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Nr. 181. 30. Jahrgang.

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Gewerkschaftliches.

Ein Bluturteil.

Ein Jahr Gefängnis gegen einen Betrunkenen, der am Streik teilnahm.

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disatisifall 260

Freitag, 18. Juli 1913.

Tragweite seiner Handlungen zu übersehen, als mildernd an- nicht zu gewähren. Der Ausstand sei darauf zurüdzuführen, gerechnet hätte. Dem streifenden Trinker versagte das Gericht daß bon bisher unbekannten Personen auf den Werften jede Anwendung mildernder Umstände. Hier sah es nur die das Gerücht verbreitet worden sei, die Organisationsleitungen hätten erschwerenden. Schlimmer kann die Befangenheit der Richter, den Streit beschlossen. Allgemein herrscht die Auffassung, daß trotz die über Streifende zu urteilen haben, nicht mehr zutage der Erklärung der Zentralvorstände mit der Ausdehnung des Streifs treten. so oder so eine Entscheidung herbeigeführt werden würde, die in den nächsten Tagen erwartet wird. Die Werften sind mit Aufträgen gut versehen, ein Abflauen der Schiffsbaukonjunktur ist vorläufig nicht zu erwarten. Das bestätigt auch die bürgerliche Bresse. Die Arbeitsniederlegung ist für die Werften ein schwerer Schlag.

Berlin und Umgegend.

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In Stolp in Pommern werden aus Anlaß des dortigen Maurerstreifs Urteile gegen Streifende verhängt, die den Un­befangenen schaudern machen. Und alle diese Urteile werden Mißstände bei der Firma Schwarzkopff. ohne jeden Umschweif damit begründet, daß in Streitigkeiten, die aus Anlaß des Streits zwischen Arbeitswilligen und der Scheringstraße beschäftigten Arbeiter, die vollzählig besucht war, Eine Versammlung aller bei der Firma Schwarzlopff in Streifenden stattfinden, die Richter unerbittlich gegen die beschäftigte sich nach dem Bericht des Arbeiterausschusses mit den Ueber eine Antwort der Werften auf das Schreiben der Arbeiters Streifenden sein müßten, damit diese abgeschreckt werden mißständen im Wert. Die Arbeiter fordern die Lohnauszahlung verbände, die zu neuen Verhandlungen zum 17. Juli eingeladen davon, auf die Arbeitswilligen einzuwirken. Nicht die Schwere am Freitag, sowie den früheren Arbeitsschluß am Sonnabend. hatten, konnten am Mittwoch bereits bürgerliche Blätter berichten. des Vergehens dient als Maßstab für die Urteilsfindung, Diese Forderungen sind durch den Ausschuß schon wiederholt der Den Verbandsvorständen ist bis Donnerstagabend eine solche Ant­sondern die Stellung der Beteiligten im Wirtschaftskampfe. Betriebsleitung unterbreitet worden. Die Firma lehnte diese Forde­Am Morgen des 15. April, des ersten Streiftages, begab rungen immer wieder ab. Sie erklärte, wenn der Lohn am Freitag wort noch nicht zugegangen. sich der Maurer Kindermann zu einem Neubau. Er war ausgezahlt würde, kämen die Arbeiter am Sonnabend nicht in einem Streik der Werftarbeiter in Kiel. angetrunken und forderte so einen arbeitenden Maurer auf, erforderlich wäre. Zustande zur Arbeit, wie er zur Aufrechterhaltung des Betriebes Der frühere Arbeitsschluß um eine Stunde am Riel, 17. Juli. ( Eigener Bericht des Vorwärts".)" den Bau zu verlassen. Als dieser sich dessen weigerte, erklärte Sonnabend aber würde für das Geschäft ein materieller Schaden Eine überaus start besuchte stürmische Versammlung von Arbeitern R. ihn für einen Streitbrecher, Lump und Eisbock". Darauf sein und liefe auf eine Arbeitszeitverkürzung hinaus. Allein schon der Kruppschen Germaniawerft , der Werft der Howaldiswerke und entfernte er sich, suchte eine Sneipe auf, und nachdem er weiter aus dem letzteren Grunde fönne die Firma dies nicht bewilligen. der Werft von Stod u. Kölbe, die heute abend im größten Saale gehörig Alkohol zu sich genommen hatte, ging er wieder auf Die Klosettanlagen reichen für das Personal nicht aus. Die den Bau und ersuchte den Maurer abermals, die Arbeit einzu- Firma fagte die Erweiterung der Anlagen zu, jedoch erst, wenn die Kiels tagte, beschloß einstimmig, morgen früh in den stellen. Als dieser das wieder ablehnte, zerstörte der Betrunkene die Möglichkeit gegeben sei, bauliche Veränderungen vorzunehmen. Die Streit einzutreten. Die Arbeiter der kaiserlichen Werft hergestellte Arbeit. Den Aufforderungen des hinzugekommenen Bau- Wasserleitung bersagt sehr oft, wenn die Arbeiter fich gerade beim waren in der Versammlung nicht vertreten. unternehmers, sich zu entfernen, kam er nicht nach, so daß sich in der Segmaschinenabteilung, völlig unzureichend. Abhilfe wurde Waschen befinden. Ebenso find die Entlüftungsanlagen, insbesondere dieser gezwungen jah, aus der Wasserleitung einen Strahl schon vor Wochen zugefagt; bis zu der Versammlung war aber noch zu verzeichnen. Stadtrat Schönrod, der Besitzer der Ziegelei Im Ziegeleiarbeiterstreit in Rolberg ist ein weiterer Fortschritt falten Wassers auf Kindermann zu richten, worauf dieser ab- nichts geschehen. Dasselbe trifft auf den Fahrradstand zu, wo Hohenberg ist, hat den Stampf aufgegeben und die Forderungen der gekühlt den Bau verließ. Im Laufe des Tages stieg ihm der jedes Rad eine Nummer bekommen sollte, aber immer noch feine er- ftreifenden Arbeiter bewilligt. Es fam ein Tarifvertrag zum Ab­Groll noch einmal empor. Nachdem er sich gehörig Mut an- halten hat. schluß. Nunmehr sind noch die Arbeiter der Ziegelei von Neu­getrunken hatte, ging er abermals auf den Bau und geriet Die Art, wie die Firma die Ablehnung der zuerst angeführten mann- Altstadt ausständig. Es steht zu erwarten, daß auch dieser wieder mit dem Maurer in einen Wortwechsel, in dessen Ver- Forderungen motivierte, wurde als geradezu unerhört bezeichnet. Herr bald zur besseren Einsicht kommen wird. Vorläufig bleibt der lauf er den Arbeitenden mit einem Spaten bedrohte. Ein Jeber, der im Betriebe ſei, wisse, daß der Konsum von Milch, Kaffee Betrieb für Biegeleiarbeiter noch gesperrt. E3 und alkoholfreien Getränken im Betriebe ständig zunimmt. hinzugerufener Polizeibeamter nahm ihn schließlich mit zur wurde auch erklärt, daß es mit der Ablehnung nicht sein Bewenden Wache. Dieser auch von uns verurteilte Vorgang, der doch haben könne. Es müsse jegt darauf gedrungen werden, daß die nur eine Folge von reichlichem Alkoholgenuß war, gab dem Forderungen Geltung erhalten. Uebrigens dürfe sich die Arbeits- Katholische Unternehmer vereine gibt es bekanntlich nicht. Staatsanwalt, einem Assessor, Gelegenheit zu erklären: zeitverkürzung nicht auf den Sonnabend beschränken, sondern müsse Die katholischen Kapitalisten schließen sich mit ihren evangelischen, " Der äußerst hartnäckig geführte Streit zeigt dem Gericht, auch auf die anderen Wochentage ausgedehnt werden. Bulegt wurde jüdischen und heidnischen Profitgenossen zusammen, wie es ihnen daß die bisher geübte Milde nichts gefruchtet hat. Die ein Antrag angenommen, daß eine Kommission mit dem Ausschuß, beliebt. Kämen aber irgendwo katholische Unternehmer auf die Streifenden machen sich lustig über die milde Strafe. Die den Vertrauensleuten und der Ortsverwaltung die Forderungen er- Jdee, einen Herifalen Stapitalistenverein zu gründen, würde ganz Arbeitswilligen müssen unbedingt geschützt werden. Werden neut ausarbeiten möge, die dann mit allen Mitteln und ganz ent- gewiß die Kirche nicht verlangen, daß sie um Erlaubnis gefragt schieden durchgedrückt werden sollen. Anders bei den Arbeitern. In der Sieg- Beitung" ver harten Strafen verhängt, ſo berlieren die öffentlicht Kaplan Sandgathe diese Drohnote: Arbeitswilligen die Lust zum Arbeiten, deshalb muß das Achtung, Friseurgehilfen! In die Liste der Tarifgeschäfte sind Einige in hiesiger Stadt verbreitete Zeitungen fündigen für Gericht, um sein Ansehen zu heben, harte Strafen verhängen. Sonntag, den 13. Juli 1913 eine Versammlung im Michaelishause Es ist geradezu ein System in den Ausschreitungen der noch nachzutragen: iede, Stargarder Str. 18, anger, an, auf der die Gründung eines katholischen Arbeitervereins für Dunderstr. 68, Bent, Tilfiter Str. 17, 3irschwig, Rykestr. 15. Streifenden. Es wird ein Terrorismus selbst auf die Aufgelöst ist das Tarifverhältnis bei Oberländer, Neue Hoch­Siegburg- Nord in Aussicht genommen ist. Streifenden ausgeübt. Streifende haben zu den Arbeit- ftraße 42, Kochmann, Lindenstr. 79, ro II, Veteranenstr. 6, Kroll, gebern erklärt, sie würden gern arbeiten, aber sie bekämen maire, Bellermannstr. 95. Der Streit bei Martini, Arndt dann Schläge." Der Staatsanwalt beantragte sieben Monate Bergmannstr. 112, dauert unverändert fort. Gefängnis.

feine

Verband der Friseurgehilfen. Deutfches Reich.

wird.

Arbeiter oder kirchliche Sklaven?

Diese Gründung erfolgt ohne jede Fühlungnahme mit dem von der Erzbischöflichen Behörde ers nannten Präses des bestehenden katholischen Arbeitervereins, ferner gegen den Willen der Bezirks und Diözesanleitung.

Alle katholischen Arbeiter werden eine solche Gründung richtig beurteilen und mit Recht verurteilen.

Daß dies so recht nach dem Herzen des schon einmal bon uns charakterisierten Vertreters des Streitbrechers, des Rechtsanwalt Schüler war, braucht wohl nicht hervor­Der Streit der Werftarbeiter in Hamburg Der von der Erzbischöflichen Behörde ernannte gehoben werden. Auch er stellte sich in einer Scharfmacher- hat jetzt auf sämtliche Werften übergegriffen. Es arbeiten lediglich geistliche Präses des fatholischen Arbeitervereins betrachtet sich dem rede auf den Standpunkt des Anklägers. Auch er verlangte noch fleinere Reparaturwerkstätten, in denen aber auch jeden Augen nach als der Vorgesezte aller katholischen Arbeiter Siegburgs. Die eine harte Strafe, da eine Geldstrafe nicht am Blaze sei, da blick Differenzen ausbrechen können. Die Gesamtzahl der Streifenden arbeitsharten Proletarier sollen wie Kinder dem jungen Herrn diese doch von der Streiffasse gezahlt werde. wird für Hamburg auf ungefähr 14 000 geschägt; die höheren Kaplan um Erlaubnis bitten, ob sie einen Verein gründen dürfen. Das Gericht selbst führte begründend aus, der Arbeiter Schäzungen müssen als übertrieben bezeichnet werden. Auf der Es muß doch noch recht dunkel sein in Siegburg . Kein Wunder, habe ein Recht zu streiken, aber nicht ein Recht, Arbeitswillige großen Werft von Blohm und Voß haben selbst biele Gelbe die einem Mandat verhalf, obgleich es ihm in dem benachbarten Kölu daß dieser Wahlkreis dem Zentrumsführer Trimborn wieder zu abzuhalten. In jedem Rechtsstaat müßte diesem Vorhaben Arbeit niedergelegt. Den Rest der Gelben hat die Firma sodann durch den Spruch der Wähler aberkannt worden war. mit der größten Entschiedenheit entgegengetreten werden. Die ebenfalls entlassen. Der Hafen bietet, seit der Lärm auf den Freiheit der Arbeitswilligen dürfe nicht behindert werden. Es Werften auf unbestimmte Zeit verstummt ist, ein wesentlich ruhigeres sei deshalb auf 1 Jahr Gefängnis erkannt! Bild als gewöhnlich. Die Arbeiter bewahren eine besonnene Saltung. Die Streifleitung fordert die Streifenden in Plakat­Sechstausend Hafenarbeiter sind in uII in den Ausstand ge­anschlägen auf den Kontrollstellen und in sonstigen Verkehrslokalen viktoriadods, die einen halben Benny die Stunde Lohnerhöhung Die Bewegung begann unter den Zimmerleuten der dringend auf, alle Ansammlungen auf den Straßen zu verweiden. und Verkürzung der Arbeitszeit verlangten. Die Unzufriedenen Die Organisationsleitungen beharren auf ihrem Standpunkt, die suchten die anderen Docks auf und forderten die Arbeiter zum Streik Arbeitsniederlegungen nicht anzuerkennen und Unterstützungen auf. Alle Docs find in Mitleidenschaft gezogen.

