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Gewerkschaftliches.

Die franzöfifchen Gewerkschaften und der Krieg. Baris, 26. November.( Eig. Ber.) Der Kongreß, auf dem gleichzeitig mit der Baseler Tagung die französischen   Syndikalisten ihre glänzende folierung" demonstrieren wollten, hat drei Be schlüsse gefaßt, die Beachtung fordern.

Der erste betrifft die Organisation eines 24 stündigen Generalstreits. Als Datum wurde auf Antrag der Kome mission der 16. Dezember, ein Montag, bestimmt, doch ist dem Konföderationsvorstand das Recht gelassen worden, es den Um­ständen angemessen zu verrüden. Man sollte glauben, daß die gegen dieses Datum vorgebrachten Ginwendungen aus der Er­wägung herborgegangen wären, daß eine Frist von drei Wochen in der jebigen internationalen Lage zu lang sei. Indes fanden gerade revolutionär- syndikalistische Kritiker sie zu kurz3, mit Rücksicht auf die notwendige Propagandaarbeit. Zeigt sich hierin die zunehmende Erkenntnis, daß es mit dem bloßen Gian", den man ehedem so gern der methodischen Organisationsarbeit nach deutschem oder englischem Muster entgegenstellte, nicht getan ist, so läßt sich doch nicht in Abrede stellen, daß für einen Proteststreit Just ein Elan" Borbedingung ist, und die lange Vorbereitung feine Bürgschaft des Gelingens gibt, wenn unterdes die vor handene Erregung abflaut, sei es, daß ihre Ursachen nicht mehr so start wirken oder daß eine Gegenströmung erzeugt wird. Was nun den gegebenen Fall anlangt, so läßt sich in diesem Augenblick giveifellos sagen, daß in allen lassen der Bevölkerung der Gedanke herrscht, daß ein Krieg um eines serbischen Hafens willen eine Ungeheuerlichkeit wäre. Es ist sicher bezeichnend, daß auch, gerade die Beschlüsse des Gewerkschaftskongresses von der Scharf­macherpresse nicht in der üblichen demagogischen Weise ausge­schrotet worden sind. Für eine patriotische Heße ist jetzt nicht die Stunde da. Aber wir wissen nicht, was die kommenden Wochen bringen. Und wenn die Informationspresse den Auftrag bekommt, patriotische Stimmung" zu erzeugen, wird die Gegenarbeit bei dem wenig erfreulichen Stand der Arbeiterpresse erheblich er­schwert sein.

Berlin   und Umgegend.

33% Proz. Bäckerverdienft.

8medmäßigste, wenn dieses Zmedmäßige eben durchgeführt werden tönnte. Weil das nicht möglich ist, läuft die Arbeitszeit mit einer längeren aber doch unzureichenden Mittagspause fattisch auf eine Verlängerung der Arbeitszeit hinaus. Was in der Privat industrie sich bewährt hat, dürfte für staatliche Musterbetriebe auch nicht schädlich sein. Die weiſe Arbeiterfürsorge einer hohen Staats­behörde wäre aber in anderen Fällen sicher besser angebracht.

Der Balkankrieg.

Die Botschafterkonferenz.

London  , 29. November.  ( W. T. B.) Nach Informationen des

Reuterschen Bureaus wird der Meinungsaustausch fortgesetzt, der seit einiger Zeit zwischen den Mächten zum Zwecke der Berufung einer Botschafterkonferenz im Gange ist.

