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Mr. 302.

30. Jahrgang.

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Gewerkschaftliches.

Innungs- Diktatur.

Die Kampfesstimmung, die sich in einer großen Anzahl Innungen gegen die Arbeiterbewegung bemerkbar macht und ihren Ausfluß in den heftigsten Angriffen gegen angeblichen Terrorismus der Gewerkschaften führt, zeigt eine eigenartige Mischung von Heuchelei und Uebertreibung, die bereits in den Kreisen der Innungsmeister zu einer Gegenströmung geführt hat, die sich gegen die Gewaltspolitik im eigenen Lager wendet.

Besonders ruhmreich auf dem Gebiete diktatorischer An­ordnungen sind die Fleischerinnungen. Sie gehören mit wenigen Ausnahmen seit geraumer Zeit als korporative Mit­glieder dem Deutschen Fleischerverband an. Dieser Verband dehnt sein Tätigkeitsgebiet über ganz Deutschland aus. Um nun die Fleischergesellen ganz unter seine Aufsicht zu bringen, wurde von dieser Korporation ein sogenanntes Wanderbuch eingeführt, das jeder Geselle, will er Arbeit erlangen, dem Meister vorzeigen muß. In einem Beschluß ist ferner den

Innungen und ihren Mitgliedern der Zwang auferlegt, keinen Gesellen in Arbeit zu nehmen, der nicht dieses Wanderbuch besitzt. Dieses System der Drangsalierung fand eine noch höhere Entwickelung in dem Beschluß, auch die außerhalb des Deutschen Fleischerverbandes stehenden Innungen zum Bei tritt zu zwingen. Der Deutsche Fleischerverband faßte den Beschluß, daß Innungen, die sich ihm nicht anschließen, da­durch geächtet werden, daß kein Fleischergeselle, der bei einem dem Innungsverbande nicht angehörenden Innungsmeister gearbeitet oder seine Lehre durchgemacht hat, bei einem dem Deutschen Fleischerverband angehörenden Meister beschäftigt werden dürfe. Um die Maßnahme wirkungsvoll zu machen, wurden Strafandrohungen gegen die Meister festgesezt. Diese Maßnahme führte zu dem ungeheuerlichen Zustand, daß die Gesellen, die in Oberschlesien oder Berlin in Arbeit standen, in anderen Orten keine Arbeit erhielten, weil der Meister, bei dem sie bisher in Arbeit gestanden hatten, nicht dem Deutschen Fleischerverband angehörte. Die Gesellen mußten es also vermeiden, bei solchen Meistern in Arbeit zu treten, die dem Deutschen Fleischerverband nicht angehörten.

Gegen diesen Terrorismus wandten sich seinerzeit die oberschlesischen Innungen an den preußischen Handelsminister und auch der Zentralverband der Fleischer, die Organisation der Arbeiter, schloß sich dem Vorgehen an mit der Bitte, diese Bestimmung, welche die Gesellen in der schwersten Weise drangsalierie, ohne daß sie sich hiergegen zur Wehr sehen können, aufzuheben. Man muß berücksichtigen, daß diese Maß nahme die Gesellen viel schwerer traf als die Meister, gegen die sie eigentlich gerichtet war. Der Kniff ist deshalb so raffiniert, weil man schließlich doch nicht verlangen konnte, daß die Gesellen nun etwa in den Ausstand treten, um ihre Meister zu zwingen, dem Deutschen Fleischerverband beizu

treten.

In der Petition des Zentralverbandes der Fleischer, die am 11. Oktober 1911 an den preußischen Handelsminister ein­gesandt wurde, hieß es nach Darlegung des Sachverhalts am Schluß:

" Es scheint uns nicht ausgeschlossen, daß nach den bisherigen Entscheidungen des Reichsgerichts, die Zwangsmittel, die der Deutsche Fleischerverband anwendet, um einige ihm fernstehende Rorporationen feinen Zweden dienstbar zu machen, als eine Ver. rufserklärung im Sinne des§ 153 der G.-D. erachtet werden fann. Indes, wir haben nicht die Absicht, die Staatsanwaltschaft auf diese Dinge aufmerksam zu machen, da wir wohl annehmen

Kleines feuilleton.