So das Urteil, das gegen einen Menschen gefällt wurde, der bei Begehung der Tat betrunken und einer ruhigen Ueber­legung unfähig war.

Wir hegen nicht den geringsten Zweifel, daß dieselbe Straftammer jedem anderen Trunkenen seine Unfähigkeit, die

Kleines feuilleton.

Was ist des Deutschen Baterland? In diesem Jahre tönnten wir auch das Jubiläum von Ernst Moriz Arndts patriotischem Frage- und Antwortlied" Was ist des Deutschen Vaterland"? feiern. Das wäre aber zugleich der Gedenktag einer fast hundertjährigen Fälschung. Denn als 1813 in Berlin ohne Ort, Jahr und Namen " Fünf Lieder für deutsche Soldaten" erschienen, enthielt das be­kannteste Lied des Dichters noch eine fünfte Strophe, die auch in den Kriegsliedern der Teutschen" 1814 noch enthalten war. Diese Strophe lautete:

Was ist des Deutschen Vaterland?

So nenne mir das große Land! Jst's, was der Fürsten Trug zerklaubt? Vom Kaiser und vom Reich geraubt? Onein! O nein!

Das Baterland muß größer sein. Als dann nach dem Sturz Napoleons der Fürsten Trug begann, die Freiheit der Freiheitskämpfer zu zerklauben, korrigierte erit Arndt den Trug der Fürsten in der Welschen Trug". Aber auch das sicherte ihn nicht vor der Verfolgung, und so gab er denn schließlich die ganze Strophe preis, ohne übrigens dem preußischen Rächerarm zu entgehen. So wird denn bis heute die Fanfare von 1813 gerade der Zeilen beraubt, die am deutlichsten Geist und Stimmung der Patrioten von 1813 wiedergaben.

Vielleicht wenn im August die deutschen Bundesfürsten in der Befreiungshalle von Kehlheim versammelt sein werden, wird das begeisterte Volk den unverstümmelten Tert der Arndtschen Na­tionalhymne singen. Und man fügt gleich Richards Wagners zum 50jährigen Jubiläum gedichtete Parodie hinzu: Was ist des Deut. schen Baterland? Wo dem, den sie zu Tod gehetzt, Man Reden hält und Standbild sekt?... O ja! ja! Ja! Ja! Sein Baterland, da ist es, da!"

treten.

