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St. 78. 31. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Parteiangelegenheiten.

Jugendsektion des 5. Kreises. Am Sonntag, den 22. März, findet eine Partie nach Potsdam , Schwielowsee , Ferch, Michendorf statt. Das Fahrgeld beträgt hin und zurück 1,20 M. Treffpunkt Aleyanderplag Berolina, morgens Uhr.

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Neukölln. Zu der am Sonntag, den 22. März, nachmittags 21, Ubr, im Neuköllner Theater" stattfindenden Theatervorstellung Der Kaufmann von Venedig ", Lustspiel von W. Shakespeare , sind noch Billetts in den Parteiſpeditionen sowie bei den bekannten Restaurateuren zu haben.

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Freitag, 20. März 1914.

einen starken Stich ins Krankhafte. Ganze Häuser hat sie bißchen ans Herz zu greifen versuchen. In der Melanchthon= verhebt, alte Freundschaften getrennt und in friedliche Ehen gemeinde hat der Pastor Steiniger bei einer vor einigen den Keim des Mißtrauens, der Eifersucht gesät. Ihr Ver- Tagen abgehaltenen Konfirmationsfeier den glücklichen Umstand, teidiger ist um diese Klientin nicht zu beneiden. Er kämpft daß die Kirche gut besetzt war, noch in anderer Weise auszunuzen für eine verlorene Sache. Der Amtsanwalt beantragt vier sich bemüht. Nach Schluß der Feier empfahl er die am Kirchen­Wochen Gefängnis. Es sei einmal eine exemplarische Strafe ausgang aufgestellten Sammelbüchsen dem besonderen Wohlwollen nötig, um der Angeklagten Achtung vor dem Hausfrieden und der Teilnehmer an diesem Gottesdienst, indem er mit drastischen dem Familienglück einzelner Personen oder Familien bei- Worten, die Verwunderung hervorriefen, ihnen auch an den Geld­zubringen. beutel zu greifen versuchte. Er habe, sagte er, soeben 115 Kinder

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Der nächste Fall betrifft zwei Geschäftsleute, von denen eingesegnet; da hoffe er, nachher in den Sammelbüchsen auch 115 der eine den anderen der Lebensmittelfälschung beschuldigt Mark zu finden. Man hat uns leider nicht angeben können, welchent hat aus Ronkurrenzneid. Auch hier ergibt sich die völlige 3wed diesmal die Kollekte dienen sollte. Wenn sie, wie wir ver­Röpenid. Morgen Sonnabend, abends von 7 Uhr ab, findet Saltlosigkeit der Beschuldigung. Der Beklagte nimmt dieselbe muten, für die Armen bestimmt war, so ist denen ein möglichst von den bekannten Stellen aus für die Stadtverordneten- Ersagwahl mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück, zahlt eine größere hoher Ertrag gewiß zu gönnen. Selbstverständlich wird auf das eine Flugblattverbreitung statt. Schenkendorf bei Königs- Wusterhausen . Am Sonnabend, den Summe in die Armenkasse und muß obendrein noch eine Scherflein der vielen Ungläubigen, die an Konfirma­21. März, abends 8 Uhr, im Lofale von Otto Paetsch, General- Ehrenerklärung in einer bestimmten Zeitung veröffentlichen. tions tagen auch mal in die Kirche kommen, ebenso versammlung. Tagesordnung: Bericht des Boranea Beleidigung einer alleinstehenden Mieterin aus seinem Hause Stammgäste kennt. Die Bedürftigen und Notleidenden der Melanch= Vorstandes. Neuwahl In der nächsten Sache hat sich ein Hausverwalter wegen gerechnet wie auf das der paar Gläubigen, die der Pastor als liebe des Gesamtvorstandes. Vereinsangelegenheit und Verschiedenes. Hohen- Schönhausen. Vierundzwanzig Mart sind von den Ar- zu verantworten. Er hatte erfahren, daß zu der betreffenden thongemeinde werden, wie man zu sagen pflegt, ihrem Schöpfer beitern der Firma R. Heife, die als Kranzipende für die März Dame öfter ein Herr komme und diese Nachricht erschütterte danken, daß es auch dort noch Leute gibt, die ihre Kinder, sogar gefallenen bestimmt waren, an den Elternverein hierselbst abgeführt. sein sittliches Gleichgewicht, und da er sich nicht nur als Haus-, gegen ihre eigene Ueberzeugung, konfirmieren lassen. Bei solcher Tegel. Zu der am Sonntag, den 22. März, stattfindenden Be- vielmehr auch als Keuschheitsverwalter fühlte, so mußte er Gelegenheit kommt mit Hilfe der Ungläubigen, die gegen ihre Ueber­fichtigung der Zentralanlagen der Konsumgenossenschaft in Lichten eingreifen, mit dem Erfolg, daß er einige Zeit später fich zeugung mit in die Kirche gehen und sich als Staffage" hergeben, berg , treffen sich die Teilnehmer früb um Uhr an der End- wegen Beleidigung zu verantworten hatte. Der Herr, der wenigstens wieder mal ein bißchen Geld in den Armensäckel der station der Straßenbahn. die Dame so oft besucht hat, war ihr Bruder. Kirche.

Röntgental, Zepernick , Buch. Morgen Sonnabend, abends 8 Uhr, im Lofal von August Lange, Siemensstraße 9/10: General­versammlung. Vor Eröffnung: Beitragszahlung.

Für den Bezirk Buch findet am Sonntag früh 8 Uhr vom Lokal Alex Piotrowski eine Flugblattverbreitung zur Gemeinde­ftichwahl statt. Die Stichwahl erfolgt am Dienstag, den 24. März. nachmittags von 6-9 Uhr.

Berliner Nachrichten.

Die Klatschsucht.

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Und die Moral? Man halte strikte daran fest, Privat­angelegenheiten als solche zu betrachten, die niemand etwas angehen als die betreffenden Personen selber. Man wende feine Interessen Fragen zu, die von allgemeiner Bedeutung find; die bilden, erheben und die Klasse fördern. Dem Läster­maule Verachtung!

Besonders im Proletariat muß die Giftblume der Ver­leumdung möglichst ausgerottet werden, auf daß es einig und fampfbereit des Gegners harre!

Telephonbesitzer, Borsicht! Eine Berliner G. m. b. H., die sich Neroform"-Telephon- Desinfektions- Gesellschaft nennt, operiert zur zeit in folgender Weise:

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Sie bittet in der bekannten Art, ihren Vertreter zu dem Herrn Telephonbesitzer schicken zu dürfen. Der Vertreter kommt. Er redet viel, lange und gut. Besonders, wenn nur" die Frau des Telephonbesizers zu Hauſe iſt. Der Vertreter weiß die Worte

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zahlen

Ein blutiges Ehedrama.

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zahlen! Die

so geschickt zu setzen, daß der Eindruck erweckt wird, zur Desinfektion des Telephons werde am Apparat eine überaus Aus der Beratung des Stadthaushaltetats. fostspielige Vorrichtung angebracht! Er ruht nicht, bis er seinen Die Stadtverordnetenversammlung setzte Auftrag weg hat. Vor allem aber die berühmte Unterschrift! Fast täglich findet man in dem Inseratenteil der Bresse gestern die Spezialberatung des Etats fort. Sehr lange am liebsten gleich für 3( drei!) Jahre. Mindestens aber für 1 Jahr! ein Inserat, in dem Frau X. die beleidigenden Aeußerungen wurde bei dem Kapitel Krankenhäuser verweilt, das Monatlich wird zweimal desinfiziert". Das foftet 1 M. jeben Monat. Der Vertreter erntet also seinen Auftrag von 36, gegen Frau. mit Bedauern zurüdnimmt und Frau Y. für ja bon jeher ein Schmerzenskind" unserer Stadtverwaltung J. eine ehrenhafte Frau erklärt. Der Leser, der tiefer in das Leben gewesen ist. In der ersten Lesung des Etats hatte der mindestens aber 12 M.! Zumal wenn nur" die Frau zu blidt, ahnt gewiß, wieviel Verdruß, Haß, Herzeleid und Ver- bald wieder mal erhöht werden müsse. Gegen diese Absicht Stämmerer angekündigt, daß der Verpflegungssatz Sause war.- Der Desinfektor" kommt. Er nimmt ein Läppchen und reibt bitterung hinter einer solchen kurzen Notiz verborgen liegt. Sie wandte sich gestern Genosse Weyl mit dem Hinweis, daß eine Brise Neroform" ans Sprach- und Hörrohr des Telephons. mal) einer mehr oder weniger langen Periode zerreibender nannten Mittelstand", die fleinen Gewerbetreibenden, emp- in Berlin W., daß er sich betrogen fühlt. Als Antwort erhält er ist nur der Schlußakt( und leider oft auch das noch nicht ein- jede weitere Verpflegungssatzerhöhung besonders den soge- Kostenpunkt 50 Pf., reeller" Wert: 1 Pf.. Der glückliche Telephonbefizer schreibt der flugen G. m. b. H. und vergifteter Kämpfe zwischen zwei Personen oder Par- findlich treffen werde. Er berührte auch die leidige Be- in Berlin W., daß er sich betrogen fühlt. Als Antwort erhält er teien, die sich ihr meist ohnedies schon nicht leichtes Leben östigungsfrage, die durch die Tätigkeit der famosen einen Brief, der nicht mit Rosenöl, nicht einmal mit Neroform", durch Gedankenlosigkeit oder Bosheit gegenseitig noch schwerer Reformkommission" wieder mal brennend" geworden ist. geschrieben ist. Die G. m. b.." spielt sich auf und droht mit machen. Wir fragen: Muß das sein, ist es unbedingt not- Die Stadträte Selberg und" Straßmann wollten lage. Alle Unternehmungen, bei denen etwas faul ist, pflegen sich wendig, daß man seine Nase in die privatesten Angelegenheiten glauben machen, daß man nicht zu fnausern, sondern nur aufzuspielen und mit Klage zu drohen! Aengstliche Gemüter lassen feiner Mitmenschen steckt, ihre Lebensgewohnheiten, ihre Be- vernünftigere Ernährungsgrundsäße einzuführen sich bemüht fich einſchüchtern und zahlen weiter dürfnisse, kurz, alles, was diese allein angeht, belauscht? Und habe. Eine higige Debatte entbrannte wegen des Planes Neroform"-G. m. b. S. aber blüht, gedeiht und desinfiziert".. wenn man schon einmal etwas sieht oder hört: ist es schön, einer ambulatorischen Behandlung von Geo Telephonbesizer, Vorsicht! out, das Unglück oder die Schwächen einzelner der ganzen Mitwelt chlecht 3franken, der zwei besondere Assistenten am zu unterbreiten, auf den Markt zu tragen, damit jeder nach Birchow- Krankenhaus erfordert. Zum Sprachrohr der pri­Herzenslust darin herumschnüffeln und-stochern fann? bedroht fühlen, machte sich Stadtverordneter Sonnenfeld. vaten Aerzte, die sich von einer unerwünschten Konkurrenz Er warnte vor diesem ersten Schritt auf einem sehr gefähr lichen Gebiet", fand aber feine Mehrheit für seine Vorschläge. Aus dem weiteren Verlauf der Etatberatung sei noch hervor- trennt. Der Mann versuchte wiederholt, sich seiner Frau wieder zu Aus verschiedenen Gründen lebten die Eheleute von einander ge­gehoben die Erörterung über die 3 wangsphoto- nähern, wurde aber abgewiesen. Stürzlich nahm ihn die Polizei dabei tatsächlich um einen Zwang handelt, stellte unser Genosse wieder nach der Wohnung seiner Frau. Gestern morgen ereignete graphierung der Kassenbeamten. Daß es sich schon einmal in Schutzhaft. Aber Brandt ging nach seiner Entlassung Cohn fest, der dieses schon im vorigen Jahr gegeißelte Ver- fich das Unglüd. Um 8 Uhr früh flopfte er an die Tür der Wohnung. fahren erneut zur Sprache brachte. Kämmerer Böß ant- Das leine Kind öffnete. Er trat sofort auf seine Frau zu und ver wortete, man fordere doch sonst immer von der Stadtverwal- langte von ihr drohend zum letzten Male eine Wiedervereinigung. tung die Befolgung faufmännischer Grundsäße", hier habe als die Frau auch jetzt ablehnend antwortete, zog er einen Revolver fie mal die Praris der Banken befolgt. Das sollte fein Wig" aus der Tasche und feuerte drei Schüsse auf sie ab. fein. In einer für Dienstag angefeßten Extrajikung wird brang der Frau in den Kopf, eine zweite in die Brust und die dritte Eine Kugel die Etatberatung fortgesetzt und beendet werden. aus dem Ausschuß zurückkommenden Antrag auf Sinzu befinnungslos zusammen. Die Schwester der Frau hatte das Unglüd, Im ersten Teil der gestrigen Sitzung wurde über den in den Unterleib. Dann richtete er die Waffe gegen seine rechte Schläfe und drückte zweimal ab. Mann und Frau brachen verhandelt und beschlossen. Wie sie möglich sei, darüber einen Arzt und die Polizei herbei. Nach Anlegung von Notverbänden ziehung von Frauen zur Waisendeputation bas fich sehr schnell abspielte, nicht verhindern können. Sie holte wurde noch einmal eingehend debattiert. Daß fie allgemein wurden die beiden lebensgefährlich verlegten Eheleute weggebracht. für notwendig gehalten wird, kam in den gefaßten Be- Die Frau nach der Königlichen Klinik, der Mann als Polizei­schlüssen zum Ausdruck. gefangener nach der Charité.

Viele Leute meinen, daß der Klatsch nur in der Kleinstadt und in Dörfern den geeigneten Boden finde, daß in der Gast und dem ewig flutenden, wechselnden Leben der Großstadt mit ihren riesigen Mietstasernen kaum Zeit und Gelegenheit bliebe, zu klatschen und zu tratschen. Und dennoch blüht sie, die Klatschsucht frisch und fröhlich auch in Berlin . Die tägliche Erfahrung lehrt es. Unzählige Gerichtsfälle haben gezeigt, daß arme, hilflose Kinderchens von Raben­eltern mehrere Jahre lang in unmenschlicher Weise geprügelt und malträtiert werden können, ohne daß sich jemand aus der Nachbarschaft einmischte. Gewiß, wer da eingreift, muß ge­wärtig sein, Unannehmlichkeiten zu erleben. Aber wenn die Konfektionöse aus der dritten Etage des linken Seitenflügels eine große, schöne Bleureuse auf dem Hute hat oder mit einer seidenen Bluse ausgeht, so weiß es bald das ganze Haus. Augenzwinkern, vielsagendes Lächeln: na ja, man weiß Be­scheid. Schlußaft- Moabit.

Im ersteren Falle hüten sich die meisten Nachbarn, sich die Bunge zu verbrennen; um der Pleureuse oder der Bluse willen riskieren fie leichten Gemüts eine Anklage. Und doch würde im ersteren Falle das Bewußtsein, eine menschlich schöne Tat begangen zu haben, ihnen alle unangenehmen Folgen versüßen, während sie hier unter Beschämung und Selbstentwürdigung den Gerichtssaal verlassen.

