Nr. 62. 30. Jahrgang.
Verbandstag der Steinseher.
Am Donnerstag jezte der Verbandstag die
delt worden.
Diskussion über den Reichstarifvertrag
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Angefl. Behm: Nein.
Hus Induftrie und Bandel.
an die Frau Behm erklärt diese, daß ihr Mann, nachdem ein Schuß Barmen und den verantwortlichen Redakteur der„ Oberkaffeler gefallen sei,„ Mama, Mama" gerufen habe. Dies sei der Kose- Zeitung", Heeg. Beide Angeklagte hatten sich in Zeitungsartikeln name gewesen, mit dem sie ihr Mann genannt habe. Kolbe habe mit der aufsehenerregenden und ungerechtfertigten Internierung unmittelbar nach der Tat geäußert: Dein Oller hat einen dollen der achtzigjährigen Rentiere Peill, der Schwiegermutter des Schädel, der erste Schuß reichte wirklich nicht, er konnte bloß noch württembergischen Hofkapellmeisters Professor v. Schillings, in der fort. Sie bewegte sich in denselben Bahnen wie am Tage zuvor. äußert, er wolle die Leiche im Garten vergraben, dort gebe sie faßt. In der Verhandlung war von einem Verteidiger behauptet Mama" blöken!" Bei einer anderen Gelegenheit habe Kolbe ge- Anstalt des Geheimen Sanitätsrats v. Ehrenwall bei Ahrweiler beGegen den Reichstarif an sich hatte niemand etwas einzuwenden.„ schönen Dung für die Appelbööme". worden, daß in der Anstalt des Geheimen Sanitätsrats v. EhrenNur der Einigungszwang war es, der von mehreren Rednern als unannehmbar erklärt wurde, während andere Redner die gegen den mutter erklärt Frau Behm, daß ihr von Stolbe erschossener Mann sollten. Es wurden von dem Verteidiger schwere Vorwürfe gegen In einem zur Berlejung gebrachten Brief an ihre Schwieger- wall Zustände herrschten, wie sie in einer Frrenanstalt nicht sein Einigungszwang geltend gemachten Bedenken zu zerstreuen suchten. Ein Redner meinte, nur die Verbandsangestellten hätten hier für habe. Dieser Brief. ist unterzeichnet:„ Es wagt Dich trotzdem zu esse des Rufes seiner Anstalt hatte Geheimrat v. Ehrenwall kurz nun endlich ein anständiges Begräbnis in Mariendorf gefunden die Leitung wie gegen die Aerzte der Anstalt erhoben. Im Interdie unveränderte Annahme des Vertragsentwurfs gesprochen, grüßen Deine Helene!" während die bis jetzt zum Wort gekommenen Delegierten gegen den Ginigungszwang eingetreten seien. Der Standpunkt der Dele- Der Vorsivende ermahnt wiederholt die Angeklagte Wehm, Dar iehem Brozeß ein. Berfahren gegen fich ſelbſt beantragt. Daraufhin wurde eine eingehende Untersuchung angeordnet. Das gierten entspreche der Stimmung der Mitglieder. keinerlei Winkelzüge zu machen, sondern die volle Wahrheit nun- Resultat war, daß die Staatsanwaltschaft ein Verfahren abgelehnt Gegen das Verlangen mehrerer Redner, die Mitglieder müßten erst zu dem mehr zu sagen. Es seien noch mehrere Punkte dringend der Auf- hat, da sich nicht die mindesten Spuren eines Beweises für die fragVertragsentwurf Stellung nehmen, wurde von Vorstandsseite be- lärung bedürftig:„ Lüften Sie den Schleier, che es zu spät für lichen Behauptungen ergeben hätten. merkt, dazu sei Gelegenheit gegeben worden, denn der Entwurf sei Sie ist! Das Gericht ist sehr wohl in der Lage, auch die Frage nach Im Interesse einer Aufklärung hätte die Vernehmung der den Filialen vor dem Verbandstage zugegangen, auch sei der Ge- legen Sie sich das ja; Sie haben noch zwei Tage Zeit und denken Ihrer Mittäterschaft den Geschworenen zu unterbreiten. Ueber- Beugen in öffentlicher Sigung gelegen. danke