Der Sternickel- Prozeß.
Telegraphischer Bericht.
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Sonnabend, 15. März 1913.
nieren. Er hat sich dann aber nicht mehr sehen lassen. Angefl. zwei Angeklagten aufzufinden. Wir fanden sie allerdings nicht. Sternicel: Ueber die Wohnung habe ich mit ihm gesprochen, aber Am anderen Morgen schlief ich noch, da sagte die Wirtschafterin ich habe mich deshalb nicht mehr sehen lassen, weil meine Frau zu mir, jezt sind sie da, ich lief gleich in Unterhosen und barnicht nach Wriezen wollte. Wenn Sie meinen Worten nicht Glau- füßig nach der Polizei. Bebor aber die Polizei gekommen war, ben schenken, bitte ich bei Herrn Fischer in Miltschin anzufragen, waren die beiden wieder aus der Wirtschaft weggegangen. Die dem habe ich einen blauen Wagen für 300 Mark für den Umzug 50 M. Holte Georg Kersten mit Schliewenz am Donnerstagnachabgekauft. mittag wieder ab.
Zeuge Gutsbesitzer Lengert- Altrees hatte Sternickel von Mai
bis August 1909 als Knecht in Arbeit. Er nannte sich Anton Roth und hatte auf diesem Namen auch Invalidenkarte und Papiere. Er war ein ausgezeichneter Arbeiter,
werde.
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die
Es wird nun zur Vernehmung derjenigen Zeugen übergegangen, die über das
Kriminalwachtmeister Büchner aus Berlin hat in der Gastwirtschaft von Lehmann den Willi Kersten verhaftet. Lehma habe ihm sagen lassen, er möchte schnell zu ihm herüberkommen, da er ihm eine wichtige Mitteilung machen wolle. Als er hinfam, junge Leute, die früher sehr abgerissen und jest plöblich in neuer teilte ihm Lehmann mit, es verkehrten bei ihm drei verdächtige " Stluft" erschienen seien. Die Leute hätten Geld und einer habe ihm 50 Mark zur Aufbewahrung gegeben, ebenso hätten sie ihre " alle" werden. Er habe dann auch in der alten Kleidung ein Papiere in Verwahrung gegeben mit der Bemerkung: Falls wir Notizblatt gefunden, auf dem die vier Ortschaften aus der Gegend erschien Willi Kersten in der Wirtschaft; er habe ihn zunächst nicht von Ortwig aufgeschrieben waren. Während dieser Mitteilung Als ich ihn dann aber nach einer halben Stunde festnahm, sagte festgenommen, sondern gewartet, ob nicht auch die anderen fämen. milli Kersten: Was wollen Sie von mir, Sie verwechseln mich mit meinem Bruder, er hat noch sechs Monate abzumachen. Den fuchen Sie gewiß! Er habe Kersten auf die Wache mitgenommen, sagte ihm: das Leugnen hat keinen 3wed, man hat Ihren Bruder wo er alles bestritt. Abends ließ ich ihn nochmals vorführen und und Schliewenz auch bereits festgenommen, sie haben schon alles gestanden. Darauf fing er zu weinen an und sagte: Dann kann ich auch alles sagen, aber ich habe weiter nichts gemacht, als die Kinder bewacht, damit sie nicht schreien. Er hatte nur noch 15 Pf. Geld. Die beiden anderen hat Zeuge die Nacht über mit Rehmann als sie in der Wirtschaft von Lehmann erschienen, auch verhaftet zusammen vergeblich gesucht. Am nächsten Morgen sind sie dann, Es wird darauf zur
torden.