Jm gestrigen Vorwärts" erklärt Herr Obermeister Bernard, er habe nie als gerichtlicher Sachverständiger befundet, daß das Bäckergewerbe einen Reingewinn von 38 Proz. abwirft, er habe das nicht bekunden können, weil es nicht zutreffend sein würde. Hierzu macht unser Gewährsmann folgende Angaben: Im Jahre 1904 leiteten sechs Berliner   Bädermeister Schaden­erfagllagen gegen den Verband der Bäcker und Konditoren ein. Lohnbewegung der Handzwicker in Pirmasens  . Der Syndikus der Bäderinnung, Rechtsanwalt Frizz Loewe, ver Das große Schuhgewerbe in Pirmasens   steht wiederum vor trat die Kläger   vor Gericht. Bei der Berechnung des Schadens, einem partiellen Streik. Die Zwicker hatten Forderungen eins den der Bäckerverband den Klägern durch Streit und Boykott an- gereicht, die Unternehmer machten jedoch so minimale Zugeständnisse, geblich verursacht haben soll, ging der Anwalt davon aus, daß sich daß die Zwicker sich genötigt sahen, die Kündigung einzureichen. Am der Reingewinn der Bäckereien auf 331 Proz. des Umfates beläuft. Sonnabend läuft die Kündigungszeit ab. In 30 Betrieben, von Bum Beweise für die Richtigkeit dieser Angabe berief sich der Anwalt denen 22 dem Unternehmerverband angehören, haben 311 Zwider auf den gerichtlichen Sachverständigen, Obermeister Bernard. Ob Herr im Betriebe und 148 Heimzwider Forderungen eingereicht. Durch Bernard vom Gericht als Sachverständiger vernommen wurde, fann Unterhandlungen wurde in 15 Betrieben mit 135 Fabrik- und im Augenblid nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Unser Ge- 80 Heimzwidern eine Einigung erzielt. In 15 Betrieben mit währsmann glaubt es, er gibt aber auch, da es sich um acht Jahre 176 Fabrit und 68 Heimzwidern wird der Streit zur Tat werden, zurückliegende Vorgänge handelt, die Möglichkeit eines Jritums be- weil eine Einigung nicht erzielt werden konnte. In Betracht kommen züglich der Person des Herrn Bernard zu. Doch darauf tommt nur noch Verbandsbetriebe. Soweit festgestellt werden konnte, haben es gar nicht an. Die strittige Frage ist vielmehr die, ob uniere 12 von diesen Firmen am Sonnabend ihren sämtlichen Maschinen­Behauptung, das Bäcetgewerbe werfe einen Reingewinn von arbeitern und Fertigmachern gekündigt; es fommen zirka 250 Ar­fann. Diese Frage muß bejaht werden, denn das Gericht hat Woche auch in diesen Betrieben noch zu einer Einigung. Zuzug ist 33 Proz. des Ilmiages ab, als erwiesen angesehen werden beiter in Betracht. Vielleicht kommt es im Laufe der nächsten den Bäckerverband in zwei Fällen zum Schadenersak verurteilt und fernzuhalten. es hat in beiden Fällen, gestützt auf sachverständige Gutachten von Bäckermeistern, die Angabe des flägerischen Anwalts, daß 33% Proz. des Umsayes als Reingewinn erzielt werden, als zutreffend bezeichnet. Es ist also gerichtlich festgestellt, daß die Bäckermeister in Berlin  33 Proz. verdienen. Und zu dieser Feststellung hat der Syndifus der Bäderinnung Veranlassung gegeben. Man darf hiernach doch annehmen, daß es mit den 331 Bros. feine Richtigkeit hat, daß aber die Be­hauptung der Innungsmeister, sie tönnten die finanzielle Belastung durch den Ruhetag der Gesellen nicht tragen, unzutieffend ist. Herr Bernard sagt nun, er habe den Gewinn der Bäcker­meister schon deshalb nicht auf 33 Broz. angeben können, weil das nicht zutreffen würde. Hat Herr Bernard recht, dann müßte ja das Gericht in den erwähnten beiden Fällen das eine durch die An­Urteil ist 1904, das andere 1910 gefällt worden gaben