des Reichstarifes seit Jahren im Verbandsorgan behan- Sie daran, daß es eventuell auch um Ihren Kopf geht!" Knoll führte in seinem Schlußwort unter anderem aus: Frau Behm erklärt auf weiteres Vorhalten, daß sie aus Angst Es sei hier gesagt worden, die Steinseher sollten sich hüten, die bunden habe. Die Nachricht von dem Verschwinden ihres Mannes vor Kolbe dem vorigen Schwurgericht alle die Märchen aufge= erste Gewerkschaft zu sein, welche den Einigungszwang annimmt. Gr wisse nicht, sagte der Redner, ob nicht schon die eine oder andere an die Polizei haben sie beide aufgesetzt. Vors.: Können Sie denn schießen? fleine Gewerkschaft den Einigungszwang angenommen habe. Aber In einer außerordentlichen Generalversammlung des Eschweiler Vorf.: Sie haben anselbst wenn die Steinfeger die ersten auf diesem Gebiet sein sollten, gegeben, daß nach Ihrer Freisprechung Mitglieder einer Familie Bergiverksvereins wurde gestern die Interessengemeinschaft mit den so würden sie in derselben Lage sein, in der seinerzeit die Buch- Bengs mit allerlei Zumutungen an Sie herangetreten sind. Ist dies Vereinigten Hüttenwerken Burbach- Eich- Düdelingen beschlossen. Zur drucker waren, als sie zuerst einen Tarifvertrag abschlossen und richtig? Angekl.: Ja wohl! Man hat mir zureden wollen, doch Begründung verwies die Verwaltung darauf, daß der Gedanke von deshalb von anderen Gewerkschaften schief angesehen wurden. Die auf der Straße Geld zu verdienen. Frau Bengs hatte mir sogar dem Hüttenverein ausgegangen sei mit der Absicht, sich für seinen früheren Widerstände gegen die Tarifidee seien längst überwunden. angeboten, mir Geld zur Uebersiedelung von Friedrichshagen nach großen Koksbedarf eine eigene Beche zu sichern, und die Möglichkeit Selbstverständlich werde sich der Tarifgedanke weiter entwickeln. Berlin und zur Einrichtung einer Wohnung in Berlin vorzuschießen. zu schaffen, eine Stätte für das Weiterverarbeiten der Rohstoffe zu Vorf.: Wovon haben finden. Bei dem Eschweiler Bergwerksverein fomme in Betracht, Was der Vertragsentwurf vorschlage, das sei ein notwendiges Ich bin aber in Friedrichshagen geblieben. Produkt der Entwickelung, speziell der Entwickelung im SteinSie sich denn ernährt? Angekl.: Ich habe geschneidert, Tuch- daß er mit dem Kotsabsag auf das Lothringisch- luxemburgische und jezergewerbe. Es sei auch gesagt worden, die Steinsetzer hätten gamaschen genäht, Direktoire- Beinkleider und Unterröde ange- oftfranzöfifche Absatzgebiet angewiesen sei, wogegen ihm das rheinischfertigt. Bors.: Hat Sie Kolbe nicht nach der Freisprechung öfter kommen mit dem Hüttenverein gekommen, als nur noch ein Lurem die Pflicht, ihre Taktik mit der Taktik der anderen Gewerkschaften westfälische verschlossen bleibe. Man sei um so eher zu dem Abim Baugewerbe in Einklang zu bringen. Nein, diese Pflicht hätten besucht? Angekl.: Ja. Als Kolbe dann wieder in Haft genommen die Steinjeter nicht. Die wirtschaftliche Grundlage ihres Berufes war, ist die Familie Bengs wieder an mich herangetreten, um zu- burger Werk bestehe, das sich vom Kohlenbezug noch nicht unabjei eine andere als die im Baugewerbe, also müsse auch ihre gunsten Kolbes auf mich einzuwirken. Man sagte mir, ich solle doch hängig gemacht habe. Gleichzeitig würden die Hütten des EschTaktik und die Entwickelung ihres Tarifwejens eine andere sein. Wege finden, um beider Aussagen wieder in Uebereinstimmung zu mein Geständnis zurücknehmen, Kolbe würde dann Mittel und weiler Bergwerksvereins in die Lage versezt, die Weiterverarbeitung fräftig auszubauen. Nicht Anpassung an fremde Verhältnisse solle man verlangen, jon- bringen. Mat hat mir auch Geld angeboten, damit ich ins Ausland dern man soll sich immer fragen: Wie können wir den Feind am Zur Gründung eines Röhrensyndikats. Die Verhandlungen besten schlagen. Es sei auch gesagt worden, die Schiedssprüche vür- aus Furcht vor Kolbe das ganze Lügengewebe über das angebliche den Mannesmann- Röhrenwerken vorgelegten Vorschläge haben noch gehen sollte. Die Angeklagte bleibt immer wieder dabei, daß sie wegen Gründung eines Gesamtröhrensyndikats auf Grund der von den tapitalistischen Interessen Rechnung tragen. Gewiß würden die Schiedssprüche nicht nur den Arbeiterinteressen, sondern auch Polizei dann eines Tages ein falscher Schädel vorgelegt wurde, den dem Ausbau der bestehenden Konvention wird gearbeitet. Auch die Verschwinden ihres Ehemannes mitgemacht habe. Als ihr von der zu feinem positiven Ergebnis geführt und sind vertagt worden. An den Unternehmerinteressen Rechnung tragen. Das sei ja das Wesen des Einigungsverfahrens, daß die Unparteiischen beiden ie an einer charakteristischen Zahnlücke als den Schädel ihres Firma Stumm ist jetzt der Stonvention beigetreten. Parteien gerecht zu werden suchen. So sei es ja schon heut bei Mannes erkennen zu müssen glaubte, habe sie geglaubt, die Leiche allen Lohnbewegungen. Es werde ja einmal dahin kommen, daß sei wirklich schon aufgefunden und habe infolgedessen ihr Geständnis das Einigungsverfahren gefeßlich geregelt werde. Ein solches Gesetz abgelegt. Krupp in Ungarn . Wie der„ Berl. Börsen- Courier" erfährt, werde auch den Einigungszwang bringen. Dann hätten also die Auf Vorhalt des R.-A. Dr. Schwindt bestätigt Kolbe, daß Frau wird die Firma Krupp zusammen mit den Skodawerken zu Bilsen Steinfeger mit ihrem Tarif der Gesetzgebung vorgearbeitet. Behm von seinem Vorleben nichts gewußt habe, und daß er erst( dem österreichischen Krupp) eine Kanonenfabrik in Ungarn errichten. Der Referent brachte eine Resolution, welche außer der grund- in letzter Zeit in intimeren Verkehr mit ihr getreten sei, vorher fäßlichen Zustimmung zu dem Vertragsentwurf einen Bassus ent- aber ein solcher nicht bestanden habe. hält, wonach die Schiedssprüche in der ersten Vertragsperiode der Die Zeugenvernehmungen betrafen nur bereits bekannte TatAnnahme oder Ablehnung durch einen Verbandstag unterliegen. fachen. Der Referent betonte, es wäre ihm lieber, wenn die Resolu= tion ohne diesen Passus angenommen würde. In namentlicher Abstimmung wurde die ganze Resolution mit 78 Stimmen, welche 9959 Mitglieder vertreten, gegen 12 Stimmen, welche 1322 Mitglieder vertreten, angenommen. Die Resolution Der Verbandstag erklärt sich mit dem vorliegenden Vertragsentwurf grundsätzlich einverstanden. Da es sich bei dem in dem Entwurf festgelegten EinigungsDa es sich bei dem in dem Entwurf festgelegten Ginigungszwang jedoch um ein ganz neues Prinzip handelt, so beschließt der Verbandstag als einmalige Ausnahme: Für den Fall, daß bei dem Ablauf der ersten Reichstarif periode( 31. 12. 1915) eine größere Anzahl von Einzeltarifen durch Schiedsspruch des Tarifamtes erledigt werden sollte, die die Zustimmung der in Betracht kommenden Tarifbezirke nicht finden, so hat die erstmalige Entscheidung über Annahme oder Ablehnung der Schiedssprüche ein Verbandstag zu treffen. Als nächster Punkt stand die
Iautet:
Verschmelzungsfrage
auf der Tagesordnung. Der vorige Verbandstag hat einen Beschluß gefaßt, dessen wesentlichster Punkt anerkennt, daß mit der zunehmenden Konzentration der Unternehmerorganisation und der dadurch bedingten Verschärfung der wirtschaftlichen Kämpfe der Zusammenschluß mit einer Bruderorganisation notwendig werden fann und wird.
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Aus der Frauenbewegung.
Aus den Zeugenaussagen sind folgende erwähnenswert: Assessor Dr. Böttcher, der die ganze Voruntersuchung geführt Die Geburtenbeschränkung- eine revolutionäre Waffe? und auch nach der Auffindung der Leiche die beiden Angeklagten Am Dienstagabend wiederholte Genosse Dr. Alfred Bern bernommen hat, bekundet u. a. folgendes: Frau Behm habe bei stein in einer öffentlichen Frauenversammlung des sechsten Wahlletterer Gelegenheit erklärt, Kolbe habe ohne ihr Vorwissen ihren kreises Ausführungen, die er in der vergangenen Woche bereits im Mann erschossen; Kolbe hätte ihr nach der Tat erzählt, er hätte zweiten Wahlkreis gemacht hat( vgl.„ Vorwärts" vom 7. d. M.) Behm schon drei Tage vorher totschießen wollen; er sei aber damals Neben dem Alkoholboykott, dem Austritt aus der Landeskirche und gestört worden. Auf die Frage, weshalb sie denn nicht von Anfang dem Generalstreit hält Alfred Bernstein die künstliche Geburtenan die Wahrheit gesagt, erklärte Frau Behm: Kolbe habe ihr ge- einschränkung für eine wirksame Waffe im Befreiungskampf der droht, sie totzuschießen, und wenn er eingesperrt werden sollte, so Arbeiter, für eine revolutionäre Waffe. würden es andere tun. In den früheren Stadien des ganzen Straf- politische und soziale Befreiungskampf von Wie wenig der der Geburten berfahrens habe Frau Behm immer mit dem größten Eifer den einschränkung abhängig ist, geht allein daraus hervor, daß Kolbe in Schutz genommen. Als Kolbe verhaftet werden sollte, habe gerade der unselbständige und selbständige Mittelstand und die Angeklagte, die doch eigentlich froh hätte sein müssen, einen bie franzöfifche Bauernbevölkerung dieses angeblich rebosolchen Menschen, der sie angeblich bedrohte, loszuwerden, geschrien: lutionäre Mittel am fräftigsten anwenden. Jedenfalls wissen wir Kolbe sei ihr Schutz und Schirm, ohne Kolbe gehe sie nicht nach nichts davon, daß französische Bauern oder deutsche Beamte und Hause, lieber gehe fie auch in das Gefängnis. Auch später sei sie Kaufleute durch ihre weit geringere Fruchtbarkeit irgendwie den immer nachdrücklich für Stolbe eingetreten. Borf.: Ja, Frau sozialen Befreiungskampf unterstüßten oder förderten. Die SozialBehm, ich habe Sie auch schon darauf hingewiesen, daß Ihr Eifer demokratie verdenkt es niemand, daß er unter den heutigen Verzugunsten Kolbes höchst auffällig ist. Frau Behm: Ich wollte hältnissen zu der fünftlichen Geburtenverhinderung schreitet; sie wendet nicht in Verdacht geraten und hatte Angst, er würde mich wegen sich daher gegen die Beschränkungen im Handel mit antikonzeptioAnstiftung anzeigen. Bors: Frau Behm, Sie haben noch Zeit, nellen Mitteln( die insbesondere auch für die Eindämmung der GeFreitag und Sonnabend, überlegen Sie es sich! Assessor schlechtskrankheiten, der friminellen Abtreibungen und des KindesDr. Böttcher weist noch darauf hin, daß Frau Behm nach dem Ver- mordes von Wichtigkeit sind) und bekämpft die harten Strafen auf schwinden ihres Mannes immer gesagt habe, sie müsse Not leiden Abtreibung. Aber das alles geschieht aus Erwägungen heraus, und wisse nicht, wie sie ihre Kinder ernähren solle, während später die mit dem Ziel ihres politischen Befreiungstampfes nichts Der Referent Knoll sagte, es habe seinerzeit den Anschein festgestellt werden konnte, daß sie zu jener Zeit Geld in ein Depot zu tun haben. Alfred Bernstein begeht einen Fehlschluß, wenn gehabt, daß sich die Steinsehunternehmer dem Bunde der Unter- gegeben hatte. nehmer im Baugewerbe anschließen und dessen Vorgehen gegen er von dem Geburtenrückgang eine Linderung sozialen Elends erDer schon vorgestern bei dem Lokaltermin informatorisch ver- hofft. Für die Lage einer Klasse ist ihre ökonomische und politische die Arbeiter mitmachen würden. Das sei nicht geschehen, also nommene Bahnwärter Dienath erklärt, daß er zwei Schüsse gehört Machtstellung entscheidend. Nicht dadurch gewinnt das Proletariat lägen die Voraussetzungen einer Verschmelzung des Steinfeger- habe, nach dem zweiten Schusse sei die Behm herausgelaufen. Stolbe gegenüber der Bourgeoisie an Straft, daß seine Angehörigen nur noch berbandes mit einer anderen Organisation zurzeit nicht vor. Gine habe ihm schon damals erzählt, daß Behm erschossen worden sei, zwei statt vier Stinder befizen. Die Zunahme der Geburtenweitere Grörterung der Verschmelzungsfrage erübrige sich deshalb. er wolle aber die Frau schonen. Frau Behm habe sich nicht eines beschränkung ist in politischer Hinsicht keine Erscheinung, die von Ohne wesentliche Diskussion nahm der Verbandstag folgende guten Rufes erfreut, der Bäderwagen habe manchmal stundenlang der Sozialdemokratie besonders zu fördern oder auch zu bekämpfen vom Beirat eingebrachte Resolution an: Der Verbandsbeirat hält fest an den Voraussetzungen, die war. vor dem Behmschen Hause gehalten, wenn der Mann nicht zu Hause wäre. Politisch tommt sie für die Sozialdemokratie nur insofern in dem Beschlusse des Kölner Verbandstages für die Angliede- nachdem er die beiden Schüsse gehört hatte, sofort zu ihr gesagt habe: Aenderung der Zoll- und Steuerpolitik und durch den gewerkschaftDie Ehefrau dieses Zeugen bekundet u. a., daß ihr Mann, in Frage, als sie der Ausdruck wirtschaftlicher Not ist, der durch rung unseres Verbandes an eine andere, größere Organisation Wenn man da nicht etwas passiert ist." Einige Tage später habe lichen Kampf zu steuern ist. festgelegt sind. Die wesentlichste dieser Voraussetzungen ist der sie eine von dem Behmschen Hause ausgehende Spur eines Handorganisatorische Zusammenschluß des Unternehmertums in der wagens wahrgenommen. Eines Tages habe Kolbe zu ihrem Manne Weise, daß außerhalb des Gewerbes stehende Kreise einen be gesagt, ihm sei nicht gut zumute, seitdem die Sache passiert sei. stimmenden Einfluß auf die Gestaltung der Lohn- und Auf die Aufforderung ihres Mannes, doch sein Gewissen zu erArbeitsbedingungen im Steinfeggewerbe erhalten würden. Bis leichtern, habe Kolbe geantwortet, daß er dies nicht könne, da die heute ist diese Voraussetzung nicht erfüllt. Mithin hält der Frau an der ganzen Sache schuld sei und diese wolle er schonen. Verbandsbeirat den Zeitpunkt für eine unbedingt not Behm sei erschossen worden, und zwar, wie Kolbe seinerzeit erwendige Angliederung des Verbandes an eine andere zählte, von einem Hauptmann. Anscheinend sollte hiermit jener Organisation noch nicht für gekommen. Artillerieoffizier gemeint sein, mit dem Frau Behm in Schwedt in Beziehung gestanden hatte.
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Damen der Gesellschaft als Krankenpflegerinnen im Kriege. moralische Unzulänglichkeit der feinen Damen als KriegspflegeDie von Professor Clairmont in Wien zur Sprache gebrachte rinnen tam in der Versammlung der Gesellschaft der Aerzte am 28. Februar nochmals zur Sprache. Im Namen Clairmonts trat Dr. Breitner dem Oberstabsarzt Steiner, der kürzlich einen abweichenden Standpunkt eingenommen hatte, entgegen. Er nannte die Erfahrungen, die er gemacht hatte, vernichtend für die VerwendDie Kommission, welche die Gehaltsfrage zu beraten hatte, schlägt vor: Das Anfangsgehalt beträgt für alle Beamten barkeit der Frauen im Kriege, meinte aber nur die Damen, da die Die 74jährige Mutter des Ermordeten, Frau Sophie Behm, ausgezeichneten Leistungen der Ordensschwestern besonders betont 2400 M. und steigt jährlich um 100 M. Eine Göchitarenze schlänt erzählt als Zeugin, daß ihr verstorbener Sohn von seiner Frau sehr werden. Bei jenen aber habe überhaupt der Wille zur Arbeit die Kommission nicht vor, weil sie fünftigen Verbandstagen nicht viel gehalten habe, bis er dahinter gekommen sei, daß diese in gefehlt. Nicht eine erwarb sich das Anrecht auf unser uneinborgreifen will. Das Wohnungsgeld( Entschädigung für Bureau- Schwedt mit einem Artillerieoffizier ein Verhältnis hatte. Ihr geschränktes Lob. Sie haben alle versagt. Sie haben ihre miete) sowie das Mantogeld. des Kassierers soll unverändert blei- Sohn sei ein lieber guter Mensch, der Stolz der Familie gewesen, gänzliche Unfähigkeit, sich in einer harten, schweren Situation opferben. Den gegenwärtig im Dienste des Verbandes tätigen Ange- der zu ihr niemals ein unwahrhaftes Wort gesprochen habe. stellten( Vorstandsmitglieder und Gauleiter) sollen sofortige Bu- der letzten Zeit, als die Behms in Dabendorf wohnten, habe ihr Keine tam rechtzeitig zur Arbeit. Die Aerzte mußten die Patienten In mutig zurechtfinden, mit schauerlicher Deutlichkeit erwiesen." Tagen gewährt werden, so daß sieben von ihnen je 2400, einer Sohn in feiner Weise über seine Frau geklagt. Als die Beugin auf selbst ausziehen, reinigen, betten, alles, was irgend unappetitlich" 2450, aipei je 2600 und einer( der erste Vorsitzende) 3200 M. er- eine Frage des Vorsitzenden bestätigt, daß der jetzt in Stücke ge- war, selbst besorgen. Manche wandten sich mit offenbarem Abscheu halten. schnittene Teppich, auf dem sich Blutflecke befanden, noch bis zum ab, was die Verwundeten tief verleben mußte. Während die Aerzte Die Diskussion über diese Vorschläge war bei Schluß der Verschwinden ihres Sohnes in der Wohnung gelegen habe, ermahnt Aermel annähten, unterhielten sich die Damen mit leichtverwunde Sigung noch nicht beendet. der Vorsitzende nochmals eindringlich die Angeklagte Behm, die ten Offizieren. Wenn man zwei Monate lang mit allen diesen Wahrheit zu sagen. Eines Tages sei, so erzählt die alte Frau vornehmen Samariterinnen derartige Erfahrungen macht, fann weiter, die Angeklagte zu ihr gekommen und habe gefragt, ob kaum ein anderes, als ein vernichtendes Urteil erwartet werden. " Franz", ihr Mann, bei ihr gewesen sei. Sie habe ihr dann er. Es fehlte am guten Willen.... Prof. Clairmont hat die ta tenzählt, daß ihr Mann sie mit dem Revolver bedroht habe, hierbei lose Sensationslust, Larheit im Dienste, Disziplinlosigkeit, habe ihm Schaum vor dem Munde gestanden, er habe auch vor Wut Mangel an Aufopferungsfähigkeit mit aller Schärfe zurückgewiesen. mit den Augen gerollt. Troßdem die Angeklagte Behm nach Unsere Erfahrungen haben ihn dazu vollauf berechtigt." Ob diese Landgerichtsrat Stehrl eröffnete die gestrige Sigung um ihrem jebigen Geständnis längst wußte, daß ihr Mann umgebracht Damen im Seebad, beim Wintersport und auf Wohltätigkeits9% Uhr. Da sich der Angeklagte Kolbe bei dem gestrigen Lokal- war, habe sie ihr, der Zeugin, gegenüber angegeben, er habe das basaren auch so versagt haben? Die soziale Unbrauchbarkeit einer termin in einem starten Gegensatz zu seinen früheren Bekundungen ganze Geld mitgenommen und sei sogar mit einem schmußigen Klasse, die nur zum Genusse auf Volkes Kosten und zur geschlechtgesetzt hatte, wurden von dem Borsitzenden eine Reihe von Fragen Kragen weggelaufen. Einige Tage später habe ihre Schwiegertochter lichen Reizung ihrer Männchen herangezüchtet wird, ist noch kaum an ihn gerichtet, die aber eine Erklärung jener Widersprüche nicht ihr erzählt, ihr Mann liege im Elisabeth- Krankenhaus. Gleich je so scharf wie hier aus berufenem und sicher sehr ordnungsbrachten. Der Borsigende bringt hierbei zur Sprache, daß der An- darauf fam sie nochmals und erklärte, daß dies ein Irrtum sei. treuem" Munde geschildert worden. Und damit diese tatlosen getlagte Kolbe, nachdem ihm von dem Kriminalfommissar Lehnert Die Verhandlungen wurden auf heute um 9½ Uhr vertagt. Falter in Glanz und Duft das Leben durchflattern, müssen zahldas Geständnis der Frau Behm vorgehalten worden war, erklärt lose wertvolle, wertschaffende Glieder der Voltsgemeinschaft auf den hatte, er wolle jett ordentlich auspacken, denn ein paar Jahre ZuchtZur Jrrengesetzgebung. geringsten Anteil an den Gütern des Lebens verzichten, müssen sich haus feien ihm lieber als eine Hinrichtung. Kolbe bestreitet auf Mitte November v. J. verhandelte die Bonner Straffammer in I selbst und ihre Kinder in Not und Verkümmerung dahinjicchen Borhalt diese Aeußerung. Auf eine weitere Frage des Vorsitzenden einem Beleidigungsprozeß gegen den Kommersienrat Ursprung in sehen.
Gerichts- Zeitung.
Der Mord in Dabendorf.
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