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Ordensgesehe in Heffen.

Zu der Milderung der Ordensgesetzgebung in Hessen wird uns geschrieben:

suchen. Jetzt muß es jedermann einleuchten, daß es ein schwerer| oder andere Teil gehen müsse. Andere Redner bestreiten dies und Fehler war, daß man den Leutnant v. Forstner nach der ersten suchen zu vermitteln. Schließlich wird in vorgerückter Stunde Wades"-Affäre nicht sofort von 3abern verfeht hat. mit 18 gegen 17 Stimmen, bei einer Stimmenthaltung, ein Mi- Wenn Leutnant v. Forstner kein richtiges Verständnis dafür trauensvotum gegen den Vorstand angenommen, das Jm Großherzogtum Hessen besteht noch aus der Kulturkampf­hatte, in welchem Falle er zur Selbsthilfe und zum Gebrauch der Waffe berechtigt war, so liegt das zum Teil wenigstens an zum Ausdruck bringt: der Vorstand habe schuld an der geringen zeit ein Gesez, das die Zulassung der katholischen Orden und Kon­den Instruktionen, die der Oberst v. Reuter nach positiven Ausbeute der Bundesarbeit. Weder im Fall 2üdemann gregationen beschränkt. In der Praxis wird aber das Gesek nur feiner Zeugenaussage seinen Offizieren gegeben hat, sie sollten noch in den nachfolgenden Differenzen hat er es vermocht, eine sehr lag gehandhabt, und die Regierung drückt hier öfter ein Auge zu. So hat die gesetzliche Beschränkung nicht verhindert, daß die so schneidig wie möglich vorgehen", ein preußischer Offizier gerechte Lösung herbeizuführen. Der Vorstand habe damit gezeigt, Bahl der Ordensangehörigen und deren Niederlassungen ganz dürfe sich nichts gefallen lassen. Dem Leutnant v. Forstner hat daß er zur Erledigung der Bersonalangelegenheiten im Bunde außergewöhnlich gewachsen ist. Die fatholische Bevölkerung in der Oberst speziell empfohlen, seine Pistole stets bei sich zu unfähig ist, und habe damit bewiesen, daß er der gedeihlichen Ent. Hessen betrug im Jahre 1905: 372 613, im Jahre 1910: 397 549 tragen und gegebenenfalls von der Pistole und dem Säbel Gebrauchzumachen. Und das geschah einem jungen Mann wickelung des Bundes im Wege steht. Der Bundestag beschließt Seelen. Die Orden und ordensähnlichen Kongregationen zählten 1907: 117 Niederlassungen und 1043 Mitglieder, 1912: 122 Nieder­gegenüber, dem eine gewisse Unüberlegtheit im Handeln" und daher, dem Vorstand ein Mißtrauensvotum auszusprechen. laffungen und 1315 Mitglieder. Danach ist die Seelenzahl der Ka­" Mangel an Welterfahrenheit" von seinen Vorgesezten attestiert wird! Den Unteroffizieren und Mannschaften tholiken in fünf Jahren nur um 6,4 Proz., die Zahl der Ordens­mitglieder um 26 Proz. gestiegen. hat Oberst v. Reuter die Instruktion gegeben, sie müßten, wenn fie angegriffen würden, von der Waffe energisch Ge= brauch machen und gegebenenfalls die Angreifer zur Strede bringen! Und da wundert man sich noch über das Vorgehen des Militärs in Zabern ! Hoffentlich wird auch in den nachfolgenden Gerichtsverhandlungen wegen der Zaberner Affäre das Recht und seine Autorität zur Geltung ge= bracht werden."

Hierauf legte der bisherige Vorstand seine Aemter nieder. Die Versammlung vertagte sich darauf einige Zeit, um Vor­schläge für eine Neuwahl entgegenzunehmen.

Politische Ueberficht.

Abänderung der Wehrordnung.

