Nr. 6. 31 Jahrgang.
Ein„ lohnender
2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt
Parteiangelegenheiten.
Mittwoch, 7. Januar 1914.
abgezehrt aus, die Frau arbeitet sich für ihre Kinder zu Tode; sie hängt an ihnen mit viel Liebe. Natürlich muß hier Aenderung geschafft werden. Der Bierter Kreis( Abteilung 11). Heute Mittwoch, abends 8%, Uhr, Frau die Kinder abzunehmen, wäre grausam, da sie sich für Vortrag des Genossen Franke. Kinder, die älteste Tochter ausgenommen, einem Arzte vorzuNeukölln. Heute findet bei Bartsch, Hermannstr. 49, die Verstellen, der feststellen würde, was den Kinder nottut. Besonfammlung der Jugendsettion statt. Genosse W. Groger spricht über ders beim jüngsten Kinde wäre vielleicht orthopädische Behanddie 48er Revolution. Es darf wohl von allen jungen Arbeitern lung noch erfolgreich durchzuführen. Frau H. wünscht sehr, ihren Kindern Lebertran geben zu und Arbeiterinnen über 18 Jahre erwartet werden, daß sie zu dieser Versammlung erscheinen. fönnen, eventuell auch andere Stärkungsmittel, sie hat aber nicht die Mittel dazu.
reeller Nebenerwerb". findet im Botal„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75, eine Bersammlung statt. Dieselben aufopfert. Vor allem wäre es wohl nötig, alle fünf
Die Nebenerwerbs"-Annoncen, die bei leichter Arbeit guten Verdienst in Aussicht stellen, wollen aus gewissen Inseratenblättern nicht verschwinden. Immer wieder gehen uns Klagen darüber zu, daß Erwerbsuchende, die auf solche Offerten sich meldeten, bitter enttäuscht wurden. Und immer wieder sind wir genötigt, die Arbeitslosen bor berlodenden Anerbietungen dieser Art zu warnen und ihnen den dringenden Rat zu geben, daß sie ihre letzten paar Groschen lieber in der Tasche behalten. Schmargendorf . Die zu Mittwoch, den 7. Januar angefeßte Denn darauf laufen ja die meisten Nebenerwerbs"-Annoncen Mitgliederversammlung findet nicht statt. Der spätere Termin wird hinaus, daß der Erwerbsuchende zu allernächst noch Geld hergeben noch bekannt gegeben. muß. Vorher erhält er überhaupt keine klare Auskunft darüber, um was für eine Arbeit es sich handelt.
Eine Handlungsgehilfin, die angesichts der ihr drohenden Stellungslosigkeit nach einem ehrlichen Nebenerwerb suchte und auf eine bürgerliche Annonce einging, teilt uns ihre dabei gemachten Erfahrungen mit. Jm„ Berliner Zotalanzeiger" las fie im Dezember unter den„ Kleinen Anzeigen" der offenen Stellen für Frauen, und zwar für kaufmännisches Personal, die folgende Annonce: Nebenverdienst, dauernd für jedermann, leichte schriftliche Arbeit. Offerten an naute, Hamburg , Schröderstiftstr. 10." Daß der besagte Herr Knaute seinen Namen nebst Wohnung angab, fonnte gegenüber der sonstigen Anonymität, die bei" Nebenerwerbs"-Annoncen die Regel bildet, empfehlend wirken. Ms aber die Handlungsgehilfin sich bei Knaute meldete, ergab sich, daß auch
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er zunächst Geld forderte. Er tat das durch einen in Maschinenschrift gedruckten Brief, unter den er handschriftlich seinen Namen„ Albin Knaute" jezte. Darin schilderte er den Kampf ums tägliche Brot, und er mahnte dann:
Leben Sie feine Minute länger unter diesen drückenden Verhältnissen, suchen Sie sich einen lohnenden reellen Nebenermerb. Ich biete Ihnen die Hand, greifen Sie zu, beginnen beantwortung bestehenden Nebenarbeiten. Säumen Sie nicht, es liegt an ihnen, sich Ihre Position mit einem Schlage zu verbessern, und ich verhelfe Ihnen dazu, stehe Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und komme Ihnen weitgehendst entgegen." Nach einigen Hinweisen auf„ guten Nebenverdienst" und" gefichertes Dasein" fuhr der Brief fort:
Sie noch heute mit meinen häuslichen, in einfacher Offerten
Dieser grundreelle Nebenerwerb ist für Sie eine dauernde, einträgliche Geldquelle, nur schriftliche und häusliche, vom Schreibtisch aus zu erledigende Tätigkeit, daher ganz besonders auch für Damen paffend, und doch können sie wöchentlich 15 bis
30 M. verdienen."
Und schließlich rückte Knaute mit seiner Geldforderung heraus: Außer der für Sie so wichtigen, unentgeltlichen Instruktion erhalten Sie gleichzeitig Anfangsmaterial, was ganz besonders wichtig ist, zum sofortigen Beginn der häuslichen Arbeit. Der geringe Preis für sämtliche Sachen beträgt nur 1,35 franto, ben Sie recht bald einsenden wollen, damit Sie sofort beginnen können, denn jeder verlorene Tag wäre für Sie verlorenes Geld. Das lang ja sehr verlockend: Durch Nebenarbeiten möch entlich 15 bis 30 M.! Aber wavum sagte Herr Knaute nicht deutlicher, worin sein lohnender reeller Rebenerwerb" bestand? Warum sprach er nur ganz allgemein von„ in einfacher Offertenbeantwortung bestehenden Nebenarbeiten"? Wollte die Erwerbsuchende die unentbehrliche Instruktion" haben, so mußte fie 1,35 M. opfern. Dafür erhielt sie ja dann auch noch das " Anfangsmaterial", das ihr als ganz besonders wichtig" bezeichnet wurde.„ Vertrauen gegen Vertrauen", hatte Knaute in dem Schluß seines Briefes gesagt. Die Handlungsgehilfin antwortete ihm mit der Bitte um Nachnahmesendung, und diese traf auch dann prompt ein.
Was war der Inhalt der Sendung, die sie gegen Zahlung von 1,45 M.( einschl. Porto) empfing? Ein Drudkheft enthielt die " Instruktion für Offertentätigkeit". Kurz und bündig wurde darin empfohlen, dasselbe zu tun, was Herr Albin Knaute tat. Man follte annoncieren:„ Wer häuslichen Nebenverdienst sucht, sende sofort seine Avesse an usw.", und dann die einlaufenden Offerten
Ferner werden die Genossen ersucht, sich an der am Sonntag, den 11. Januar, früh 8 Uhr, vom Restaurant Waldkater, Warnemünder Str. 14-15 aus stattfindenden Flugblattverbreitung zu beteiligen.
Fürsorgeerziehung halte ich nicht für erforderlich, bitte aber die Waisendeputation sehr, den Kindern ihre Unterstüßung und Hilfe zuteil werden zu lassen."
Das ist die Welt der Gegensäge. Dort Ueberfluß in Hülle und Fülle, hier Not und Elend, die Mutter kann ihren Kindern nicht mal Lebertran kaufen. Und das nennt man göttliche Weltordnung!
Pfadfinders Wintervergnügen.
Wannsee . Sonnabend, den 10. b. Mts., abends 8 Uhr, im Fürstenhof"( O. Ackermann), Versammlung des Wahlvereins. Genosse itt spricht über Gemeindeangelegenheiten und die bevorstehenden jung große Freude ausgelöst, war es hierdurch doch wieder möglich Der erhebliche Schneefall in den letzten Tagen hat bei alt und Vertreterwahlen. Gäste willkommen.
gemacht, sich in ungebundener Freiheit den schönen Wintervergnügungen hinzugeben. Schlitten aller möglichen und unmög lichen Art wurden schleunigst wieder hervorgeholt und hinaus ging es, um in den„ Bergen" der Umgebung Berlins dem Rodelsport obzuliegen. Ganz besonders war es natürlich unsere Jugend, die sich diese Gelegenheit zunuze machte, um im Kreise ihrer Altersgenossen einige fröhliche, Geist und Körper erquickende Stunden in In Berlin WW wird seit einigen Tagen eine der schönen Schneelandschaft zu verbringen. Bietet für die ArbeiterMillionenhochzeit gefeiert Für die reichste Erbin Deutsch jugend doch fast ausschließlich nur der Sonn- oder Feiertag lands, die einzige Tochter des vielfachen Millionen- Ehepaares Beit, sich von den Feffeln der täglichen Fron und Ausbeutung los von Friedländer- Fuld am Bariser Plaz ist ein Mann in der zusagen und sich ganz den schönen Winterfreuden in der Natur hinPerson eines Engländers John Mitford, dem Sohne des zugeben. Wer da geglaubt hatte, daß das Wetter einen dicken Strich bekannten Diplomaten Lord Redesdale, verschafft worden. durch alle schönen Freuden und Hoffnungen gemacht und alle ErBereits am Sonntag veranstalteten die Eltern der Braut eine wartungen im wahrsten Sinne des Wortes elendig zu Waffer" hat Vorfeier, am Montag, dem Tage der standesamtlichen Trau- werden laffen, der wurde bald eines anderen belehrt, wenn er in ung, und am Dienstag, dem Tage der kirchlichen Trauung, die Umgebung Berlins pilgerte. In den Müggelbergen Herrichte waren ebenfalls große Festivitäten veranstaltet, deren Kosten auch am letzten Sonntag noch ein verhältnismäßig reges und sicher in die Hunderttausende gehen. Zum Sonntag waren munteres Treiben. Auf den felbst angelegten Rodelbahnen ver300 Personen geladen. Gekommen waren die Spitzen der gnügten sich Knaben und Mädchen, Männer und Frauen in zwangBerliner Gesellschaft, denn das Friedländersche Haus ist be- lofer Heiterkeit, ganz zu schweigen vom Neujahrstage, an dem das kannt dafür, daß dort das Beste vom Besten für den Gaumen Leben und Treiben dort draußen beinah lebensgefährlich wurde. spendiert wird. Und so kamen sie alle, die Minister, die BotDoch auch unfere Jungdeutschlandbündler" sollten nicht fehlen. schafter von England, Desterreich, Japan , Rußland , der Für sie sind es aber nicht die Naturschönheiten, die sie hinausTürkei u. a. Die Hofgesellschaft und alles, was in der Finanz- treiben, um sich an den Winterfreuden zu ergögen, für unsere und Handelsaristokratie einen Namen hat; selbst Jagow fehlte" Jungdeutschen" gilt es, auch im Winter ihre Striegstüchtigkeit" nicht. Natürlich waren auch Gäste mit hochklingendem Namen auszuproben. Ganz unbefümmert ließ das muntere Treiben der aus England- Verwandte des Bräutigams erschienen. sportliebenden Jugend unsere friegerischen Pfadfinder. Mancher von Das Souper war glänzend. Der Sekt floß in Strömen. Nach ihnen mag sicher mit gewiffem Neid dem fröhlichen und undem Essen wurde der Speisesaal in einen Theatersaal ver- gezwungenen Vergnügen der Rodler zugeschaut haben. Doch gab es wandelt und unter Professor Mar Reinhardts Leitung wurden für ihn dazu keine Zeit. Hatte er auf einen Augenblic seine einige Szenen aus dem„ Sommernachtstraum" gegeben. Die militärische Erziehung vergessen, so wurde er schleunigst durch bewährtesten Kräfte waren engagiert, selbst Grete Wiesenthal das Kommando des Führers unsanft aus seiner melancholischen hatte man ihrer Tänze wegen eigens aus Wien kommen lassen. Betrachtung geriffen und daran erinnert, Nach der Vorstellung ging es mit Tanz und wieder mit Essen Bucht und Ordnung herrscht und es für ihn gilt, nach dem„ Feinb auszuspähen, anstatt dem Zivilistenpad" zuzusehen. Ganz puzzig weiter. Ueber die Hochzeitsgeschenke wird berichtet: Die Zwischenpause benutten die Gäste, die herrlichen Hochfah es aus, als ein forscher Leutnant( alias Forstner) in Uniform zeitsgeschenke in Augenschein zu nehmen, die geschmackvoll in der fleinen Bibliothet arrangiert waren. Dieser Raum, der an das und mit Schleppiäbel in Begleitung seines Adjutanten, eines fleinen Bimmer Friedrichs des Großen in Sanssouci gemahnt, beher- biden, friegsmäßig ausgerüsteten Knirpses, durch den hohen Schnee stolzierte, hin und wieder sich herablassend, mit ihm ein paar Worte bergte gar viele Kostbarkeiten; so ein goldenes Tischservice das Geschenk der Eltern der Braut. Außerdem hat Herr v. Fried- leutseligft" zu wechseln. laender- Fuld seiner Tochter außer einem prächtigen Perlen- Uns fann es schließlich nur recht sein, wenn die Leiter des schmud das Haus Bendlerstr. 6 geschenkt, das dem jungen Paare Jungdeutschlandbundes für das Empfinden und die Gefühle der als ständiger Aufenthalt dienen wird. Lady Redesdale schenkte Jugend so wenig Verständnis zeigen. ihrer fünftigen Schwiegertochter u. a. ein sehr wertvolles Toiletten- Neceffaire aus Gold, und von den übrigen Geschenkgebern mögen Staatsminister Frhr. v. Rheinbaben, Sir Ernest Cassel in London , Baron Rothschild in Wien , Baron GoldschmidtRothschild, Baron Scheh und Herr v. Weinberg in Frantfurt a. M. besonders erwähnt sein.
Man sieht, selbst die Hochzeitsgeschenke repräsentieren den Wert von mehr als einer Million Mark.
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dag militärische
Krankenkaffenfriede in Niederbarnim .
Der Streit zwischen den Krankenkassen und Aerzten in Niederbarnim hat nunmehr sein Ende erreicht. Die Kassen ärztliche Vereinigung des Kreises und der Landrat, der die Allgemeine Drtstrankenkasse des Streises zunächst vertritt, haben folgende vorläufige Vereinbarung getroffen:
Die Aerzte behandeln fortan die Kranken, ohne Barmit Knautes Anfangsmaterial" beantworten. Das„ Anfangs- Ein anderes Bild. Hoch im Norden wohnt eine Familie, zahlung von ihnen zu verlangen, weiter. Es wird ein Vermaterial", das er beigefügt hatte, waren 10 Stück des oben mit- bei der es infolge großer Armut nach einem Bericht einer Re- trag abgeschlossen, der rückwirkende Straft hat für sämtliche geteilten gedruckten Briefes. Durch solche Briefe soll man nach visionsdame der Berliner Waisenverwaltung so aussieht: Leistungen vom 1. Januar 1914 ab. Das von den Kranken Knautes Beispiel anderen Erwerbsuchenden zunächst H.3 wohnen jetzt B.straße 14, Hof part. Frau H. hat die an die Aerzte bereits gezahlte Honorar wird den Stranfen 1,35 M. abfordern, wofür dann natürlich auch ihnen eine Portiersstelle und dafür freie Wohnung, zwei Stuben und zurückgezahlt. Sollte ein Vertrag zwischen beiden Parteien " Instruktion" samt" Anfangsmaterial" übersandt werden muß. Küche. Ich fand die Wohnung unaufgeräumt und nur gerade durch dirette Verhandlungen nicht zustande kommen, so unterEs ist leicht einzusehen, daß auf diese Weise die Zahl der Pfiffigen, genügend sauber; die Frau war auf den Treppen beschäftigt. werfen sich die Parteien gemäß dem Berliner Abkommen vom die aus der Nebenerwerbsuche anderer Leute sich H.3 haben 6 Kinder, die alle förperlich verkümmert 23. Dezember zwischen den Zentralorganisationen der Kassen selber einen bequemen Erwerb schaffen wollen, find. Es ist ein unbeschreiblich trauriges Bild, diese Kinder und der Aerzte einem paritätisch besetzten Schiedsamt unter Tawinenartig anwachsen würde. Rentabel ist das Geschäft nur für zu sehen. Alle sind für ihr Alter weit zurück, förperlich ganz einem unparteiisch beamteten Vorsitzenden, dessen Spruch beide Teile endgültig verpflichtet. die ersten, die es treiben. Je mehr ihrer werden, desto rascher muß besonders. der Schwindelbau zusammenkrachen.
Der 370 der Reichsversicherungsordnung, der für den Kreis Niederbarnim am 23. Dezember proklamiert worden war und der statt der Krankenpflege und der sonstigen ärztlichen Behandlung die Gewährung einer baren Leistung gestattet, wird mit dem 6. Januar 1914 aufgehoben.
Artur H., für den vor allem Fürsorgeerziehung in Frage In der Instruktion stellt Knaute eine Berechnung an, wieviel gestellt wurde, ist auch geistig zurück. Der Junge ist 9 Jahre bei dem Geschäft zu verdienen sei. Man bekommt sagt er, auf ein alt, aber nicht größer als ein fünfjähriges Kind; er hat einen derartiges Inserat fast nie unter 50 Anfragen, und von den An- enorm großen Kopf; seit einem sahr kann er erst laufen, das fragenden bestellten zunächst 12, nach Mahnung weitere 8, macht Sprechen fällt dem Kinde sehr schwer, er macht bei jedem An20 von 50. Das Inserat fostet 1,20 M., die Beantwortung von fang eines Saves große Anstrengungen, es dauert immer Mit dieser vorläufigen Vereinbarung sind einige Schwierigkeiten 50 Anfragen 1,50 M., find zusammen 2,70 M. 20 Bestellungen längere Zeit, bis er ein Wort herausbringt. Artur ist dabei a 1,35 M. ergeben 27 m. Einnahme: davon gehen ab jene 2,70 M., außergewöhnlich dick, sein Oberkörper ist fettgepolstert. Der beseitigt, aber lange nicht alle. Noch heute herrscht im Krankenferner die Kosten der 20 den Bestellern zu übersendenden, von Junge ist sehr skrofulös, fein Ohr läuft ständig, auch ein tassenwesen Niederbarnims ein Wirrwarr, wie nie zuvor. Es ist Auge ist eitrig. Auch die Kinder von 6-14 Jahren sind eingetreten, was wir vorausgefagt haben: Niemand weiß, woran er Knaute zu beziehenden" Instruktionen" usw. mit 6 M., sind zu- minderwertig entwickelt. Das jüngste, sechsjährige, Kind, ist ist und wer sachgemäße Auskunft erteilen kann. Die sachverständigen ſammen 8,70 M. Es bleibt dann aus dem Inserat ein Verdienst intelligent, hat aber so entsetzlich krumme Beine, daß es nur Staffenangestellten, welche das Stassenwesen am besten verstanden, bon 18,30 M., macht bei 10 Zeitungen 183 M. Verdienst sagt wackelt und nicht geht. An diesen traurigen Zuständen ist die sind beiseite geschoben. Sachgemäße Bekanntmachungen fehlen; wenn Knaute. Darunter jetzt er:" Verdienst in einer Woche", und fährt Mutter dieser Kinder nicht schuldig, meines Erachtens. sie erscheinen, so werden Blätter benutzt, welche die große Masse der dann fort" Im Monat fönnen 4 bis 6 Inferate erscheinen, also Die furchtbar traurigen Verhältnisse, eventuell auch Mitglieder nicht liest. Auch auf den Arbeitsstätten könnten die Be4 X 183 M.