Matthias Schumacher, Rippehner Straße 30. Lesterer wird mit 84 von 86 Stimmen gewählt; atvei Zettel waren unbeschrieben. Die Einheitssäße für die Einziehung der Waisenpflegekosten von unterhaltungspflichtigen Angehörigen find bom 1. Oktober 1913 ab neu festzusehen. Sie betragen zurzeit täglich:
für Kinder im 1. Lebensjahre.
80 Pf.
2.
65
" P
"
"
" P
von 2-6 Jahren
55
•
"
PP
» schulpflichtige Knaben
55
"
Mädchen
50
•
"
Für die Einsegnungsausstattung werden 60 M. eingezogen. Bom 1. Oktober d. J. ab soll auf die Dauer von 3 Jahren die Einziehung nach folgendem Tarif stattfinden:
für Kinder bis zu 11½ Jahren.
•
"
"
von 1-3 8-6
90 93f. 70
"
" "
"
55
"
60
"
"
55
" 7
soulpflichtige Senaben
19
Mädchen
Für die Einfegnung von Stnaben follen 60, für die Einsegnung von Mädchen 70 M. erhoben werden.
Die Zustimmung wird seitens der Versammlung ohne Debatte erteilt.
Das Dispositionsquantum von 600 000 M. im Ertropodinarium ist für dieses Jahr bereits nahezu aufgebraucht; es soll aus dem über 12% Millionen Mart betragenden Ueberschufe des Jahres 1912 um 200 000 m. berstärkt werden. Die Versammlung ist damit einverstanden.
Auf dem städtischen Schlachthofe, und zwar auf dem zur Aufnahme von Rinderschlachthäusern bestimmten Gelände soll für 744 000 M.( Gesamtkosten) der Neubau eines Rinderschlacht= hauses nebst Stall erfolgen, das zunächst zum Schlachten von Schweinen einzurichten ist. Auch hier wird ohne Diskussion der Magistratsvorschlag gutgeheißen.
Die Gemeinde Treptow beabsichtigt eine höhere Mädchenschule( Lyzeum) zu errichten. Als geeigneter Bauplab ist das neben dem Rathaus und dem Realgymnasium belegene Grundstüc an der Parkstraße von etwa 7060 Quadratmetern ausersehen. Das Grundstüd gehört der Stadt Berlin , welche bei dieser Gelegenheit gleichzeitig zwei weitere Parzellen von 2828 und 1496 Quadrat metern an die Gemeinde Treptow übergehen lassen will, die zur Anlage eines öffentlichen Plates und zur Verbreiterung der Part straße beſtimmt sind, obwohl der Bebauungsplan noch nicht feststeht. Treptow hat sich nach längeren Verhandlungen zur Erwerbung auch dieser Flächen bereit erklärt. Für die Fläche von 1496 Qua brahmetern soll der Kaufpreis 4 M., für die übrigen Flächen 20 M. pra Quadratmeter betragen.
So? Könnt Ihr denn überhaupt bescheiden still über die den Preisen heruntergeht, ist faum zu erwarten. Die wissenschaftStraße gehen? Ich habe das noch nie entdecken tönnen. Am lichen Fortschritte und technischen Erfindungen kommen dann einer vorigen Sonntag noch hatten wir im Himmel ein großes fleinen Kapitalistenclique zugute, während die Arbeiter ungeheuren Konzert, am Abend von 7 bis 8 Uhr. Und wie gerade die Gefahren ausgesetzt werden und die Gesamtbevölkerung durch hohe schönste Stelle war, da hörte man auf einmal von der Erde Düngermittelpreise ausgepowert wird. berauf ein Brüllen und Schreien und Flöten und
Pfeifen, daß wir meinten, die ganze Hölle wäre aus- Der Staatsbankrott Megikos führte an der geftrigen Börse zu gebrochen. Was war da passiert? Da war gerade die weiteren Kursstürzen der megikanischen Werte. Die 5prozentige Bersammlung in Eurem Jünglingsverein zu Anleihe( vom Jahre 1899) fant um 10 Proz. auf 74,60 Proz., die Ende und Ihr zoget nach Hause; daher kam das Brüllen. 4prozentige Anleihe( vom Jahre 1904) um 2 Proz. auf 65 Proz Ich glaube, wenn am jüngsten Tag unser Herrgott die Toten auf die 4% prozentige Bewässerungsanleihe um 7% Proz. auf eriveden will, da braucht er garnicht die Engel mit der Bojaune 64,75 Broz. Auch die Anleihen der privaten Tehuantepecbahn, die auszuschicken; da braucht er nur Euch alle auf einmal loszulaffen, sich vorgestern gehalten hatten, gaben gestern um 2 Proz. nach. Ihr macht schon einen solchen Spektakel, daß die Toten davon fchon aufgewedt werden; da fann teiner weiterschlafen, wenn Ihr daherkommt
Dann erzählt Ihr da ja rührende Geschichten von Eurem Jüng lingsberein:
Der ist unfer einziger Trost geblieben!