Ausland.

schlafen. Zahlreiche andere Vorschriften schließen sich an, darunter| werden. Otto Fanger, der fürzlich so erfolgreich als Eleazar auch genaue Angaben über die im Landstreicherleben üblichen Weg- in Halévys Jüdin" debutierte, gab den Manrico. In den Mittel­marten und Zeichen, die an allen Kreuzmegen angebracht werden lagen befriedigt sein Organ allerdings weniger, das Troubadour­sollen. So müssen z. B. bei Tag drei Haufen Gras am linken lied im Kerker enttäuschte etwas; hingegen entfaltete er strahlenden zusammenzulegen, daß sie die Wegrichtung angeben; bei naffem C und mußte die Schlußarie des dritten Aktes wiederholen. Vor­Wegrand angebracht werden; bei Nacht sind Aeste oder Stöde so Stimmtlang in hohen Lagen bis zum Gipfel des dreigestrichenen und nebligem Wetter ist eine Marte in Form eines G anzubringen züglich bei Stimme war diesmal wieder Mimi Poensgen als und bei windigem Wetter Steine in derselben Form an dem linken Gräfin Leonore. Ihr machtvoller Sopran, dem dramatischer Cha­Wegrand. Um ihren Unterhalt zu fristen, dürfen die Wettbewerber ratter eignet, bringt doch auch Ihrische Koloraturen mit Geschmeidig den Breis davontragen, der bei diesem Leben und Verkaufen auf gesanglich wie darstellerisch gut. Für Azacena, die Zigeunerin, als wandernde Hausierer allerlei Waren mitnehmen, und der wird keit. Adolf Permann betreute seine Baritonrolle( Graf Luna) der Landstraße die besten Geschäfte macht. hat Signe B'e der eine nicht unebene Erscheinung. Ihr Mezzo­bei ungleicher Gesangsleistung. sopran befißt Färbung und Kraft Das spärlich besetzte Haus erklang zeitweilig von begeisterten Bei­fallsspenden.

Mrs. Boldt erklärt:

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Notizen.

c. k.

Bühnenchronit. Hermann Bahr 3 neuestes Bühnen­werk Das Phantom", eine Komödie in drei Akten, wird im Theater der Sozietät in Berlin zur Uraufführung gelangen. Die Tragödie Sonnen finsternis" von Arno Holz soll im Stadttheater zu Bernburg ihre Uraufführung erfahren und dann als Gastspiel( 1) nach Berlin kommen. - Kunst chronit. Die Ausstellung der Se3effion wird Eine Reihe der aus der Sonntagabend 7 Uhr geschlossen.

