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auf die Art der Ausführung und des Materials achten und somit der Schundarbeit entgegenwirken. Die Vorschläge fanden einstimmige Annahme, desgleichen nach stehender Antrag: " Der Verbandstag soll Vorstand und Gauvorstände beauf­tragen, daß sie der Besserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in fleinen Orten und rückständigen Industriebezirken ihr besonderes Augenmerk widmen, sowie Lohnbewegungen solcher Zahlstellen vor allen anderen bevorzugen."

Deutsches Reich .

Gelb sein, das ist ein Geschäft!

Zu unserem Artikel Eine neue Blüte am gelben Giftbaum" in unferer Sonntagsnummer sind die Mitteilungen in Nummer 20 des in Hamburg erscheinenden gelben Hafenarbeiter" eine treffliche Illustration. Die gelben Herrschaften schimpfen aufeinander, weil einer dem anderen die Kundschaft fortnimmt. Im Verband nationaler Handwerksgehilfen und Arbeiter" hat nach dem gelben " Hafenarbeiter" im Auftrage der Staatsanwaltschaft ein beeidigter Bücherrevisor die Bücher geprüft. Er soll nichts Strafwürdiges ge­funden haben. Trotzdem soll aber nicht alles stimmen. Gegen den Bücherrevisor wird in diesem Zusammenhang eine schwere Ver­dächtigung ausgesprochen. lleber den Bettel für die Bescherung der Arbeitslosen zu Weihnachten wird mitgeteilt:

Es gingen 60 Säde zu 10 Pfd. von einer Firma in Wilhelmsburg ein. Bei der Verteilung erhielten: Der Nachweis verwalter Herr W. 8 Sack, deffen Bruder, Nichtmitglied, 3 Sad, Herr Goldt( der Vorfizende) 2 Sad, Herr Benis( der zweite Vorsitzende) 8 Sad, die Scheuerfrau 2 Sad, 1( ein) Arbeits­loser 2 Sack, zusammen 25 Sack. Der Rest von 35 Säckchen muß unbedingt faul geworden sein, denn sie waren verschwunden, ein Nachweis über den Verbleib fehlt. Die Morlangsche und auch die englische Catesfabrik wollten in liebevoller Absicht den natio­nalen Arbeitslosen ebenfalls eine Weihnachtsgabe zukommen lassen, zu welchem Zweck sie den Obermachern in der Lindenstraße zu jammen 50 Pfund Cakes behufs Verteilung überwiesen. Der schon genannte Beamte W. erhielt zirka 5 Pfund, während Goldt und Beniß nebst Familie, da gerade Geldmangel bei ihnen war, zwei Tage nur von Cates lebten, vielleicht solche fogar verkauften, denn auch diese Gaben waren verschwunden, als sie zur Verteilung tommen sollten. Dasselbe Schicksal ist über den Eingang einer Kiste Zucker zu berichten." In dem Artikel wird dann weiter auseinandergesetzt, wie den Arbeitgebern mit Telephongesprächen und geschwollenen Redensarten vom Kampf gegen die Sozialdemokratie das Geld abgelockt wird. Wenn folche Konkurrenten sich schimpfen, erfahren die ehrlichen Leute die Wahrheit. Den Hamburger Scharfmachern ist es zu gönnen, daß sie sich( auch jezt noch) von der Gesellschaft rupfen laffen.