Voll, voller, am vollsten. Im Simplizisfimus" war kürzlich ein wahres Geschichtchen mitgeteilt, das in entzückender Weise die Bureaufratie fennzeichnete.

Wenn wir uns recht besinnen( es tut im übrigen nichts zur Sache), handelte es sich um den Bau eines offiziellen Gebäudes, nach dessen Vollendung den Beteiligten untersten Grades die An ettennung, den Beteiligten zweiten Grades die volle An­erkennung, den Beteiligten ersten Grades aber die vollste An­erkennung ausgesprochen wurde.

Es versuht sich von selbst, daß die schnöden Mitarbeiter des " Simpliziſſimus" diese wahrhaft staatserhaltende Stufenleiter in der hämischen Absicht mitteilten, sie in den Augen unerfahrener Leser lächerlich zu machen. Wir aber finden im Gegenteil, daß das vortreffliche System auch nach der subjektiven Seite ausgebaut werden sollte.

berkörpern können?

=

Sonntag, 16. November 1913.

können, daß in Preußen ohne Ansehen der Person die Justiz ihres nun abermals der preußische Handelsminister Rechnung tragen Amtes waltet, die Staatsanwaltschaft schon von selbst ihr Augen- müssen; denn der Unwille in Innungskreisen gegen diese merk auf diese Vorkommnisse richtet und ihre Aufgabe mit der Maßnahmen, die die selbständige Entschließung des einzelnen selben Konsequenz verfolgt, wie wir dies den Arbeiterorganisa. Meisters, vollständig aufhob und ihn dem Zwang oft ganz tionen gegenüber zu beobachten Gelegenheit hatten. Es dürfte

wohl aber der einfachere Weg sein, wenn wir uns im Vertrauen zufällig von einem kleinen Kreis gefaßter Beschlüsse unter­auf das Berechtigte unseres Anspruches an Euer Erzellenz wen- ftellte, war so stark, daß bereits eine starke Bewegung entfacht den, die weitere schwere Schädigung der Fleischergesellen dadurch ist, um gegen die Zwangsinnungen Front zu machen, indem abzuwenden, daß den Innungen das weitere Verbleiben im Deut- man die Auflösung betreibt. Der preußische Handelsminister schen Fleischerverband untersagt wird... Um so mehr erscheint hat nun in einem Erlaß angeordnet, daß Mitglieder der unser Verlangen berechtigt zu sein, Ginspruch gegen dieses Bor- Innungen wegen Abschluß eines Tarifvertrages nicht in gehen des Deutschen Fleischerverbandes erheben zu müssen, weil Strafe genommen werden können, wohl aber wenn dieser die Korporationen, die ihm angehören, die Fleischerinnungen Tarifvertrag sich gegen Institutionen der Innungen ſelbſt heute schon nach der G.-O. das Recht haben, durch Zwangsmittel wendet. Zum Beispiel gegen den Arbeitsnachweis. Es iſt be­alle Berufsangehörigen zum Beitritt in die Innung zu zwingen. merkenswert, daß eine Reihe liberaler Stadtverwaltungen, Derartige Maßnahmen, die die Gesezgebung zugunsten einer

Unternehmerorganisation erlassen hat, die den Arbeitern in teiner die als Aufsichts- und Beschwerdeinstanz gegenüber diesen Weise zur Verfügung stehen, rechtfertigen es wohl, wenn verlangt Maßnahmen der Innungen in Betracht kamen, fast regel­wird, daß Korporationen mit solchen Sonderrechten ausgestattet, mäßig diese diktatorischen Gelüste in den Reihen der Innungs­nicht zu einem Mißbrauch ihrer Machtbefugnisse greifen. meister unterstüßten und so schwere wirtschaftliche Schäden Bei der großen Abneigung, die wie bekannt im Preußischen dem einzelnen zufügen ließen. Obwohl die G.-Q. ihnen das Handelsministerium gegen jeden wirtschaftlichen Terrorismus Recht gegeben hätte, diese Maßnahmen als ungesetzlich zu er­vorhanden ist, geben wir uns der Hoffnung hin, keine Fehlbitte achten. Es zeigt sich nun wieder, daß, wenn es gegen die Ar­

zu tun."

