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bajt, Binfrinnen auf einem Wagen transportiren. Er nahm die straße 118 infolge eines Fehltritts zur Erde und erlitt so schwere Beuge: Sie sollen es auch nicht thun, aber natürlich wird etwas beiden Knaben fest, welche das Geständniß ablegten, mit ihren Verlegungen am Auge und an der Stirn, daß ihre Ueberführung Schlimmes nicht darin gesehen. Präsident: Wie lange find Si beiden je 13 Jahre zählenden Brüdern gemeinschaftlich schon nach dem Elisabeth- Krantenhause erforderlich wurde. Im Laufe im Dienst? Beuge: Seit 26 Jahren. 14 Jahre war ich Schaffner , lange Zeit hindurch die Zinkdiebstähle betrieben zu haben. Als des Tages fanden sieben Brände statt. seit 12 Jahren bin ich Zugführer. Käufer der gestohlenen Sachen bezeichneten sie eine Frau Jäger und einen Arbeiter Jifowst, bei denen gelegentlich der gestern vorgenommenen Haussuchung eine große Menge gestohlenen Metalles aufgefunden wurde. Die Spitzbuben, sowie die Hehler wurden sofort verhaftet und nach dem Untersuchungsa gefängniß in Moabit überführt.

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Gerichts- Beitung.

Leute.