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darauf, daß bei dieser großzügigen Agitation Qualitäts bei den chriftlichen Gewerkschaften benußen. Sie wollen doch angeb arbeit geleistet werde, was um so dringender erscheine, als die lich die soziale Frage nach bürgerlichen Rezepten lösen. Wie stellen Gegner mit dem Plane umgehen, der Roten Woche" eine sie sich zu den Vorschlägen Sinzheimers? Und vor allem: wird man schwarz- weiß- rote Woche entgegenzusehen. Das Referat in dieser Frage das Zentrum zu einer Wahrnehmung wichtiger über die Frauenagitation hielt die Genossin Luise 3ie B Arbeiterinteressen zwingen oder sich dauernd mit dem Gezänk vom Parteivorstand. Ihre Ausführungen waren ausschließlich der über die Gewerkschaftsenzyklika abhalten lassen? praktischen Agitationsarbeit gewidmet. Kurz auf die soziale In Konsequenz der Forderung des einheitlichen Arbeitsrechts Notwendigkeit der Betätigung der Frau am politischen Leben ver- verlangt Sinzheimer auch für Landarbeiter, Gesinde, Staats­weisend, erläuterte die Rednerin unter Anführung erlebter Bei- arbeiter sowie alle Angestelltengruppen Arbeitsgerichte" nach der spiele die zweckmäßigsten Agitationsmethoden, die Mittel und Wege Art der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte;.... nicht nur, um eine zur politischen Schulung der organisierten Frauen und das Er- offenbar dringende Forderung der Gerechtigkeit zu erfüllen, die fordernis der Mitarbeit der geschulten Frauen bei allgemeinen und unter den gleichen Voraussetzungen einem Teil von Arbeitern und bei Wahlagitationen der Partei. Im besonderen sprach Genossin Angestellten das nicht versagen darf, was sie unter denselben Vor­Zieh über den Frauentag am 8. März, der eine anfeuernde aussetzungen anderen Gruppen dieser Schichten gegeben hat, sondern Einleitung der" Roten Woche" werden müsse. In der Dis- wir wollen es auch deswegen, weil wir durch eine allgemeine Ein­fussion, an der sich vornehmlich Frauen beteiligten, wurden Er- richtung solcher Vertrauensgerichte die Gesetzgebung von über­fahrungen ausgetauscht, neue Anregungen und dem Bewußtsein all- flüssiger Kajuistik und Aengstlichkeit befreien fönnen, die sich gerade gemein Ausdruck gegeben, daß die Konferenz für den Erfolg des da einzustellen pflegen, wo das Mißtrauen Grenzen für einen mög Frauentags und der Roten Woche von großer Nüzlichkeit ge- lichen Mißbrauch zu ziehen sucht". Die zweddienlichkeit der Ge­wesen sei. werbegerichte ist ja längst allgemein anerkannt.

Soziales.

Das Arbeitsrecht.

Die Schrift Sinzheimers dürfte zur Popularisierung der For derung einer gründlichen Reform des Arbeitsrechtes sicherlich viel beitragen.

Der Kampf um die Revision des schweizerischen Fabrikgesezes. in hartem Kampfe unsere Genossen im Nationalrat an der Vorlage Der Ständerat ist im Begriffe, die paar Verbesserungen, die für die Revision des Fabritgefeßes erreichten, wieder zu beseitigen. Seine Kommission hat nämlich folgende Verschlechterungen be schlossen: Herabseßung des Alters der Mädchen für den Eintritt in die Fabrik von 15 auf 14 Jahre; Verkürzung der Schutzzeit für Wöchnerinnen von 8 auf 6 Wochen; Streichung des Verbots, von Wohlfahrtseinrichtungen" in den Fabriken während der Arbeits­zeit an die Arbeiter alkoholische Getränke verkaufen zu lassen; zu­lassung von jugendlichen Arbeitern im Alter von 16 bis 18 Jahren zur Nachtarbeit; Anmeldung der Fabrikinspektoren vor Beginn der Betriebsrevision im Fabrikbureau und endlich Verlängerung des Uebergangsstadiums für die Abschaffung der 10% stündigen täglichen Arbeitszeit von 7 auf 10 Jahre.

