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Forderung zur Demokratisierung des Heeres ablehnten. Die Sozialdemokratie werde sich wegen dieser Ablehnung an eine höhere Instanz, als der Reichstag sei, wenden: an das deutsch e Volt! Und das werde früher oder später ein Urteil sprechen, mit dem die Sozialdemokratie zufrieden sein könne!

Das Befitziteuergesetz.

Das Steuerkompromiß ist in seinen Grundzügen zwischen den Vertretern des 3entrums und der Bibe ralen fertiggestellt worden. Die Konservativen stehen ihm wegen der Besteuerung des Kindeserbes ablehnend gegenüber. Seine endgültige Form wird das Gesetz erst in den Kommissionsberatungen finden, die Mittwoch begonnen haben. Darüber unterrichtet der nachstehende Bericht. Die Budgetkommission trat am Mittwoch in die Beratung des Besizsteuergeseßes ein, das bestimmt, daß von dem Ver­mögenszuwachs eine Abgabe( Bejizsteuer) erhoben werden soll. Als Bermögen gilt nach§ 2 das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen nach Abzug der Schulden. Zur Steuer sind demnach Beranzuziehen: Grundvermögen, Betriebsvermögen und Kapitalver. mögen nach den näheren gesetzlichen Bestimmungen.

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21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, und wenn das steuerbare I für den Annoncenteil haben. Billig und in Fülle Vermögen den Gesamtwert von 50 000 M. nicht übersteigt, die Ab- liefern die verschiedenen Monarchen mit ihren Familien gabe um einen Betrag, der für jedes bis zur Vollendung des solchen Rohstoff. Der Byzantinismus, den diese Presse 21., Lebensjahres fehlende volle Jahr auf fünf vom Hundert der pflegt, entspringt so unmittelbar denselben kapita­Abgabe berechnet wird. Die Gesamtermäßigung darf 50 bom listischen Verwertungsprinzipien, die zur Ausdehnung Hundert der Abgabe nicht übersteigen." Die Konservativen stellten diesen Antrag: Der Gr. der Nebenproduktion von Benzol, Ammoniat usw. bei den werb von Todes wegen der nach§ 11 Nr. 4a bis e bes Stokereien geführt haben. Und diese Verwertungsprinzipien Erbschaftssteuergesetzes von der Erbschaftssteuer befreiten Abkömm des in der Presse investierten Kapitals tragen natürlich stets linge bleibt infoweit steuerfrei, als das ererbte Berden Sieg davon über die politischen Prinzipien, die sonst je mögen in der Hand des Erblassers nicht mehr der Zuwachsbesteue- nach den Konkurrenzverhältnissen und Gruppeninteressen in rung unterliegen würde." den verschiedenen Blättern zum Ausdruck kommen. Daher Für den Fall der Ablehnung dieses Antrags beantragen die Konservativen: Fällt in den Veranlagungszeitraum der Griverb dann der flaffende Widerspruch, der in der nachstehenden Notiz einer Erbschaft," so bleibt, wenn der Erbe ein Abkömmling des des Kunstwarts" gezeigt wird: Erblassers ist und zur Zeit des Erbfalls das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, und wenn das steuerbare Vermögen den Ge­samtwert von fünfaigtausend Mart nicht übersteigt, der aus dem Erbfall herrührende Zuwachs insoweit steuerfrei, als das ererbte Vermögen in der Hand des Erblassers nicht mehr der Zuwachsbesteuerung unterliegen würde."