Bernehmung der Sachverständigen
Frankfurt a. D., 14. März. Zweiter Tag. Ueber die Vorgänge nach der Tat wird zunächst der Boftboten aushelfer Kohl aus Ortwig vernommen. Dieser bekundet: Am Dienstag, den 7. Januar, wollte ich frühmorgens Briefe abgeben. Der Torweg war verschlossen. Beim Klopfen kam dieser da( auf die Anklagebant auf Sternidel zeigend) und sagte, die Herrschaft sei verreist zu einer Hochzeit, sie werde erst spät abends zurückommen. Der jede Arbeit verrichten konnte. Von anderen Arbeitern ist dem Ich solle die Post nur dalassen. Ich habe dann auch die Zeitungen Beugen mitgeteilt worden, daß ihnen der Blick des Roth unheimund gewöhnlichen Briefe dem Knecht übergeben, das Geld aber lich vorgekommen sei. Aber da Sternickel ein guter Arbeiter war, natürlich wieder mitgenommen. Am Mittwoch, früh 8 Uhr, war ich sei dieses Mißtrauen von ihm zerstreut worden. wieder dagewesen. Da kam mir der Knecht mit der Futterschwinge zählte ihm, er hätte eine Frau, die ihn betrogen habe. Mitte Juni Sternicel er in der Hand entgegen und sagte: die Herrschaft sei noch nicht da. oder Juli ließ er sich Urlaub geben und sagte, er wolle nach ErtAuch das Mädel sei verreist nach Wriezen , er solle der Herrschaft nur nichts davon sagen. Angefl. Sternickel: Jawohl, das habe ich Onkel in Ortwig, der eine Wirtschaft besize und den er beerben ner fahren. Zu einem meiner Verwandten sagte er, er habe einen gesagt, der Mann hat die Wahrheit gesagt. Zeuge Dachdecker Midley aus Ortwig hatte am Montag, also am Tage vor dem Mord, Zeuge: Nein, im Gegenteil, ich war ärgerlich, als er abging, weil Vors.: Einen Verdacht hatten Sie nicht gegen ihn? eine Besprechung mit Kaliez wegen vorzunehmender Reparaturen er ein ausgezeichneter Arbeiter war. Es war eine kleine Diffeauf dem Gehöft. Saließ sagte, er sei die ganzen Tage zu Hause, Er benahm sich beim AbTour am 10. werde er verreisen. Zeuge ist Mittwoch gegen 10. Uhr renz entstanden, darauf kündigte er. auf das Gehöft gekommen, und da habe der Knecht ihm gesagt, die gang sehr anständig, hatte in 10 Minuten seine Sachen gepackt und war gleich weg.. Herrschaft sei verreist. Als er sagte, er wolle am nächsten Tage lassen, bis er angeblich nach Erkner fuhr, da hob er es, es waren Er hatte bei mir das ganze Gehalt stehen wiederkommen, erwiderte der Knecht, sie würden dann auch noch etwa 50 bis 60 Mart, ab. Irgendwelche absonderlichen Züge an nicht da sein. Auch das Dienstmädchen sei ohne Wissen der Herr Sternickel sind dem Zeugen nicht aufgefallen. schaft heimlich nach Wriezen gereist. Dann sette er hinzu: Denken ten Sie in Ertner? Vors.: Was machSie mal, er hat gestern die Fensterladen zugenagelt, nur am Garten Vors.: Waren Sie wirklich in Ertner? Angefl.: Ja, darüber muß ich schweigen. ist ein Fenster noch offen. Na, ich werde ihm nichts wegnehmen. Das kann ich nicht aussagen, da muß ich wirklich schweigen. Angefl. Sternidel: Ja, Angetl. Sternidel: Der Zeuge hat die Wahrheit gesagt. Zeuge Amtsdiener Schuster macht ebenfalls Mitteilungen über Geld bei Kaließ in bezug auf die von ihm verwalteten Stassen fehlte. Kreisbeamter Böhmisch war beauftragt festzustellen, wieviel Besuche, die er am Mittwoch machte, wobei Sternickel auch ihm Die Steuertasse in Ortwig mußte einen Bestand von 386,88 m. fagte, die Herrschaft sei noch nicht da, er erwarte aber eine Depesche, haben, die Schweineversicherungstasse einen Bestand von 47 M., die ihre Ankunft mitteilen werde. An demselben Tage nachmittags sei ihm von einem Bekannten mitgeteilt worden, daß in