ziehungen bietet das Arbeitsrecht in Deutschland das Bild einer Im Vergleich mit der Regelung rein vermögensrechtlicher Be­tollen, fast unübersehbaren Buntfchedigkeit. Berrissen die Grund lage, regellos das System, lüdenhaft der Aufbau, von empörender ungerechtigkeit und Rüdständigkeit in seiner Durchführung, ist das Arbeitsrecht ein Muster der Unvollkommenheit und Ünfultur. Reichsrecht und Landrecht wirbeln da oft durcheinander, kreuzen und widersprechen sich; die den Arbeitern feindlichste Auslegung findet Anwendung. Die Reichsgewerbeordnung und das Bürgerliche Ge­fezbuch werden in ihren Bestimmungen, die auf das Arbeitsver­hältnis angewendet werden können, für Bergarbeiter, Staats­arbeiter und das Gesinde durch Landesgesetze fast völlig wieder aufgehoben. Das gleiche gilt für die Angestellten in diesen Berufs­gruppen. Ausführungsbestimmungen der Regierungen und Polizei verordnungen greifen in die Gesetze ein und korrigieren sich oft gegen den Willen des Gesetzgebers und im antisozialen Geiste. Der Staat, der Hüter der Gefeße, pfeift als Arbeitgeber auf das Bürger­Beziehungen zwischen sich und den von ihm Beschäftigten diftiert liche Gesetzbuch und die Reichs- Gewerbeordnung. Die wichtigsten er durch Verordnungen. Der Staat ersetzt Rechte durch Befehle zum Gehorsam. Wem's nicht paßt, kann gehen! Einfache Sache. Der Privatunternehmer eifert der absolutistischen Praris des Staats nach. Durch Dienstverträge macht er Rechtswohltaten und politische Staatsbürgerrechte für Arbeiter und Angestellte unwirksam. Wem's nicht paßt, der bleibe draußen! So pfeift's der private Ausbeuter dem Vater Staate nach. Für wichtige Vorgänge und Verhältnisse, wie z. B. für den Akkordvertrag, fehlt überhaupt noch die rechtliche Regelung. Zerrissen, schwankend, unzulänglich wie die Rechts­Bei dem Bemühen, neue Kundschaft für Streifbrecherlieferungen grundlage ist auch die Gerichtsbarkeit. Ein Arbeiter oder Ange­zu erwerben, legen die Herren Streifbrechervermittler Anerkennungs- ftellter fann in Ausübung seines Berufes bald der Gewerbeord­schreiben der Unternehmer vor, worin ihnen die Vorzüglichkeit der nung und dem Bürgerlichen Gesetzbuch oder diesem und dem Das gerichtliche Nachspiel zum Diebstahl der Steiger­von ihnen gelieferten Waren attestiert wird. Welchen Wert diese Handelsgesetzbuch und dem Handlungsgehilfenrecht unterstehen, bald verbandsliste. Anerkennungsschreiben in Wirklichkeit haben, jei hier an einem jeder Rechtsgrundlage entbehren. Ein Schloffer, heute in einer Landesgefeßen unterworfen sein und zur Abwechselung auch mal Der von der Essener politischen Polizei dem Zechen­tonkreten Fall bargetan. Eine Firma Lindenberg parabiert Maschinenfabrik beschäftigt, genießt die Rechtsgrundsätze der Ge- berbande erwiesene Liebesdienst, bestehend in der mittels Dieb­mit einem Anerkennungsschreiben der effifchen Aktien- werbeordnung, morgen in gleicher Eigenschaft in einem landwirt- stahls erlangten und an den Geschäftsführer des Zechen­brauerei Raffel. Dieses Zeugnis, das am 20. Juni 1918 ausschaftlichen Betrieb tätig, gilt die Gewerbeordnung für ihn nicht, verbandes ausgelieferten Mitgliederliste des Steigerverbandes gestellt ist, lautet nämlich: er muß eventuell auf dem ordentlichen Rechtsweg Differenzen aus hat auch ein Nachspiel vor den Zivilgerichten. Wie

Die Anerkennungsschreiben des Streikbrecher­

Staffel."

lieferanten.