Dieser Appell an das objektive Rechtsbewußtsein des beiter geht, die Parteiunterschiede im bürgerlichen Lager ver­Handelsministers ist erfreulicherweise von Erfolg gewesen, schwinden und alles sich einig in der Frontstellung gegen die wenn auch die Betenten recht lange in Ungewißheit gelaffen Gewerkschaften zusammenfindet. Insofern verdient der Er­wurden, ob er die richtige Wirkung hervorrufen würde. Denn laß des preußischen Handelsministers hervorgehoben zu wer­netto nach einem Jahr, am 27. Oktober 1912, erhielt der den, weil er geeignet ist, die schlimmsten Auswüchse zu beseiti Zentralverband der Fleischer vom preußischen Handels- gen. Diese Stellung des preußischen Handelsministers ist ministerium die folgende Antwort: nun leider keine auch in den übrigen Bundesstaaten aner­fannte. So geht uns eine Entscheidung des Rates der Stadt Dresden vom 3. September d. J. zu, in der auf eine Be­schwerde des Fleischermeisters P. 2. folgende Antwort erteilt wird, die zugleich den Sachverhalt auch wiederholt:

" Der Deutsche Fleischerverband hat die von ihm erlassenen Vorschriften über die Ausgabe und Entziehung von Verbands: Wanderbüchern dahin abgeändert, daß der nach den früheren Bestimmungen für die Verbandsmitglieder bestehende Zwang, nur solche Gesellen in Arbeit zu nehmen, welche sich im Besitz cines von dem Verbande ausgegebenen Verbandsbuche befinden, beseitigt ist. Ich sehe die Beschwerde des Zentralverbandes in dieser Hinsicht damit als erledigt an."

Damit ist nun diesem Unfug, daß eine Zwangsinnung, aus deren Mitgliederkreis sich niemand befreien kann, die außerdem die Machtbefugnis hat, Strafen bis zu 20 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung demjenigen aufzuerlegen, der ihren Beschlüssen nicht nachkommt, ein Ende bereitet.

Imerhin bliebe noch für den strengen Staatsanivalt übrig, zu erwägen, ob nicht für die Veranstalter dieser Maß­nahme der Erpressungsparagraph in Frage kommt. Das Reichs­gericht hat erst in einer Entscheidung vom 12. Juli 1913 ein Urteil bestätigt, wonach von der Nordhauser Straffamme: gegen Arbeiter auf zwei Monate Gefängnis wegen Erpreffung erkannt wurde, weil sie die Arbeit einstellten, um nicht mit einem Unorganisierten zusammen zu arbeiten. Der Zwang zur Unternehmerorganisation wird hier mit viel schärferen Mitteln betrieben. Bei unserer gerühmten Rechtsgleichheit ist allerdings wohl zu fondieren, für wen die Rechtsprechung ihre Schlingen gelegt hat.

2. hat mit dem Zentralverband der Fleischer und Berufs­genossen Deutschlands , Verwaltungsstelle Dresden , am 29. März 1913 einen Tarifvertrag abgeschlossen, der eine direkte Regelung der Arbeits- und sonstigen Anstellungsbedingungen mit den Ge­hilfen ohne Mithilfe der Innung vorsieht. Dadurch aber ohne weiteres gegen§§ 48-53 der Innungsjagungen verstoßen, die genau bestimmen, daß und unter welchen Bedingungen bei Bedarf von Gesellen die Innungsmitglieder zu verfahren haben. Der Vorstand der Innung war demnach nach§ 12 Abs. 2 des Statuts berechtigt, 2. zur Befolgung der Sazungsbestimmungen aufzufordern und ihm die Auflösung des Tarifvertrages unter Strafandrohung aufzugeben."