Ringen- Sparkassenrezeptur von 40 M. In der Schulkaffe war ein Vorwalde eine Miete abgebrannt sei und daß zwei Leichen dabei ge- schuß von 383,72 M., im ganzen haben danach nach Abzug des Vorfunden worden seien. Als er an Ortwig vorbeikam, habe er das schusses 72,60 m. gefehlt. Nun sollen aber rückständige Steuern geschritten. An erster Stelle wird Gerichtschemiker Dr. Paul Je= Bors.: ferich- Berlin vernommen. Er gibt an: Ich bin zweimal in diefer dem Dienstknecht Schöne erzählt. eingegangen sein zirka 400 m., die nicht gebucht waren. Zeuge Amtsvorsteher Schumann- Ringenwalde bekam Mittwoch Wenn dieser Betrag von 472 M. durch 4 geteilt wird, würde ja das Sache in Anspruch genommen worden. Das erste Mal übersandte nachmittag die telegraphische Meldung, daß zwei Leichen, eine herauskommen, was jeder Angeklagte angibt, auf sein Teil erhalten mir Kriminalfommissar Nasse zwei Stride und einige abgefragte männliche und eine weibliche, in einer abgebrannten Miete geTeile vom Fußboden der Mädchenkammer, ferner zwei Hämmer zu haben. Meier Julius Herzberg- Ringenwalde entdeckte zuerst den Brand und ein sogenanntes Dachdeckerbeil sowie ein Brett. Später erhielt funden worden seien, und daß sich in der Tasche der männlichen der Strohmiete. Die Miete stand voll in Flammen. In der Mitte ich vom Ersten Staatsanwalt in Frankfurt a. D. noch die Anzüge Leiche eine Rechnung befunden habe, auf der stand: Kaließ aus Ortwig. Zufällig habe er vom Postvorsteher kurz vorher gehört ge- steckten die beiden Leichen, die er mit seiner Frau heraus holte. Die der drei jüngeren Angeklagten. Ich sollte bei allen diesen Gegenhabt, daß der Geldbriefträger mehrfach bei Kalich gewesen, aber eiche der Frau hatte einen zum Teil verkohlten Strid fünfmal um ständen Nachforschungen nach Menschenblut anstellen. Bei den bom Knecht stets abgewiesen worden sei, da die Herrschaft zu einer den Hals gewickelt, der Mann hatte keinen Strick um. Bei der Gebrauchsgegenständen habe ich nirgends eine Spur von Blut entHochzeit gefahren sei. Er habe seinen Sohn auf das Gehöft geschickt, männlichen Leiche fand er eine Rechnung auf den Namen Kaliek deckt, anders war es bei den abgefragten Teilen vom Fußboden der um Nachfrage zu halten; dieser sagte, es sei niemand da und Wacht aus Ortwig. Es wurde daher nach Ortwig angeklingelt und es tam Mädchenkammer und bei den Anzügen der drei jüngeren Angemeister Kluge sei noch auf dem Wege zur Nachforschung. Ich bin der Bescheid, daß die Eheleute seit einigen Tagen verreist seien. flagten. Es stellte sich da eine Erscheinung heraus, die vielleicht darauf selbst etwa gegen 4 Uhr hingefahren. Unterwegs traf ich die Miete enthielt 600-800 3entner Stroh, die Miete war ver- auffallend erscheinen könnte, die aber für ihn als langjährigen einen Gärtner, der sagte mir, Sie kommen schon zu spät, der Knecht sichert. Zeuge Pferdetnecht Dostal aus Ringenwalde sah morgens Gerichtschemifer nichts überraschendes hatte: nämlich, daß außen ist bereits ausgerüdt und Wachtmeister Kluge ist ihm nachgesetzt. um 44 Uhr den Feuerschein. Er hielt in demselben Augenblick an den Kleidern keinerlei Spuren waren, wohl aber bei allen drei Wir gingen nun mit noch einigen Nachbarn auf das Gehöft und ein ihm entgegenkommendes Gespann an, um zu fragen, wo das Personen in den rechten Westen- oder Hosentaschen sich Blutspuren fanden dort Türen und Fensterladen verschlossen. Nur beim Garten Feuer sei. Der Mann auf dem Wagen sagte: Als ich aus dem fanden. Es waren das Wischflede, die entstehen, indem mit der waren zwei Fenster ohne Laden, aber wir konnten auch dort Dorfe herauskam, ging das Feuer gerade auf. Der Zeuge erklärt, blutigen Hand in die Tasche gefahren wird. An den Werkzeugen nirgends hinein. Dann hörten wir ein Wimmern aus einem der daß er an der Stimme Sternicel wiedererkenne. Der Mann fuhr war kein Blut. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, daß, frisches Bors.: Sternickel hat gestern zu Zimmer. Auf unsere Rufe, wer da sei, öffnete sich ein Fenster- dann im Trab in der Richtung auf Ortwig weg. Die Pferde waren Blut sich sehr leicht abtischt. flügel und eines dieser kleinen Mädchen sah durch einen Spalt durch. furchtbar warm und dampften. Von Ortwig bis zur Miete ist die gegeben, daß er mit dem Hammer die Fenster zugenagelt hat. Könnten dadurch sich nicht etwaige Blutspuren von dem Hammer Als sie fah, daß die bösen Menschen, wie sich die Mädchen nachher Entfernung mindestens 50 Kilometer. ausdrüdten, weg waren, und daß sie mit einem Bekannten zu tun abgewischt haben? Sachverständiger Dr. Jeferich: Gewiß, frisches Blut wischt sich sehr leicht ab, aber es tommt oft vor, daß bei dem hatten, sagten die Mädchen: Wir sind hier. Sie konnten aber nicht Zuschlagen mit einem Hammer das Mordinstrument selbst gar öffnen, da die Fensterladen vernagelt waren. Wir ließen die Türen Verhalten der drei jüngeren Angeklagten in Berlin nicht blutig wird.- Kriminalfommissar Nasse erklärt, daß die ab durch den Schlosser öffnen. In der Wohnstube war alles durchein- Auskunft geben sollen. Die 20jährige Elisabeth Kleemann, die von gefragten Stellen aus der Mädchenkammer stammten, und zivar andergewühlt. Wir fanden dort auch auf dem großen Eßtisch einen dem einen der jüngeren Angeklagten mit dem Namen Schmalz vom Badsteinboden. Man sah diesen Stellen an, daß es sich um Hammer liegen. Wir suchten nun auch nach dem Dienstmädchen, backe" bezeichnet wurde, erklärt auf Befragen des Vorfizenden, daß frisches Blut handelte. Es war noch gar nicht fest angetrocknet das ebenfalls vermißt wurde, fonnten es aber zunächst nicht finden. fie nicht etwa mit dem einen der Angeklagten verlobt sei; sie tennt und die Stellen wurden mit dem Messer abgefragt. Er hatte den Raließ war ein großer, schlanker, träftiger und gesunder Mann, der die drei Angeklagten von früher her. Sie hat die Angeklagten in Eindruck, daß es sich um Blutsprizer aus der Nase gehandelt habe. es mit jedem Gegner aufnahm. Seine Frau war kleiner und der Gastwirtschaft von Martin Markiewicz in der Kleinen MartusAuf eine Frage der Verteidigung erklärt Sachverständiger Dr. schwächlich. Kaließ genoß große Hochachtung in der Gemeinde, er straße in Berlin getroffen. Die gute Kleidung der Angeklagten fiel Jeserich, daß das Alter des Blutes, namentlich an Kleidungshatte einen großen Diensteifer und eine außerordentliche Ruhe. Er mir auf; sie hatten alles neu. Als ich darüber sprach, sagte Willi stücken, sich faum feststellen lasse. Bu alt können diese Wischflecke war ein tüchtiger Landwirt, er war außerdem Steuererheber, Kersten: Wir waren bei einem Bauern bei Warschau im Oderbruch aber nicht gewesen sein, fie hätten sich sonst so lange in der Tasche Rassenrendant und bekleidete zahlreiche Ehrenämter. An seiner und haben da viel Geld gemacht. Ich dachte, sie hätten gearbeitet. nicht erhalten. Tür war ein Schild als Ortssteuererheber und Rendant der Spar- Wir gingen dann nach dem Stern" in der Koppenstraße und kasse des Kreises Lebus . Das mag manchen Leuten die Vermutung blieben da bis abends 11 Uhr. Hernach