Und der Direktor Doornkaat hatte folgendes festzustellen: Wo diese Leute gehauft haben, kann man es feinem anderen Arbeiter zumuten hinzugehen, ohne daß vorher gereinigt

wird."

Dazu ist noch zu sagen, daß die Hingebrüder die Schränke er brochen und die Kleidungsstücke der Streifenden hatten mitgehen heißen, wovon die Betriebsleitung auch Kenntnis erhielt.

Und trotzdem diefes Anerkennungsschreiben?" Es scheint, als ob es von der Schadenfreude diftiert ist, damit andere Betriebe auch darauf hineinfallen sollen.

Ausland.

Neuerlicher Streik der Brüffeler Chauffeure. Man meldet uns aus Brüffel:

Die Chauffeure der Brüsseler Mietautogesellschaft sind neuerdings in den Streit getreten. Die Gesellschaft hat sich in letzter Beit nicht mehr an die anläßlich des Januarausstandes gemachten Zugeständnisse gehalten und wiederholt ungerechtfertigte Abzüge gemacht und auch unmotivierte Entlassungen vorgenommen.

Verschlechterungsbeschlüssen seiner Kommission zustimmt. Das Es steht zu befürchten, daß das Plenum des Städerats diesen ständerätliche Greisenafyl, das für die Schweiz das fünfte Rad am weisen, daß es zwar nicht mehr die Kraft bejizt, eine gute positive Wagen und schon längst reif zur Abschaffung ist, würde damit be= Tat zu vollbringen, aber immer noch dazu fähig ist, einen be scheidenen Fortschritt zu vereiteln und den kapitalistischen Scharf­machern, die am liebsten die ganze fortschrittliche Revision des Fabrikgesetes vereiteln möchten, einen vollen Triumpf zu bereiten. Ein gut Teil Schuld an dem Aufstieg der reaktionären Richtung in der Schweiz trägt der Stillstand und Rüdschritt der Sozialreform in Deutschland .

Gerichtszeitung.

gerichtete Klage beint Landgericht Essen ein. Dieses wies die Klage unter Ablehnung aller Beweisanträge ab, weil dem Vorstande die Aftiblegitimation mangele. Der Mangel wurde seitens der Beklagten durch die Behauptung konstruiert, daß die Vertrauensmänner, die nach dem Statut den Vorstand zu wählen hatten, nicht von der Generalversammlung gewählt seien. In Wirklichkeit haben die Vertrauensmänner ihr Mandat von den Mitgliedern der einzelnen Schachtanlagen.

Das Oberlandesgericht Hamm hat nun auf erhobene Berufung dem Antrage des Klägers entsprechend einen um­Es wird der fangreichen Beweisbeschluß gefaßt. Geschäftsführer des Zechenverbandes, Bergassessor Kraz, darüber vernommen werden, ob er den Polizeiassessor Hansch beauftragt habe, ihm die Liste des Steigerverbandes zu verschaffen; der Assessor Hansch darüber, ob er mit den ihm unterstellten Namen der Mitglieder des Steigerberbandes durch Bestechung von Postbeamten und Angestellten der Druckerei, in der das Verbandsorgan hergestellt wurde, ermittelt werden sollten. Ferner foll Beweis über die Beziehungen der Polizei zu dem Einbruch des Spizels Wilhelm Beyer, der die Liste gestohlen hat, erfolgen. Weiter darüber, ob der Zechenverband zur Er­reichung der Liste fortlaufend Subventionen an die Essener Polizeidirektion gezahlt hat, u. a. m.

