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Nr. 53. 30. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt

eibino

Dienstag, 4. März 1913.

Heraus mit dem Frauenwahlrecht!

bewiesen, daß die Anwesenden mit dem Redner völlig einverstanden waren.

Fort mit der politischen Entmündigung der doch längst| treu nach dem Dichterwort: Ihr hemmt uns, doch Ihr zwingt wurde. Dieser Beifall und die vielen bestätigenden Zwischenrufe Mündigen!" Schon lange ertönt dieser Kampfruf. Und uns nicht, unjer die Welt troß alledem! energisch hat stets die Sozialdemokratie dahin gewirft, ihn Als nach Schluß der Versammlungen die Masse der zur Tat werden zu lassen. Am Kleinmut der Halben im Frauen auf die Straße hinauskam, erregte auch das bei den von ungefähr 600 Personen besucht. Das Referat des Genossen Die Versammlung in den Passage Festsälen" war bürgerlichen Lager und an der Angst der Feinde vor Macht- Passanten große Aufmerksamkeit. Es entspannen sich Dis- Ruf wurde mit großem Beifall aufgenommen. verlust, für die sie die heuchlerische Maske eines angeblichen fussionen über das Ereignis. Manches flotte Mädchen und Die Versammlung bei Petri in der Knesebeckstraße war von Schutzes des hold Weiblichen" erfanden, ist das Bemühen der manche Frau mag so die erste Anregung gewonnen haben für zirfa 500 Frauen besucht und nahm einen ruhigen Verlauf. Das wahren Freunde des gleichen Rechtes für alles, was Menschen- ein späteres Mitwirken in der Beivegung. Vielfach zogen die Referat des Genossen Albin Mohs- Schöneberg wurde mit großem antlig trägt, bisher gescheitert. Aber der Kampf geht weiter! Versammlungsteilnehmerinnen den Weg in größeren oder Beifall aufgenommen. Und es sind die proletarischen Frauen, die das Kampffeld kleineren Gruppen zurück, wie sie ihn gekommen waren. Ein­beherrschen. Laut und vernehmich, unter Ueberwindung zelne Frauenzüge wurden von radelnden Beamten sicher zum nationaler Grenzen, verlangen sie das vorenthaltene Recht Biele geleitet. für sich und alle Unterdrückten jederzeit, aber ganz besonders am sozialdemokratischen Frauentag ertönt vieltausendstimmig der alte Streitruf:

Dasselbe Bild bot sich in Neukölln. Nicht weniger als vier größere Säle, verteilt über die verschiedenen Biertel, hatte man hier bereitgehalten. Und alle waren stark besucht, einer davon polizeilich wegen Ueberfüllung gesperrt, die Passagefestsäle in der Bergstraße.

Berlin .

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In den Arminhallen" referierte vor einer gut besuchten Versammlung Genosse Dr. Herzfeld. Nach dem Vortrage meldete fich eine bürgerliche Frauenrechtlerin, Fräulein Freitag, zum Wort. Sie sprach für das Damenwahlrecht und forderte die Sozialisten auf, fich nicht so gehässig gegen die bürgerlichen Rechtlerinnen zu zeigen. Wenn erst wenige das Wahlrecht hätten,

würden es auch mehrere bekommen.

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Heraus mit dem Wahlrecht der Frau! Fort mit politischer Entmündigung! Zu einer ein­drucksvollen Demonstration in diesem Sinne gestaltete sich am Sonntag der Frauentag in Groß- Berlin. Er gab diesem Sonntagnachmittag sein eigenes Gepräge. Als die Ver­jammlungszeit nahte, konnte man außer denen, die einzeln famen, überall die proletarischen Frauen in geordneten Die Versammlung in Sanssouci " war bis auf den letzten Reihen von ihren Treffpunkten in den Bezirken aus den Ver- Plaz fast nur von Frauen besucht. Nach einer künstlerischen Ein­jammlungslokalen zustreben sehen. Reben fam in die Sonn- leitung durch den Gesangberein Süd- Ost" nahm der Genosse tags so stille Kommandantenstraße, als die Genossinnen aus Büchner das Wort, der in packenden Worten den Anwesenden dem ersten und dritten Wahlkreise heranrückten, um die die Rechtlosigkeit der Frauen in Staat und Gesellschaft schilderte. Arminhallen zu füllen. Zu Happolds in der Hasenheide zogen In Kellers Festjälen leitete der Männergesangverein die Frauen namentlich aus dem zweiten Kreise. Imposant" Ost" die Versammlung mit einem stimmungsvollen Liede ein. gestaltete sich der Heranmarsch nach Sanssouci " in der Kott- Die Anwesenden folgten sodann mit äußerst regem Interesse den Ausführungen der Genossin 3i e b. Nach einem Schlußliede wurde bujer Straße, nahe dem Kottbuser Tor. Bug auf Bug nahte die Versammlung mit einem Hoch auf das Frauenwahlrecht und sich aus der Skaliber Straße, wohin die Gruppen aus dem die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen. Köpenicker und Görlizer Viertel zusammenströmten. Eine Die Versammlung im Elysium" war von nahezu 2000 wahre Heerstraße für weibliche Wahlrechtskämpfer.. Frauen besucht, welche den trefflichen Ausführungen des Genossen Julian Borchardt gespannt folgten. Vor Anfang der Ver­ſammlung brachte der Gesangverein Nord- Ost Lyrania"" Empor zum Licht" und zum Schluß die Marseillaise " zum Vortrag. In dieser Versammlung tam es zu einem höchst eigenartigen polizei­lichen Eingreifen. Zwei Genossen verteilten Ansichtspostkarten zur Propaganda für die Konsumgenossenschaft. Die Polizei verhinderte Auch im Osten und Norden der Stadt hatte der Ruf: dieses Verbrechen und brachte die Schuldigen"( warum wohl!) Frauen heraus! seine Wirkung getan und Tausende von zur Wache. Einer derselben wurde sogar gefesselt! Proletarierfrauen an ihre Pflicht erinnert. An die Pflicht, Im Schweizergarten" sprach Genosse Adolf Hoff= sich zu vereinigen zu einem wirksamen Protest gegen die Zu- mann vor etwa 800 Frauen. Es herrschte große Begeisterung rüdsetzung des weiblichen Geschlechts in staatsrechtlicher Hin­sicht, dieweil die Frauen und besonders die Proletarierfrauen doppelt und dreifach unter den Lasten als Staatsbürgerinnen zu feufzen haben. Diese Tatsache bildete denn auch den Leit­gedanken, der in all den Referaten, die gehalten wurden, zum Ausdruck kam. Der Aufmarsch erfolgte naturgemäß nicht in dieser überwältigenden Fülle, wie wir es bei Massenversamm lungen, wo Männer und Frauen zusammenkommen, gewöhnt sind. Auch nicht so frühzeitig können Frauen in Bersamm lungen sein, die um diese Zeit angesetzt sind, da sie als Mütter und Hausfrauen noch mancherlei Arbeiten in der Häuslichkeit zu erledigen haben, ehe sie sich von ihrem Pflichtfreise los­reißen fönnen. So rückten denn auch die Züge von Frauen in der Hauptstärke erst gegen 2 Uhr heran, aber immerhin, sie kamen und demonstrierten durch Erscheinen für ihre Rechte als Bürgerinnen des Staates, zu dessen Erhaltung fie ihre beste Kraft hingeben.

und viele Aufnahmen in die Partei wurden vorgenommen.

Im Prater " nahmen 1200 Frauen und 200 Männer regen Anteil an den Darlegungen des Genossen Davidsohn. Der Gesangverein" Lerche" wirkte zu Anfang und am Schlusse mit. Auf der Straße wimmelte es von revolvergeschmückten Schußleuten. 3m Saale ließ sich fein Uniformierter bliden, nur der Revier­spitel waltete feines Amtes.

Frauen Genoffin Anna Kiesel. Das Referat wurde mit Bei Franke in der Badstraße referierte vor zirka 1000 großem Beifall aufgenommen. Der Gesangverein Gesundbrunner Harmonie" eröffnete die Versammlung und schloß sie mit einem Riede.

im

Nowawes . Die Versammlung in den Deutschen Festsälen" war leider nicht so gut besucht, wie angesichts ihrer Wichtigkeit er­wartet werden durfte. Der Referent Genosse Däumig verstand es in vorzüglicher Weise, die Bedeutung des für die Frauen ge­forderten Wahlrechts und die Notwendigkeit darzulegen, daß sich die Frauen gleich den Männern politisch organisieren. In der Diskussion nahm zunächst die Genossin Bathe das Wort, um die in bürgerlichen und auch in Arbeiterfreisen noch oft gehörte Phrase, daß die Frauen nicht in den politischen Stampf gehören, zu wider­legen. Frau Dröscher wies auf den jekt beginnenden Hundert­jahrfeierrummel hin und geißelte das Bestreben der Regierung und der herrschenden Klassen, die Arbeiterjugend, deren Eltern man entrechte und knechte, ja jogar von Junkerseite mit dem Dirnen­und Zuhältertum auf eine Stufe stelle, durch grobe Entstellung der historischen Tatsachen patriotisch zu begeistern.

Schöneberg . In einer sehr gut besuchten Versammlung in den Neuen Rathausfälen" referierte Genosse Trinks. Der Redner verstand cs in trefflicher Weise, den Besuchern flarzulegen, warum Die Frauen an der Seite der Männer gemeinsam in den Wahl­fampf ziehen müssen. Anwesend waren ungefähr 600 Frauen. Tempelhof - Mariendorf . Das Referat des Genossen Hermann Müller wurde von den 300 Besucherinnen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach Schluß der Versammlung unternahmen die Versammlungsteilnehmerinnen einen Spaziergang bis Mariendorf . Treptow . Im Sportrestaurant" hatten sich 250 Frauen ein­gefunden, die den Ausführungen des Genossen Dittmer mit großer Aufmerksamkeit folgten. Eine Anzahl Frauen trat dem Wahlverein als Mitglieder bei.

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Zoffen. Vor ungefähr 60 Personen referierte Genossin 2. Siedel- Neukölln. Am Schlusse ihrer einstündigen Rede erntete die Referentin reichen Beifall. Der leider schwache Besuch der Versammlung beweist, daß bei den Frauen sowohl als auch bei den Männern noch viel Arbeit geleistet werden muß. In der Ver­sammlung wurden einige Aufnahmen für den Wahlverein gemacht.

Niederbarnim .

Bernau . Die Versammlung war von zirka 300 Personen bc= sucht. Genosse Thurow hielt das Referat. nossin Roja Wolfit cin. Ihre trefflichen Ausführungen fanden Borsigwalde . In der gutbesuchten Versammlung referierte Ge reichen Beifall. 16 Neuaufnahmen wurden vorgenommen.

Lichtenberg . Im überfüllten Saale von Arnhold referierte Genosse Stadthagen . Die Versammlung wurde bei Beginn und am Schlusse durch Gesang verschönt.

von 400 Frauen besucht. In seinem einstündigen Vortrag zer­Ober- Schöneweide. Die Versammlung im Wilhelminenhof war gliederte Genosse Hermann Jaedel die Stellung der Frauen in der vormärzlichen Zeit und in der Jektzeit. Mehrere Aufnahmen

Redner.

In den Pharus sälen" sprach vor 2000 Personen, in der Mehrzahl Frauen, Genosse 2e debour unter lebhafter Beifalls- für die Organisation wurden gemacht. Reicher Beifall belohnte den bezeugung der Anwesenden. Die Frauen kamen in geschlossenen Bankow - Niederschönhausen . In der sehr stark besuchten Ver­Zügen in die Versammlung, mit roten Nelken geschmüdt. Nach- sammlung bei Roczyki, Kreuzstr. 4, referierte Genossin Fried­dem die Versammlungsleiterin, Genossin Rofitta, die Frauen länder. Ihre vorzüglichen Ausführungen wurden mit lebhaftem außwort zum Beitritt in die Organisationen aufgefordert Beifall aufgenommen. Anwesend waren etwa 500 Personen. hatte und der Gesangverein Weddinger Männerchor" durch Vor- Reinickendorf- West. Die Versammlung war von 250 Personen trag der Lieder Völkerfrieden und Empor zum Licht" bei- besucht, davon über die Hälfte Frauen. Genossin Röhl erntete getragen hatte, leerte sich unter dem Absingen der Marseillaise nach ihren trefflichen Ausführungen reichen Beifall. In der Dis­langsam der Saal. Eine ganze Anzahl Frauen ließ sich in den fussion sprach der Genosse Göhe und die Genossin Ehlert im Wahlverein aufnehmen. Sinne der Referentin.