des Syndikus der Bäckerinnung und der betreffenden Sach­Die organisatorische Vorbereitung zum Proteststreit soll staffel- worden sein! Das aber wird doch wohl Herr Bernard nicht an­verständigen zum Nachteil des Bäckerverbandes hinters Licht geführt förmig erfolgen. Den Versamnilungen der Gewerkschaften und nehmen. Es bleibt also bei der gerichtlichen Feststellung, daß die Lotalberbände sollen am 14. Dezember regionale Meetings folgen. Bädermeister 88% Proz. verdienen. Ihre Zahl 22 wie ihre Orte wurden von der Kongreß­fommission bestimmt eine merkwürdige Jllustration des Zen Die Betriebsleitung des Patzenhofer- Ausschanks, Friedrichstr. 71, tralismus, den die C. G. E. trotz ihres als Grundprinzip vertün- gibt sich die erdenklichste Mühe, den Streit der Kellner und Zapfer deten Föderalismus   zeigt. Verzeichnet sei auch, daß Griffuelhes als unberechtigt darzustellen. Wie berechtigt aber das Vorgehen der nachdrücklich davor warnte, über die Zahl der beschlossenen Angestellten war, beweist wohl allein schon die Tatsache, daß der Meetings hinauszugehen. Er berief sich hierbei auf besondere ge- Monatslohn der Kellner, welcher nach tariflicher Abmachung bis vor Die Landtagswahlen in Württemberg  . schichtliche Eigentümlichkeiten der französischen   Voltsbewegungen. M. furzem einschließlich der Kostentschädigung 53 M. betrug, durch Ab­Stuttgart, 29. November.  ( W. Z. B.) Bei dem heutigen zwei Der zweite Beschluß hat das Berhalten im Kriegs- gaben und Reuerungen bis auf 27 Wt. reduziert wurde. Dazu kam, ten Wahlgang zu den Bandtagswahlen standen 24 Diandate zur daß man die Kellner zwang, Hausdienerarbeiten zu verrichten. Der fall zum Gegenstand. Er bestimmt, daß die Arbeiter dem wöchentliche Ruhetag, der in allen übrigen derartigen Betrieben Entscheidung. Es erhielten die Volkspartei 8, Konservative und Mobilisierungsfall nicht folge leisten und den eingeführt ist, wurde den Angestellten ebenfalls verweigert. Gleich Bund der Landwirte 6, die Nationalliberalen 5, die Sozial. rebolutionären Generalstreit ins Wert sehen sollen. falls nicht beachtet wurde das Verlangen der Bierzapfer nach demokraten 3 und das Zentrum 2 Mandate. Insgesamt sind ( Das Wort   Insurrektion" wird, vermutlich um den Schein einer sauberer Wäsche. Es besteht nämlich bei dem Dekonom der eigen bis jebt gewählt: 21 Zentrum, 17 Konservative und Bund der Land Anleihe bei der Formel der Mehrheit der Partei zu vermeiden, tümliche Brauch, daß die Bierzapfer bei ihrer Tätigkeit die bereits wirte, 15 Volkspartei, 13 Sozialdemokraten und 9 Nationalliberale. nicht gebraucht.) Den Arbeitern wird die Anweisung gegeben, von den Kellnern abgelegten Jaden tragen müssen. Dasselbe wird sofort ihre Arbeitsstätten zu verlassen und sich in ihren Organi- auch dem Hausdiener zugemutet, welcher die Speisen zwischen der Küche und den Kellnern zu expedieren hat. Die Ueberlassung der sationszentren zu versammeln, um die geeigneten Maßnahmen Jacken hängt obendrein noch von der Gnade der Kellner ab, die, zur Durchführung des Kampfes zu beschließen. Was geschehen da fie 60 Pf. für jede Jade zu zahlen haben, diese natürlich auch soll, wenn die derart genau informierte Regierung die Versamm- so lange wie möglich selbst tragen. Der Defonom erklärt, daß er lungslokale besetzt und den noch nicht oder jedenfalls nicht ge­nügend bewaffneten Arbeitern bewaffnete Mannschaften entgegen­stellt, wird in diesem, noch vom Geist des alten Putschismus be sherrschten Programm nicht gesagt.