Das Kriegsministerium beabsichtigt, wie amtlich verlautet, einige Aenderungen an der Wehrordnung vorzunehmen. So soll Während das Berl. Tageblatt", statt seine ganze Energie u. a. die Anmeldung der Militärpflichtigen zur Rekrutierungsstamm­auf die Hauptsache, der Bestrafung der eigentlich Schuldigen und rolle in der Zeit vom 2. bis 15. Januar erfolgen; die Zahl der an die Unterwerfung des Militarismus unter Verfassung und Gefeße einem Tage zu musternden Militärpflichtigen darf 130 nur aus­zu richten, kleinlich und kläglich am Vorwärts" herumnörgelt, nahmsweise übersteigen. Zurüdstellungen Militärpflichtiger auf beweist die reaktionäre Presse um so unverschämteres Drauf Grund besonderer, im Gesetz nicht ausdrüdlich vorgesehener Ber­gängertum. Schreibt doch die" Post": hältnisse, tönnen ausnahmsweise von der Erfazbehörde dritter Instanz verfügt werden. Die vorläufige Entscheidung über auszuschließende militärpflichtige kann auf Grund der von dem Zivilvorfizenden der Griazkommission beigebrachten Unterlagen ohne ärztliche Unter­fuchung von den ständigen Mitgliedern der Erfagkommiffion schriftlich getroffen werden. Die Befugnis zur vorzeitigen Entlassung von Mannschaften aus dem aktiven Dienst aus Billigkeitsgründen geht auf die Erfagbehörden britter Instanz über.

Das Urteil, das gestern vom Kriegsgericht ber 30. Division in Straßburg gegen den Leutnant v. Forstner gefällt worden ist, wird nicht nur in alle Offizierskreise, sondern in alle national empfindende Kreise des deutschen Voltes ich toere Besorgnis und Beunruhigung tragen. Die Radaubrüder von Babern und Dettweiler freilich werden stolz sein auf diese Folge, die ein Erfolg ist, und sie werden nicht verfehlen, das Urteil als eine nach­trägliche Rechtfertigung ihrer antimilitärischen Hebe auszubeuten, ein Teil der elsässischen Bevölkerung und nicht der beste wird über den Sühneleutnant triumphieren, der ins Gefängnis geschickt ward, weil er seine Ehre zu temperamentvoll wahrte, aber unsere Offiziere im Elsaß , unsere armen Offiziere: ihnen wird das Urteil wie ein Schlag vor den Kopf sein.

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Regierung und Arbeitslosenversicherung.

Die Zentrumsfraktion im hessischen Landtag hatte nun einen Antrag eingebracht, der verlangt, das Ordensgefeß nur zu mildern, nicht etwa zu beseitigen. Man sieht deutlich, daß das Zentrum hier atvei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte: es suchte dem katho­lischen Volksempfinden Rechnung zu tragen durch den Antrag auf Milderung der Ordensgeseße, gleichzeitig aber waren die schlauen Bentrumsdiplomaten eifrig bemüht, soviel von den Ausnahme­gefeßen zu retten, wie nötig erschien, um damit die katholische Boltsseele" zum Kochen zu bringen. Die Regierung erklärte sich auch bereit, einer weiteren Abbröckelung der Ordensgesetze zuzu­ftimmen. So sollen die" Englischen Fräulein " und die guten Sirten" eine weitere Vermehrung erfahren dürfen, auch mehr Ka­puziner sollen aufenthaltsberechtigt werden, und die weiblichen trantenpflegenden Orden dürfen ihre Mitgliederzahl im Lande ebenfalls weiter vermehren.

Während die Zentrumspresse im Lande diese Zugeständnisse als ungenügende bezeichnete, vom Fehdehandschuh" sprach, der dem fatholischen Volte hingeworfen werde, und von den Zentrumsabge­ordneten berlangte, die unabwendbaren Konsequenzen" zu ziehen, bliesen die ultramontanen Abgeordneten am Donnerstag in der zweiten Kammer die fanfteften Töne. Sie liefen über vor Dank­barkeit für die Regierung.

Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion betonte Abg. Adelung die grundsätzliche Gegnerschaft gegen alle Ausnahmegesebe, berwies aber auch auf die Zwiespältigkeit des Zentrums, das selbst alle Freiheiten für sich verlange, aber die eifrigsten Befürworter für Ausnahmebestimmungen gegen Andersdenkende stelle. Der Zentrumsantrag wurde bann einstimmig angenommen

Kleinstaatnöte.

