhofes aus.

Für die vielen Beweise herzlicherell

74a

Arbeiter- Radfahrer­Bund Solidarität. Ortsgruppe Berlin . Touren

zum Sonntag, den 27. Oktober. Alle Abteilungen 1%, Uhr: Spandau , Seeburger Str. 26.

Morgen

nahme sowie für die Strangspenden Sonnabend, den 26. Oktober, in

bei der Beerdigung unseres Bruders fagen allen Kollegen und Bekannten

der Neuen Welt":

ſowie dem Deutschen Textilarbeiter 8.Stiftungsfest

verband( Filiale Berlin ) unseren innigsten Dant.

Geschwister Schmidt. Danksagung.

54A

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes

Max Liebhardt fagen allen Kollegen und Bekannten unseren herzlichen Dant

Mitwirkende u. a.: Karl Heinzius­Ensemble.( 4 Damen u. 6 Herren.) Nach der Vorstellung findet eine Gratisverlosung praktischer Ges schenke statt.

Eröffnung 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. inklusive Tanz.

Die heutige Zentralfahrwart fitung fällt aus.

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1 Uhr nachm.: Nowawes.

fich Damen und Herren zwei fehr General- Versammlung!

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Donnerstag, den 31. Oftober, abbs. 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr.17. Wichtige Tagesordnung. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert.

Für die herzliche Teilnahme und besonders für die rege Be­teiligung bei der Beerdigung unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders 9506

Gustav Freyer

fagen wir unseren herzlichsten Dank.

Die tieftrauernden Eltern und Geschwister, Familie Freyer, Reinickendorf , Berliner Str. 69.

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