Zeuge Polizei- Inspektor Syler aus Mühlheim a. Ruhr gieb dem Angeklagten Biehhändler Philipps ein gutes Leumunds­zeugniß, er halte ihn für einen anständigen Menschen. Er sei nicht besonders hell( Heiterkeit), dabei etwas starrköpfig. Er Landesverraths- Prozeß. Leipzig , 16. Dezbr. Heute Vor- tenne auch die andern Mühlheimer Viehhändler alle, er wisse mittag 9 Uhr ergriff zunächst der Vertheidiger, R.-A. Butler, das nichts Nachtheiliges von ihnen, Michel Meyer fei etwas Ausgewiesen aus Berlin ist am 15. Dezember der ruffische Wort: Er betonte, daß er unserer Marine eine scharfe Waffe bullerig"( Große Heiterkeit), etwas massiv, aber sonst recht­Unterthan Tischler Kaminsky. Derfelbe ist in Preußen( Lauten- wünsche, daß aber das Gesetz vom 3. Juli d. J. diesen Zweck nicht schaffen. Die Viehändler seien überhaupt auch brave fleißige burg in Westpreußen ) geboren, lebt seit 1874 ununterbrochen in erfülle. Seiner Auffassung nach beziehe sich§ 3 des Gesetzes nur Berlin , hat 9 Kinder, von denen eins an einen Preußen ver- auf fremde Schriften 2c., die sich jemand verschaffe, nicht schwört, daß er mit im Roupee geseffen habe, als ein Schaffner Zeuge Milchhändler von Zeuge Milchhändler von Lohr aus Mühlheim a. Ruhr be­von Zohr au heirathet ist und ein Sohn in diesem Jahre zur Militär- aber auf solche, die er selbst anfertige, er selbst anfertige, ferner nicht stellung in Preußen beordert war. Er ernährt noch auf die Kenntniß unbeweglicher, fondern nur die beweglicher den Angeklagten Mendel direkt zum Billetunterschleif verleitete. feine alte, gebrechliche Mutter. Seit 1874 ist ihm Gegenstände, sodaß also die Kenntnißnahme von der physikalischen Er war fünf Jahre mit dem Angeklagten Strauß bekannt, es von Jahr zu Jahr der Aufenthalt in Berlin , zuletzt Beschaffenheit des Landes, des Fahrwassers zc. auszuscheiden ist ihm nie bekannt geworden, daß Strauß Billetunterschleife ge­bis zum 3. Dezember 1893, gestattet worden. Nachdem habe. Er wolle damit allerdings nicht befürworten, daß die An- macht hat. er abermals am 20. November um fernere Gestattung des Auf- geklagten straflos ausgehen sollen, als Deutscher könne er dies Zeugin Willkom, Besizerin eines Gasthofes in Hamburg , enthalts eingekommen war, wurde er am 15. Dezember Abends nicht wünschen. Aber vollständig ausreichend seien die Be- bekundet, daß der Angeklagte Mary stets Abends in Hamburg 10 Uhr von der Polizei auf das Polizeibureau, von dort Nachts Stimmungen des Strafgesetzbuches über den versuchten Landes: angekommen sei. Martens hatte ausgesagt, er hätte ihn in mittels grünen Wagens nach dem Polizeipräsidium am Alexander- verrath(§§ 92 und 93). Das Interesse, welches seine Klienten einem Nachtzuge angetroffen und bei dieser Fahrt habe er ein play gebracht. Dort wurde ihm am Morgen des 16. Dezember er- an der Anwendung dieser Bestimmungen hätten, liege Fahrscheinheft behalten. öffnet, daß ihm als Ausländer, welchem ein gesetzlicher Anspruch auf der Hand da der§ 92 mildernde Umstände und Zeuge Packmeister Bickhölzer bekundet, Martens habe in auf Geftattung des Aufenthalts in dem Gebiete des preußischen Feftungshaft zulasse. Wenn der§ 92 Anwendung finde, so einer Wirthschaft einmal mit großen Nebeneinnahmen renommirt Staats nichts zufteht, der Aufenthalt in Berlin und dem werde nur auf Festungshaft erkannt werden können. Wenn und in einer Nacht wollte er einmal 60 m. verdient haben. preußischen Staatsgebiete von Landespolizeiwegen nicht gestattet auch der Reichsanwalt den verbrecherischen Willen als besonders Im übrigen giebt er den Schaffnern Wiese, Remmert werden könne und daß er daher aufgefordert werde, innerhalb stark bezeichnet habe, so habe er doch anerkannt, daß die Ange- und anderen ein gutes Leumundszeugniß. Ueber das Annehmen 8 Tagen das Gebiet des preußischen Staats zu verlassen" flagten nicht zu den mauvais sujets gehören, die aus Geldgier von Trinkgeldern befragt, erklärt Zeuge, nach der gedruckt vor­Weshalb mußte diese fonderbare Weihnachtsfreude dem armen und niedriger Gesinnung handeln und deshalb ins Zuchthaus liegenden Instruktion sei das Trinkgeldnehmen verboten. Ein Familienvater mitten in der Nacht verkündet werden. Sollte gehören. Es verdiene auch die Frage Erwähnung, ob nicht der liebenswürdiges Trinkgeld" werde aber von den Schaffnern vielleicht die preußische Regierung annehmen, durch ein der$ 3 des neuen Gefeßes mildernde Umstände zulasse, da im§ 1 meistens doch angenommen. artiges nicht mehr vereinzeltes Vorgehen Vortheile für sich bei solche zugelassen seien. Die Höhe des beantragten Strafmaßes dem ruffischen Handelsvertrag herauszuschlagen, Freunde für halte er für exorbitant: zu berücksichtigen sei, daß die Reise der ruffische Manieren zu werben oder die Ideen des chriftlichen Angeklagten bereits geplant war, ehe dieses Gesetz erlassen wurde. Staates" der Verwirklichung nahe zu bringen? Kaminsky ist Er beantrage in erster Linie Festungshaft, eventuell nach§ 3 unbestraft in politischen Sachen nach keiner Richtung hin auf das niedrigste Strafmaß. getreten, als arbeitsamer Tischler in seiner Gegend allgemein be liebt, Vermögen befißt er bei seiner zahlreicher Familie nicht.

bekannt gebliebener Gauner den bekannten Schwindel, daß er

auf einem angeblich von der Hand des Grünframhändlers be­schriebenen Bettel die Ueberweisung von acht Mart durch den Vorzeiger forderte. Die Frau schöpfte jedoch Verdacht und ersuchte den Unbekannten, auf einige Augenblicke zu warten. Der Schwindler mochte jedoch Lunte gerochen haben und zog es

daher vor, zu verduften.

Durch einen brutalen leberfall auf zwei junge Mädchen aus Berlin wird unfere Nachbarkolonie Schönholz seit dem vorigen Sonntage in Aufregung erhalten. Am gedachten Tage waren zwei Mädchen aus Berlin in Schönholz anwesend und tehrten Abends noch beim Gastwirth Liebergall ein, um rubig ein Glas Bier zu trinken. Kurz, nachdem sie das Lokal verlassen hatten, wurden sie von einem Schönholzer Einwohner überfallen

Der Angeklagte Degouy appellirte in seinem Schlußworte für sich und noch mehr für seinen Genossen an die Nachsicht des höchsten Gerichtshofes.

Delguen auf 4 Jahre Feftungshaft. Die Urtelsgründe sind uns Das Gericht erkannte hierauf gegen Degoun auf 6, gegen Delguen auf 4 Jahre Feftungshaft. Die Urtelsgründe sind uns noch nicht zugegangen.

Vom Gericht in Essen ist nachträglich die Anzeige ein­gelaufen, daß der Angeklagte Kaufmann vielfach vorbestraft sei. Er soll zahlreiche Uebertretungen der Gewerbe- Ordnung begangen, auch wegen förperlicher Mißhandlung, Majestätsbeleidigung und wegen Diebstahls vorbestraft sei. Der Angeklagte bestreitet alles, Der Ober- Reichsanwalt begründet hierauf eingehend auch die übrigen Angeklagten aus Essen bestätigen, daß Kauf­das beantragte Strafmaß und meinte, die Franzosen müßten mann nicht bestraft sei. Der Präsident erklärt, er wolle gern glauben, daß Der alte Schwindel. Bei der Frau eines in der Frieden: werden, in Zukunft die deutschen Kriegshäfen als Versuchs- seitens des Essener Gerichts ein Frrthum vorliege. ftraße un- stationen für ihre Entdeckungsreisen anzusehen. Beuge Zugrevisor Schäfer erzählt den Vorfall, Brozti­Philipps. Schaffner Broyti sei, als er in Wanne revidirte, sehr ängstlich gewesen und habe wiederholte Versuche gemacht, an den Wagenabtheil zu kommen, in dem Philipps saß. Als er in dieses blick habe er, Zeuge, gefragt, wie weit er denn fahren wolle und Roupee gekommen, sei Philipps aus dem Schlafe erwacht und habe ihm sofort 3 M. entgegengestreckt. In demselben Augen­Philipps habe geantwortet, nach Essen . Er habe sich das Billet den Direktor des im Jahre 1891 mit großer Unterbilang falliirten war. Philipps habe den doppelten Fahrpreis 8. Klaffe für die Das Chemnitzer Schwurgericht verurtheilte am Freitag zeigen lassen und festgestellt, daß dieses schon um 12 Uhr abgelaufen Burgstädter Kreditvereins, Drlamünder, welcher maßlos ver- Strecke Hamburg - Essen nachzahlen müssen und erklärt, er werde schwendete und fingirte Kontos führte, wegen betrügerischen reklamiren. Beuge Biehhändler Gottschalt war auch in dem Bankrotts, Betrug und Unterschlagung zu 9 Jahr Zuchthaus und Koupee mit Philipp und er erzählt: Es war Streit im Roupee. 10 Jahr Ghrverlust. Der Schaffner sagte, das Billet sei um 12 Uhr abgelaufen und Direktorialwechsel. Der langjährige Vorsitzende der ersten in Bremen müſſe Philipps aussteigen oder ein neues Billet und mit einem gefährlichen Werkzeuge derart bearbeitet, daß das Etraikammer am Landgericht Berlin I, Landgerichts- Direktor lösen. Philipps aber sagte: Wenn die Fahrt vor 12 Uhr an­detem Zustande in das verlassene Gasthaus zurück getragen lung des Landgericht I übertreten und die Rammer für Chesachen Dann hat der Zeuge geschlafen und ist erst aufgewacht, als der eine der Mädchen blutüberströmt liegen blieb und in verwun- Schmidt, soll mit Ablauf dieses Jahres in die Zivil- Abthei- getreten ist, dann ist das Billet giltig. Der Schaffner sagte, wenn er in Bremen fein neues Billet löse, müsse er ihn melden. werden mußte. Erst nachdem die Ueberfallene einigermaßen übernehmen. Mit ihm würde der unstreitig geistig und juristisch Revisor Schäfer eingestiegen sei. Philipps habe dem Revisor transportfähig gemacht worden war, konnte sie nach ihrer in der bedeutendste Vorsitzende der hiengen Straffammer zu Zivilfachen Geld gegeben und gesagt:" Bitte, lösen Sie mir ein Billet nach Zimmerstraße in Berlin belegenen Wohnung gebracht werden. übergehen. Seine umsichtige Leitung der Verhandlungen und Effen!" Er glaubte wohl, den Schaffner vor sich zu haben. Augenscheinlich liegt hier ein Racheaft vor und es wird start Klarheit bei der Urtelsverfündigung trat besonders in Effen!" Er glaubte wohl, den Schaffner vor sich zu haben. vermuthet, daß hinter dem Bot bringer der schimpflichen That lange Tage andauernden Prozessen gegen Der Revisor habe das Billet beanstandet und ihn aus dem Gauner, Be andere Personen stecken. Befremden erregt in weiten Kreifen, trüger, Bucherer und Wagen zum Stationsvorstand geführt. dergleichen hervor. Offenbar war daß, troydem der Gendarm zur Stelle war, bisher noch nichts in gerade Echmidt auch in politischen Prozessen bestrebt, unparteiisch über den Fall Philipps wie der Vorzeuge. Auch der Viehhändler Stock macht ähnliche Bekundungen dieser Angelegenheit geschehen ist, und würde es den Wünschen die Wahrheit herauszufinden und ohne politische Voreingenommen Gegen 6 Uhr vertagt der Präsident die Sigung auf vieler entsprechen, wenn Licht in diese Affaire gebracht würde. heit zu erkennen. Wenngleich von unseren Genossen manche morgen früh. Die nächstjährige Große Berliner Kunst Ausstellung auch unter seiner Leitung eine harte Strafe erlitten haben, so wird voraussichtlich am Himmelfahrtstage( 3. Mai) eröffnet und ging doch die allgemeine Ansicht dahin, daß Schmidt selbst ungern am Sedantage geschloffen werden. So kommt Kirchenthum elemmen wollte. Ob die Ueberzeugung, daß auf die Dauer politische Ansichten in Strafgesetzparagraphen zu stark ein­mud Mordspatriotismus in der Kunft zu gleicher symbolischer fein Richterfollegium dem Andrängen politischer Gewalten wider­stehen kann, ihm die strafrechtliche Thätigkeit verleidet hat, ist

Bedeutung.

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Durch das ungeschickte Tragen eines Regenschirmes uns unbekannt. schwer verlegt wurde vorgestern Abend der in der Dresdenerstraße

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Dritter Verhandlungstag. 91/2 Uhr und setzt die Beweiserhebung durch die Zeugen fort. Landgerichts- Direktor Burchard eröffnet die Sigung um Beuge Zugrevisor Echäfer: Wenn von dem Nichteingehen der Fahrscheine auf die Anzahl von Betrügereien geschlossen werden dürfe, so habe der Angeklagte Viehhändler Mendel sehr wohnende Buchhalter Deichner. Als er die Leipzigerstraße der festgesetzten Terminstunde traf am Sonnabend den Spedi- Bemerkung auf, hier seien nur die unter Anflage gestellten Fälle Eine empfindliche Strafe für gleichgiltiges Versäumen oft betrogen. Der Präsident erwidert, er fasse das als generelle passirte, blieb eine Dame, die, obwohl es gar nicht regnete, einen te ur Ernst Schindel aus Friedenau , von dem bereits zu beurtheilen. Wo kein Kläger, sei auch kein Richter. Beuge Regenschirm sehr ungeschickt offen trug, plöglich stehen und stieß Schäfer erzählt nun noch einige Spezialfälle, in denen er Un­dabei dem hinter ihr gehenden D. derart in das linke Auge, daß früher gemeldet wurde, daß er sich zahlreiche Unterschlagungen regelmäßigkeiten festgestellt habe. Auf Befragen des Präsidenten der Getroffene schleunigst die Hilfe eines in der Nähe wohnenden in seinem Geschäftsbetriebe zum Nachtheil seiner Kundschaft erklärt der Beuge, er halte dafür, daß die Durchstechereien Arztes in Anspruch nehmen mußte. Die offenbar ben besseren dem Schöffengericht am Amtsgericht II zwei diesbezügliche Ver- nun die Viehhändler die Schaffner verführt, oder habe zu Schulden kommen lassen. Am Sonnabend standen vor Haben Ständen" gehörende Person hielt es dagegen nicht einmal der dem Schöffengericht am Amtsgericht II zwei diesbezügliche Ver- viele Jahre lang verübt worden seien. Präsident: Mühe werth, sich zu entschuldigen, sondern eilte nach einem die andere um 11 Uhr. In beiden Fällen fehlte der Angeklagte, auf beiden Seiten sein, die größere Schuld liegt meiner Ansicht handlungen gegen Schindel an, davon die erste bereits um 91/2, gekehrt die Schaffner die Viehändler? Zeuge: 63 mag Schuld turgen Umdrehen ruhig weiter. um 12 Uhr kam derselbe, stolz in seinem Hohenzollernmantel auf beiden Seiten sein, die größere Schuld liegt meiner Ansicht Eine muthige That vollführte gestern Abend gegen 5 Uhr gehüllt, ganz gemüthlich den korridor entlang spazirt, so gemäch aber bei den Viehhändlern und es wundert mich, daß die ein Arbeiter in der Gr. Frankfurterstraße an der Ecke der Weber- lich, als hätte er noch stundenlange Zeit. Als er sich beim Ge- Schaffner sich hier alle der Versuchung bezichtigen lassen. Rechts­straße. Das Pferd der Som. Ges. Weiß" aus Schöneberg wurde richtsdiener meldete, führte ihn dieser dem vorsitzenden Richter anwalt Oppenheimer: Eind auch auf anderen Bahnen solche fcheu und ging mit dem leichten Wagen durch; die rechte Scheeren- vor und da er für sein unentschuldigtes Ausbleiben feine Ent- Durchstechereien vorgekommen? Zeuge: Jawohl, aber so plan­stange hatte sich gelöst und der junge Kutscher hatte die Gewalt schuldigung beibringen konnte, meinte der Richter: Wir werden mäßig wie hier nicht. Rechtsanwalt Oppenheimer: Weil wohl über das Pferd verloren; er sprang vom Bock und überließ das Ihnen Respekt vor dem Gericht beibringen! Sie bleiben hier, nicht so planmäßig untersucht worden ist? Gefährt seinem Schicksal. Wie ein Rarouffel drehte sich das ich nehme Sie in Untersuchungshaft!" Und so geschah es. Pferd mit dem Wagen in die Runde, raste dann blißschnell in Die aufgestellten Weihnachtsbäume und riß einige derselben um. Niemand von den angesammelten Menschen wagte es, dem rafenden Pferde in die Bügel zu fassen, als ein hinzugekommener Arbeiter die Situation etannte und mit eigener Lebensgefahr das Pjerd zum Stehen brachte.

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Gin freundliches" junges Mädchen, die unverehelichte Anna R., betrat in der Nacht zum 13. b. M. den Laden eines Kaufmanns in der Invalidennraße und fragte nach einem Gaft­hofe, wo sie die Nacht bleiben fönne. Beide unterhielten sich schließlich in französischer und englischer Sprache, die R. forderte ein Glas Wein und machte dann den Kaufmann darauf auf­merksam, daß er seine Kleider weiß gemacht habe. Sie ging in ihrer Aufmerksamkeit so weit, ihm den Schmutz abzuklopfen, dann entfernte sie sich. Der Kausmann entdeckte nun, daß ihm die Geldtasche mit 37 M. und zwei Loosen der Nothen Kreuz- Lotterie verschwunden waren.

Eine Vogelausstellung hält der Berliner Kanarienzüchter: Verein vom 23. d. M. bis zum 1. Jaunar in dem Naume des Hauses Invalidenftraße 35, Ecke Chausseestraße, ab.

Der Riesenprozeß

gegen die fünfzig Schaffner und Vichhändler. Zweiter Verhandlungstag.

( Fortsetzung.)

Erster Zeuge ist der von der Vertheidigung geladene Zugführer Musta: Er sagt aus:

Bevor der Zeuge Zilmann vereidigt wird, bittet Rechtsanwalt Oppenheimer ums Wort. Er führt aus: Jch bitte, die beiden Beugen Billmann und Winter nicht zu vereidigen. Sie haben sich nach meiner Auffassung der Anstiftung zu dem Verbrechen der passiven Beamten­bestechung sowie der attiven Beamtenbestechung verdächtig und schuldig gemacht. Es liegen verschiedene Fälle vor, so bei dem nun mir zu vertheidigenden Schaffner Quasebart, in denen voll­ständig unbescholtene Schaffner lediglich angeklagt sind, weil fie Ich kenne alle hier angeklagten Schaffner, ich habe alle in der Versuchung dieser beiden Kriminalbeamten erlegen und dem meinem Dienst gehabt. Sie haben sich als zuverlässige Leute be- von diesen an sie gerichteten Anfinnen, gegen ihnen gegebenes währt. Präsident: Waren Sie immer bei der königlichen Bahn? Douceur, sie umsonst mitfahren zu lassen, erlegen sind. Nur Beuge: Jawohl. Präsident: Wann müssen die Fahrkarten von durch Anstiftung der Kriminalbeamten sind diese Schaffner auf den Schaffnern abgegeben werden? Zeuge: Sie sollen vor Be- die Anklagebant gekommen. Abgesehen davon, liegt da aktive endigung der Fahrt auf den Zwischenstationen in die Hände des strafbare Bestechung vor, der eine passive nur dann zu fon­Zugführers gelangen. Aber es tommt häufig vor, daß einige struiren ist, wenn ein anderer attive strafbare Bestechung übt. Passagiere im Besiz ihrer Karten bleiben, auch daß die Schaffner Die Kriminalbeamten haben sich also dieses besonderen Ver­ein Billet nicht koupiren, da fie bei großem Verkehr sehr mit gehens schuldig gemacht. Kriminalpolitisch sei ebenfalls die Arbeit überhäuft sind. Auf Befragen des Vertheidigers Dr. Beeidigung dieser Beamten zu verwerfen. So verdienstlich und Berthold giebt Zenge besonders den Schaffnern Quasebarth, anzuerkennen auch gewiß die Thätigkeit der Kriminalbeamten ist, Rogge und Remmert ein glänzendes Leumundszeugniß. Beuge die mit Gefahr und Aufopferung im Interesse der öffentlichen giebt seiner Verwunderung Ausdruck, daß diese sonst so verläß- Ordnung wirklich begangene Verbrechen aufdecken und zur Ver­lichen Beamten den Versuchungen der Polizei- antwortung ziehen, so liege doch der Fall vollstänig anders, beamten anheimgefallen sind. Der Präsident bittet, vorläufig wenn, wie hier, Beamte des Staates an unbescholtene Leute den Ausdruck Versuchungen" nicht zu gebrauchen, es werde sich herantreten, um sie zu neuen gar nicht bis dahin existirenden ja erit später ergeben, wie das Bergehen der Beamten zu Verbrechen durch Ueberredung und Geschenke zu veranlassen und charakterisiren sei. Der Zeuge wird nach der Führung aller solche Verbrechen neu zu schaffen. Solches Verfahren sei nur übrigen Schaffner gefragt und kann über feinen etwas Nach- geignet, das Rechtsbewußtsein im Bolte zu untergraben und das theiliges sagen. Bei den vielfachen unverhofften Revisionen habe Ansehen des Staats und seiner Organe zu schwächen. Das Ge­er niemals eine Unregelmäßigkeit entdeckt. Ueber den Schaffner richt werde deshalb mit Freuden die Gelegenheit benußen, um Borde äußert sich Zeuge besonders günstig. Er war immer der dadurch, daß es die Nichtbeeidigung dieser beiden Zeugen aus= Erste, der es angezeigt habe, wenn einmal ein Passagier ohne spreche, auch öffentlich den Unterschied zu statuiren, den es mache Billet im Zuge befindlich war. Rechtsanwalt Berthold: Wenn zwischen den Organen des Staates, die begangene Verbrechen nun hier Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind, halten Sie diese aufdecken und denen die neue noch gar nicht existirende Ver­Polizeibericht. Am 15. d3. Mts. Morgens versuchte ein Unregelmäßigkeiten für die Folgen eines fomplottmäßigen Vor- brechen hervorrufen und schaffen. Dienstmädchen, in der Wohnung seiner Herrschaft, in der Culm- gehens? Beuge: Nein, ein Komplott sehe ich nicht darin, ein Präsident: Die Ansicht des Vertheidigers wäre sicherlich straße, sich die Pulsader an der Hand aufzuschneiden. Es wurde Komplott hätten die Borgefekten entdecken müssen. Vertheidiger: richtig, wenn die Zengen es gethan hätten, damit die Beamten noch lebend nach dem Elisabeth- Krankenhause gebracht. Vor- Werden die Beamten oft vom Publikum in Versuchung geführt? sich befiechen lassen, es ist ein Unterschied, ob sie es nur gethan mittags wurden vor dem Grundstück Rammerstr. 9 und auf dem 3enge: Das fommt, ich möchte sagen, bei jedem Zuge vor. hatten, um zu sehen, ob sich die Beamten bestechen lassen würden. Zimmerplatz Gubenerstr. 29 zwei Zeichen neugeborener Kinder auch mir ist so etwas schon oft paffirt. Staatsanwalt Buehle: Im letteren Falle würde der Dolus fehlen, der ja zur Anstiftung autgefunden. Im Landwehrfanal, in der Nähe der Charlotten- Ist es den Schaffnern erlaubt, Trintgeld anzunehmen? Beuge: gehört. Um aber den Antrag der Vertheidigung zu erledigen, burger Brücke, wurde die Leiche eines etwa 40 Jahre alten Nein. Das ist nur erlaubt, wenn gefrönte Häupter fahren. möchte ich vorschlagen, über die Frage der Beeidigung erst nach Mannes angeschwemmt. Im Garten des Schloffes Bellevue Präsident: Auch nicht, wenn die Schaffner besondere, gerade der Vernehmung der Zeugen zu beschließen. schoß sich ein Kaufmann zwei Kengeln in den Kopf. Nach An- nicht zu ihren Dienstobliegenheiten gehörige Dienstleistungen Rechtsanwalt Oppenheimer: Damit bin ich einverstanden. legung eines Verbandes wurde er nach dem Kvantenhause Moabit machen? Zeuge: Auch dann soll es nicht sein. Präsident: Rechtsanwalt Dr. Wallach bittet, den Beugen besonders gebracht.-Abends fiel eine Fomt vor dem Hause Potsdamer- 1 Dürfen die Schaffner auch, nicht einant eine Bigarre annehmen? darauf aufmerksam zu machen, daß er über solche Dinge, durch

Treihundert Mark Belohnung sind demjenigen zugesichert, der die Person entdeckt, welche dem Kaufmann Friedländer am Montag die Höllenmaschine zugesandt hat.

Der bekannte Einbrecher Adolf Krüger hat wahrschein lich in Frankfurt a. M. dieser Tage einen Einbruch verübt. Aus einer Wohnung wurden Werth- und Schmucksachen entwendet, darunter ein Tausendmarkschein, 8 Hundertmarkscheine, 4 Fünfzig martscheine, 45 M. in Silber, eine goldene Damenuhr mit un martscheine, 45 M. in Silber, eine goldene Damenuhr mit un­echter Kette.

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