Abg. Oertel erklärte, die Gestaltung der Besteue= Fung des Vermögenszuwachses durch Erbschaft sei für die Konservativen ausschlaggebend für Genoffe Süd et um beantragte als Berichterstatter, die beiden ihre endgültige Stellungnahme zum Gesez. Werde ersten Paragraphen, die die Aufbringung der Steuern den Ein- das Kindeserbe der Besteuerung unterworfen, so sei für die zelstaaten überläßt, abzulehnen. Konservativen das Gesez un annehmbar, das nicht zu einem Schapsekretär Kühn verteidigte die Vorlage. Das Reich wie auch der Reichstag tönnen berstedten Erbschaftssteuergefeß gemacht werden dürfe. Das Ver­mit ihr durchaus zufrieden sein. Das Reich erhalte eine sichere Gin. mögen, das durch Erbschaft auf die Stinder übergeht, fönne nicht nahme, ohne in die Steuerhoheit der Bundesstaaten einzugreifen, legten Beranlagung eines Vermögens und seines Uebergangs in als Vermögenszuwachs angesehen werden. Nur wenn zwischen der und der Wunsch der Parteien nach Einführung einer Besitzsteuer die Hände eines Abkömmlings ein Zuwachs eingetreten ist, könne Besizsteuerlebten werde erfüllt. Abg. Gröber machte auf die großen Schwierig­Schatsekretär teiten aufmerksam, die dieses Gesetz zur Folge haben müsse, be- eine Besteuerung eintreten, sonst aber nicht.- sonders wenn die Landtage ihrerseits gefeggeberisch in die Aus- Sühn bekämpfte die konservativen Anträge. Es sei möglich, bei führung dieses Gesetzes eingreifen werden. Entscheidend für das der Besteuerung einen Unterschied zu machen zwischen dem Zu­Bentrum sei, daß eine Verständigung auf der Grund wachs, der aus einer Erbschaft oder sonst woher stamme. Der Tage der Vorlage nicht möglich ist, sondern wahrscheinlich Schabsekretär bezeichnete dagegen den nationalliberalen Antrag als atzeptabel. Abg. Fischbeck stimmte den Konservativen darin nur auf. dem Boden einer Besizsteuer direkt durch das Reich. Das Zentrum werde an der Verständigung zu, daß die Besteuerung der Erbschaften der springende Punkt jei. mitarbeiten. Auch mit dem vorliegenden Entwurf werde die Die Volkspartei mache ebenfalls die Entscheidung davon abhängig. Steuerhoheit der Einzelstaaten angetastet. Der Bundesrat könne Seit Wochen werde an einer Verständigung gearbeitet, die aber doch somit keine Ginwendungen mehr erheben, wenn auch auf einem nicht so kommen dürfe, daß sich die Mehrheit der bürgerlichen Par­Das vorliegende anderen Wege dasselbe versucht werde. Abg. v. Payer tritt teien der konservativen Minorität unterwerfe. für Ablehnung der ersten beiden Paragraphen ein. Der vor- Gejek würde ein schreiend ungerechtes werden, wenn die Erbschaft geschlagene Weg fei schon deshalb ungangbar, weil der Entwurf eine nicht der Besteuerung unterworfen würde. Wer 10 000 W. zu Art Strafgesetz gegen die Bundesstaaten darstelle, indem sie gesammengespart und dabei gedarbt hat, solle Steuern bezahlen, nicht zwungen werden sollen, nach bestimmten Grundsäßen und Vor- aber, nach den Forderungen der Konservativen, wer 25 000 m. erbe. schriften vom Vermögenszuwachs Abgaben zu erheben. Einschnei- Solchen Ungerechtigkeiten würden die Volksparteiler ihre Zustim­bender könne man in die Rechte der Bundesstaaten nicht eingreifen. mung niemals geben. Die Erbschaftsbesteuerung müsse nicht nur Die Erbschaftssteuer wäre ein sehr empfehlenswerter Weg des Betrages wegen für den Fiskus durchgeführt werden, sondern gewesen, aus dem Steuerbilemma herauszufommen. Das Wert auch um eine Handhabe zu erhalten, die Vermögen richtig ein­zuwachssteuergesek müsse in ein primäres Reichsgesetz umgearbeitet schäßen zu können.