Die Entscheidung der Aufsichtsbehörde fügt allerdings hinzu, daß es ja dem Beschwerdeführer freisteht, aus der Innung auszutreten. Dem ist aber entgegenzuhalten, daß in der Regel das Innungsstatut bestimmt, daß der Austritt erst am Jahresschluß erfolgen kann und die Kündigung inner­halb einer gewissen Zeit ausgesprochen werden muß, so daß auch dieser Rat keine Rücksicht auf die tatsächlichen Verhält nisse dem Beschwerdeführer nimmt. Es ist auch interessant, wie solche Beschwerden erledigt werden. Von der Aufsichts­behörde ist der Innungsvorstand vernommen, der Beschwerde­Mit der Strafbefugnis, die den Innungen zusteht, wird führer nicht. Ein Verfahren, das allgemein üblich ist. Mit überhaupt der schönste Unfug getrieben. Wiederholt ist es vor- Recht aber erhoben eine Anzahl Kleinmeister die Forderung, gekommen, daß Meister, die Innungen angehörten, in Strafe daß über die Strafe, die der Innungsvorstand verhängen genommen wurden, weil sie sich einer von der Innung ange- tann, nicht die Aufsichtsbehörde in letter Instanz entscheiden ordneten Aussperrung nicht angeschlossen hatten, und mit sollte, sondern in der G.-Q. ein geordnetes Rechtsverfahren ihren Arbeitern einen Vertrag vereinbarten, den die Innung eingeführt werden muß. Der Vorgang zeigt nur, daß auch nicht sanktioniert hat. Man wird jeder Korporation das Recht den freien Innungen gegenüber der gleiche Standpunkt ein­zugestehen müssen, was wir auch für die Gewerkschaften bean- genommen werden muß, wie den Zwangsinnungen gegen­Spruchen, Mitglieder aus ihren Reihen auszuschließen, die sich über. ihren Beschlüssen nicht fügen. In der freien Innung kann sich Sehr lehrreich ist übrigens in diesem Fall der Versuch, in der Regel der betreffende Meister durch Austritt dem Drud die Innung auf Grund des§ 153 der G.-Q. wegen Drohung entziehen. Die Zwangsinnung gestattet ihm den Austritt zu fassen. Auf eine Denunziation bei der sächsischen Staats­nicht, denn er muß ihr angehören. Diesem Umstand hat anwaltschaft ist folgende ablehnende Antwort eingetroffen: Stämme ein festes Zupaden vertragen, machen uns nicht mehr| Aft hinein willig mit der Darstellung mitgehen. Hernach freilich staunen. Und Moos und Blumen find auch im Bühnenwalde ver- wandelt sich der burleste Stil in Travestie, und man vermißt un traut. Aber die Neuinszenierung, die im wesentlichen die alte auf gern etliche tiefere psychologische Züge, die der ursprünglichen Hand­frischt und sie nur hier und da mildert und tonzentriert, entaüdt lung durch eine im übrigen ziemlich glückliche Neubearbeitung des uns immer noch. Die weiche Frühlingsnacht im Walde mit ihren Tertes genommen find. buichenden Lichtern und den raunenden Naturlauten, das Weben der find frisch wie am ersten Tag. Mondstrahlen und der aus der Dämmerung aufsteigende Morgen

Daß Mar Pallenberg, wenn er will, ein feiner Komifer fein tann, bewies er namentlich in der Wiedergabe des Bachstelzen­liedchens. Man wird ihm mancherlei sonstige Uebertreibungen, die der Rolle des Scharfrichters Ko- Ko unausgefeht für Heiterkell forgt. nur er sich leisten darf, diesmal um so lieber nachsehen, als er in Susanne Bachrich ist ein hübsches Yum- Yumchen. Eduard Rosen ( Nanti- Poo) singt recht annehmbar, und Walter Formes hatte sich als Mitado eine erstaunlich echte Fizlipuslimaste zurecht gemacht. Ueberhaupt trugen auch alle anderen Mitwirkenden, zumal die Geishas, täuschend echte japanische Gesichter und zierliche Bewegungen zur Schau.

Notizen.

ek.