gingen wir ins Hotel„ Golaufgedrängt haben, daß dort viel Geld zu holen sei. Die Kinder dene Taube" schlafen. Ich ging mit Schliewenz schlafen, ohne infagten, daß in den Schubkästen, die wir durchwühlt fanden, ihr timen Verkehr zu pflegen. Wir waren beisammen bis zum nächsten Bater feine Wertpapiere aufbewahrt hätte. Gefunden wurde aber Abend 7 Uhr und gingen dann zu Lehmann am Grünen Weg. Die dort nichts. Der Gendarmeriewachtmeister Kluge, der den Ster- jungen Leute gaben der Darsch und mir je 50 Pf., damit wir ins nidel verhaftet hat, erzählt: Bei unserer Dienstversammlung am Stino gehen konnten. Sie selbst wollten in eine Wirtschaft und in Mittwoch hörten wir von dem Leichenfund bei der abgebrannten einen Bouillonkeller auf dem Wedding gehen, um dort jemand zu Strohmiete, und daß in der Nacht ein Jagdwagen nach Ortwig zu sprechen. Abends 12 Uhr wollten wir uns wieder in der Fehrgefahren sein soll. Man erkannte die Leiche des Kaließ durch eine belliner Straße treffen. Wir waren da, aber die drei jungen Leute Ein Geschworener verweist darauf, daß Willi Kersten dem Quittung eines Schlossermeisters, die bei der Leiche gefunden wurde. tamen nicht. Am nächsten Tage wollten wir sie aufsuchen und gingen Kaließ den Mund zugehalten habe und daß von den anderen AnAuf dem Hofe in Ortwig fragte ich den Knecht Schöne, wo die Herr- an der Wirtschaft von Lehmann vorbei. Da tamen Georg Kersten geflagten zugegeben sei, daß dem Kaließ Blut aus dem Munde schaft sei. Er blieb dabei, daß sie zu einer Hochzeit gefahren sei, und Schliewenz heraus, sie waren sehr verstört und gingen, ohne herausgekommen sei. Angell. Willi Kersten: Blutig war ja der wohin wisse er nicht; das Mädchen wäre nach Briezen gefahren, mit uns zu sprechen, nach dem Grünen Weg zu. Ich habe keine Mund; es kann auch das Blut zuerst an das Taschentuch gekommen um die Abwesenheit der Dienstgeberin zu einigen Besorgungen zu Autodroschtenfahrten mit ihnen gemacht. benußen. Während ich auf dem Hof war, verriegelte Sternidel das die Stimmung der drei Angeklagten? Vors.: Wie war denn sein, das ich Kaließ in den Mund steden wollte und das ich dann Zeugin: Na, sie waren in die Tasche gesteckt hatte. eine Tor, so daß wir durch den Gartenzaun hindurchkriechen mußten. meist betrunken. Schließlich machte mich der Gärtner Malchow aufmerksam, der Kerl Eine Zeugin Darsch soll noch vernommen werden. Sie ist jedoch Der Gelegenheitsarbeiter Fink hat mit den dvei Angeklagten unauffindbar. Der Vorsitzende richtet an die drei jugendlichen sei ausgerüdt; er wäre schon bei dem nächsten Nachbar vorbei. Der die Autofahrten und die Bummelei durch die verschiedenen Lokale Angeklagten die Frage, ob Georg Kersten, als ihm die Darsch eine Wachtmeister schilderte nun die Verfolgung des Sternicels und wie mitgemacht. Georg Kersten habe ihm auch einen alten schwarzen Zeitungsnotiz über den Ortwiger Mord gezeigt habe, gefagt hätte: er ihn wiederholt an Wegkreuzungen usw. auflauerte, um ihn zu Paletot geschenkt. Zeuge Arbeiter Weißhaupt hat sich ebenfalls" Da sind wir auch dabei gewesen, und wenn die Sache herauskommt, ergreifen, aber Sternidel sei schließlich an diesen Stelln nicht vor- an dieser Bummelfahrt beteiligt. Vorf.: Arbeiten Sie regel- haben wir einen unverschämten Toback" abzumachen!" beigekommen. Endlich gelang es ihm mit Hilfe einiger rabfahren- mäßig? Zeuge: Ja, als Messingpußer. Vors.: Arbeiten Sie Schliewenz: Ich weiß nichts davon. Vorf.: Die Darsch hat das Angefl. ben Arbeiter, den Sternickel in der Nähe von