Die Nordd. Allg. 8tg." fommt in ihrem Wochenrüdbi noch einmal auf die Frage der Arbeitslosenversicherung zurüd und betont, Daß die Lage für den Leutnant v. Forstner bedrohlich daß die Regierung auf ihrem ablehnenden Standpunkt beharren war, bestätigt einer der festnehmenden Soldaten. Daß Blant sich müsse. Zunächst werden die Schwierigkeiten vorgeschüßt, die laum bereits mehrfach(!) losgerissen hatte, daß er mit den Soldaten zu überwinden seien und dann wird die Notwendigkeit einer Arbeits­rang und wild um sich schlug, das alles ist zeugeneidlich bestätigt. losenversicherung überhaupt bestritten. Bum Beweise für die Ueber- Gegen die Stimme des einzigen Sozialdemokraten, der dem Es ist noch nicht 7 Uhr. Dunkel und nebelig. Immerhin sieht Leutnant v. Forstner so viel, daß der Schuster auf ihn los- flüssigkeit dieser Versicherung bezieht sich das Organ des Reichskanzlers Landtage angehört, und gegen die Stimmen einiger Liberaler hat gehen, gegen ihn tätlich werden will. Oder er glaubt, das zu auf das Ergebnis einer Umfrage, die die Zeitschrift Der Arbeit die dreiklassige Boltsvertretung des Fürstentums Rippe am fehen. Es ist ja so furchtbar gleichgültig! Jeder geber" bei den Unternehmerorganisationen veranstaltet hat. Die Freitag einer Beamtengehaltsvorlage Gefeßeskraft verliehen, die 3ivilist würde den Kerl gepadt unb ihn durchge- Meinung der Arbeiterorganisationen kommt für die Regierung gar diesen Kleinstaat wieder in schwere Finanznöte bringen wird. Das waltthaben. In dem Kopf des Beutnants jagen fich die Ge- nicht weiter in Betracht, maßgebend ist der Wille der Unternehmer. große Uebel ist, daß diese daß diese Kleinstaaten kostspielige banken: der Oberst hat uns wiederholt aufs schärfste ermahnt, uns Gin Beweis dafür, daß das Wort des früheren Staatssekretärs Thrönchen und kostspielige Verwaltungsapparate nichts bieten zu lassen und energisch vorzugehen. Meine Uniform Bötticher: Meine Herren! Wir arbeiten ja nur für Sie", auch den haben, wodurch es tommt, daß ihnen bei dem natürlichen Streben, steht auf dem Spiel. Diefer wütige Mensch braucht Männern zur Richtschnur dient, in deren Hände gegenwärtig die es in der Beamtenbesoldung dem großen Nachbar Preußen gleich nur auszuholen und ich bin als Offizier er= zu tun, der Atem ausgeht. Ledigt. Wochenlang und Tag für Tag diese Verhöhnungen, Intereffen des Reiches gelegt find. Belästigungen, dieses Kichern und Wispern, diese Schimpfworte, die man nicht fassen, diese zurufe, die man nicht ermitteln kann. Anonyme Briefe, Drohungen, Beleidigungen. Alles runter­gefressen. Aber jeßt, jetzt endlich ist so ein erlerwischt. Meinem Fahnenjunker haut er zweimal ins Genid! Und nun will er auf mich los? Warte, meine Junge! Naus mit der Blempe! Hier ist die Quittung!"

Kein Zweifel also, daß die Verteidiger der Säbelbittatur alles aufbieten werden, um wenigstens die Hauptschuldigen, die Reuter und Deimling, herauszuhauen. Bevor aber das endgültige Urteil gegen die Reuter und Deimling ergangen( und von einer Anklage gegen Herrn b. Deimling hat man noch fein Sterbenswörtchen gehört!) ist jeder berfrühte Triumph geradezu ein politisches Kapitalberbrechen.

Bundestag der technisch- industriellen Beamten.

Ein Mißtrauensvotum gegen den Vorstand. - Der Vorstand legt sein Amt nieder.

Rußland wehrt sich.