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all seine Maßnahmen dem Personal gegenüber im Einverständnis mit der Brauereidirektion treffe. Der Papenhofer Betrieb ist für organisierte Gehilfen bis auf weiteres gesperrt.

Verband der Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin I  . Achtung, Zigarrenarbeiter! Der Zigarren firma am a cher, SO., Köpenider Straße 155/156, find, da dieselbe die Abmachungen mit der Organisation des Deutschen Zabatarbeiterverbandes durch brochen hat, die grünen Platate für sich sowie ihre Abnehmer ent­zogen worden.

Wie die erste, so wurde auch diese zweite Resolution mit Afflamation angenommen. Gegen sie erhoben sich nur zwei Hände. Damit ist nicht gesagt, daß nur so wenig Rongreßteilnehmer be­griffen hätten, wie wertlos ein solches tattisches Rezept in den unberechenbaren Situationen der Braris ist. Aber die reformisti­schen, zumeist der geeinigten Partei angehörenden Delegierten, Arbeiter, Raucher! Kauft nur dort Euren Bedarf an Bigarren wollten den Eindrud der energischen Kampfansage des Proletariats für das Weihnachtsfest, wo die grünen Platate, unterschrieben gegen die Kriegstreiber, in der sie den wesentlichen Inhalt der Alwin Schulze, geführt werden. Resolution sahen, nicht verringern. Und darum schluckten sie auch die Spitzen gegen die sozialistische Partei hinunter, die die Merr heim und Jouhaug, einer Revandje für die Niederlage be­

dürftig, die ihnen die Massen des Pariser Proletariats zugefügt haben, als sie über den Abstinenzbeschluß der Konföderation zur Tagesordnung übergingen und die Teilnahme an der Demon­stration in Pré- Saint- Gervais beschlossen, in die Resolution ein­gewickelt haben. Diese erklärt namentlich, die Kongreßresolution von Amiens   wiederholend, daß die G. G. T. der natürliche Repräsentant des Proletariats sei was natürlich bedeuten soll, daß die Partei kein solcher Repräsentant sei. Die Sozialisten auf dem Kongreß hatten sich darcin gefügt, ihre Kritiken gegen die syndikalistische Taktik nach der Erledigung der zwei, auf die Aktion gegen den Krieg bezüglichen Resolutionen borzubringen. Es lagen zu diesem Punkt verschiedene Beschluß­anträge vor, über die sich eine lange, sehr bewegte Debatte ent­spann. Die meisten dieser Anträge erklärten, daß die Autonomie der Gewerkschaftsbewegung durch ein Einvernehmen bei der Be­fämpfung des Krieges nicht geschmälert werde. Nicht alle sozia listischen Redner vermochten sich Gehör zu verschaffen. Am besten

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Der Vertrauensmann der Tabalarbeiter.

Deutfches Reich.

Optimistische Auffassung in London  .

London  , 29. November. Wie das Reutersche Bureau" erfährt, geht die Ansicht, die offizielle britische   Kreise bezüglich der euro­ päischen   Situation hegen, dahin, daß man nichts zu be borbereitet sein muß. fürchten braucht, obschon man auf Schwankungen alarmierendes Stadium getreten oder nähert sich irgendwie einem solchen, und bei den verschiedenen Fragen, die gegenwärtig bestehen, ist eine friebliche Regelung durchaus mögli

Die Situation ist nicht in ein

Letzte Nachrichten.

Imposante Protestaktion der Wiener   Arbeiter. Wien  , 29. November.  ( Privattelegramm des Vorwärts".) Heute abend fand im Arbeiterheim" eine Versammlung mit der Tagesordnung Kriegsgefahr, Prez­freiheit und Parlament" statt, in der die Genossen Adler und Austerlig die Ereignisse der letzten Tage besprachen. Die Ausführungen der beiden Redner fanden stürmischen Beifall. Der große Saal vermochte die Anwesenden nicht zu faffen; es wurde deshalb in einem Nebensaale eine zweite Versammlung arrangiert, in der zwei sozialdemokratische Reichsratsabgeordnete sprachen. Hunderte von Personen mußten wegen Platmangel wieder nach Hause gehen. Die Polizei hatte große Vorbereitungen getroffen. Die Provo­fationen der Polizei blieben jedoch angesichts der besonnenen Haltung der Versammlungsteilnehmer ohne Wirkung.