Des Sonntags zwischen fünf und sieben gehn wir zu unserm eigenen Haus,
ba treibt so leicht uns feiner raus.
Da wird gespielet und erzählt,
Wige gemacht, auch mal frateelt,
da wird geredet und gelacht,
da wird manch' feines Spiel gemacht, ba wird gelesen und gesungen,
so fein, als wie von Engelszungen.
Ihr hättet nur gleich dabei segen können: Da wird radaut und furchtbar standaliert, da wird auf den Boden gefpudt und über die Bänte gelaufen, da wird die Tür offen gelaffen, und da werden die Schuhe vor der Tür nicht abgeputzt, da wird gebalgt und gehauen und gejohIt und gepfiffen. Seht, das hättet Ihr dabei schreiben können. Und hier steht:
Da wird manch' feines Spiel gemacht. Rein, das muß heißen:
Da wird manch' feines Spiel taputt gemacht. Und Ihr schreibt:
Des Präses Vortrag hör'n wir an
und denken: was der reden kann.
Das ist auch gar nicht wahr. Mancher wenigstens denkt bei dem Vortrag im Herzen: hört der noch nicht bald auf? Ich bin cs fatt!
Im Sommer ziehn wir durch Wald und Feld, bewundern Gottes schöne Welt,
und fingen luft'ge Wanderlieder, und stärken unsere jungen Glieder!
Ach ja, da find ja diese schrecklichen Ausflüge des Vereins Immer, wenn Ihr loszieht, dahn fagt unser Herrgott zu den Engelchen, sie sollten extra viel Weihrauch in ihr Weihrauchfaß einlegen, damit man den scheußlichen Sigaretten dampf nicht so mertte, der dann immer von der Erde aufstiege...)
Stadv. Dr. Arons( Soz.): Aus den Zeitungen ist zu ersehen gewesen, daß der Magistrat die Herren Eberstadt- Möhring und Janssen mit der Entwerfung von Bebauungsplänen für unser Treptower Terrain beauftragt hat, allerdings unter der Voraussetzung der Eingemeindung. Ich darf annehmen, daß die Ausarbeitung dieser Pläne auf Grund der Anregungen erfolgt ist, welche die Deputation für die Erschließung des Berliner Grundbefizes in Treptow gegeben hat. Die Absicht der Deputation ist allerdings dahin gegangen, die Interessen der breiten Maffe zu wahren und womöglich auch den Widerstand der Regierung gegen Die Eingemeindung zu brechen. Veröffentlicht worden sind diese beiden Pläne bisher nicht. Eine solche Zurüdhaltung scheint mir Das find ja prachtvolle Schilderungen, die hier der heilige in diesem Falle nicht angebracht. Ich frage deshalb den Magistrat, Ritolaus ficher ein guter Kenner von den Sitten in der ob die Veröffentlichung der Bläne beabsichtigt ist. fatholischen Jugendbewegung entwirft. Mit unseren Beobachtungen Magistratsbaurat Seifert ſezt unter andauernder großer Un- fo mancher fatholischer Jünglingsvereine stimmen fie allerdings ruhe der Versammlung, die seine Darlegungen nur ganz unboll- überein. Das sagen wir nicht pharifäerhaft, denn auch bei uns ist Tommen zur Tribüne dringen läßt, auseinander, daß die Ver- noch manches zu beffern. Solche Schredensbilder brauchen wir öffentlichung etwas Migliches an sich haben würde, ehe der Ma- aber von unserer Jugend nicht zu entwerfen. Und wenn wir ihr gistrat zu den Plänen Stellung genommen habe. Es stehe auch gar mit so findischen Geschichten wie dem heiligen Nikolaus fämen dahin, bb mit der Veröffentlichung den Interessen der breiten und dann den Unsinn auch noch in die Arbeiter- Jugend" fezten, Massen" gedient wäre. Nach unendlich" langwierigen Verhand- fo würde uns der jüngste Lehrling mit Recht herzhaft auslachen. lungen sei die Angelegenheit jest so weit, daß der Magistrat in türzester Frist über den Plan Beschluß fassen werde; es sei zwedmäßig, bis dahin Geduld zu üben. Denjenigen Mitgliedern der Versammlung die sich für die Pläne interessieren, könne ebentuell durch Auslegung derselben und durch von einem Ingenieur zu gebende Erläuterungen in der nächsten Woche entgegengekommen werden.
Stadtv. Bielicz( A. 2.) beantragt Ausschußberatung, um u. a. Auskunft über den niedrigen Verkaufspreis zu erhalten.
Aus Industrie und Handel.
Der Kampf auf dem Ammoniakmarkt und die chemische Industrie.
Soziales.
Die Krankenversicherung in Oberbarnim.
Recht zerfahrene Verhältnisse herrschen dem Anschein nach in der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Oberbarnim, die am 1. Januar ins Leben getreten ist. Bei der Einrichtung der Sasse sind auch Betriebe mit in die Kaffe eingegangen, die bis dahin Betriebskaffen hatten. Am vorigen Sonnabend sind von der Hebestelle der Kaffe in Heegermühle Arbeiter und deren Angehörige abgewiesen worden, obwohl ihr Anspruch auf Krankengeld zweifellos feststand. Sie sind an den Betriebsinhaber verwiesen worden, in deffen Betrieb sie vor Beginn der Erkrankung beschäftigt waren und für den vorher eine Krankenkasse bestand. Dieser verwies fie wieder zürück, da für ihn mit der Auflösung der Kaffe und dem Uebertritt in die Allgemeine Ortskaffe die alten Sachen ihre Erledigung gefunden hätten. Die Kranken sind mun völlig ohne Krankengeld. Des weiteren sind sie aber auch ohne ärztliche Hilfe, da auch die Aerzte die Hilfeleistung ablehnen. Worin dies seinen Grund hat, ist nicht recht ersichtlich. Uns wird dazu von mehreren Seiten gemeldet, daß auch in dieser Kasse noch etwas post festum ein Aerztekonflitt ausgebrochen sei. Die Aerzte verlangen jetzt die Honorierung nach Einzelleistung mit ganz geringen Grmäßigungen und find gewillt, ihre Forderungen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln durchzusehen. Dadurch scheint die Kaffe in eine recht mißliche Lage gekommen zu sein. Durch die Anerkennung dieser Forderung allein würde sich der auf airka 74 500 2. normierte Voranschlag bei der Kasse bei 8000 bis 9000 Mitgliedern unt über das Doppelte verschieben. Die Kranten sind durch diesen Zustand nicht allein ohne ärztliche Hilfe, fie müssen auch der erforderlichen Medikamente entbehren, da auch die Apotheken, wie uns berichtet wird, die Ausfertigung von Rezepten auf Stassentoften ablehnen, da sie angeblich ebenfalls nicht wissen, wo sie eventuell liquidieren sollen. Der Zustand ist wahrlich ein Hohn auf unsere Sozialgeschgebung und ein Beweis für den antifozialen Charakter der Reichsversicherungsordnung.
Aus dem Junkerparadiefe.
Ein Deputatmann stand längere Zeit im Dienst des Ritters gutsbesitzers Dr. v. Hehenborn in Loyden bei Bartenstein. Während der Zeit seines Arbeitsvertrages erhielt der Arbeiter Invaliden rente und fein Herr" verlangte, der Arbeiter sollte ihm zwei Drittel der Invalidenrente abtreten. Darauf ging der Deputat mann jedoch nicht ein. Sein Arbeitgeber hatte auch kein Recht, während der Vertragsfrist diese Forderung zu stellen.
Am 1. Juni weigerte sich Herr v. Heyenborn, dem Arbeiter Lohn und Deputat zu geben. Der Deputatmann arbeitete schließlidh noch bis zum 11. Juni, dann stellte er die Arbeit ein und ließ auch seine Tochter, die Scharwerferin war, nicht mehr in den Dienst gehen. Der Rittergutsbesißer entließ jezt den Arbeiter wegen hartnädigen Ungehorsams und Widerspenstigkeit" und ber langte auch die sofortige Räumung der Wohnung. Da der Arbeiter aber nicht wußte, wo er augenblicklich hingehen sollte, blieb er noch wohnen. Jetzt wurde gegen ihn die Ermissionstlage eingereicht; der Arbeiter wurde auch verurteilt, die Wohnung zu räumen und schließlich fand die zwangsweise Räumung der Wohnung statt. Jns Gesamt waren dadurch 49 M. Kosten entstanden, die der Deputat die er nicht erhielt; auch hatte er zwanzig Zentner Kartoffeln ausmann bezahlen sollte. Sein rückständiger Lohn betrug 20,42 M., gesetzt, deren Aberntung ihm verweigert wurde. Herr v. Hehendiese Weise zu seinen Kosten zu kommen.
Der Arbeiter klagte vor dem Amtsgericht in Bartenstein auf
Freigabe der Schweine. Er wurde aber mit seiner Selage abgewiesen und hat jetzt noch die Kosten dieses Prozesses zu bezahlen. Das Gericht sagte, nach seinem Vertrage wäre der Arbeiter nicht verpflichtet gewesen, zwei Drittel der Invalidenrente an den Rittergutsbesizer abzutreten. Er durfte jedoch, als er den verdienten Lohn nicht erhielt, die Arbeit nicht plötzlich einstellen( wovon der Arbeiter leben soll, wenn er feinen Lohn und kein Deputat erhält, danach fragt die Justiz nicht), sondern er hätte fristlos kündi gen oder unter Einhaltung seiner Dienstvertragspflichten gegen den Beklagten auf Erfüllung lagen fönnen. Da er die Arbeit verweigert hätte, so hätte ihn der Beklagte mit Recht wegen beharrlichen Ungehorsams und Widerspenstigkeit entlassen können. Die Wohnung hätte ihm nach dem Vertrage nur während des Dienstes zur Verfügung gestanden, und er wäre nach Einstellung der Arbeit zu ihrer sofortigen Räumung berpflichtet gevejen. Die Pfändung der Schweine wäre berechtigt gewesen, da die gesamten Kosten mehr betragen hätten, als der rüdständige Lohn.
Zu dem Artikel in Nr. 12 des Vorwärts" mit obiger Spitz marte gehen uns aus Ludwigshafen a. Rh. folgende ergänzende Stadtrat Rast bittet, die Vorlage schon mit Rücksicht auf das Mitteilungen zu: freundnachbarliche Verhältnis zu Treptow sofort anzunehmen. Der Kampf um den Markt zwischen„ natürlichem“ und„ künstDie Versammlung beschließt die Niedersehung eines Aus. lichem" Ammoniat spielt sich ausschließlich zwischen der Babi- born pfändete ihm obendrein noch zwei Läuferschweine, um auf schusses. schen Anilin- und Sodafabrik und den bisherigen ProHerr Emil Repphan in Charlottenburg , Hardenberg. duzenten von schwefelsaurem Ammoniat, den kokereien, ab. Straße 9a, hat der Stadt Berlin cin kapital von fünf Der Siz der Firma, die gesamte Verwaltung und sämtliche BeMillionen Mark für die Anlegung und Unterhaltung einer triebsanlagen befinden sich auf bayerischen Boden, in LudwigsWaldschule geschenkt, welche den Namen Repphansche Wald- hafen a. Rh. Dort entstand auch im letzten Jahre die Anlage für schulstiftung der Stadt Berlin " führen soll. Dem Stifter soll bis synthetischen Ammoniat, die sich seit zirka acht Monaten im Bezu seinem Tode vom 1. Juli 1914 ab eine Rente von 180 000 m., trieb befindet. Die Interessengemeinschaft mit den Elberfelder der Witwe eine solche von 90 000 M. oder eine Abfindung von Farbwerken und der Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation in 800 000 m. gezahlt werden. Die Waldschule soll mindestens 60 km Treptowo bezieht sich, wie ganz richtig bemerkt war, nur auf von Berlin in waldreicher Gegend angelegt werden, doch darf auch Lieferungsbedingungen, Ausgleich des Aktienkapitals, und vor allem das Gelände von Lanke dafür Verwendung finden. Aufgenommen auf die Wahrung von Betriebsgeheimnissen, zu welchem Zweck Arwerden sollen nur gefunde Knaben, ob frei oder gegen Bezahlung, beiter und Angestellte genannter Fabriken nur nach vorheriger Verdarüber soll die Stadt entscheiden. Dem Unterricht soll der Ober- ständigung der Fabrikleitungen Beschäftigung finden können. Die realschullehrplan zugrunde liegen; die Kinder sollen die Schul- Erzeugung von Ammoniak liegt außerhalb der Interessengemein ſtunden möglichst im Freien abhalten, auch möglichst im Freien schaft. Durch die Produktionsaufnahme der Ammoniakbetriebe stieg fich aufhalten und schlafen; die Soft soll einfach und gesund sein, die Arbeiterzahl der Badischen Anilin- und Sodafabrit rapid. ohne Altohol, Nikotin, Koffein und dergleichen Gifte. Am Schlusse des Jahres 1911 zählte die Betriebskrankenkasse rund Der Magistrat hat beschlossen, die Stiftung anzunehmen, und 8600 Mitglieder, am Schlusse 1912 rund 9600 und gegenwärtig über ersucht die Versammlung, ihr Einverständnis zu erklären. 11 000 Mitglieder. Nach dem Haberschen Verfahren wird der Also der Arbeitgeber stellt eine unberechtigte Forderung an den Einstimmig erteilt die Versammlung ihre Genehmigung. Stidstoff, der durch Verflüssigung der Luft gewonnen wird, unter Vorsteher Michelet : Für diese hochherzige, schöne Stiftung, bedeutender Wärme und hohem Druck an Wassergas gebunden und Arbeiter; er will sich an den paar Mark Invalidenrente bereichern. wie sie nach meiner Erinnerung der Stadt Berlin in dieser Höhe ergibt Ammoniat. Der Betrieb, der erst im Entstehen begriffen Der Arbeiter wehrt sich dagegen. Darauf gibt ihm der Ritterniemals gemacht worden ist, sage ich namens der Versammlung beitet in fid). Die ganze Anlage steht unter hohem Drud, die die Tätigkeit ein. Nunmehr entläßt ihn der Arbeitgeber und klagt ist, birgt außerordentliche Gefahren für die Ar- gutsbesizer weder Lohn noch Deputat, und jezt stellt der Arbeiter dem Stifter unseren ganz besonderen Dank. Andererseits habe ich das Bedauern darüber auszusprechen, daß dieser Herr, der meisten Apparate bis zu 290 Atmosphären. Dabei sind lange auf Grmiffion. Und die Justiz, die Recht sprechen soll, erklärt, der ursprünglich seinen Ramen gar nicht nennen wollte, mit Tausenden Rohrleitungen bis zu 40 Zentimeter Weite, die unter gleichem Drud Rittergutsbesitzer sei zur plötzlichen Entlassung des Arbeiters bevon Bittschriften von Berufenen und Unberufenen überschwemmt stehen. Explosionen ereignen sich fast täglich. Der durch die Er rechtigt gewesen; diejer aber, der den sauerverdienten Lohn nicht worden ist; sogar Hypothekenbriefe find ihm zugeschickt worden. erhielt, hätte die Arbeit nicht sofort einstellen dürfen. Dem ArDaß so etwas einem Geber die Freude am Schenken nehmen kann, beiter sind eine Menge Kosten entstanden; er ist wirtschaftlich aufs liegt wohl auf der Hand; es wäre zu bedauern, wenn er daraus schwerste geschädigt worden und das alles nur, weil er sich weigerte, Anlaß nehmen würde, fünftig seine Hand verschlossen zu halten. zwei Drittel seiner Rente dem Arbeitgeber abzutreten. Entspricht Nochmals sprechen wir ihm unsere besondere Anerkennung aus. jolch' Urteil gesundem Rechtsempfinden? ( Allseitiger lebhafter Beifall.)
Schluß der öffentlichen Sigung 7 Uhr.
Jugendbewegung.
Katholische Jugendverblödung.
plosionen entstehende Materialschaden dürfte in wenigen Monaten die hunderttausend Mark schon überschritten haben. Neben vielen Berlegungen ist auch schon ein Arbeiterleben zu beklagen. Eine Gingabe der Arbeiter um mehr Arbeiterschutz wurde mit Maßregelungen beantwortet. Die Ammoniakproduktion wird die Rentabilität dieser Fabrik noch gewaltig steigern. Wer solche Gönner hat, wie die Anilinfabrif, unterliegt auch nicht dem Ansturm der Konkurrenz, selbst iDenn diese die Grubenbarone hinter sich hat. Sollte die Vermutung, daß die Anilinfabrit auf die Unterbietung des natürlichen Ammonials verzichtet hat, zutreffen, so würde diese Maßregel eine Ausbeutung der Konsumenten darstellen, denn den Hauptanteil am Ammoniak bildet die atmosphärische Luft, die die Anilinfabrik nichts foftet. Die Herstellung selbst dürfte sich nicht teuer stellen, denn es werden jetzt schon, bei nur beschränktem Betrieb täglich 600 bis In der legten Nummer der katholischen Jugendzeitung Die 700 Bentner Ammoniak herausgebracht. Zu Dünger weiterber Wacht" ist ein Artikel, der bezeichnend ist für die Kindereien, mit arbeitet bedeutet das mindestens das zehnfache Quantum. Und denen in katholischen Jugendvereinen heranwachsende junge Arbeiter schon wieder ist ein neues Verfahren erfunden, das die ProDuttion außerordentlich verbilligen und viele Arbeiter ersparen wird. Bisher wurde der Stickstoff nach dem Lindefchen Verfahren, durch Verflüssigung der Luft erzeugt. Dabei wird die Luft in Kompressen verdichtet, die dabei entstehende Wärme durch Kühlung entzogen. Der Vorgang wiederholt sich unter immer höherem Drud, bis die Verflüssigung des Stickstoffs eintritt und der Sauerftoff in Gasform entweicht. Das in der Anilinfabrik erfundene neue Verfahren, das spätestens zum Frühjahr in größerem Umfang in Betrieb genommen wird, trennt Sauerstoff und Stickstoff durch Wärme. Das Verfahren selbst ist Betriebsgeheimnis. Soviel steht aber feft, daß die projektierte Methode, die bereits rentabel ist, toefentlich geringere maschinelle Einrichtungen erfordert und an Arbeitskräften bedeutend spart. Daß die Anilinfabrik dann mit
unterhalten werden.
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Der Auffaz schildert den Besuch des heiligen Nikolaus auf einem Jünglingsvereinsabend. Die angehenden jungen Männer haben dem heiligen Mann" einen Brief in Versen geschrieben und St. Nikolaus mit der Rute antwortet ihnen darauf:
, Dann habt Ihr in Euerm Briefe noch mehr zu flagen: Wenn wir gehen über die Straß', bescheiden, still, erzählen uns' was,
gleich beißt es: Junge halt dein Mau!!
Du bist zu laut, zu wüft, zu faut.
Und fagt man ganz befcheiben ein Wort,
Gleich heißt es: Schid dich, mach bidh fort!
Ein weiterer Fall. Ein Vorarbeiter war bei einem Besizer in Plibischten( Kreis Wehlau ) bereits zwei Jahre im Dienst; im dritten Jahre wollte er fortaiehen, doch der Agrarier redete ihm gut zu, auch das dritte Jahr bei ihm zu bleiben. Der Arbeiter willigte schließlich ein, doch kaum hatte er Vertrag geschloffen, als die Schifanierungen, derentwegne er hatte fortziehen wollen, wieder begannen. Eines Morgens, als der Arbeiter zur gewohnten Zeit zur Arbeit erschien, wurde er mit dem Bemerken, er fei besoffen, nach Hause geschickt. Als er am nächsten Tage zur Arbeit fam, purde er vom Gutsbesizer durch eine Handbewegung vom Hofe gewiesen. Der Arbeiter glaubte, der Agrarier verzichte gänzlich auf seine Tätigkeit und verließ die Arbeitsstelle. Doch jetzt erhielt er ein Strafmandat von 15 M. wegen vorzeitigen Verlassens des Dienstes. Der Vorarbeiter verlangte gerichtliche Entscheidung und vor dem Wehlauer Schöffengericht erklärte er, daß er wie ein Hund behandelt sporden sei. Er und seine Frau seien vom Gutsbesitzer in der ärgsten Weise beschimpft worden. An jenem Tage sei er nicht betrunken gewesen, was auch ein Zeuge bestätigte. Der Gutsbefizer als Beuge sagte aus, daß er angenommen hätte, der Arbeiter fei betrunken gewefen. Die Schimpfworte habe er im Scherze gebraucht.
Trozalledem stand das Gericht auf dem Standpunkt, der Arbeiter sei nicht berechtigt gewefen, vorzeitig den Dienst zu verlaffen. Es verwarf seine Berufung, so daß der Vorarbeiter die 15 M. und auch noch die Kosten für das Gerichtsverfahren zu tragen hat,