Arbeitgeberftandpunkt.
Aus der Frauenbewegung.
Das Vorhandensein von Klassengegensägen bei den Frauen ist bon der bürgerlichen Frauenbewegung oft bestritten worden. Man glaubte an die Solidarität der Frauen ganz allgemein und verschloß die Augen vor der Tatsache, daß sich die Kämpfe zwischen Unternehmer und Arbeiter genau so gut bei den Frauen wie bei den Männern abspielen. Sie traten freilich nicht so offensichtlich zutage, weil außer den Hausfrauen keine große Gruppe weiblicher Arbeitgeber vorhanden war und die Organisation sowohl bei den Hausfrauen wie bei den Hausangestellten noch in den ersten Anfängen steckt.
Gerade in dieser Zeit kann man aber deutlich bemerken, wie die Hausfrauen sich immer mehr ihrer Zugehörigkeit zur Arbeitgebertlasse bewußt werden. Sie nehmen in ihren Diskussionen vielfach sogar den Ton der Unternehmerverbände an, und ihr Gedankengang gleicht dem der Männer ihrer Schicht aufs Haar. Wie mit einem Schlage ist der letzte Rest des„ Zusammengehörigkeitsgefühls aller Frauen" bei ihnen verschwunden.
" Vorwärts" Nr. 312. Donnerstag, den 27. November 1913.
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Die Revolte der Hausfrauen gegen die Dienstbotenversicherung ten darf. Und außerdem ändert auch diese Abstimmung nichts nimmt unter dem Einfluß der oben gekennzeichneten Presse immer daran, daß die Delegierten eine Vorsitzende und ein anderes lebhaftere Gestalt an. Speziell im„ Berliner Lokal- Anzeiger", Vorstandsmitglied wählten, von denen sie wußten, daß sie für diesem angeblich parteilosen Blatt, wird dauernd gegen die Ver- den Stettiner Antrag, die Wahlrechtsforderung aus dem Programm ficherung Stimmung gemacht. Läßt sich das Gesetz nicht ganz zer- zu streichen, gestimmt hatten. Es ist also lächerlich und irreführend, schlagen, so will man wenigstens sein Inkrafttreten aufschieben. Die von wiederum bewiesener Prinzipientreue" zu remen. Berliner Hausfrauenvereine bereiten eine entsprechende Petition sind die letzten, die die Bedeutung internationaler Zusammenfünfte an den Reichstag vor. Eine Zuschrift aus Hausfrauenkreisen" gibt verkennen, wenn dabei ernst gearbeitet wird. Gegen einzelne Festlichkeiten bei solchen Gelegenheiten ist gewiß nichts einzuwenden, dazu folgende Vorschläge: „ Hausfrauen und junge Damen müßten beranlaßt werden, aber sie dürfen nicht alles überwuchern, und daß schon in Budapest diesem wohltätigen Zwed betreffs Unterschriftensammlung in des Guten zu viel geschehen ist, hat selbst die Präsidentin des den Häusern ihre Hilfe zu leihen. Weiter wäre ein Abkommen Weltbundes zugegeben. Die positiven Leistungen" des Verzu treffen mit der Stadt-, Hoch- und Untergrund- sowie Straßen- bandes im letzten Jahre, d. h. nach der Weimarer Beiratskonferenz, bahn wegen Aushängung von Petitionsformularen, die zur waren nicht überwältigend. Von den 19 neugegründeten OrtsUnterschriftsleistung der Fahrgäste mit Bleistiften versehen sein gruppen fallen auf das letzte Geschäftsjahr nur 9, und da Ende müssen. Ebenso wäre an die Cafés, die Warenhäuser, die 1912 laut Jahrbuch der Frauenbewegung" rund 8000 Mitglieder Zigarrenläden, die großen Konfektionsfirmen und an sonstige vorhanden waren, ist nur ein Zuwachs von rund 820 im letzten große Geschäfte die Bitte zu richten, daß man an den Kassen die Jahre zu verzeichnen. Was will das bedeuten, wenn man bedenkt, Betitionen bereithält und auf die Notwendigkeit der Unter- daß der Preußische Landesverein für Frauenstimmrecht allein schriftsleistung aufmerksam macht." in der Zeit seiner heftigsten Kämpfe gegen den gemäßigten Weftdeutschen Frauenstimmrechtsverband, als er die Forderung des gleichen Wahlrechts mit aller Schärfe in den Vordergrund stellte, im Jahre 1910 einen Zuwachs von 11 Gruppen und 882 Mitgliedern und 1911 einen solchen von 12 Ortsgruppen und 824 Mitgliedern hatte.
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Die Dienstboten um die Möglichkeit der Krankenpflege brinist in der Tat ein wohltätiger Zweck, wie ihn nur Herrschaften" ersinnen können. Kampf der Handelsangestellten um volle Sonntagsrube.
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Die Krankenversicherung der Dienstboten hat dieses plötzliche Erwachen des Unternehmerinstinkts hervorgerufen. Die Tatsache, daß von den Herrschaften ein Teil der Krankenkassenbeiträge zu zahlen ist, noch mehr aber der Umstand, daß den Haus angestellten bei der Verwaltung der Kassen gewisse Rechte eingeräumt werden, ruft die Die Krise lähmt, eben die Organisation, und sie ist noch nicht beendet. Man braucht nicht darüber zu diskutieren, ob die reHausfrauen auf den Plan. Sie wehren sich, so gut es geht, gegen die Angliederung der Dienbotenversicherung an die Ortskrankenkassen Sonntagsruhe für ihren Beruf aufnehmen müssen. Erneut haben die Handelsangestellten den Kampf um volle aktionäre Zusammensetzung des Vorstandes eine Mitgliederflucht rechtfertigt. Sie ist vorhanden, und man muß mit ihr und werden dabei bon der nationalliberalen und der Der jest dem Reichstage zugegangene Entwurf über die Sonn- rechnen. Nach Hamburg- Altona ist nun auch der Landeskonservativen Presse träftig unterstützt. Selbstverständlich gibt tagsruhe im Handelsgewerbe reizt zum schärfsten Protest. Die von verein Bayern aus dem Deutschen Verband für Frauenstimm es eine ganze Anzahl unter ihnen, die die Notwendigkeit den Handelsangestellten oft erhobenen und eingehend begründeten recht ausgeschieden, und andere Organisationen werden zweifellos einer gefeßlichen Regelung und der Verbindung von Ortsfrankenkassen Forderungen sind vollständig unberücksichtigt geblieben und gegen- noch folgen. Vielleicht sprechen dabei persönliche Gründe mit, aber und Dienstbotenversicherung einsehen, aber viele, wenn nicht die über dem jetzt geltenden Recht noch bedeutende Verschlechterungen die Austrittsbewegung läßt sich nicht allein mit persönlichen Motiven erklären. Es sind doch schließlich die radikalen meisten Hausfrauen, sind sehr wenig entzüdt von dem Gesetz und vorgesehen. Aus sozialen, ökonomischen, hygienischen und allgemeinen ful- Elemente, die den Verband verlassen. den Pflichten, die es ihnen auferlegt. Recht offenherzig äußern sich die„ Lübeckischen Blätter", Drgan tätigen Menschen eine Notwendigkeit. turellen Gründen ist die volle Sonntagsruhe für alle erwerbs= Geduldet. Selbst der Engere Vorstand der konserbatiben Bartei Das gilt heute, bei der der Beförderung gemeinnügiger Tätigkeit( Nr. 41 Jahrg. 1918) zu weitgehenden Arbeitsteilung und der ständig gesteigerten Intensität der neugegründeten Vereinigung tonservativer Frauen bereitet scheint ein Haar in der Suppe gefunden zu haben, die ihm von der Angelegenheit. In Lübeck besteht, wie auch in einigen anderen der Arbeit, mehr denn je. In hohem Maße empfinden das auch die worden ist. Kürzlich nahm er eine Resolution an, in der er der größeren Städten bereits eine Gefindekrankenkasse mit niedrigen Frauen. Einen Tag in der Woche braucht der Mensch unbedingt," Vereinigung" genau die Grenzen ihrer Tätigkeit vorschreibt: Beiträgen und entsprechend niedrigen Leistungen. Von einer Be an dem er völlig los ist von der Berufsarbeit; an dem er Zeit teiligung der Dienstboten an der Verwaltung dieser Kaisen kann und Kraft findet, sich innerlich sammeln, sich auf sich selbst be Frauen Zustimmung und Unterstübung zu versagen, so lange ihr natürlich keine Rede sein. Die Herrschaften bezahlen die Beiträge, sinnen zu können, sich zu erinnern, daß er ein berechtigtes und die Entscheidungen der Parteileitung maßgebend sind und sic die Angestellten haben keinerlei Pflichten, aber natürlich auch nicht Tag in der Woche braucht jeder, um den starken Verschleiß an hört, daß die Vereinigung bei entschiedener Ablehnung sich im Rahmen der konservativen Grundsäße hält. Dazu ge den geringsten Einfluß auf die Krankenkasse. Um nun die Ein- Nerven- und Muskelkraft während der Werkeltage zu ersehen, sich des politischen Frauenstimmrechtes, sowie aller Bebeziehung der Dienstboten unter die Ortskrankenkasse zu verhindern, auszuruhen und zu erholen, sollen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit strebungen, die letzten Endes zu diesem führen müssen, und unter malen die„ Lübeckischen Blätter" die Nachteile einer an die Orts- nicht Schaden nehmen. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, Ausschaltung eigentlicher politischer Betäti trantenlaffe angegliederten Versicherung aus: müßten sogar einsichtige Arbeitgeber sich hinter unsere Forderung Es müßten zwei bis dreimal soviel Beiträge als bisher gezahlt stellen; wenn nicht aus Rücksicht auf das Wohlergehen ihrer An- gung ihr Ziel darin sucht, konservative Grundfäße in Haus, Gewerden; den höheren Beiträgen würden aber entsprechende Leistungen gestellten, so im Hinblick auf den eigenen Vorteil, der ihnen daraus sellschaft und Volk zu verbreiten und sich dadurch als Helferin nicht gegenüberstehen. Die Angehörigenunterstützung fomme für erwächst, förperlich ausgeruhte und geistig elastischere Menschen im unserer konservativen Sache zu bewähren. Als selbstverständlich ist vorauszusetzen, daß die Vereinigung alle frauenrechtlerischen Betriebe zu haben. die Dienstboten doch nicht in Betracht, und das Krankengeld spiele Jeder Mensch braucht aber auch mindestens einen Tag in der Bestrebungen soweit sie mit der Verbreitung konservativer Ideen bei den Dienstboten nicht die Rolle wie bei den anderen Arbeit- Woche, um an den Kulturgenüssen unserer Zeit teilzunehmen und nicht vereinbar und der vertrauensvollen Zusammenarbeit schädlich nehmern. Die Dienstboten hätten gar kein Intereffe an etwaigen sich der Naturschönheiten zu freuen. Um hinauszuwandern ins find, bermeidet. Dagegen wird der Parteivorstand in gemeinsamer Mehrleistungen der Ortskrankenkasse, die für sie praktisch keine oder Freie, um Sonne zu trinken und ozonreiche Luft zu atmen, umstellen, welche Wünsche der Frauenwelt sich mit tonservativen Arbeit mit der Vereinigung tonservativer Frauen prüfen und festnur untergeordnete Bedeutung hätten. das Auge zu weiden an allem Schönen, was die Natur uns zu Parteigrundsätzen in Einklang bringen laffen und inwieweit fie bieten hat. Jeder Mensch braucht einen Tag, um an guten, erhebenden Ver- zurückzuweisen sind. Sofern die Vereinigung konservativer Frauen Erfahrungen der übrigen Arbeitgeber, daß unsere sozialen Verein gutes Buch zu lesen, um sich seinen Freunden und seiner begrüßt der Engere Vorstand ihre Mitarbeit als wertvollen Begnügungen, am edlen Genuß der Kunst teilnehmen zu können, um ihre Tätigkeit in dem vorbezeichneten Rahmen ausübt, ficherungseinrichtungen oft mit Erfolg zu einer Radikalisierung der Familie zu widmen, turgum um ganz Mensch zu sein. standteil unserer Partei." Versicherten benutzt werden, würde auch den Dienstherrschaften nicht Jeder Volkswirtschaftler, jeder Arzt und überhaupt jeder freierspart bleiben; daß eine solche Radikalisierung einem gedeihlichen denkende Kulturmensch müßte deshalb die Forderung der vollen Verhältnis zwischen Herrschaft und Gesinde nicht zuträglich sein Sonntagsruhe der Handelsangestellten mit allem Nachdrud verfann, liegt auf der Hand. Auch der Mißbraum der mit dem Bezug treten, insbesondere jedoch die Frauen, die am schmerzlichsten die von Krankengeld getrieben werden kann, wird von den Haus- Sehnsucht nach mehr freier Zeit empfinden. Aber was tönnen frauen gerade nicht sehr angenehm empfinden werden, ebensowenig wir als Mütter, als Schwestern, als Bekannte der weiblichen Handenn wir für die Erfüllung dieser Forderung tun? Zunächst können der Besuch von Krankenkontrolleuren der Drtstrantentasse im Haushalt." delsangestellten, diese den freigewerkschaftlichen Verbänden, dem Immer wieder hat die Sozialdemokratie die Ausdehnung der Besser könnte auch ein Scharfmacherorgan nicht den Unter- Handlungsgehilfen und dem Transport Fortbildungsschulpflicht auch auf Mädchen gefordert. Jest endlich nehmerſtandpunkt vertreten. Beförderung des Simulantentums und arbeiterverband zuführen, damit sie im allgemeinen die sucht man in manchen Städten diese Forderung zu verwirklichen. Verhetzung der Arbeitnehmer sind auch dort die gebräuchlichen Schlag- Wirksamkeit dieser Verbände vergrößern helfen und auch die Wucht Natürlich nicht, um die geistige und sittliche Entwickelung der jungen worte, und die meisten Hausfrauen überläuft ein kleiner Schauder, ihres Kampfes um die Sonntagsruhe erhöhen. Ferner können wir Arbeiterinnen zu fördern, sondern um sie vor dem Einflusse der wenn sie davon lesen. Was die Lübeckischen Blätter aber durch Einstellung unserer Einkäufe am Sonntag sozialistischen Jugendbewegung zu bewahren. Daß die bürgerliche bon der untergeordneten Bedeutung der Leistungen der Drts- wirksam der geseßlichen Regelung vorarbeiten. Jugendpflege nach den Wünschen des Unternehmertums gegen trantentasse sagen, stimmt nicht ganz. Abgesehen Und schließlich können wir durch mündliche und schrift die proletarische Jugend arbeitet, dafür wurde in Köln ein prächtiger davon, liche Agitation für das Einstellen der Sonntags- Beweis geliefert. daß die Mehrleistungen der Drtskrantentaffe feineswegs mit einfäufe bzw. für ihre äußerste Einschränkung wirken und Dort plant man, die Fortbildungsschulpflicht auch auf Arbeiteder Angehörigenunterstützung erschöpft sind- Rekonvaleszenten- damit das öffentliche Gewissen schärfen. In vielen Fällen ist es rinnen auszudehnen. Die Stadtverwaltung berief zur Besprechung fürsorge, Fürsorge für uneheliche Mütter, nämlich Entbindung, Ver- Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit, wenn wir am Sonntag ein- der Angelegenheit eine Sizung ein, an der Vertreter der Handelspflegung im Wöchnerinnenheim, Schwangerschaftsfürsorge, Still- taufen. Gewiß ist es für eine Arbeiterin, die am Sonnabend kammer, des Vereins der Industriellen und der Kölner Großfirmen geld find für die Dienstboten sehr wichtig- darf auch das Kranken - erst Lohn bekommt, oder für eine Arbeiterfrau, deren Mann erst teilnahmen. Die Arbeiter wurden mit geringschäßiger Handgeld durchaus nicht so niedrig eingeschäzt werden. Und dann ist am Sonnabend Lohntag hat, unbequemer als für bürgerliche bewegung von den Verhandlungen ausgeschlossen. Man einigte fich eins nicht zu übersehen: die Möglichkeit freiwilliger Weiterversicherung Streise, am Sonnabend einzukaufen; aber im Interesse des in dieser Zusammenkunft darauf, daß die Schulpflicht auf vier der Dienstboten nach der Heirat und das Fortfallen jeglicher her manche Unbequemlichkeiten auf uns genommen, manches Opfer Stunde an einem Wochentage abends von 7 bis 8 Uhr stattfinden materiellen und geistigen Aufstiegs unserer Klaffe, haben wir bis- Stunden wöchentlich beschränkt werden soll. Davon soll eine Schwierigkeiten oder gar Verluste bei dem Uebergang zu einem gebracht, da wird es uns ein Leichtes sein, im Interesse eines und der Rest des Unterrichts soll am Samstagabend von 5 bis anderen Beruf. Hier sind die in den Ortskrantentassen versicherten wirklich freien Sonntags für eine große Schicht unserer Arbeits- 8 Uhr erteilt werden. Hausangestellten viel günstiger gestellt als die bei den Dienstboten- brüder und-schwestern auch diese kleine Unbequemlichkeit auf uns Man will also die jungen Arbeiterinnen nicht nur an einem Wochentage abends nach zehnstündiger Arbeit in ein Klassenzimmer sperren, sondern ihnen auch am Samstagabend die Zeit rauben, die ihnen die Gewerbeordnung ausdrücklich freihält. Das ist wohl eine der größten Unverschämtheiten, die bisher in der bürgerlichen Jugendpflege vorgekommen sind.
Für die Dienst herrschaften seien aber mit der Pflicht, höhere Beiträge zu zahlen, große Unzuträglichkeiten verknüpft. ,, Die
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trantentassen versicherten.
der
zu nehmen.
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Louise Zieß.
Bürgerliche Frauenbewegung.
Es muß für die konservativen Damen ein angenehmes Gefühl sein, daß ihnen dauernd Mißtrauen entgegengebracht wird. Aber er selbst den Gegensatz zwischen Herr und Knecht für ewig hält, mag sich wohl leichter in die Rolle des gehorsamen Dienenden
schicken.
Ein Raub an der Jugend.
Aber die angeblich geringen Leistungen der Ortstrantenfassen Deshalb auf Ihr Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse! rufen ja gar nicht den Widerstand hervor, sondern vor allem der Helft unseren im Kampfe stehenden Arbeitsgenossen und-genoffin8wang, höhere Beiträge zu bezahlen, die Furcht vor nen! Wirtt im Sinne der Anschauung, daß jeder Mensch Radikalisierung der Hausangestellten" und der Besuch von Stranten Anspruch auf volle Sonntagsruhe hat. tontrolleuren. Da ist der wunde Punkt. Das Gesinde soll hübsch Bezeichnend ist, daß in der Versammlung ganz offen mit der Abivanderung gewisser Industrien auf das Land gedroht wurde, unterwürfig bleiben, deshalb darf es nicht selbständige Rechte erhalten, und der Besuch der Kassenbeamten muß verhindert werden, denn wenn die Fortbildungsschulpflicht noch weiter ausgedehnt werde und man den Wünschen der Unternehmer nicht Rechnung trage. Daraus sonst würde ja das ganze Elend der Dienstmädchenbehausungen Der Deutsche Verband für Frauenstimmrecht versendet zu den mag man ermessen, wie hoch diese Kapitalisten die Arbeitskraft der offenbar werden. Vorgängen auf der Eisenacher Generalversammlung eine Erklä- jungen Mädchen einschäben, die sie mit 60-80 Pf. für den Tag entGanz ähnliche Ansichten äußern die„ Kölnische Zeitung " und die rung, der wir folgendes entnehmen: Lohnen. In Köln bestehen zahlreiche Werke, beispielsweise eine Kreuz- Zeitung ". Die„ Kölnische Zeitung " hält ein Zusammenwirken Es fand zunächst in Eisenach eine prinzipielle Abstimmung große Schokoladenfabrik, deren Inhaber Millionen über Millionen der Herrschaften und Dienstboten in den Kassenorganen, wobei das vorausging und ergab, daß bis auf eine verschwindend kleine Mino- gönnt man den jungen Proletarierinnen nicht ein paar Stunden über einen Antrag Lindemann statt, die den Sabungsberatungen aus den armen Arbeiterinnen herausgepreßt haben. Und nun Gesinde zwei Drittel der Stimmen haben, für untunlich. Und die rität alle Delegierten auf dem Boden des allgemeinen, gleichen, für den notwendigsten Unterricht, sondern will ihnen dafür ihre „ Kreuz- Zeitung " meint:„ Die neue Regelung der Frage dürfte das geheimen und direkten Wahlrechts standen. Auch die Mitglieder Freistunden stehlen. Verhältnis zwischen Herrschaften und Dienstboten erheblich ver- des neuen Vorstandes haben sich bei dieser Abstimmung ausnahms- In der erwähnten Versammlung waren sowohl der Vorsitzende schlechtern, zumal sie letzteren viel mehr Selbstbestimmungsrecht los für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht er des staatlichen Jugendpflegeausschusses wie der Direktor der Fortberleiht, von dem die weniger guten Angehörigen dieses Standes flärt. Es kann nur auf ein völliges Verkennen der Tatsachen bildungsschulen anwesend. Beide sagten zu den Wünschen der üblen Gebrauch machen möchten. Die bekannten unerfreulichen oder auf ein geflissentliches Mißverstehenwollen zurüdgeführt wer- Unternehmer Ja. Die Kölner Arbeiter werden aber auch noch ein Erscheinungen im gewerblichen Leben, die durch die skranten- ben, wenn behauptet wird, daß eine fünstliche" Ruhe geschaffen deutliches Wort zu der Angelegenheit zu sprechen haben. bersicherung veranlaßt worden sind, werden leider voraussichtlich worden sei, damit unter dem Klang von Friedensschalmeien" der Eine Frauenkonferenz, die von über 50 Genoffinnen aus Orten auch im Dienstbotenberuf nicht fehlen, wenn sich diesem die gleiche Berlin in Szene gefekt werden könne. Internationale Kongreß für Frauenstimmrecht im Jahre 1915 in Es entspricht ferner des Regierungsbezirks Merseburg besucht war, fand im Arbeiter Möglichkeit des jederzeitigen Sichkrankmeldens, der Auswahl des oder auch nicht den Tatsachen, daß der Verband, dessen Stoßkraft in den heim Volkspark in Halle a. S. statt. Die Genoffin Louise Ziekder Aerzte, ber Inanspruchnahme von Erholungs- und Genesungs- lezten Jahren durch die steten Kämpfe um die Satzungen und Berlin hielt über das Thema:" Wie interessieren we die Frauen heimen und dergleichen bietet, wie es für gewerbliche Arbeiter der andere Polemik zweifellos gehemmt wurde, keine„ positiven Leis für die Politit" einen Vortrag, der eine anregende Diskussion Fall ist." Und dann kommen noch Lamentationen über unsere„ ufer- stungen" aufzuweisen habe. Laut Geschäftsbericht der Eisenacher Lose Sozialpolitik" und die Frage, ob wir in der Voltsfürsorge nicht Tagung hat er u. a. außer dem elsaß - lothringischen Landesverein schon zu viel des Guten" getan haben. 19 neue Ortsgruppen gegründet, einen entsprechenden Zuwachs an Es spielt sich auch hier ein Stück Klassenkampf ab. Und man darf Mitgliedern zu berzeichnen, neues Propagandamaterial an Brohoffen, daß gerade die Einbeziehung der Hausangestellten in die Ber- schüren und Flugschriften geschaffen, Betitionen zu den für die Frauen wichtigsten Gefeßesmaterien eingereicht usw. ust. ficherung der übrigen Arbeitnehmer etwas dazu beitragen wird, in Dazu schreibt uns unsere T. B.- Mitarbeiterin: Die Erklärung ihnen die Erkenntnis vorzubereiten, daß ihnen mit Phrasen von wirkt nicht eben überzeugend. Die Abstimmung über den Antrag ihrer besonderen Stellung in der Familie nicht geholfen ist, daß sie Lindemann vor den Sabungsberatungen fann unmöglich als Befich als gewerbliche Arbeiter betrachten und an dem ganzen Kampf weis für die Brinzipientreue" angesehen werden. Die Tatsache, der arbeitenden Stlasse um bessere wirtschaftliche Bedingungen teil- daß selbst die Lischnewska- Partei und die Stettiner für diesen An nehmen müssen. trag stimmten, zeigt deutlich genug, wie wenig Glauben man einem folchen Bekenntnis der Organisation zum gleichen Wahlrecht schen
T. B.
hervorrief.
Kein Geburtenrüdgang in Italien . Nach den borläufigen Beröffentlichungen des statistischen Reichsamtes über die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1912 folgt in Italien die Geburtenbewegung nicht der absteigenden Linie der anderen Kulturländer. Im Jahre 1901 betrug die Geburtenzahl pro Mille 31,52, im Jahre 1912 stieg fie auf 32,38. Die erste Stelle nimmt Apulien mit 38, die lebte Ligurien und der Piemont mit 24 ein. Was die Sterblichkeit betrifft, so weist das Jahr 1912 mit 18,15 Promille gegen 21,41 und 19,85 in den Vorjahren die günstigste Verhältniszahl auf, die feit dem Jahre 1862 zu verzeichnen war. Auf je 100 Lebendgeborene tamen im Jahre 1912 56 Todesfälle gegen 68 und 60 in den beiden Vorjahren.