Aus Veranlassung eines Streifs unferes gesamten Bersonals dem Arbeitsverhältnis ausklagen, und wenn er übermorgen in einer 1.3. berichtet, hat der Steigerverband einen großen Mitglieder­bekommen wir durch die Firma Lindenberg u. Mayer in Wandsbet Militärwerkstätte Beschäftigung findet, dann hat formell zwar das verlust erlitten, als der Zechenverband auf Grund der ihm 49 Leute, mit denen wir den Betrieb 8 Tage lang, vom 15. bis Bürgerliche Gefeßbuch Gültigkeit für ihn, aber der Staat entzog von der Essener Polizei ausgehändigten Mitgliederliste auf berlust erlitten, als der Zechenverband auf Grund der ihm 21. Juni, bis zur Beilegung der Differenzen aufrecht erhielten. ihm den Rechtsboden durch Verordnungen. Disziplin anstatt der ganzen Linie vorging, indem von den Zechenverwaltungen Wir waren mit der Führung und Arbeit der Leute sowie mit der Rechtsverhältnis! Aufsicht und den Dispositionen der Kontrolle aufs beste zufrieden Von dem hier nur in einigen Strichen umriffenen Elend des bei Strafe der Entlassung der sofortige Ausritt aus dem und sprechen der Firma gern unsere vollste Anerkennung für die Arbeitsrechts ausgehend, forderte Dr. Hugo Sinzheimer auf dem Steigerverbande verlangt wurde. glatte Abwidelung der Angelegenheit aus. Hessische Aftienbrauerei Verbandstag der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte ein einheitliches Den Anspruch auf Ersatz des dadurch entstandenen Schadens Arbeitsrecht. In anderer Form und Beleuchtung hat er seine Vor- hat der Vorstand des Steigerverbandes durch Zession dem Re­Dagegen höre man, was der Direktor und der Braumeister des schläge nun in einer soeben im Verlage von Franz Vahlen, Berlin , batteur Schored übertragen, und dieser klagte den Betrag Betriebes nach Beendigung des Streits über die Arbeitswilligen und erschienenen Schrift) niedergelegt. In ihren Grundzügen decken durch eine gegen den Staatsfiskus und den Zechenverband sie sich mit den Forderungen der Sozialdemokratie, in den Motiven ihre Leistungen zu sagen hatten. Der Braumeister Rose schilderte allerdings nicht. Das berührt natürlich unsere fachliche Stellung die Hingebrüder wie folgt: zu der Frage nicht. Ueber Einzelheiten sich auseinanderzusetzen, Um 129 Uhr morgens fann ich nicht mehr garantieren, daß hat keinen Zwed, dazu reichen die meisten Vorschläge auch nicht fie noch nüchtern sind." aus. Sinzheimer denkt sich die Sache so: Auf der Grundlage eines Reichsgesetzes wird ein einheitliches Arbeitsrecht geschaffen, das die Grund- und Minimalforderungen für jeden Arbeiter und Ange­stellten sicherstellt. Es soll dafür gesorgt werden, daß das Arbeits­recht in allen seinen Teilen mindestens dasjenige Kulturniveau entspricht." Außer Bestimmungen über Arbeitszeit, Kündigung, einhält, welches unserer heutigen Kultur- und Moralanschauung Entlassung soll es solche enthalten, die jeden Eingriff in die Frei­heitssphäre des arbeitenden Menschen ausschließen. Die Freiheit vor dem Arbeitsvertrag bedeutet die Freiheit eines jeden arbeitenden Menschen, sich außerhalb des Arbeitsvertrags in allen Beziehungen selbst bestimmen zu dürfen." Das bedeutet auch die Sicherstellung des Koalitionsrechts. Das Arbeitsrecht ist zwingend und umfaßt alle Arbeiter und Angestellte, also auch die in Staatsbetrieben be- Striminalschußleuten beraten hat, daß zur Erlangung der schäftigten, ferner die Landarbeiter und das Gesinde. Landesgesetze berlieren ihre Gültigkeit. Von der gemeinsamen Grundlage foll sich ein besonderes Arbeiter- und ein Angestelltenrecht abzweigen. Is lofale Träger des Arbeitsrechts sind Arbeitskammern gedacht, die in einem Reichsarbeitsamt gipfeln. Diese Einrichtung foll als " paritätische Rechtsverwaltung" die Aufgabe im Arbeitsrecht über­nehmen, die heute oft schlecht und nicht recht durch Bundesratsver­Die Entlassenen wurden überreichlich ersetzt und den Neuan- ordnungen, Regierungsanweisungen und Vorschriften der Polizei­gestellten zudem verboten, dem Syndikat der Chauffeure beizutreten. behörden gelöst wird. Im Tarifvertrag findet Singheimer das Aus alledem war ersichtlich, daß die Gesellschaft sich ein neues, Instrument, in dem durch Verknüpfung der Grundrechte mit den sicheres" Personal rekrutieren wollte, um allmählich wieder den besonderen Bestimmungen, die sich den in Frage kommenden Be­alten Zuständen Eingang zu verschaffen und