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Die Sklaverei des Rodes". Eine Amerikanerin, die es sich leisten kann, will die Frauenröde abschaffen. Frau John Boldt gehört so wird darüber berichtet zu den Vorkämpferinnen der amerikanischen Frauenstimmrechtlerinnen. Attentate, Brand­stiftungen, Ueberfälle und sonstige suffragistische Heldentaten hat fie nun zwar nicht aufzuweisen; dennoch kann man mit Fug be­haupten, daß sie manche ihrer Gesinnungsgenossinnen an Mut überragt. Denn jie wagt, was teine wagt: fie geht in Hosen. Was kann das nüßen, daß die Frauen Stimmrecht und Freiheit fordern, wenn sie ihre Befreiung nicht zu allererst auf dem Gebiete der Kleidung durchführen? Es ist der Rock, der die Frau zum Sklaven macht. Der Rock hindert ihre Bewegungsfreiheit, der Rock reizt und erhöht ihre Eitelkeit, der Rock macht die Frauen zu Puppen anstatt zu Menschen. Darum Sezession ausgeschiedenen Künstler veranstaltet die von der alten vor allen Dingen: fort mit den Röcken!" Das Programm ist nicht Sezession projektierte Herbstausstellung im Ausstellungs­neu, aber die Amerikanerin hat den Mut ihrer Meinung und trägt hause am Kurfürstendamm . Sie soll am 1. November eröffnet die Hosentracht überall, auch auf der Straße. Ihre Kleidung unter- werden. Eine Künstler- Produktivgenossenschaft scheidet sich in ihrem oberen Teile wenig von der sonst üblichen Frauentracht, geht aber dann in ein paar weite faltige Beinkleider In Stuttgart ist der interessante Versuch gemacht worden, über, die kurz über den Knöcheln festgeschlossen sind. Vom Gürtel Künstler in einer Art Produktivgenossenschaft zu vereinigen. Die herab hängt born eine lange Schärpe. Daß diese Tracht anstößig Leute von den Stuttgarter Lehrwerkstätten haben sich zusammen wirte, das kann man, soweit sie sich nach der bildlichen Wiedergabe mit einer kleinen Anzahl Gleichgesinnter von auswärts unter beurteilen läßt, kaum behaupten, und jedenfalls hat die Amerika - Pantots Leitung zu einer Genossenschaft für freie und an­Sport- Zigeuner. Ende dieses Monats wird sich der englische nerin, die die Hoſen nicht mehr bloß symbolisch anhat, eine sehr gewandte Kunst" zusammengetan. Die Genossenschaft, die nur Romanschriftsteller 5. G. Wells, der durch seine phantastisch- hübsche Reklame für sich gemacht. Hoffentlich nicht bloß aus Künstler und Kunstfreunde, aber keine Fabrikanten aufnimmt, utopistischen Romane auch bei uns einen großen Leserkreis erwor- damenhafter Eitelkeit. übernimmt die Lieferung von Entwürfen jeder Art, überwacht oder ben hat, aufmachen, um als hausierender Vagabund und Zigeuner übernimmt die Ausführung, verkauft Bilder, Plastiken und künst ein Stück von der Romantik in sein Leben zu tragen, in die er bis­lerisch einwandfreies Kunstgewerbe. Die Prüfung aller zum Ver­her nur in seinen Romanen geflüchtet. Wells ist nämlich Mitglied Sommer'oper im Schiller Theater O. Der tauf gestellten Stüde erfolgt durch eine aus den Mitgliedern der des" Zigeunertfubs", und dieser hat einen originellen Wettbewerb Verdische Troubadour, das ist die ob ihrer Gruselromantik Genossenschaft gebildete Jury. ausgeschrieben, an dem sich der Dichter beteiligen will. Das Biel , und Leiertastenpopularität arg verrufene Schreioper" für Ihriſche Die Barbarossahöhle im Kyffhäuser ist von das mit diesem Wettbewerb erreicht werden soll, ist der Beweis Tenöre, die das hohe C in der Kehle verspüren, wurde Mittwoch ge- Fachgelehrten aufgenommen und vermessen worden. Dabei ergab dafür, daß es jedem, der auch noch so tief im modernen städtischen geben. Die Aufführung hatte im einzelnen und ganzen fünft sich, daß die Barbaroffahöhle eine der größten Höhlen Deutschlands Leben stedt, möglich ist, auf der Landstraße sein Dasein zu finden, lerische Qualitäten. Das kleine, aus tüchtigen Bläsern und ist. Die Höhle erstreckt sich auf weit über 1300 Meter, während daß das Leben des Zigeuners unter dem freien Himmel gesund Streichern gebildete Orchester entwidelte prächtige Klangfülle. Die man bislang nur 350 Meter angab. und einem unabhängigen und selbständigen Geiste angemessen ist. Frauen- und Männerchöre sangen rein, selbst die hinter der Szene. Die Kalenderreform in Rußland . Die bereits Nur Mitglieder des Zigeunerklubs und des Amateur Camping- Das dekorative Element offenbarte Stimmung, das Zigeunerlager feit langem geplante Einführung des westeuropäischen Kalenders Klubs dürfen sich an dem Wettbewerb beteiligen, und keiner der malerische Anordnung; und alles ging sehr präzis, ohne doch allemal in Rußland ist nunmehr abermals als gescheitert zu betrachten, da Preisbewerber darf sich auf seiner Fahrt eine Begleitung mitnehmen. da, ivo die Handlung es mit sich bringt, der dramatischen Schlag- sich die vom Reichsrat eingesetzte Kommission gegen die Einführung Auch Geld mitzunehmen, ist nicht erlaubt; dagegen wird gestattet, fraft zu entbehren, was alles von emfigem Studium zeugt. Recht des Gregorianischen Kalenders und für die Aufstellung eines neuen daß die Bagabunden" des Nachts unter einem leichten Zelt glücklich darf die Besetzung der solistischen Hauptparts genannt Weltkalenders ausgesprochen hat.

Mufil.