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Man weiß ja: Berlin ist der Sitz der Ultrakonservativen. Nicht? Wie, es ist bei allen Wahlen Kampfplatz der Fortschrittler und Sozialdemokraten? Und die Berliner Fortschrittsblätter hätten gelegentlich dieser Feste unmittelbar nach freiheitflammenden Aufrufen Seiten über Seiten mit den gleichgültigsten Kleinigkeiten vom Hofe vollgeschmodt, weil sie die Wünsche ihrer Leser kannten? Soviel ist richtig: auch aus dem blauesten Dstelbien haben wir von solchen Anhündelungen nie gehört. Also: weder sie selber, die hinter allem fich Guten Tag- Sagen und ach, gar Geschenkausstellen der Fürsten nachschwänzelten, hatten ein Gefühl davon, daß sie sich, noch die Reporter davon, daß sie ihre Leser prostituierten? Dann müssen politische Gesinnungen, ob sie tonservativ oder freifinnig sind, doch wohl an und für sich mit Byzantinismus nichts zu tun haben. Der ist eine Gehirntrantheit für sich. Herz­liche Teilnahme am Königshaus" was helfen denn solche Reden! Der alte Kaiser und Bismard wußten, was sie davon zu halten hatten, und der neue und Bethmann Hollweg werden's auch wissen. Teilnahme an Tichakos und Epauletten, an Roben und an seidener Unterwäsche, am Nicken und Lächeln, am Räuspern und Spuden- Wonneschauer beim Vorbeischweben eines höheren Lebens", dem zu nahen, als der Inbegriff aller Glüd­feligkeit erscheint. Und das ist das echt Byzantinische: es wird zum Jdeal, das nachzuahmen diesen Armen im Geiste das höchste wird, wie ein Dienerfrack, die Hofuniform imitiert. Nicht man selber setzt sich das Lebensideal, der Hofbericht fegt es einem. Als welch ein Gewusel von lächerlichen Winzigkeiten müßte einem Fürsten ein Bolt erscheinen, wenn er nicht zu flug wäre, um es nach solchem Gebudel unter mir" zu messen. Das ist gewiß richtig, es bleibt aber im Jdeologischen steden, wenn der Byzantinismus nur als Gehirnkrankheit Es steckt vielmehr sehr viel Geschäfts- und gefaßt wird. dem Volte muß der gesundes Klasseninteresse darin: monarchische Glaube ebenso wie der religiöse erhalten bleiben 8u höherer Ehre und größerem Nugen der Kapitalsherrschaft. Genoffe Süderum bestritt, daß es sich beim vorliegenden Geheimes und direktes Wahlrecht nicht in Preußen, sondern in Ostafrika . Abg. Bassermann erklärte namens der Nationalliberalen, Gesek um eine versteckte Erbschaftssteuer handele. Die Be­steuerung des Erbes der Abkömmlinge werde durch daß auch sie den Entwurf ablehnen. Bei Ausgaben, wie solche für das Gesek flipp und klar eingeführt von Reichs wegen. von Deutsch- Ostafrika zusammentreten, um an erster Stelle über Am 19. Juni wird in Dar- es- Salam der Gouvernementsrat die neue Militärvorlage, müsse danach getrachtet werden, fie durch Südekum bekämpfte sowohl die Anträge der Konservativen, wie den die Bildung eines Landesrats nach füdwestafrikanischem Vorbilde zu reichseigene Einnahmen zu decken. Die Nationalliberalen seien für eine Verständigung. In erster Linie forderten sie eine Reichs den konservativen Antrag, der schon seiner inforretten Fassung wegen Antrag der Nationalliberalen. Abg. Gröber wandte sich gegen beraten. Der neue Landesrat soll aus 20 Mitgliedern bestehen, von bermögenssteuer, aber der Reichstanzler habe diese unanehmbar sei. Abg. Graf We starp gab die Erklärung ab, benen 10 von der weißen Bevölkerung der Stolonie durch Steuer rundweg abgelehnt. Ein anderer gangbarer unanehmbar sei. Weg wäre die Erbanfallsteuer, auch wenn dabei Konzessio- die Konservativen hätten bisher viel Entgegenkommen zu einer direkte, geheime Wahlen endgültig Berständigung bewiesen, erstens durch ihre Zustimmung zu den stand Bräsentationssystem gewählt werden, nen gemacht werden müßten. Jebt müsse wohl oder übel auf dem ersten beiden Baragraphen der Regierungsvorlage und zweitens während die übrigen 10 Mitglieder nach freiem Ermessen Boden des Zuwachssteuergesetzes eine Ginigung versucht werden. Abg. Graf We starp trat namens der Konservativen für die durch die Bereitwilligkeit, weiter mitzuarbeiten, trotzdem diese ernannt werden. Zum Zwede der Wahlen wird das Schutzgebiet in Regierungsvorlage ein. Der Besitz sei von den Einzelstaaten und Paragraphen abgelehnt worden seien. Im Jahre 1906 bei Schaf 8 Wahlbezirke eingeteilt, die aus territorial zusammenhängenden den Kommunen schon in durchaus gerechter Weise belastet, dazu fung des Erbschaftssteuergesetzes wurden feierliche Erklärungen ab- Berwaltungsbezirken bestehen. Jeder Wahlbezirk wählt einen Ber­tomme noch der Wehrbeitrag. Die Stonservativen wollten froßdem gegeben, weiter fönne und wolle man vom Reich aus nicht gehen, noch dafür eintreben, dem Befit weitere 80 Millionen aufzuladen; als beim Gesez von jenem Jahre. Jeht aber werde ein anderer treter, Dar- es- Salam und Tanger haben jedoch angesichts ihrer Be­Schabjekretär Kühn bestritt, daß 1906 die Re- beutung für das ganze Schutzgebiet das Recht, zwei Kandidaten zu direkte reichseigene Einnahmen zu schaffen, lehnen sie aber ab. Geeg beschritten, war schon unrichtig, dem Reich im Jahre 1906 einen Teil der Erb- gierung Erklärungen in der Art abgegeben hat, wie Graf Westarp entfenden. Als Mitglied des Landesrates fann nur gewählt werden, wer mindestens drei Jahre im Schutzgebiet ansässig ist. fchaftsbesteuerung zu übertragen; das gelte erst recht für eine Reichs. jetzt behauptet. vermögens- und Grbanfallsteuer. Auch die Zuwachssteuer greife in die Befugnisse der Einzelstaaten ein, die immer mehr gezwungen werden sollen, ihr Steuersystem den Bestimmungen des Reichs an­zupaffen. Die Regierungsvorlage laffe den Einzelstaaten wenigstens freie Sand in der Ausgestaltung ihrer Steuersysteme, die nicht er: schüttert werden sollten. Der Gedanke der sozialen Gerechtigkeit bei Steuergesetzen bedürfe nicht der Normativvorschriften durch das Neich. Von der Regierung erwarten die Konser vativen endlich bestimmte und klare Erklärungen darüber, ob sie an ihrer Vorlage festhalten wolle. Sollte der Regierungsentwurf keine Mehrheit finden, so würden die Konservativen an der Verständigung über eine andere Regelung