alle im legten Streit dürfnissen der einzelnen Berufe und anderen bestimmenden Um­errungenen Zugeständnisse rüdgängig Die ständen anpassen, die Regelung der Arbeitsverhältnisse für den prat­Chauffeure find der Gesellschaft zuvorgekommen und haben tischen Gebrauch erfolgt. Gestalter des Tarifvertrags müßten vor­ibre gestern Forderungen unterbreitet. Da diese wiegend die Berufsvereine sein. Sie sind Vertreter der vertrag unter anderen Anerkennung des Syndikats, achttägige Kündigungsfrist, schließenden Kontrahenten. Der Verfasser will auch die Arbeiter­Bezahlung für Zeitversäumnis, Einberufung eines Schiedsgerichts ausschüsse als Faktoren bei der Gestaltung des Tarifvertrags be­abgelehnt wurden, hat die Versammlung der Chauffeure den Aus- rücksichtigt wissen. Scharf stellt er die Notwendigkeit des Rechts­stand beschlossen. Eine neuerliche Versammlung, die Sonnabend- schubes für die Arbeiter und Angestellten heraus und die Unerläß­abend im Volkshause stattfand, beschloß, im Streif zu verharren lichkeit ihrer Mitwirkung dabei. Wenn wir an die Konkurrenz­und alle Maßnahmen für die Weiterführung zu treffen. Der eben lauseln, die offenen und geheimen, an die schwarzen Listen, die begonnene Karneval mit den großen Opernbällen, dem demnächst Aechtung organisierter Arbeiter denken, müssen wir von neuem die stattfindenden Hofball schafft für die Streifenden keine ungünstige Freiheit des Arbeitsvertrags, die Sicherstellung des Rechts, überall nicht als eine politische Konjunktur. Morgen wird sich wohl der Gemeinderat mit der Sach- und jederzeit arbeiten zu können, fordern lage beschäftigen, da die betreffende Gesellschaft mit der Stadt im Forderung dem Staate, sondern als soziale Forderung den herr­Als des Mordes an der Galle dringend verdächtig, erscheint Vertragsverhältnis steht. schaftlichen, gesellschaftlichen Gewalten im Staate gegenüber. Die Freiheit im Arbeitsvertrag wird, wenn wir von dem nötigen Schuß nach wie vor der am 26. April 1867 in Gentschow geborene Mon­des Lebens, der Gesundheit und Sittlichkeit absehen, gewahrt durch teur und Händler Hermann Friedrich Hent, der kürzlich von der die Zulassung lebendiger Mitwirkung des Arbeitenden an der Ge- 2. Strafkammer des Landgerichts II wegen zahlreicher Betrüge­staltung der Lohn-, Arbeits- und Anstellungsbedingungen. Die reien und Fälschungen zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden rechtliche Form für solche Mitwirkung bietet sich in den Arbeiter- war. Henk hatte gegen dieses Urteil Revision eingelegt, die jetzt Eine Konferenz der sozialdemokratischen Frauen ausschüssen und in der Anerkennung der Berufsvereine dar." Die das Reichsgericht in Leipzig beschäftigt. im Regierungsbezirk Potsdam tagte am Sonntag in den Ger - selbstverständliche Voraussetzung wäre natürlich ein wirklich freies, maniasälen" in Berlin . Außer der Frage:" Wie gewinnen wir die auf alle Arbeiter und Angestellte ausgedehntes, vor jedem erfolg. Frauen für die politische Organisation und wie schulen wir sie zu reichen Angriff geschütztes Koalitionsrecht. Dieser sozialdemokra tätigen Klassenfämpferinnen?" wurden auch die agitatorischen Maß- tischen Forderung haben bisher noch alle bürgerlichen Barteien mehr nahmen für den Frauentag und die Rote Wo che" erörtert. oder minder Widerstand geleistet. Die Schrift Sinzheimers leistet Aus letzterem Anlaß nahmen an der Konferenz auch männliche dem sozialen Gedanken einen sehr großen Dienst, wenn sie diesen Vertreter der Kreisorganisationen und der einzelnen Ortsvereine Widerstand überwindet. Auch mit seiner übrigen Forderung wird teil. Anwesend waren 100 Genofsinnen und Genossen. Eingeleitet wurde die Konferenz mit einer Sympathieerklärung für die Ge-*) Ueber den Grundgedanken und die Möglichkeit eines ein­nossin Rosa Luxemburg . In einem instruktiven Referat gab Heitlichen Arbeitsrechts für Deutschland . Von Dr. Hugo Sinz­dann Gen. Wels- Berlin ein Bild von der Organisation der heimer. Schriften des Verbandes deutscher Gewerbe- und Kauf­Roten Woche" und eine Anzahl Ratschläge und Winte für den er- mannsgerichte. Heft 1. Berlin 1914. Verlag Franz Vahlen, folgreichen Ausgang dieser Parteiattion. Er forderte auf, überall Berlin . 48 G., Preis 1 M. zu begeisterter Mitarbeit anzuspornen und legte besonderes Gewicht er wenig Gegenliebe finden. Man könnte sie nun als Prüfftein