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Ein trostreiches Ostergeschenk für die Kleinen. Die Feiertage find noch etwas fern, aber wer Kinder hat, legt Wie leicht jemand durch Klatsch nicht nur um seinen guten sich doch die Frage vor: was schenke ich ihnen? Es soll ihnen Ruf, sondern obendrein noch um seine Eristenz kommen fann, Freude bereiten, aber so wenig wie möglich fosten. Viel kann man beweist ein Fall, der vor nicht allzu langer Zeit das Kauf- nicht ausgeben, denn die Zeiten sind nicht glänzend. Da trifft es mannsgericht beschäftigte. Die schide Kleidung einer Ver- fich herrlich, daß man in einer Berliner Zeitung folgendes Inserat Käuferin hatte den Neid und den Verdacht ihrer Kolleginnen entbedt: erregt, und fie ruhten nicht eher, als bis der Chef davon Kenntnis erhielt, der das betreffende Fräulein sofort entließ, da sie sich nach seiner Meinung von ihrem Gehalt nicht so gut fleiden könne. Das Gericht verurteilte den Herrn aber schlankweg, da es sich herausstellte, daß die Mutter des Fräuleins Schneiderin war und die Kleider ihrer Tochter selbst herstellte. Der Fall ist so charakteristisch dafür, wie Klatsch entsteht.

Wer die vergiftende Tätigkeit solcher elenden Läster­mäuler in ihrer ganzen Bedeutung kennen lernen will, der be­suche einmal die Verhandlungen vor einem Schöffengericht. Nicht, daß sich der Klatsch etwa auf einzelne Schichten der Be­völkerung beschränkte; er ist in der Hautevolee genau so zu Hause wie in den ärmsten Stadtvierteln. Er treibt sein Un­wesen im Salon wie in der Dachstube. Auf der Hintertreppe ist er nur häufiger vorhanden, weil hier die Menschen dichter beieinander wohnen.

feuerte auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau drei Revolver­blutiges Ehedrama ab. Der 40 Jahre alte Arbeiter August Brandt Im Hause Brunnenstraße 193 spielte sich gestern morgen ein schüsse ab und jagte sich dann mehrere Stugeln in den Kopf.

Die Leiche eines wenige Tage alten Knaben wurde in dem Sause Alt- Stralau 70 von einem Maler, der in einer leerstehenden Wohnung Malerarbeiten zu verrichten hatte, aufgefunden. Als er in Lumpen gehüllte Kindesleiche, die bereits seit dem 26. Februar in einem der Zimmer die Decke tünchte, sah er auf dem Ofen eine auf dem Ofen gelegen hatte. Die Ermittelungen ergaben, daß das Dienst­mädchen P. heimlich einem Kinde das Leben geschenkt und dann den Säugling erdrosselt hatte. Als die Herrschaft dann unmittelbar Auf Wunsch der Frau Kronprinzessin herausgegeben. Die darauf aus der Wohnung heraus zog, versteckte es die Leiche auf dem Ironprinzlichen Kinder in Danzig - Langfuhr . Elf prächtige und Dien . Das junge Mädchen wurde verhaftet. wohlgelungene, in Tiefdrud wiedergegebene Aufnahmen der fron prinzlichen Kinder, von welchen eine von der Frau Kronprinzessin zu zwei Verhaftungen geführt. Die Verhafteten sind der Damen­Die Polendemonstrationen in der St. Paulus- Kirche haben jetzt felbst aufgenommen wurde. Das vornehm ausgestattete Werfchen, schneider Kaczmareck und der Malermeister Slomiti, die an der welches ganz besonders als Demonstration beteiligt waren. In polnischen Streisen fällt be­fonders die Verhaftung des Malermeisters Slomsti auf, der gar feinem polnischen Verein angehört und seine Kinder in deutscher Sprache für die Kommunion hat vorbereiten lassen.

Ostergeschenk für die Jugend

Au empfehlen ist, wird überall große Freude bereiten. Es fostet nur 1,10 M. portofrei.

als Ostergeschenk die elf in Tiefbrud wiedergegebenen prächtigen Also wer nicht zu tief im Druck ist, der kauft seinen Kindern und wohlgelungenen Aufnahmen der kronprinzlichen Stinder. Es ist teine Lederei, aber es ist doch füß", zu sehen, wie die erlauchten Kinder am Strande buddeln, wie sie auf ihren Ponys reiten und wie sie überhaupt die schönen Sommertage in Danzig - Langfuhr hin­bringen. Das Album wird überall große Freude bereiten und den schmerzlichen Gedanken vergessen laffen, daß man feine eigenen Kinder nicht einmal für ein paar Tage in eine Sommerfrische schiden kann. Nur demjenigen ist nicht zu helfen, dem ein solches Album in dieser Welt der gottgewollten" Gegensätze weder Trost noch Freude bereitet.