werden.

mitarbeiten.

Abg. Sped( 8.) erklärte für seine Person, daß er bereit fei, für die Regierungsvorlage zu stimmen. Den Einzelstaaten fönnte man durch Reichsgesetz die unterste Grenze der Vermögens belastung und die Staffelung vorschreiben, so daß die kleinen Ver mögen geschont würden. Abg. Sped erklärte sodann, auch an der Verständigung auf einer anderen Grundlage mitarbeiten zu wollen.

Schabsekretär Sühn bestritt, daß die Regierungsvorlage in die Rechte der Bundesstaaten eingreife, die im Ausbau ihrer Steuersysteme nicht gehindert würden. Die Regierungsvorlage foll gerade den Bundesstaaten eine Sicherung bringen. Eine Erklärung darüber abzugeben, wie der Bundesrat sich zu einer Verständigung der Parteien auf anderer Grundlage als der der Regierungsvorlage stellen werde, fönne er nicht. Der Bundesrat werde sich erst entscheiben, wenn die Beschlüsse des Reichstags eine Uebersicht ge­ftatten.

Die beiden ersten Pragraphen wurden gegen die Stimmen der Konservativen sowie der Zentrumsabgeordneten Graf Praschma und Speck. abgelehnt.

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Anträge gegen die Stimmen der Antragsteller und des Ben Bei der Abstimmung wurden die beiden konserbatiben trums abgelehnt; der nationalliberale Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. weiteren Paragraphen zusammentreten. Donnerstag wird die Be­Nachmittags soll eine engere Kommission zur Vorberatung der ratung fortgesetzt.

Die Reichen proteftieren.

Der Bund der Industriellen " protestiert in einer Eingabe gegen die Beschlüsse der Budgetkommission über den Wehr. beitrag. In der Begründung des Protestes wird ausgeführt:

Eine Besteuerung der industriellen Kapitalien bis zur Höhe bon Proz. müßte zu Störungen und Erschütte rungen zahlreicher Unternehmungen führen. Sie bedroht und gefährdet die für die Ausdehnung der deutschen industriellen Pro­buktion unbedingt notwendige Rapitalsbildung, deren ungestörtes Fortschreiten durch das rasche Anwachsen der deutschen Volkszahl und deren noch rascher wachsenden Bedarf geboten ist. Eine der­artige Belastung der in der deutschen Volkswirtschaft arbeitenden und bei der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung unter hohen Zinssäßen und knappem Geldangebot aufs äußerste in Anspruch genommenen Anlage- und Betriebskapitalien würde auch in ihren wirtschaftspolitischen Konsequenzen überaus bedenklich sein, sie würde den Beginn einer Konfistation bedeuten fönnen."