= 732 M. Verdienst in einem Monat." Man falsche Ernährung sind die Ursache, daß die Kinder so voll- tanntmachungen angeschlagen werden. fönne statt 10 Zeitungen 1000 benußen und sich danach selber seine ständig in ihrer Entwickelung gehemmt werden. Die Frau Die Tausende der freiwilligen Mitglieder der Kasse, Verdienstmöglichkeiten berechnen, fügt er hinzu. Daß diese In- erzählt, daß ihr Mann seit einem halben Jahr nach ihrer Ver- welche Aufklärung erheischen, werden von der Polizei zur Meldestelle, struktion" bei manchen der Anfragenden, die sie für ihre 1,35 M. heiratung erkrankt und arbeitsunfähig ist; er soll nervenkrant von dort zur Auskunftsstelle und weil diese auch keine Informationen erivarben, auf fruchtbaren Boden fallen wird, erwartet Knaute fein; der Mann spielt auf Höfen Handharmonika und verdient haben, nach dem Landratsamt gefchickt. Solche Selbstverständlich bestimmt. Er malt aus, deß auch an ihnen wieder noch zu ver- dadurch etwas Weniges. teiten als Höhe des Beitrages, Ort und Zeit der Einzahlung, sollten dienen sei. Von zehn entscheiden sich für diese gewinnbringende" Bei solcher Armut ist es nicht erstaunlich, daß es den doch längst geregelt und den Beteiligten in leichtester Form bei der Offertentätigkeit mindestens einer, der dann durch Bestellung von Kindern an der ihnen so nötigen Pflege und Nahrung fehlte. legten Beitragszahlung in der alten Stasse bekanntgegeben worden Instruktionen" neuen Verdienst bringe. Frau H. ist eine fleißige Frau, ich stimme absolut nicht fein; so aber stellen diese Belästigungen nicht entschuldbare RücksichtsDie Handlungsgehilfin, die sich über die Zeit der Stellungs- mit den Ansichten der Frau B.( die für Fürsorgeerziehung des lofigkeiten dar. losigkeit durch einen ehrlichen Nebenerwerb hinweghelfen wollte, einen Jungen ist) überein. Wenn auch die Wohnung zu wün- Nicht einmal in der Frage der Beitragserhebung ist ein ist um 1,45 M. ärmer geworden. Reicher wurde sie dafür um die schen übrig ließ, so sind die Kinder doch sehr sauber am Stör- befriedigendes llebergangsverhältnis gefchaffen, indem teilweise Erkenntnis, wie Knaute durch die von ihm empfohlene Offerten- per gehalten, ebenso in Wäsche. Die Betten sind sauber be- die alten Kassen bis in die erste Januarwoche auf Grund ihrer Stabätigkeit" bequem sich nährt. Sie will's ihm nicht nach machen, zogen, ein Bezug hat oft wohl sechs verschiedene Flicken, was tuten Beiträge erheben, und andererseits die Arbeitgeber bis dato trotz der Lockungen des Verdienstes von 732 M. in einem Monat", aber nur auf Fleiß und Sauberkeit der Hausfrau hinweist. noch feine Anweisung haben, von welchem Termin ab sie für die ben hier Knaute ausmalt. Sie will lieber hungern als Die Wohnung war gut gelüftet, ich war zirka 1 Stunde in der neue Kasse Beiträge in Abzug bringen sollen; welche unnötige Fülle Anautes lohnenden reellen Nebenerwerb" treiben. H.schen Wohnung. Frau H. selbst steht furchtbar elend und von Scherereien wird dadurch bebingt.