ihr

machen. zu

Aus der Frauenbewegung.

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Da die in Frage kommenden Tatsachen im wesentlichen schon in jenem Strafprozeß gegen das Bochumer Volks­blatt" wegen Beleidigung der Postbeamten erwiesen sind und der Einwand der mangelnden Aktivlegitimation hinfällig ist, so dürfte die Sache in ihrem Fortgang sich sehr interessant gestalten.

Ist die Wirtschafterin Galle ermordet? Das geheimnisvolle Verschwinden der Wirtschafterin Gertrud Galle gibt noch immer zu umfangreichen Ermittlungen Anlaß. Diese werden von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. D. ge= führt, da die Behörde als Ort der Tat, an welchem die G. er­mordet sein soll, den Wald in der Nähe der Ortschaft Trebus bei Fürstenwalde annimmt.

Die Untersuchungsbehörde nimmt an, dem Henk sei eine der= artige Tat wohl zuzutrauen. Er ist wegen zahlreicher gemeinge­fährlicher Verbrechen vorbestraft, darunter mit 1 Jahr 7 Monaten, 1 Jahr 3 Monaten und im Jahre 1904 mit 8 Jahren Zuchthaus. Als er im Jahre 1912 aus dem Zuchthause entlassen worden war, verschaffte er sich seinen Lebensunterhalt durch eine Reihe von Heiratsschwindeleien. Ende Juli vorigen Jahres lernte er durch die Heiratsvermittlerin Marie Lange die Wirtschafterin Gertrud Galle kennen, der er erzählte, er sei als Werkmeister bei der Firma Siemens& Halste angestellt und besize in Anklam - Giche ein Haus. Am einem, wie sich ergab, garnicht eristierenden Ort­nächsten Tage unternahmen beide einen Ausflug nach Fürsten­ walde , da Henk der G. sein Grundstück in Antlam- Eiche, welches angeblich an der Chaussee Fürstenwalde- Trebus liegen sollte, zeigen