Es sind zwar nur 450 000 M., um den sich der Etat des lippischen Staates infolge dieser Besoldungsreform erhöht, aber Megen unser Einfuhrscheinsystem, das zu einer Verschleuderung sie mehr aufzubringen, ist für die 150 000 Bewohner des lippischen deutschen Getreides nach dem Auslande führt, sucht sich das be- Waterländchens teine Kleinigkeit. Die Verhandlungen über diese drohte Ausland mun selbst zu wehren. Die Vereinigten Staaten Dinge waren wieder einmal ein Kabinettstädchen klein­haben im vergangenen Jahre mehrere Maßnahmen ergriffen, die staatlicher Parlamentstun st. Von der linken Seite des als zollpolitsche Gegenmaßregel zu verstehen waren. Nußland, das Landtages war eine Finanzreform durchgeführt worden, deren als Getreideproduktionsland unter der deutschen Schleudertontur Hauptstüd eine Vermögenssteuer war. Was dabei herauskommen reng am meisten zu leiden hat, erörtert ebenfalls seit geraumer wird. weiß man noch nicht, aber die Mehrerträge werden vor­Mußland hat dem russisch- deutschen läufig auf 300 000. geschäßt. Diese reklamierte die Regierung Beit Abwehrmaßnahmen. Handelsvertrage vor Jahren überhaupt nur deshalb sugestimmt, für die Durchführung der Besoldungsreform; doch die Linke hielt weil es durch seine Lage infolge des japanischen Krieges dazu ge- bis vor kurzem daran fest, daß der Aufwand der Finansreform zwungen war. Bei der Erneuerung des 1917 ablaufenden nicht allein wegen der Beamten gemacht sei, sondern daß daneben Handelsvertrages will es sich besser seiner Haut wehren und schon andere Kulturforderungen berüdsichtigt werden müßten: Auf­jekt trifft es seine Vorbereitungen. Der offiziöse Draht meldet: hebung des Schuldeldes und andere Dinge. Petersburg, 20. Dezember. Der russische Handelsminister hat dem Ministerrat folgende Gejebentwürfe vorgelegt: Erstens einen Entwurf betreffend die Auferlegung eines Bolles auf auslän­disches Getreide, das nach Finnland eingeführt wird, und zhvar in Höhe von 4,30. für 100 Kilo Brutto auf Roggen, Gerste, Hafer, Weizen und Buchweizen in Körnern, sowie Grbsen und Spela; von 6,50 M. auf dieselben Getreidearten in Mehl­form. Der Zeitpunkt für das Inkrifttreten dieses Gesezentwurfes Staat beschäftigten Arbeiter mit einer Bohner­ist noch nicht festgesetzt. Zweitens einen Entwurf betreffend die Besteuerung von Getreide in Körnern, außer Reis, Erbsen und höhung zu beglücken, da vertraten Konservative und Liberale Bohnen, die nach Rußland eingeführt werden, und zwar in die Meinung, daß der Arbeiterlohn sich nach Angebot Höhe von 30 Ropeten für das Bud Brutto. Die unverzügliche und Nachfrage regele und gar nichts mit einer Beamten­Einführung dieser Maßnahmen ist wünschenswert, denn das gehaltsvorlage zu tun habe. Zwei Nationalliberale und zwei Mit­System der verschleierten Ausfuhrprämien, wie glieder der fortschrittlichen Fraktion halfen denn auch mit, den es in Deutschland üblich ist, hindert die Entwickelung der russi- Antrag des Sozialdemokraten zu Fall zu bringen. schen Landwirtschaft. Die Lage wird sich verschlimmern, sobald Rugland seine Anbaufläche bergrößern und in der Feldkultur vollendetere Methoden anwenden wird.

Die russische Beurteilung der deutschen Einfuhrscheine trifft durchaus zu. Der Widersinn, daß Rußland als größter europäischer Roggen und Weizenproduzent aus Deutschland Roggen und Weizen einführt, wird nur durch die Ausfuhrprämien möglich. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres stieg die Roggen ausfuhr nach Rußland gegen die gleiche Zeit des Vorjahres von 868 360 Doppelzeniner auf 1 733 770 Doppelzentner, die Weizen­ausfuhr von 88.420 auf 142 680 Doppelzentner. Die Roggen­ausfuhr ist demnach auf das Doppelte gewachsen! Die dies­

Als der Landtag jedoch an die Beratung der Gehaltsvorlage ging, wuchs ihm die Ausgabe unter den Händen auf 450 000 m. an, und da dafür kaum Deckung vorhanden ist, bekehrten sich als­bald einige Liberale zu der Auffassung, daß dann nur die Ge haltsvorlage zu erledigen sei, alle anderen Kulturforderungen aber wieder zurüdzustehen hätten. Und als der Sozialdemokrat mit dem Verlangen kam, zugleich mit den Beamten auch die vom

Unter solchen Umständen mußte der einzige Sozialdemokrat des Landtages gegen die Besoldungsvorlage stimmen, obgleich er deren innere Berechtigung wenigstens teilweise nicht verkennen konnte. Von den neun Liberalen fanden nur fünf den Mut, das

Der Dreitlaffenlandtag des lippischen Kleinstaats bereitet den Beamten eine hervorragende Weihnachtsfreude- für die Mr. beiter aber hat er nichts als den Trost, daß Angebot und Nachfrage die Löhne regeln.

Kriegervereinsterrorismus.

Der elfte ordentliche Bundestag des Bundes der tech­nisch industriellen Beamten trat am Sonnabendnach­mittag im Nordwesthotel zusammen. Außer dem Vorstand und den Beamten find 38 Delegierte aus allen Teilen des Reiches als Vertretung der Mitgliedschaft erschienen. Aus einem Situations. bericht des Vorsißenden, Ingenieurs Braun, geht hervor, daß der Ansturm auf die Unterstüßungskassen des Bun­des, namentlich auf die Arbeitslofenunterstübung un­vermindert andauert; dagegen schreitet die Mitgliederzahl fort, da die Zahl der Austritte start zurüdgegangen ist. Bei der Feststellung der Tagesordnung erhebt sich eine ziemlich lebhafte Debatte, welche zeigt, daß ein Teil der Delegierten mit der Ge­schäftsführung des Vorstandes nicht einverstanden ist. Es handelt sich im wesentlichen um die Durchführung der Beschlüsse, die der im Oktober stattgehabte zehnte Bundestag in der Angelegenheit des ehemaligen Geschäftsführers& üdemann gefaßt hat. Die De batten zeigen, daß die durch das Ausscheiden Lüdemanns herbor­gerufenen Streitigkeiten durch die Beschlüsse des vorigen Bundes­tages feineswegs geschlichtet sind, vielmehr hält die Krise an. Es Einem Handwerksmeister in der fleinen Residenz Koburg , wird beschlossen, die Tätigkeit des Vorstandes seit dem jährige günstige Getreideernte Deutschlands tommt also in erster 10. Bundestage und die Vorstandswahlen als nächsten Punkt Linie dem Auslande zugute. Wenn wir auch grundsäbliche Gegner der als Erfagmann auf der Unternehmerliste des Gewerkschafts­auf die Tageordnung zu sehen. Von den Silfsfekretären des Schubzolles, besonders solchen auf Nahrungsmittel, find, so tartells zu den Ausschußwahlen der allgemeinen Ortskrankenkasse und wissenschaftlichen Hilfsarbeitern des Bundes ist uns doch das Vorgehen Rußlands gegen die junterliche Liebes. vorgeschlagen war, wurde vom Vorsitzenden des Militärvereins, dem liegt eine Erklärung vor, die sich gegen das Mißtrauensvotum gabenpolitik Deutschlands verständlich. Im Interesse beider Länder Postdirektor Göhring, eröffnet, daß er den Ausschluß aus dem wendet, das der letzte Bundestag diesen Beamten erteilt hat wegen läge es, wenn Deutschland durch Aufhebung des agrarischen Zoll- Militärverein zu gewärtigen babe, wenn nicht von ihm in den der Art, wie sie den Abgang Lüdemanns betrieben haben. Die schutzes die russischen Gegenmaßnahmen überflüssig machen würde. Stoburger Tagesblättern die Erklärung abgegeben werde, daß er ohne Silfssekretäre und wissenschaftlichen Hilfsarbeiter erklären, daß sie Die Sozialdemokratie wird jedenfalls bei den bevorstehenden Zoll- fein Wissen und seinen Willen auf diese Liste gesetzt wurde und kein ihre Bewegung nach wie vor als gewerkschaftliche Aktion zur Be- beratungen ihren Einfluß von neuem in dieser Richtung aufbieten. Sozialdemokrat ſei! feitigung unhaltbarer Zustände betrachten. Sie richten an den jebigen Bundestag das Ersuchen, bon ähnlichen Kundgebungen ab- Milderungsgrund oder gar Freisprechungsgrund? zusehen oder aber es nicht bei ihnen bewenden au Der Herr Kriegsminister