Antimilitaristischer Geist im französischen   Volke. Paris  , 29. November.  ( W. T. B.) Kammer. Der frühere Ueber einen neuen Fall von sozialdemokratischem Terror in Ariegsminister Messimy griff gelegentlich einer Interpellation Frankfurt   a. M. berichten die Scharfmacherblätter. Ein Auf- über die Lehrer den Sou du Soldat" und die verbrecherische Pro­feher Rupp soll im städtischen Osthafen auf Verlangen des paganda des Algemeinen Arbeiterverbandes an. Unter lebhafter Zimmererberbandes von einer städtische Arbeiten ausführenden Bewegung der Kammer erklärte er, die Regierung habe im Juli Firma entlassen worden sein, weil er sich weigerte, dem Berband und August des letzten Jahres die Eventualität einer Mobilisierung beizutreten. Wie uns vom Zimmererberbande mitgeteilt wird, ist ohne Schwäche ins Auge fassen und damals Maßregeln zur Auf­an der Geschichte ein wahres Wort Richtig ist nur, daß bei rechterhaltung der Ordnung im Innern nicht gegen Spione, fon= der Firma einige Arbeiter ihre Entlassung forderten, weil sie von bern   gegen Saboteure des Arbeiterverbandes verstärken müssen, ba einem Menschen, der gerichtsnotorisch moralisch minderwertig" ist, diese Borbereitungen trafen, die Mobilisierung zu lähmen. Anti­nicht beaufsichtigt sein wollten. Der Aufseher hat seine Familie im Stich gelassen und ist mit der Frau eines Untergebenen" durch- militärische Herde habe es bereits 1911 gegeben. Damals seien gebrannt, außerdem ist er auf allen Baupläßen als Raufbold und in etwa 15 Regimentern die gefährlichsten Soldaten in Straf Störenfried bekannt; hätte er sich wirklich zum Bimmererverband fompagnien gesteckt worden. Gegenwärtig sei der Geift im Heere angemeldet, er wäre nicht einmal aufgenommen worden! Mit gut, aber man suche 80 000 Soldaten, die sich nicht gestellt hätten. dem förmlichen System von Drud und 3wang gegen Familien-( Bewegung.) väter", wie der Freisinnige Balzer in der Frankfurter   Stadtver­ordnetenver ammlung sagte und mit dem Fall von Vergewaltigung schlimmster Art", wie der freisinnige Stadtverordnete Wedel   meinte, war es also wieder einmal nichts.

Ein vereitelter Anschlag auf Lloyd George  . Aberdeen  , 29. November.  ( P.-E.) Die Polizei verhaftete heute in einem öffentlichen Saale   vor Beginn einer sehr zahlreich be suchten Versammlung, in der Lloyd George   sprechen wollte, eine gelang dies den Genossen Chaillé  ( Mechaniker, Paris  ) und Das Reichsmarineamt   und die Forderung der Werft- Suffragette, die sich durch ihr scheues und unruhiges Wesen vet­Iemczynski( St. Claude  ), die sich dem Bedauern über die dächtig gemacht hatte. Allem Anschein nach hatte die Frauenrecht­arbeiter auf Einführung der ungeteilten Arbeitszeit. befannte Antwort der deutschen   und österreichischen Gewerkschafts­lerin ein Attentat auf den Schahtanzler geplant, denn bei einer zentralen anschlossen und erklärten, weder einen Tadel noch ein Wilhelmshaven   und in der Schwesterstadt Rüstringen   drängen auch Bombe vorgefunden. Die Bombe bestand aus einem mit Pulver Die für den Arbeiter ungünstigen Wohnungsverhältnisse in Leibesvisitation wurde bei ihr, wie ein Abendblatt berichtet, eine Bedauern über die Ablehnung des Konföderationsvorstandes, bort den Wohnsitz der Arbeiter immer mehr an die Peripherie der gefüllten Stahlzylinder, doch dürfte sie kaum explosivfähig gewesen sondern nur einen Wunsch für die Zukunft auszusprechen. Viel Stadt. Der Weg zur Arbeitsstätte ist deshalb mit großem Zeit- fein, da die Menge des Pulvers nur äußerst gering war. weniger höflich waren die Entgegnungen. Ein Redner leistete verlust verknüpft; bei größeren Entfernungen reicht die Mittags­London, 29. November.  ( W. T. B.) In Aberdeen   wurden fich sogar die Behauptung, daß die Arbeiter am Tage der Revolu pause nicht dazu, um zu Hause das Mittagessen einnehmen zu außer dem Mädchen, das eine Bombe bei sich hatte, noch zwei andere tion die Leute, mit denen zusammenzugehen man ihnen zumute tönnen. In Rücksicht auf diesen durch die Entwickelung der Groß- Frauen verhaftet. d. h. die Sozialisten auf der anderen Seite der Barrikade städte bedingten Umstand haben viele Privatunternehmer auf sehen würde". Zum Schluß gab Jouhaug eine Darstellung des Wunsch der Arbeiter die durchgehende Arbeitszeit eingeführt und Konflikts, deren diplomatische zurechtstutzung einen aftenmäßigen beide, Unternehmer und Arbeiter, stehen sich dabei nicht schlecht. Bericht zur Verhinderung der Legenden, die schon im Entstehen beantragte auf Wunsch der Arbeiter die Einführung der ungeteilten sind, wünschenswert erscheinen läßt. Gr erklärte u. a., daß die 84 stündigen Arbeitszeit. Auf eine diesen Wunsch ausführlich be­Deutschen im vorigen Jahre unter ganz gleichen Bedingungen an gründende Eingabe ist ihm jest folgende Antwort zuteil geworden: einer Manifestation teilgenommen hätten, daß eben jetzt erst das internationale Sekretariat zur Teilnahme an einer ebensolchen Kundgebung in Manchester   aufgefordert habe, daß nur aus Deutschland   und Oesterreich eine Absage gekommen sei und das ganze nur den Bwved gehabt hätte, die französischen   Gewerkschaften zu erniedrigen und ihnen mit brutaler Diplomatie" die deutschen   und österreichischen Methoden aufzuzwingen.- Jouhaur' Rede lang erfreulicherweise doch in die Verkündung der inter­nationalen Solidarität aus Ihr folgte die Gutheizung der Tak­tif des Konföderationsvorstandes. Drei Delegierte stimmten da­gegen.