Güstebiefe nahezu- jetzt auch? Zeuge: Nein, seit vorigen Freitag nicht. Bors.: aber bekundet. kommen, er war in einem Gartenhaus. Als ich fragte ob da ein Warum denn nicht? Angekl. Schliewenz: Nein, die anderen waren ja Beuge: Ich habe aufgehört, weil mir auch dabei. Fremder sei, sprang er schleunigst heraus, und nachdem er sich in 18 M. Lohn zu wenig sind. Vors.: Georg Kersten soll gesagt haben:" Die HauptBors.: Jezt haben Sie gar nichts, sache haben nicht wir, sondern der Knecht gemacht. Es ist alles ein anderes Gartenhaus zu flüchten versucht hatte, jedoch wegen der das ist doch noch weniger? Beuge: Ja, aber ich wohne bei meiner glatt gegangen; es wird wohl nischt herauskommen." Anwesenheit einiger träftiger Männer weiter gelaufen war, flüch- Schwester. Der Zeuge schildert dann ebenso, wie die vorigen bas zugeben? Wollen Sie tete er schließlich in den Hof eines Gehöftes und in den offenen Beugen, die Bummelei durch die Kneipen. Er erklärt, daß die stimmt bestreiten, kann aber auch nicht sagen, daß ich es gesagt Angekl. Georg Kersten: Ich kann das nicht be= Pferdestall, er stand gleich neben der Tür, an die Wand gelehnt. Da drei Angeklagten besser gekleidet gewesen seien, sie hätten Lack- habe. ergriff ich ihn. Er fragte, was ich wolle, er wäre der besoffene Paul stiefel, gestreifte Hose, Ulster, Hüte, Kragen und Schlipse gehabt, ganzen Sache; ich kann es weder bestimmt bestreiten, noch bestimmt Angekl. Schliewenz: Ich habe gar keine Ahnung von der und arbeite in Rinnwiz. Ich sagte: Sie sind der davongelaufene alles war neu. In der Nacht, die wir miteinander verbracht bekunden. Knecht von dem Gehöft von Kaließ in Ortwig, wo ich hergekommen haben, wird jeder der Angeklagten ungefähr 40-50 m. ausgegeben Darsch. Ob es mein Bruder gesagt hat, tann ich weder bestimmt Angekl. Willi Kersten: Ich habe nichts gesagt zu der bin. Nein, sagte er, ich bin von Rinnwit. Ich erwiderte: Sie haben. Schliewenz hat einmal in einer Druderei als Hilfsarbeiter bestreiten, noch fann ich sagen, es ist möglich, daß er es gesagt hat. tommen sofort nach Ortwig zum Tatort mit. Wir fuhren bei Güste gearbeitet, er hat Handwagen gefahren u. a. Wie lange er da Auf die Vernehmung der Zeugin wird schließlich verzichtet. biese über die Fähre, auf der waren noch mehrere Leute, die schimpf- beschäftigt war, tann ich nicht angeben. ten ihn schon Mörder, Verbrecher und Strolch. Er hatte ein Messer Gastwirt Lehmann hat bis bor 5 Wochen die mehrfach erEs folgt die bei sich, das ich ihm abnahm, und 9-10 Mart. Ich brachte ihn zu wähnte Wirtschaft am Grünen Weg betrieben. Er schildert, wie Bernehmung der medizinischen Sachverständigen. Fuß nach Ortwig. Als ich ihn unterwegs die Sache wieder vorhielt, sich die die jugendlichen Angeklagten bei ihm umgekleidet hätten. Kreisarzt Dr. Schulz- Schulzenstein, Dr. Jahn- Wriezen und fagte er schließlich: Ja, ich bin in Ortwig gewesen, bei Kaließ, aber Als er sie fragte, woher fie das Geld hätten, sagte Willi Kersten: Sanitätsrat Dr. Weinbaum geben den Obduktionsbefund und Gutachten ich bin unschuldig, ich habe nichts gemacht, und nur unter dem Drud sie seien in Hamburg gevesen und hätten sich dort als Seeleute über die Todesursache der drei Opfer in längeren medizinischen Ausder Berliner , die dabei gewesen sind, ist es geschehen. Er sagte anniustern lassen und daraufhin Geld bekommen. Der Zeuge führungen ab, die der Borsigende dahin zusammenfaßt: Der Tod weiter, daß die Berliner noch einmal wiederkommen wollten, da erklärt dazu: Ich habe mir gesagt, wer