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Det ist die schlimmste Klatschbase aus de ganze X- Straße, bor die hat keen Mensch Ruhe, det können Sie mir glauben, Herr Richter," sagt eine ältere Frau ganz empört und wirft der Beklagten einen grimmigen Blick zu. Man könnte es fast gar nicht glauben, daß das kleine schmächtige Frauchen, mit Eine günstige Gelegenheit. dem Vergißmeinnichtsträußchen auf dem Hute eine solche Gift- Bolle Kirchen sind in dem Sündenbabel" Berlin etwas Selte­kröte sein soll. Da rückt aber schon eine stattliche Reihe Zeugen nes. Sieht mal ein Pastor eine gefüllte Kirche vor sich, so wird auf, fast lauter Frauen, die alle dasselbe Klagelied fingen er pflichtgemäß das nach Kräften ausnußen. Konfirmations. und in manchmal äußerst drastischen Worten die Beklagte feiern gehören zu den Anlässen, die den Pastoren solche Gelegen. charakterisieren. Ins Riefengroße wächst deren Schuldkonto. heit bieten. Wenn ein Junge oder ein Mädel tonfirmiert werden Eine Flut von Bosheit, Gehässigkeit und Dummheit wälzt sich soll, dann muß aus der Verwandtschaft und Bekanntschaft alles, an dem Gerichtshof vorüber. Die Herren vom Forum figen was Stopf und Kragen hat", dabei sein. Auch so mancher, der sonst mit müden, gelangweilten Gesichtern da. Der Zeiger der Uhr den Teufel was nach Kirche und Pastor fragt, will dem Jungen rückt gleichmäßig weiter. Die Kleine muß wirklich ein Aus- oder dem Mädel zuliebe nicht wegbleiben. Da wird dann ein bund von Bosheit sein, ihre Klatsch- und Heßsucht hat schon Pastor, der seine Sache versteht, diesen ungläubigen Gästen mal ein

von den ersten Vereinigungen der Berliner Berufsföche vom 6. bis Die Küche im Mai" nennt sich eine Kochkunst- Ausstellung, die 17. Mai im Clou" abgehalten wird. sofern nach ganz neuen Prinzipien durchgeführt werden, als man Die Veranstaltung wird in­weitesten Umfange Gelegenheit geben wird, die ausgestellten dem Publikum nicht nur Schaufstücke vorführen, sondern ihm auch im Speisen sofort zu proben beziv. fäuflich zu erwerben.

Montag das zwecks Umbaues geschlossen gewesene Schwimmbad Bei der städtischen Badeanstalt an der Schillingbrücke ist amt wieder dem Verkehr übergeben worden. Es steht nunmehr auch in dieser Anstalt, ebenso wie in der Anstalt Gerichtstraße, sowohl für die männliche, wie auch für die weibliche Bevölkerung je ein be* sonderes Schwimmbad ununterbrochen während des ganzen Tages zur Verfügung.

17-20 Jahren wurde gestern bei Spandau in der Havel gelandet. Wer ist die Tote? Die Leiche eines jungen Mädchens von etwa Sie hat nach ihrem Aussehen schon längere Zeit im Wasser gelegen. Die unbekannte Tote ist ungefähr 1,60 Meter groß. hat dunkelblondes Haar und trug ein grünes Jackett mit gelben Snöpfen, einen schwar en Rock, eine weiß- blau punktierte Bluse mit blau- rot punktierter Taschentücher, die man bei der Leiche fand, find C. G. gezeichnet. Borte, schwarze Schnürschuhe und weiße Wäsche ohne Zeichen. Zwei Außerdem fand man in den Taschen ihrer Kleider eine U. L. G. 4 gezeichnete Matrosenfchleife des Schiffes S. M. Rheinland und eine Blechdose mit einer Perlmutterhalstette.