hat im Reichstag bei den Debatten lassen. Der bisherige Bundesvorsißende Stiel hat sein Amt über die Baberner Ereignisse u. a. gesagt, das Vorgehen des niedergelegt, weil der vorige Bundestag ein Miß- Militärs müsse von dem Gesichtspunkt aus beurteilt werden, daß trauensvotum gegen den Borstand nur mit einer Unterlassen und Versäumnisse schwerer belasten Spionage- und Wehrvorlagerummel. Stimme Mehrheit abgelehnt hat. Einem Hilfssekretär ist der nach- als ein Fehlgreifen in der Wahl der Mittel. Dieses Während die Militärkommission immer noch an den Wehrvor. gesuchte sofortige Abschied bewilligt worden. Prinzip ist aber nur in der Felddienstordnung aufgestellt, Den Bericht des Vorstandes erstattet rug- Berlin . Aus also in einer Vorschrift, die nur Kriegsverhältnisse im Auge hat. lagen herumdoktort und zu keinem definitiven Ergebnis kommen ihm geht hervor, daß die auf seiten Lüdemanns stehenden leitenden Jeder Versuch, es auf Friedensverhältnisse zu übertragen, muß fann, tobt der Kampf um die Heeresvermehrung in der breiten Beamten, denen der vorige Bundestag ein Vertrauensbotum aus. energisch bekämpft werden, weil mit ihm Uebergriffe des Militärs, Oeffentlichkeit weiter. Niemand weiß eigentlich, was werden soll, gestellt hat, ein Zusammenarbeiten mit dem Vorstand ablehnen. vor allem ber Mißbrauch der Waffe, geradezu groß- ob das Ministerium cine komplette Wehrvorlage noch diesem Reichs. Gegen die Hilfsjekretäre ist der Vorstand nicht weiter eingeschritten, gezogen würden. Weiß das Militär, daß es im Falle eines Non- tage vorlegen und die Neuwahlen abwarten wird. Aber die ber. da er mit dem Tadelsvotum des vorigen Bundestages die Sache flittes mit Bibilpersonen auf eine mildere Beurteilung hoffen schiebenen Intereffententreife bemühen sich doch, ihren Standpunkt für erledigt hält. Wegen der Schnelligkeit, mit der dieser Bundes- darf, wenn es etwas tut", d. H. schneidig" borgeht, dann ist es nach Möglichkeit geltend zu machen, indem sie einen ohrenbetäuben. tag einberufen worden ist, war ein friedlicher Ausgleich der Diffe- nicht wunderlich, wenn es bei jeder Kleinigkeit zuhaut, arretiert den Lärm inszenieren. Die Konservativen versuchen, anscheinend rengen nicht mehr möglich. Im Interesse der Bewegung möge der und drauflos sticht. Die Kriegsgerichtsverhandlung gegen den mit gutem Erfolg, die Liberalen einzuschüchtern und einen möglichst Bundestag einen solchen herbeiführen.( Vereinzelter Beifall.) Leutnant v. Forstner liefert dafür aufs neue einen Beweis. Der großen Teil der liberalen Abgeordneten vor ihren Starren zu span= Tatsächlich ist auch ein Teil der liberalen Presse bereits Die Debatte gestaltet sich äußerst stürmisch. Es zeigt sich, daß vom Herrn Kriegsminister zitierte Satz ist schon seit Jahren bei nen. in der Beamtenschaft des Bundes wegen der Stellungnahme in der Verteidigung der Säbelheldentaten im Frieden sehr beliebt. umgefallen, sie plädiert für eine Militärreform vor den Neuwahlen. So wie die Sache augenblicklich liegt, handelt es sich im Grunde der Sache Lüdemann ein tiefer Zwiespalt besteht. Rosenstiel- Es ist daher Zeit, daß er wieder dahin verwiesen wird, wohin er Berlin erklärt, daß die Dinge soweit gedichen seien, daß der eine gehört, nämlich einzig und allein in die Felddienstordnung!] viel weniger um die Wehrvorlage als solche, denn um reine Partei

Das ist natürlich kein Terrorismus! Man sieht aber wieder, was die Kriegervereine von der gesetzlich gewährleisteten staatsbürger­lichen Freiheit halten.

Schweden .