denen Geld gegeben hat, des Bauernhofbesizers Kaließ ist durch Erstickung und wahrscheinlich sollte das ganze Gehöft ausgeraubt und heruntergebrannt werden. der sieht doch diese Leute nie wieder. Die Angeklagten haben auch durch Erdrosselung herbeigeführt worden, der Tod der Frau Schießlich wurde er dann vom Gerichtsassessor Anderson zum dann auch eine Flasche Wein zum besten gegeben. Am nächsten Kaließ jedoch nicht hierdurch, sondern durch Einwirkung einer stumpfen erstenmal vernommen. Morgen famen fie mit dem Auto vorgefahren, es waren noch die Gewalt, Hammerschlag oder Sturz auf die Schädeldecke auf dem beiden vor mir bernommenen Zeugen und zwei Mädels dabei. Steinboden. Der Tod des Dienstmädchens Anna Philipp ist durch Georg Kersten gab mir etwa 50 M. zur Aufbewahrung. Ich hatte Strangulation und Erstickung erfolgt. Sämtliche drei Leichen inzwischen von dem Mord in Ortwig in der Zeitung gelesen und weisen Spuren der Einwirtung einer stumpfen Gewalt auf den Der Zeuge Schmiedemeister Pieper in Wriezen hat sich auf nachdem die Angeklagten fortgegangen waren, fand ich unter ihren Schädel auf. Es ist aber nicht mit Sicherheit festzustellen, ob diese ein Inserat in der Briezener Zeitung" gemeldet, das Sternicel Sachen einen Zettel, auf dem Freienwalde , Meltschin, Templin usw. Gewalt durch Schlag oder durch Auffallen oder wodurch sonst herbeiunter einer Decadresse erlassen hatte, und worin er eine Drei aufgeschrieben waren. Ich sah auf der Landkarte nach und fand, geführt wurde. zimmerwohnung eventuell mit Pferdestall suchte. Er trat auch daß diese Marschroute so ziemlich auf die Gegend zwischen Ortwig Die Frage, ob die Strangulierung nur eine Betäubung herbeimit mir in Unterhandlung und gab sich als Landwirt von aus und Berlin paßte. Das fiel mir auf. Am anderen Morgen teilte führe, verneinen die Sachverständigen. Gewisse Mordfälle haben fich wärts aus, der von seinem Onkel in Ortwig eine Wirtschaft ge- ich das dem Kriminalwachtmeister Büchner mit. Willi Kersten vor Jahrzehnten in England in einer ganzen Serie zugetragen. erbt hatte. Ein Berliner Zigarettenfabrikant habe dort eine Jagd kam kurz darauf in meine Wirtschaft hinein, der Kriminalwacht. Diese haben sich so abgespielt, daß das betreffende Opfer rasch gepachtet und bezahle sie glänzend. Er wolle mit dem Onkel und meister war anwesend und verhaftete ihn gleich. Ich war die stranguliert wurde, während die anderen Mitverbrecher inzwischen einer Wirtschafterin nach Briezen ziehen und sein Vich verauftios ganze Nacht mit der Kriminalpolizei herumgefahren, um die anderen I die Taschen ausraubten. Es ist hierbei vorgekommen, daß nur eine
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Vors.: Sternidel, nun? Angett. Sternidel: Alles, was der Herr Wachtmeister gesagt hat, ist richtig, aber das lehte, nein, das ist nicht richtig.
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Angekl. Willi Kerften erklärt auf Befragen seiner Berteidiger, daß er sich im Oktober, als er in einer Staffbrennerei arbeitete, die Hand verletzt habe. Das sei etiva 3 Monate früher gewesen. Es habe 3 bis 4 Wochen gedauert, bis die Wunden geheilt seien. Sachverst. Dr. Jeferich hält es für wenig wahrscheinlich, daß das Blut in der Tasche sich so lange gehalten haben könnte. Er führt dann noch für die Konstatierung von Blut an, daß bei einer Hinrichtung vor 40 Jahren Blut mit einem Taschentuch aufgefangen worden sei, das heute noch den Eindruck von frischem Blut mache.
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