Tegel . Die Versammlung war von annähernd 200 Personen ( darunter wenigen Männern) besucht. Genossin Martha Jecke hielt Mitglied bei. Eingeleitet wurde die Versammlung durch Gesang, das Referat. Es traten verschiedene Frauen dem Wahlberein als geschlossen mit einem begeisterten Hoch auf die sozialistische Frauen= bewegung.

Weißensee . Im Schloß Weißensee" lauschten zirka 600 Frauen den vortrefflichen Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Peirotes. Der Appell an die Frauen, sich mehr als bisher der Partei anzuschließen, hatte zur Folge, daß mehrere Aufnahmen

Die Versammlung im Moabiter Gesellschafts­baus" war überfüllt. Anwesend waren fast nur Frauen. Das Referat des Genossen Rosenfeld wurde mit großem Beifall gemacht wurden. aufgenommen,

Teltow - Beeskow .

Adlershof . In einer von ungefähr 200 Personen besuchten Bersammlung referierte in 1½stündigem Vortrage die Genossin sammlung Genosse Paul Barthel . Der Referent erntete reichen In Baumschulenweg sprach in einer sehr gut besuchten Ver­Der Gejangverein Oberspree" trug stimmungsvolle

In allen Versammlungen wurde einstimmig folgende Resolution angenommen:

In das Sonntagnachmittagsgetriebe, das bei dem herr­lichen Winterwetter auf den Straßen herrschte, brachten die Züge der Frauen eine eigenartige Note. Hier und da ver­juchte ein fader Bierphilister, seine faulen Wite an den Mann Die Bodbrauerei, Abt. II, Chausseestraße, war von zirka beziehungsweise an die Frau zu bringen, erhielt aber in der 800 Personen, meistens Frauen, besucht. Der Bädergesangberein Regel eine so schlagfertige Antwort, daß er die Lacher bergeberwarte bein". Das Referat der Genoffin Kajewski wurde Morgengrauen" sang zu Anfang der Versammlung das Lied" Ich lich auf seiner Seite suchte. Tatsächlich gab es denn auch mit großem Beifall aufgenommen. Eine große Anzahl von Frauen nichts zu wißeln, und selbst die ominöse Bezeichnung rote ließ sich im Wahlberein aufnehmen. Zum Schluß der Versammlung Suffragetten" prallte angesichts der sich ernst und würdig fang der Verein noch zwei Lieder: Empor zum Licht" und die vollziehenden Demonstration glatt ab. " Internationale". Als um zwei Uhr die Versammlungen ihren Anfang nahmen, waren die Säle überall mit Frauen voll besetzt, und an einzelnen Orten saßen und standen sie eng beieinander und lauschten den Worten der Referenten, die mit zündender Wärme und mit der ganzen Wucht der Tatsachen die Frage des Tages beleuchteten. Wer dieses Bild jah, wird nicht um­hin können, die Summe der Werbearbeit und Aufklärungs­tätigkeit zu ermessen und anzuerkennen, die notwendig war, um in Deutschland eine solche Betpegung aus dem Boden zu Anna Diez. stampfen. Und es waren Proletarierinnen, ausschließlich fast Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen, die da zufammen ge- Beifall. fommen waren. Der leuchtende Blick der Augen zeugte aber Lieder vor. dafür, daß das Licht der Erkenntnis in die proletarische Bohnsdorf . In einer gut besuchten Versammlung in Villa Frauenwelt hineingezündet hat und der Same der Aufklärung Kahl" referierte Genosse Dr. Ernst Meyer- Steglitz vor einer zu wachsen und zu reifen beginnt. In dieser Hinsicht fann andächtigen Zuhörerschar. Der Referent fand am Ende seiner Aus­man es als eine Revolution bezeichnen, die sich da vollzieht, führungen reichen Beifall. Nach einem fräftigen Schlußwort von wenn auch nur eine Revolution der Geister und der Seelen. Frau Mohr wurde die Versammlung mit einem Hoch auf das all­Da aber alles, was nach Revolution riecht, sehr, sehr verdäch- gemeine Wahlrecht geschlossen. tig ist, so hatte der Polizeipräsident Jagow seine Scharen mobil gemacht und die Versammlungen in den kleinen Be­lagerungszustand gesetzt. Schon lange vor Beginn der gut besucht. Genoffin Simon Zehlendorf zeichnete unter großem M Grünau. Trotz des guten Wetters war die Versammlung sehr Versammlungen hatte sich die gestrenge Polizei an- Beifall die vielen Pflichten und wenigen Rechte der Arbeiterin. gefunden und revolverumgürtete Schutzengel bewachten ge- Johannisthal . Die Versammlung war besucht von zirka 200 wissenhaft die Eingänge zu den Lokalen. Ja selbst bis an die Personen. Viele Männer waren als Gäste anwesend. Referent war Türen der Versammlungsräume erstreckte sich die Tätigkeit Genosse Wilhelm Düwell. Sein Referat war vorzüglich. 15 der Polizei, und Polizeioffiziere in höchsteigener Berson hiel- Frauen wurden neu in die Partei aufgenommen. ten sich in den Vorräumen der Versammlungslokale auf. Die war von zirfa 400 Personen, zum größten Teil Frauen, besucht. Köpenid. Die im Stadttheater" abgehaltene Versammlung Frauen lächelten über die wohlwollende Fürsorge der hohen Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Referent war Obrigkeit, allerdings waren sie auch der Meinung, daß, wenn Genosse E. Gehrke- Charlottenburg . Er fesselte die Anwesenden am 10. März Veranstaltungen stattfinden, um den Geburtstag bis zum Schluß mit seinem Vortrage und fand volle Zustimmung. der Königin Luise zu feiern, die der Kaiser den deutschen Frauen ja als Vorbild empfohlen hat, Herr Jagow wohl weniger fürsorglich eingreifen dürfte. Doch das alles hat der gestrigen Veranstaltung keinen Abbruch getan, im Gegenteil, nete äppler. Der Saal war dicht besetzt und trotzdem strömten In Bartschs Festsäle" referierte der Reichstagsabgeord das Polizeiaufgebot war ein wirkungsvolles Relief dazu. Die immer neue Scharen herbei. Das Referat fand großen Beifall. Rundgebung von vielen Tausenden Frauen wird nicht unge- In den Hohenstaufen- Sälen" waren 800 bis 900 hört berhallen, sondern weitere Tausende aufrütteln zum Bersonen, fast durchiveg Frauen, anwesend. Der Genosse Barth Stampfe gegen jegliche Unterdrückung und Entrechtung, ge- hielt ein vorzügliches Referat, das mit großem Beifall aufgenommen