Auf einen ähnlichen Ton gestimmte Proteste aus den Kreisen der schweren Industrie veröffentlicht die" Rhein.- Westf. 8tg.". Wenn der Arbeiter bis zu 10 Proz. seines knapp bemesse­nen Einkommens an indirekten Steuern bezahlen muß, dann stellt Die nächstfolgenden Paragraphen bestimmen, was alles als man das immer als eine Selbstverständlichkeit hin, wiewohl eine Vermögen im Sinne des Gesezes zu betrachten ist. Die Beftim- derartige Belastung weit cher als eine Konfistation des Ein­mungen gleichen im allgemeinen denen im Gefeß über den Wehr- kommens bezeichnet werden könnte, um so mehr, als diese Be­beitrag. Die Konservativen fordern, daß auch die Aktiengesell- lastung eine bauernde ist. Der Wehrbeitrag dagegen ist eine e in schaften zur Zahlung der Zuwachssteuer herangezogen werden.malige Abgabe, die noch obendrein auf drei Jahre verteilt Die Abstimmung wird später erfolgen.

Politische Ueberficht. Liberaler Zeitungsbyzantinismus.

nur das

Zentrumspolitik.

bisher be

rechten

Ueber die beliebte Sentrumsphrase, als Partei der balte, macht sich die überklerikale Köln . Storrefp." folgender­Mitte" forge das Bentrum dafür, daß jeder Stand das Seine er maßen luftig:

Wie naiv! Solche Phrasen hört und liest man jest wieder anläßlich der Wehrvorlage, bei der das Zentrum die Forderungen und Lasten so abwägen und verteilen werde, daß niemand zu kurz fomme, nicht auf Grund christlicher Liebe und Gerechtigkeit, denn vom Christentum hat das Kölner Zentrum nur den Namen, sondern weil das die Politik der mittleren Linie sei. Die Industriearbeiter und Gewerbetreibenden sollen also die hohen Viehzölle billigen, damit der Bauer seine Kühe und Kälber teuer verkaufen könne; der Bauer soll hohe Preise für landwirtschaftliche Maschinen und sonstige Industrieprodukte zahlen, damit der Fabritherr feinen Arbeitern mehr Lohn zahle. Und unsere Proletarier sollen mit. ihrem angemessenen Lohn" hübsch zufrieden und ruhig sein, damit die oberen hunderts tausend Automobile halten und Sett trinten tönnen, denn das liegt im Interesse der Automobilfabrikanten und Settbarone. Diese prächtigen Kölner , die sich immer über den Idealismus der Sozialdemokratie luftig machen! Sie stellen an den Idealismus der Menschen viel höhere An­sprüche, als alle Sozialisten. Sie übersehen, daß fie dem Zentrum, dem sie die christliche Grundlage nehmen und nur die christliche Formel" laffen wollen, eine Politik zumuten, welche nur auf dem Boden des Christentums durchzuführen ist.(?)

In Wirklichkeit wird der Jdealismus natürlich nur von den Arbeitern und den kleinen Leuten gefordert, die Reichen und Mächtigen sind bei der Zentrumspolitik noch stets auf ihre Rechnung gekommen.

Der Zentrumschrift und der franke Papft.

und Wahrheit" in der neuesten Nummer( 24 bom 15. Juni) zu folgenden Bemerkungen:

Die Bobbericher Affäre, bei der ein Vorstandsmitglied werden kann. Wer ein Vermögen von einer Million Mark hat, des katholischen Arbeitervereins und des christlichen Textilarbeiter­Nach der Regierungsvorlage(§ 13) soll von einem Zuwachs, bezahlt drei Jahre hindurch jedes Jahr 5000 M., und das nennt verbandes, Niessen in Robberich( Rheinland ), dem franken Bar* der den Betrag von 2000 m. nicht übersteigt, die Zuwachssteuer nicht man dann eine Konfistation des Eigentums. Nachdem die Be­erhoben werden. Die Nationalliberalen beantragten statt fizzenden, die bei Wahlen stets ihre Opferwilligkeit so oftentativ be. wünschte, daß er kaputt gehe", und diese Roheit zunächst ab­2000 m. zu sagen 10 000 m. Nach§ 14 sollen Bermögen bis 6000 tont haben, einmal bezahlen sollen, ertönt auf der ganzen Linie geleugnet hatte, wurde von der Zentrum& presse völlig tot­Mart der Besteuerung nicht unterliegen. Die Nationallibe- Seulen und Wehflagen. Fehlt nur noch, daß die Besitzenden Protest geschwiegen oder aber als sozialdemokratische Erfindung( 1) hin­ralen beantragten, die Biffer 6000 durch 20 000 zu ersehen. Wenn bersammlungen gegen steuerliche Belastungen abhalten, damit gestellt. Erst als Oppersdorffs Klarheit und Wahrheit" sich des das steuerbare Gesamtvermögen eines Steuerpflichtigen am Ende fönnte man dem Opferjahr 1913" erst die richtige Weihe geben. standalöjen Vorganges bemächtigte, änderten einzelne Blätter die des Veranlagungszeitraumes den Betrag von 20 000 m. nicht über- Im übrigen können ja die Herren ihren Einfluß geltend machen, Tattit, beispielsweise die Augsburger Boftaeitung"( Nr. 268). schreitet, so gilt als Zuwachs der Betrag, um den dieses Vermögen um die neuen eeresausgaben herabzusehen. Dann Die Art aber, wie dies fleritale Organ bas tat, veranlaßt Klarheit Die Summe von 6000 M. übersteigt. Die Nationalliberalen wollen brauchten sie sofort weniger zu zahlen. hier die Ziffern 20 000 durch 40 000 und 6000 durch 20 000 ersetzt wiffen. Der Zuwachs soll in diesem Falle auch dann der Steuer­pflicht unterliegen, wenn er die Summe von 10 000 m. nicht er­reicht. Die Sozialdemokraten beantragen, im§ 13 die Ziffer 2000 durch 6000, und im§ 14 die Ziffer 6000 durch 12 000 zu ersetzen. Die fleinen Vermögen und der geringe Zuwachs sollten, wie Genosse Der Kapitalismus, der mit Menschenleben recht ver­Haase betonte, gewiß geschont werden, aber die nationalliberalen Anträge gingen zu weit.Abg. Gröber trat für die national- fchwenberisch umgeht, wird äußerst sparsam, wenn es sich um liberalen Anträge ein, ebenso Abg. Fischbed namens der Volks. Ausnüßung des Rohmaterials handelt. Was hat nicht die parteiler, während Graf We starp die Stellungnahme der Kon- moderne Chemie aus den einst wertlosen Rückständen der serbatiben von der Gestaltung anderer Bestimmungen abhängig Rofsbereitung hervorzuzaubern gewußt. Und neben der machte. Bei der Abstimmung wurden die Vorschläge der Verwertung der Rückstände, der immer intensiveren Regierungsvorlage einstimmig, die sozialdemokratischen Anträge Ausnügung des Rohmaterials überhaupt, werden immer gegen die Stimmen unserer Genossen abgelehnt, die national­neue, früher unbeachtete Stoffe in den Kreis liberalen Anträge dagegen angenommen. Zur Besteuerung des Vermögenszuwachses durch Erbschaft be. der Verarbeitung gezogen. Als tapitalistisches Geschäft ver­antragen die Nationalliberalen folgende neue Bestimmung folgt die bürgerliche Presse genau dieselben Prinzipien in das Gesetz aufzunehmen: Fällt in den Beranlagungszeitraum( fie sind ja ihre einzigen). Man dente nur, was die Scherl­der Erwerb einer Erbschaft, so ermäßigt sich, wenn ber Erbe Zeitungen oder die meisten illustrierten Blätter für kolossalen ein Abkömmling des Grblaffers ist und zur Zeit des Erbfalls das Bedarf von Rohmaterial zur Herstellung der Beilagen

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Die Affäre von Lobberich wird immer interessanter. Erst versuchte man, den chriftlichen" Standal abzuleugnen, Als dieses unlautere Manöver migglüdte, gedachte die Kölner Presse durch ein allgemeines Schweigen die un­erquidlichen Borgänge zu bertuschen und zu verbergen. Als auch diese sonst so oft bewährte Tattit versagte, hieb man einfach auf jene los, die den Papst gegen die pöbelhaften Angriffe berteidigten. Weil Klarheit und Wahrheit" den von einer un glaublichen Roheit des Gemüts zeugenden Ausspruch des chrift. lichen Vorstandsmitgliedes in gebührender Weise brandmartie, leistet diese Wochenschrift angeblich der Sozialdemokratie Vor­Schub.. Zum Schluß schreibt dann Klarheit und Wahrheit":

Wir haben bis jetzt vermieden, den Lobbericher Fall aus der Psychologie der christlichen Gewerkschaftsbewegung heraus au beurteilen. Die Bolemit des Augsburger Zentrumsblattes aber bietet alle Veranlassung dazu, dieses Versäumnis in einer späteren Nummer dieser Wochenschrift nachzuholen."