Dem Kongreß folgten am Abend zwei Riesenversammlungen, beren revolutionäre Kampfbegeisterung wieder einmal die unzer störbare, von sicherem Klasseninstinkt beseelte Kraft des Pariser  Proletariats tundgab, die in entscheidungsvollen Stunden fo manchesmal den engen Seftengeist, der so viel kostbare Energien

bergeudet, überwunden hat.

Verantw. Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil berantw.:

Der Arbeiterausschuß der kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven  

Der Staatssekretär

des Reichsmarineamtes.

Berlin  , den 17. November 1912. Dem Arbeiterausschuß ist zu eröffnen, daß ich seine Anträge auf Verkürzung der Arbeitszeit auf 84 Stunde und Einführung einer halbstündigen Mittagspause ablehne.

Der Prozeß gegen den Abbé Thilmont. Straßburg  , 29. November.  ( W. T. B.) Abbé Thilmont gab heute eine Erklärung ab, daß er bereue, den Artikel geschrieben au haben. Generalvikar Belt glaubt, daß der Bischof ge= neigt sei, die Klage zurüdzuziehen. Zu diesem Zwecke wurde ihm eine Frist von drei Tagen gestellt. Sollte ein Vergleich nicht zustande kommen, wird eine weitere Verhandlung stattfinden.

Aufsehenerregender Selbstmord.

Braunschweig  , 29. November.  ( P.-E.) Selbstmord im Konzert Eine Herabseßung der neunstündigen effektiven Arbeitszeit ist nicht beabsichtigt und die kurze Mittagspause liegt weder im ſaal verübte heute vormittag die 20 jährige Tochter Else des Sie erschien in einem hiesigen Konzertsaal, Interesse der Werft noch der Arbeiter. Praktische Erwägungen, Ingenieurs Keitel. die von der Wissenschaft unterstützt werden, lassen bei förperlicher trai dort vor das Orchester, zog einen Revolver aus der Tasche und Arbeit und angesichts der klimatischen Verhältnisse die Unter- iagte sich eine Kugel in das Herz. Sie war auf der Stelle tot. Die brechung der Arbeit zur Mittagszeit durch eine längere Bause, Gründe zu der Tat sind noch nicht aufgeklärt. die dem Gros der Arbeiter Gelegenheit gibt, ihre Mehlzeit zu Hause einzunehmen und sich genügend auszuruhen, unbedingt als das Zweckmäßigste erscheinen. Ganz allgemein wird auch in den gleichartigen Betrieben der Privatindustrie so verfahren. J. V.: gez. Dick.

Beraubung einer überseeischen Post. Bombay, 29. November.  ( W. T. B.) Auf dem Postdampfer Egypt", der heute hier angekommen ist, hat man einen größeren Postdiebstahl entdeckt; vierzehn Postbeutel fand man aufgeschnitten Die Fürsorge für die Arbeiter ist recht löblich, wenn sie nur und ihres Inhaltes teilweise beraubt. Gleich nach der Ankunft nicht von falschen Vorausseßungen ausginge. Die Mahlzeiten zu des Dampfers gingen Polizisten an Bord, um den Diebstahl au Hause einnehmen und fich genügend auszuruhen ist unbedingt das untersuchen. Bisher ist jedoch niemand verhaftet worden. Th. Glode, Berlin  . Drud u. Verlag: Borwärts Buchot. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin   SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsb