führungen des Referenten, Genossen Richard Fischer, wurden oft durch stürmischen Beifall unterbrochen. Er kennzeichnete zu
Er Redner
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Auch im
Proteftkundgebungen im Reiche. Moabiter Gesellschaftshaus Straßburg . In Straßburg gehen die Wogen der Entrüstung nächst die kläglichen Verfassungszustände, wonach eine Regierung, tagte eine Riesenversammlung. Fast 2000 Personen folgten in über die Baberner Vorgänge natürlich am höchsten. Am Sonntagein Reichskanzler noch im Amt bleiben, obwohl im Parlament größter Spannung den famosen Ausführungen Dr. Liebknecht 3. nachmittag fand in einer Markthalle eine Protestversammlung statt, mit einer Majorität von mehr als sechs Siebentel ein Mißtrauens- Knallenden Beitschenhieben gleich sauste Liebknechts wohlerwogene die selbst nach der Schäßung des Polizeikommissars von mindebotum angenommen worden ist. Kritik auf die schmachvolle Militärdiktatur nieder. Zum Orkan stens 8000 Personen, Arbeiter, Bürger und Angehörige anderer Dann gab Genoffe Fischer ein Bild der Vorgänge, die zu dem Konflikt geführt haben. Der mit einer Patrouille von vier Mann steigerten sich die Entrüstungsstürme und Pfuis, als der Redner Berufsschichten besucht war. Unter stürmischem Beifall sprachen von Konflitt geführt haben. Der mit einer Patrouille von vier Mann die Worte des Kriegsminister Falkenhayn zitierte, die einen privi- zwei Bühnen die reichsländischen Abgeordneten Peirotes und in den Straßen umherziehende Leutnant, der auf diese Weise bei feinen Zigaretten- und Konfekteinkäufen geschützt werden müsse, legierten Mord gutheißen. Glücklich perfiflierte Liebknecht die Böhle, die die sofortige Abdankung des Generals Deimling und sei eine wunderbare Simplicissimus- Figur, selbst wenn man von Bethmannsche Politik und ihre Erfolge. Für das arbeitende der verantwortlichen Regierungsmänner forderten. Eine ent= seiner Hosengeschichte absehe. Trotz der Lächerlichkeit kann man volt, das nach dem Entrüstungsrausch der Lürgerlichen wieder ganz sprechende Resolution wurde einstimmig angenommen. Zu gleicher bon einer Tragödie sprechen. Die Verfolgung und Verhajtung von allein den Kampf gegen die schmachvollen Zustände führen wird, Beit fanden auch in 3 a bern und 6 anderen Ortschaften start überKindern und Bürgern- Richter und Staatsanwalt miteinbegriffen heißt es erneut zu rüsten und mit aller Energie für freiheitliche füllte Protestversammlungen statt. die Mißhandlung eines wehrlosen Krüppels, stelle eine Ueber- Garantien, gegen Militärdiktatur und-Anarchie zu kämpfen. hebung, eine Roheit dar. würde es verstehen wühlen Sie, hehen Sie gegen den Militarismus!" Diese legten können, wenn der Offizier, der seinen Degen gegen einen lahmen Worte des Referats löften brausendes Echo unter den VersammelSchuster gezogen habe, diesen Degen aus Schamgefühl zerbrochen ten aus und siegesbewußt hallte das Hoch auf die Sozialdemokratie, hätte. Die Billigung der Taten durch den Kriegsminister, mit unter dem sich die Anwesenden zerstreuten. dem sich der Reichskanzler solidarisch erklärt habe, sei ein Anreiz „ Die Versammlung verurteilt die Gesetzwidrigkeit der Militärzu Wiederholungen. All diese Taten verursacht aber das System, aus dem auch die feigen Soldatenmißhandlungen entspringen. In Charlottenburg behandelte vor überfüllter Versammlung personen und militärischen Behörden in Zabern und ihre BeschöntDer Klassengegensatz im Heer, die Auffassung unserer Machthaber, Genosse Ströbel das Thema des Tages. Seinem wirkungs- gung durch den Reichslangler und Kriegsminister. Dem berlebten daß die Armee eine Prätorianergarde darstelle, sei die Ursache. Dem- vollen Vortrag wurde in lautloser Stille gelauscht, nur bei Schilde- Rechtsgefühl des Volkes kann nur Sühne geleistet werden durch den gegenüber sei unſere Forderung, Umgestaltung in ein Volksheer, rung des anmaßenden Verhaltens der elsässischen Militärbehörden, Rücktritt dieser beiden Personen. Um solche Ausschreitungen in au seken. sowie der Ohnmacht der Zivilbehörden, und des jammervollen Verhaltens von Reichskanzler und Kriegsminister machte sich der Unmut der Versammelten in lauten Zwischenrufen Luft. Zu Beginn der Versammlung mußte ein Kriminalbeamter zum Verlassen des Lokals aufgefordert werden, da schon zwei Uniformierte anwesend waren. Erst nach Beruhigung über den Zwischenfall fonnte Genoffe Ströbel beginnen.
Gewerkschaftshaus.
München . Die vom Sozialdemokratischen Verein einberufene Volksversammlung im Kindl- Keller war von mehr als 6000 Perjonen besucht. Schon lange vor Beginn der Versammlung war der Saal überfüllt. Die Versammlung folgte den Ausführungen des Abg. Wolfgang Heine mit stürmischem Beifall. Folgende Reso lution wurde einstimmig angenommen:
Zukunft zu verhindern, fordert die Versammlung die Ueberwindung dieses Geistes des Militarismus, die Verwandlung des Standesheeres in ein Voltsheer und Umgestaltung des Soldatenstaates in einen Volksstaat und Rechtsstaat."
Leipzig : Die Leipziger Arbeiterschaft demonstrierte am Sonntag in acht stark besuchten Versammlungen gegen die Vorgänge in Zabern und die un Reichstag proflamierte Herrschaft des Säbels in Deutschland . In einer Resolution forderten die Versam
In dem startgefüllten Saale sprach der Genosse Pfannkuch. In ruhiger, wohlpointierter Rede entrollte er ein Bild der Dinge, wie sie sich in den letzten Tagen im Elsaß und im Reichstag ereignet haben. Wie sehr aber diese Dinge an sich aufreizend wirken, konnte man daran erkennen, daß die wohlabgewogenen Ausführungen häufig von stürmischen Entrüstungsstürmen unterbrochen wurden. In Neukölln mit seiner riesigen proletarischen Bevölkerung melten die bedingungslose. Einordnung der Militärbehörden, die Als dann aber der Redner auf die Weiterentwicklung der Dinge fanden zwei Versammlungen statt, deren eine in Bartsche Fest- absolute Unterordnung des Offizierskorps unter die Gesetze, die zu sprechen kam, die Schritte bezeichnete, die geran werden müssen, sälen in der Hermannstraße, die andere in den Passage- Festsälen Respektierung der Bürgerrechte auch durch das Heer. Die Zaberner um aus der Situation für die Demokratisierung der Verfassung in der Bergstraße tagte. Natürlich wieſen beide eine riesige Vorgänge und die Haltung der Reichsregierung erkennt die Ber= den größten Nußen zu ziehen, da stimmte ihm die Versammlung Besucherzahl auf. Stürmische Heiterkeit erregte es, als in Bartschs sammlung als einen natürlichen Ausfluß des Militarismus, der nachhaltig zu. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen, Festsälen Genosse Eichhorn es als immerhin etwas Erfreuliches nicht nur das Mart des Volkes verzehrt und den Weltfrieden gebagegen kam ein Antrag zur Annahme, am Schluß der Berjamm- bezeichnete, daß auch einmal ein leibhaftiger Staatsanwalt als fährdet, sondern auch die Rechte des Voltes beständig bedroht. Die lung für die Weihnachtsgabe an die Arbeitslosen eine Arrestant unfreiwilligen Aufenthalt in dem Kasernenteller nehmen Versammelten erklären es daher als dringende Pflicht, den Milibesondere Tellersammlung zu veranstalten. mußte. Im Verlaufe seiner weiteren Ausführungen wies der tarismus, der in der übermilitaristischen Aera immer gewaltigere Die Redner auf ein für unsere Zustände charakteristisches Zusammen- Dimensionen annimmt, mit allen Kräften zu bekämpfen und die treffen hin. Während der Born des Volkes seinen Höhepunkt Erjeßung des stehenden Heeres durch eine demokratische Heereserreicht habe, weilte der Kaiser in Donaueschingen bei seinem organisation, durch die Miliz, zu erkämpfen. Freunde, dem Fürsten Fürstenberg, und lag der Fuchsjagd ob. Ein Breslau : Die Breslauer Arbeiter erhoben in drei großen Bufall sei es wohl, daß vor fünf Jahren, fast genau um Bersammlungen stürmisch Protest gegen die Vorgänge in Zabern dieselbe Zeit, als infolge der bekannten Veröffentlichungen im und das Verhalten der Regierung. Eine entsprechende Resolution Daily Chronicle" die Entrüstung durch die ganzen Lande ging, wurde überall einstimmig angenommen. Die Polizei, die Straßender Kaiser ebenfalls in Donaueschingen weilte und demonstrationen befürchtete, hatte wieder umfangreiche Vordort unbekümmert um diese Vorgänge seinem Jagdbergnügen nach- kehrungen getroffen. In den verschiedenen Stadtteilen wurden ging. Obgleich natürlich auch die Neuköllner Polizei in der Schußmannstrupps unter Versteck gehalten und die Posten auf der gewohnten Weise mobil gemacht hatte, fand sie nach Schluß der Straße hatten den Revolver umgeschnallt. Ein Anlaß zum EinVersammlungen feine Gelegenheit zum Einschreiten. schreiten fand sich aber nicht. Auch im Landkreise Breslau tagten sechs stark besuchte Versammlungen.
Konzert- und Festsäle
in der Stoppenstraße, das frühere Kellersche Loka!, war via aver füllt, so daß Tausende keinen Platz fanden und es beim Azug der Ueberzähligen zu den an anderer Stelle geschilderten Szenen fam. Referent war Genosse Robert Schmidt, der die militärischen Uebergriffe in Zabern , sowie die Verteidigung der Militärdiktatur durch den Kriegsminister und ihre Beschönigung durch den Reichskanzler der wohlverdienten rücksichtslosen Kritik unterzog. Die Worte des Redners weckten ein lebhaftes Echo bei den Zuhörern. Zustimmende Zwischenrufe und rauschender Beifall legten Zeugnis dafür ab, daß die Volksmassen durchglüht sind von Empörung über die militärischen Gesetzesverächter und diejenigen, welche es wagten, den Verfassungsbruch der Soldatesla im Reichstage zu verteidigen. Troz des riesigen Polizeiaufgebots vollzog sich die Heimkehr der Massen nach Schluß der Versammlung ohne Störung. Die Genossen und Genossinnen der Schönhauser Vorstadt und des 5. Wahlkreises versammelten sich in dem großen Saale der
Brauerei Königstadt.
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In Wilmersdorf sprach im vollbesetzten Viktoriagarten anstatt Des Genossen Wei II, der nach dem Elsaß gefahren war, Genosse Köln . In Köln und in den Vororten fanden 9 überfüllte Molkenbuhr. Seine Schilderungen der Zaberner Vorfälle er- Protestversammlungen gegen die Zaberner Vorgänge und die von regten doch, so bekannt sie auch sein mochten, immer neue Heiterkeit der Regierung geschützte Militärdiktatur statt. In einer nach den und Beifall in der Versammlung. Genosse MoIfenbuhr wies Referaten der Abgg. Hofrichter und Emmel angenommenen aber in erster Linie darauf hin, daß es sich bei dem ganzen Streit Resolution wurde zum Ausdruck gebracht, daß man bei der bevor, nicht um den Leutnant v. Forstner oder irgend welche einzelnen stehenden Etatsberatung den allerschärfsten Kampf gegen die Insgesamt mögen an den Kölner KundLeute handelt, sondern um die Grundfrage unserer deutschen Boli- Regierung erwartet. tit: Verfassungsstaat oder Militärstaat. Er begrüßte die offene gebungen etwa 4500 Personen teilgenommen haben. Die Sprache des Kriegsministers, weil sie deutlich das Recht unserer Polizei verhielt sich zurückhaltend. In den nächsten Tagen verAuffassung vom geistigen Zustand des Militärs jedem gezeigt habe, anstalten auch die Fortschrittler und das Zentrum Proteſtkundder überhaupt sehen will. Ueberaus lebhafter Beifall zeigte, wie gebungen in Köln . sehr Genosse Molkenbuhr allen aus dem Herzen gesprochen hatte.
Schon lange vor Beginn strömten in ununterbrochenen Scharen die empörten Voltemaffen, um Zeugnis abzulegen gegen das milidie empörten Boltsmassen, um Zeugnis abzulegen gegen das militaristische Säbelregiment und ihre Verteidiger auf der Regierungsbant. Genosse Reichstagsabgeordneter Ledebour wußte dem burch eine übermütige Soldateska beleidigten Empfinden des Volfes in trefflichen Worten Ausdruck zu verleihen. In wuchtigen Strichen In Oberschöneweide referierte in einer gutbesuchten Versamm zeichnete der Redner die Entwidlung der Zaberner Affäre. Mit Spott und Hohn übergoß er die Heldentaten des jugendlichen Herrn lung im Wilhelminenhof Genosse Arthur Stadthagen . Die bon Forstner. Ausführlich beschäftigte sich Ledebour mit den Reden Versammlung nahm nach oft stürmischen Beifallskundgebungen eindes Reichetanglers von Bethmann sollweg sowie mit der stimmig folgende vom Referenten vorgeschlagene Resolution an: " Die Versammelten protestieren gegen die Beschönigungen, die des neugebackenen Kriegsministers von Falkenheyn, dessen lezten Ausführungen eine unerhörte Provokation bedeuten der Reichskanzler und der Kriegsminister im Reichstag den von und einer Aufforderung zum Totschlag gleichkommen. An dem In- Offizieren in Zabern verübten Vergehen und Verbrechen haben halt dieser Meden fönnen alle nachträglichen offigiösen und offi- 8uteil werden lassen. Sie verlangen eine unparteiische Untersuchung ziellen Erklärungen nichts ändern, auch nicht die faule Ausrede, und die strengste Bestrafung der schuldigen Offiziere, die fich feiger dak die Neden infolge der Zwischenrufe einiger sozialdemokratischer Beleidigungen ihrer Untergebenen, der Anstiftung zum Morde foWortführer nur falsch verstanden wurden. Stürmischen Beifall wie des Landfriedensbruches und Hochverrats gegen die Ziviler tele der Redner, als er die Anwesenden aufforderte, den Kampf nun nicht für beendet zu halten, sondern ihn anschwellen zu laſſen, zu einem verstärkten Kampf gegen den Militarismus, dessen Wesen dazu angetan ist. täglich solche Vorfälle zu wiederholen. Auch nach Walters
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Kastanienwäldchen
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Aus aller Welt.
Verheerende Schneeftürme.
Aus verschiedenen Städten Colorados treffen Nachrichten über ein fürchterliches Schneetreiben ein, das dort seit über 30 Stunden bereits mit unverminderter Heftigkeit niedergeht. Der ganze Staat liegt unter einer Schneedede, die stellen. weise über zwei Meter hoch ist. Der Verkehr ist völlig lahmgelegt. Es verkehren bereits seit 24 Stunden keine Züge, eine Anzahl von ihnen ist auf offener Strecke bevölkerung schuldig gemacht haben. Die Vorgänge sind eine Folge steden geblieben. Es ist unmöglich, ihnen Hilfe zu bis herrschenden Williärh Boltsheer zu gestalten, muß das Be jonen ums Leben gekommen find. des Militärsystems. Dies zu bekämpfen und die bringen, und man früchtet, daß zahlreiche Perstreben des Volkes sein. Die Versammelten fordern, daß alle Mittel In Denver arbeitet man mit großer Anstrengung für dies System abgelehnt werden und daß der Reichstag und die daran, wenigstens einen kleinen Verkehrsweg zu schaffen, da Regierung endlich die gerechten Ansprüche der Arbeiterklasse erfüllt. infolge der Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs die Lebensdemokratischen Zieles und darüber aufgeklärt werden, daß ohne Die Massen müssen mehr wie je über die Notwendigkeit des sozial- mittelzufuhren aufgehört haben und eine Hungersnot droht. Drängen nach diesem Ziel die Gefahr absoluter Militärwillfür an Stelle von Gesetz und Recht immer drohender wird."
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Der Sturm ist von einer solchen Heftigkeit, wie man es seit dem denkwüdigen Sturmjahre 1885 nicht mehr beobachtet hat. In einigen Städten find Tausende von Bureauarbeitern und Geschäftsleuten in ihren Bureaus eingeschneit und über
in der Badstraße erfolgte ein großer Ansturm von Männern in der Badstraße erfolgte ein großer Ansturm von Männern und Frauen, die Protest einlegen wollten gegen das Ueberwuchern des Militarismus, gegen Verfassungsbrüche und ihre staatsmännische" Beschönigung. Bald füllte sich der große Saal. Und obwohl er zur Hälfte von Sikgelegenheiten freigehalten war, uni Alle Versammlungen, mit Ausnahme der in Oberschöneweide , nachten dort, weil die Wege nach ihren meistens vor der Stadt recht viel Stehpläte" zu ermöglichen, konnte er die immer noch die eine besondere vom Genossen Stadthagen vorgeschlagens liegenden Wohnungen ungangbar sind und weil auch der heranströmenden Protestler nicht alle faffen. Wer nicht Platz fand, Resolution annahm, stimmten einstimmig für die nachstehende Re- Sturm von lebensgefährlicher Heftigkeit ist Die Schulen promenierte im Garten oder auf der Straße, um so seine Teilsolution: sind in den meisten Orten geschlossen. Viele Schornsteine find nahme am großen Bellsprotest fundzugeben. Draußen sah man Die Versammlung brandmarkt die unerhörten Ueber- zusammengebrochen, wodurch große Verheerungen angerichtet an den verschiedensten Eden die staatsschutzbereite Schuhmanngriffe des militärischen Absolutismus. sind. Bisher werden aus Denver 10 Todesfälle durch Erschaft in Uniform und Zivil. Auch fehlten nicht die blauen Radler, die mit gewichtiger Miene dem Offizier Meldungen erstatten und Sie fonstatiert mit Entrüstung, daß der Reichskanzler, frieren gemeldet. Nähere Einzelheiten laufen nur sehr spärlich bereit sind, denen, die man nicht sicht, Aufträge auf Flügeln des statt Recht und Gesetz zu wahren, sich millenlos der ein, da die meisten Telegraphenleitungen gestört find. Rades zu überbringen. militärischen Diktatur gebeugt hat und erklärt das Auftreten des Kriegsministers für eine unerträgliche Provotation des deutschen Volkes. Sie erachtet die vom Reichstag erzwungenen verspäteten Maßnahmen zur Sühne der militärischen Gefeßlosigkeit für völlig ungenügend und fordert vom Reichstag die Schaffung verfassungsmäßiger Garantien gegen die Selbstherrlichkeit des Offizierkorps und die Unverantwortlichkeit der obersten Kommandogewalt.
Vor der drichtgedrängten Zuhörerschaft referierte Reichstags= abgeordneter Dr. Queffel. Ecine fritische Würdigung der hervorstechendsten Einzelheiten und namentlich des Verhaltens des Kriegsministers und des Reichsfanglers wurde vielfach von starfem Beifall der Versammelten unterbrochen. Und als er am Schluß darlegte, daß ein solcher Kriegsminister und ein solcher Kangler nicht auf den von ihnen eingenommenen Posten gehörten und daß der Stampf von der Sozialdemokratie bei den Statsberatungen energisch fortgeführt werden würde, wollte der Beifallssturm gar tein Ende nehmen. Spontan ertönte am Schluß der Versammlung unser altes Stampflied, die Marseillaise , und langsam leerte sich das Lokal. In den
Bharus- Sälen
in der Müllerstraße sprach Reichstagsabgeordneter Bud- Dresden. Der große Saal war schon frühzeitig angefüllt und von der Polizei abgesperrt. Hunderte von Besuchern mußten umfehren, da sie feinen Einlaß fanden. Der Referent erklärte, daß er selbst in Zabern gewesen sei und sich von der Stimmung und der Meinung der Bevölkerung unterrichtet und daselbst auch Unterredungen mit einigen der mißhandelten Personen gepflogen habe. Nachdrücklich erhob Redner die Forderung, das jetzige Heer einer durchgreifenben Umwandlung zu unterziehen und es zu einem Volksheere im besten Sinne des Wortes zu gestalten. Die Ausführungen des Redners wurden vielfach von tosendem Beifall und tausendfachen Entrüstungsrufen unterbrochen.
Ein verheerender Schneesturm herrscht auch, wie aus Paris gemeldet wird, in den Bergen und den höher gelegenen Ortschaften der Ober- Savoyen. In vielen Ortschaften liegt der Schnee auf den Straßen in einer Höhe von 50 Zentimetern. Viele Bergdörfer sind eingeschneit. Mehrere Bersonen werden bereits als vermißt gemeldet. Die Schulen find geschlossen worden.
Eine Grubenkatastrophe.
Sie fordert den Reichstag auf, mit unbeugjamer Ent- In der Nacht zum Sonntag um 3 Uhr brach in einem Gesent schlossenheit auf den Konsequen n feines Mißtrauens- der 200- Meter- Sohle der Emma grube bei Rybnik in Schlesien votums zu bestehen und von allen Mitteln und insbesondere ein Brand aus, dessen Ursache noch nicht aufgeklärt ist. Durch die von dem der Budgetverweigerung Gebrauch zu machen, um den Rücktritt des Reichskanzlers und des Kriegsministers durchzusetzen.
Die Versammlung erkennt in den skandalösen Ereignissen von Zabern nur ein Symptom des militaristischen Systems und drückt ihre Entschlossenheit aus, den Kampf gegen den Militarismus mit aller Energie fortzuführen. Sie erblickt in der Demokratisierung der Heeresverfassung, in der Ersetzung des stehenden Heeres durch die Miliz die wichtigste Aufgabe volksfreundlicher Politik und die unerläßliche Vorbedingung, um an Stelle der Herrschaft von Bureaukratie und Militär die Souveränität des Volkswillens zu feßen.
nach der 400- Meter- Sohle ziehenden Brandgase wurden sechzehn Bergleute getötet. Drei der Getöteten konnten erst im Laufe des Sonntagvormittags geborgen werden. Der Brand wurde völlig gelöscht.
Letzte Nachrichten.
Tod eines russischen Militärfliegers. Petersburg, 7. Dezember. ( P.-C.) Der russische Marineflieger Leutnant Saksrut stürzte in der Nähe von Libau mit einem Ostsee. Der Apparat war in einer Höhe von 30 Metern übergefippt. Wasserflugzeug, auf dem sich noch ein Passagier befand, in die Der Flieger war auf der Stelle tot, während der Passagier mit unbedeutenden Verlegungen davonkam.