Böcklins Gemälden. Und die Elfen- und Feenwelt, diese schönste Die Märchenpoesie des Waldes umfängt uns so innig wie auf Verkörperung germanischer Volkspoesie, ist so echt und erdhaft ge­raten, daß wir sie als Kinder der gleichen Natur empfinden. Eine Regiekunst, die solches vermag, ist bewundernswürdig, auch wenn sie sonst Jerwege geführt haben mag. Denn auch das Beste in diefer Art ist, um mit Shakespeare zu reden, nur Schattenspiel, und die Einbildungskraft bleibt auch für den Zuschauer schließlich die uns beim Sommernachtstraum ist schließlich durch alle Hilfskünfte der erläßliche Vorausießung jeden mitſchaffenden Mitgenießens. Und In dem vorliegenden Fall sind die begnadeten Personen die worden. Die umrahmende Handlung dieses Gelegenheitsstücks bleibt, Rofegger trop der ziemlich bestimmt lautenden Voraussage nicht zu Stimmungsbereitung fein wertvoller literarischer Gehalt verdeckt- Peter Rofegger Ehrendoktor. Der Nobelpreis ist Objekte der bureaukratischen Klaffenanerkennung. Warum aber sollten sie nicht auch persönlich und subjektiv die gleiche Stufenleiter und launig. Und gar das Gegenstück: die ausgelaffene Verultung doktorat übermittelt. Nicht nur wegen seiner literarischen, sondern auch wo sie nicht am Gaukelipiel des Traumreiches teilninimt, leicht gefallen, aber die Wiener Universität hat dem Dichter das Chren­Wir können uns aus dem Bericht einer offiziellen Feier sehr Laune seiner Kavaliere ficherte, fommt überreichlich auf seine Rechteit! Das letzte geht gegen den tschechischen Kulturverband, der bei der Kunst dilettierender Handwerker, womit der Dichter sich die gute auch wegen seiner allgemeinen kulturellen und nationalen Wirksam wohl den folgenden Sat denken:" Der Herr Amtsvorsteher, dem nung. Ja diese sogenannten Rüpelszenen werden sogar zu breit dem Nobelpreiskomitee gegen den nationalen Rosegger vorgegangen feine Untertanen mit inniger Freude zusahen, war des echten ausgesponnen und die Stomik, die unbewußt sich entfalten soll, grenzt war. Nun ist der tschechische Verband wieder am Schuß. patriotischen Geistes voll. Noch voller war der Herr Landrat, stark ans Bewußt- Parodistische. Theater chronit. Das Ieue Drama Gerhart dem die Lieb: zum preußischen Staat förmlich im Gesicht glänzte. Am allervollsten aber war als alter Korpsstudent der Herr aber kaum eine, die eine Befferung bedeutete. Der Thefeus des im Dezember im Deutschen Künstlertheater zur Uraufführung gelangen. In der Besetzung waren manche Aenderungen zu verzeichnen, Hauptmanns:" Der Bogen des Odysseus" wird voraussichtlich Minister, bei dem geradezu von überströmenden Gefühlen Herrn Danegger trompetete für diesen ausgeglichenen Charakter Vorträge. Volkstümliche Vortragsreihe am gesprochen werden konnte." Konsequenz ist auch für einen Bureaukraten eine schöne Sache. fchuldig. Die weibliche Hälfte des Liebesdoppelpaares war durch vember, Dr. H. Michaelsen Berlin : Die Entdeckung Amerikas und zu stark Moiffis Oberon blieb im Spiel das Elementarwesen Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34-36. Montag, den 17. No­Wenn sich ein so vortreffliches System nach der subjektiven Seite Elie Heims und Johanna Terwin munter und launig ver- des Seeweges nach Ostindien. Die Gründung der großen Kolonial­ausbauen läßt, soll man es tun. Wir geben daher diese Anregung förpert, die männliche Gegenfeite ließ zu wünschen. Urwüchsig und reiche. weiter, ohne auch nur das allgemeine Ehrenzeichen dafür zu ver- ganz foboldhaft war wieder der Buck der Eyfoldt, wirklich elfen- Ueber Küstenzerstörung. Dienstag, den 18. November, Geheimrat Geiniz- Rostock: langen. Durch die bloße Annahme unseres Vorschlages würden haft Fräulein Konstantins Titania. Die Philistertypen der Glaesner- Berlin : Wehr und Schuß der Meerestiere. Freitag, den 21. November, Dr. 2. wir reichlich belohnt sein. Beginn der Vorträge 8 Uhr abends. Eintrittskarten zu 25 Pf. an den Vortrags­abenden von 6 Uhr an in der Geschäftsstelle( Georgenftr. 34-36). Professor Dr. Miethe wird über erstellung fünstlicher Edelsteine am Dienstag, abends 8 Uhr, im großen Auditorium der Urania einen Vortrag halten.

Theater.

dilettierenden Rüpel fanden in Waßmann, dem selbstbewußten Zettel, Arnold, als urkomischer Thisbe, und in Diegelmann, der als Schnod fein schlechtes Löwengebrüll ausstieß, die eindruc vollsten Vertreter. Man belachte ihre Späße, als ob sie die Haupt­jache wären. -r. Mufit.

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Deutsches Theater: Ein Sommernachtstraum bon batespeare. Der deutsche Literarhistoriker Gervinus fam 1850 in seinem tiefgründigen Werte über Shakespeare zu der Ueber­zeugung, daß man Stüde wie den Sommernachtstraum vor der Kunst chronit. Neue futuristische und kubistische Gemälde Bühne bewahren sollte, so sehr sie auch nach der Bühne verlangten. sind auf der neunzehnten Ausstellung Der Sturm, Potsdamer Die Stillosigkeit, die damals vorherrschte, da man die Elfenreigen Im Theater am Rollendorfplatz wird seit Freitag Straße 134a ausgestellt. Vertreten sind u. a. die Maler Gleizes, von Ballettmädchen in Gazeröckchen aufführen ließ, hatte ihn zu Artur Gallivans Mitabo gegeben. Hierbei wird man sich Meginger, Giannattasio, Arp, Filla, Benes und die Bildhauer dieſem herben Urteil geführt. Inzwischen hat der luftige und luftige der duftigen, feinfatiriich- burlest stilisierten Aufführung desselben Archipenko und Gutfreund. Die Ausstellung ist täglich von 10-6 Uhr Märchenschwant natürlich die Regiffeure immer wieder gereizt, und Werfes im Charlottenburger Opernhause erinnern, von der sich diese und Sonntags von 11-2 Uhr geöffnet. besonders in England war es schon seit langem ein neueste, allerneueste" denn doch sehr unterscheidet. Jetzt ist nämlich Musitchronit. Im Theater des Westens gelangt beliebter Anlaß zu allen Ausstattungsfünften. Bei uns hat alles japanisch" am Mikado. Wer ein richtiges japanisches am Bußtage( Mittwoch, den 19. November), abends, Händels Dra­Reinhardt am 31. Januar 1905( noch im Kleinen Theater) Theaterchen mit all seinem buntfarbigen Schnidichnack jehen will, torium Judas Maccabäus" durch den Mozartchor unter Leitung von mit feiner Inszenierung sich daran bersucht. Wenn er mag bingehen. Und in dieser Umrahmung vollzieht sich in täuschend May Battke zur Aufführung. jezt seinen Shakespearezyklus, der 12 bereits früher gespielte Dramen echter Mastierung und Gewandung das Spiel. Die Nachahmung Kürze ist Würze. In der Jugend" lesen wir von und Der Sturm" dazu umfassen soll, damit eröffnet, so ist er wohl- des Zierlichen wird nicht leicht überboten werden. Un einer Reform, zu der die Bahnverwaltung eines sehr nördlichen beraten, denn sein Sommernachtstraum war einer seiner stärksten gemein reizvoll nehmen sich einige mit wirklicher Feinheit deutschen Kleinstaates geschritten ist. Wo wir gewöhnt sind zu lesen: Triumphe. hineinkomponierte Interieurs aus, wie beispielsweise: Yum- Yum mit Man bittet, die Kleider vor dem Verlassen der Anstalt zu ordnen, Heute sind wir längst an stimmungsreiche und farbensatte Natur- ihren beiden Freundinnen in der Sänfte und die Schminkizene im da schreibt sie einfach, furz und bündig:" Hosen zu!" So zu lesen Szenerien auf der Bühne gewöhnt. Birken, deren helle Blätter vor Boudoir" usw. Kurz, die Regiekunst Franz 3 avrels zeigt sich in der Bedürfnisanstalt( für Männer natürlich) auf dem Bahn­einem sternenglizernden Himmel im Winde sich regen, und deren von einer originellen Seite. Man kann auch bis in den zweiten Hofe zu R.

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