besucht. Referent war Genosse Karl Freter. Brit. Die Versammlung war von 170 Personen, meist Frauen,

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Neukölln.

Die fortschreitende Entwidelung des Kapitalismus rebolu­tioniert auch die soziale Stellung der Frau immer mehr. Allen Fährnissen des Lebens preisgegeben, wird die Frau durch die poli­tische Rechtlosigkeit doppelt schwer belastet. Die volle Gleich­berechtigung mit dem Manne darf der Frau nicht länger vorent­halten werden.

Die Leistungen der Frauen im gesellschaftlichen Produktions­prozeß, die Pflichten, die sie unter großen persönlichen Opfern er­füllen als Mütter und als Hausfrauen, geben ihnen ein Recht auf soziale und politische Gleichberechtigung.

Die Sozialdemokratie ist die einzige Partei, die mit Ent­schiedenheit und Begeisterung den Kampf für das volle Bürger­recht des Weibes führt.

Die am 2. März Bersammelten erklären deshalb, daß sie sich in die Reihen der Sozialdemokratie stellen und mit Leidenschaft und Ausdauer für die Erringung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zu allen öffentlich- rechtlichen und poli­tischen Vertretungskörpern für alle über 20 Jahre alten Staats­bürger ohne Unterschied des Geschlechts kämpfen werden.

Die Versammelten geloben, mit Eifer sich nach wie vor am Kampfe gegen das reaktionäre Dreiklassenwahlrecht in Preußen beteiligen und nicht ruhen zu wollen, bis ein demokratisches Wahl­recht erobert ist.

Die Versammelten werden die Ausbreitung der sozialisti­ schen Anschauungen fördern und an der Stärkung der sozialdemo­fratischen Organisation und der Verbreitung ihrer Presse unab­lässig mitwirken, denn die wachsende Macht der Sozialdemokratic ist die alleinige Gewähr für die Demokratisierung aller öffent­lichen Einrichtungen und für die Befreiung der Arbeiterklasse von der Klassenherrschaft, wodurch auch der Frau erst volle Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit verbürgt wird."