wit, SMsO!>M des Jotmürtfl" str Mü-Weßt� Vorortnachrichten. Tempelhof . D«r Gemeindewahlkampf ist jetzt auf der ganzen Linie ent- brannt. Die Parole der vereinigten Gegner ist Kampf gegen die Sozialdemokratie! Und mit welchen Mitteln wird gekämpft? Alle die alten Ladenhüter, die schon vor 20 und 30 Jahren herhalten mußten, werden wieder hervorgesucht, um die Spieß- bürger und die politisch Unreifen vor der Sozialdemokratie grau- lich zu machen. Am tollsten treiben es die Freisinnigen. Sie bedauern in einem Flugblatt, daß die Landgemeinde-OÄnung so schlecht sei, daß es ihnen bisher nicht möglich gewesen sei, auch nur einen Vertreter in das Gcmeindeparlament zu bekommen. Sie verschweigen aber den Wählern, daß ihre Parteifreunde an anderen Orten, wo sie die Macht haben, das elende Wahlrecht noch mehr zu verschlechtern geneigt sind. Diese Herren unterschlagen ihren Anhängern die Tatsache, daß sie sich in diesem Wahlkampf mit den Konservativen verbündet haben, um den Kampf gegen die Sozialdemokratie zu führen. In dem Flugblatt spricht man nur davon, man habe sich mit den Nationalliberalen und„einigen un- politischen Vereinen" verbündet. Unter den„unpolitischen" Ver- einen befinden sich auch die Konservativen. Den Herren Freisinni- gen scheint es schon zu dämmern, daß sie mit solcher Waffen- brüderschaft keinen Staat machen können. Wie die Freisinnigen in der Gemeindevertretung zu wirken gedenken, zeigt der Satz: „Politische Fragen kommen selten zur Entscheidung. In diesen wenigen Fällen ist es Pflicht unserer Vertreter, ihren fortschritt- lichen Grundsätzen geniäß zu stimmen." Also, mit anderen Wor- ten, in allen die Gemeinde interessierenden Fragen können es die liberalen Vertreter halten, wie sie es für gut befinden. Unsere Parteigenossen haben alles, was in ihren Kräften steht, getan, um die Wähler aufzurütteln und ihnen zu zeigen, wie die bisherige Mehrheit in der Gemeindevertretung gearbeitet hat. Neben dem Dreiklassenwahlunrecht erschwert die Krise unserer Partei den Kampf. Dadurch ist es vielen Arbeitern nicht möglich gewesen, ihre Steuern bezahlen zu können, so daß sie ihr Wahlrecht ver- lieren. Trotzdem l>aben wir die Hoffnung, daß wir in allen vier Bezirken der 3. Klasse den Sieg erringen werden. Unsere Kan- didaten sind: Klempnermeister Max Schmidt, Werderstr. 10. Bureauvorsteher Otto Burgemeister, Berlinerstr. 10, Fuhr- Herr Anton Ruhnau, Konradinstr. 2, Schriftsetzer Oskar Ewald , Stolbergstr. 8». Die Wahl findet am Sonntag, den 22. März, von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags statt. Die sozialdemokratischen Wähler der 2. Klasse werden ersucht, fljre Stimme für die folgenden Genossen abzugeben: Fuhrherr Anton Ruhnau, Konradinstr. 2, Bureauvorsteher Otto Bürge- meister. Berlinerstr. 90. Gastwirt Martin Müller, Ring- hahnstr. 42, Klcmpnermeister Max Schmidt, Werderstr. 10. Gewählt wird am Montag, den 23. März, im Nestau- rmit Pfeiffer(früher Lehn«), Dorfftr. 20, von nachmittags 5 Uhr bis abends 8 Uhr. Mariendorf . Aus der Gemeindevertretung. Die Beratung des Boranschlages Sr das Rechnungsjahr 1914 konnte infolge der Obstruktion der rgerlichen Vertreter nicht zu Ende geführt werden. Auf Antrag unserer Genossen wurden zunächst die vorliegenden Anträge be- raten. Da die Verhandlungen mit dem Kreise Teltow wegen Ueberlassung eines Krankentransportwagens resultatlos verlaufen find, wurde diese Angelegenheit bis zum nächsten Etatsjahr ver- tagt. Nach Kenntnisnahme verschiedener Mitteilungen wird mit Iber Beratung de» Etats begonnen. Die einzelnen Kapitel stellen sich in Einnahme und Ausgabe wie folgt: Allgemeine Verwaltung: j Einnahme 123 050 M., Ausgabe 276 817 M. Reformrealgymnasium nebst Realschul «: Einnahme 24 721 M., Ausgabe 78 760 M. Lyzeum: Einnahme 41 000 M., Ausgabe 67 252 M. Gemeinde- schulen: Einnahme 9480 M., Ausgabe 224 083 M. FortbildungS- schulen: Einnahme 2230 M., Ausgabe 5940 M. Armenverwaltung: Einnahme 45 650 M„ Ausgabe 75 180 M. Kapital- und Schulden- Verwaltung: Einnahme 69 717 M., Ausgabe 389 326,82 M. Straßen- Verwaltung: Einnahme 79 850 M., Ausgabe 136 299,70 M. Steuerverwaltung: Einnahme 1054 422 M., Ausgabe 180 694 M. Genosse Weber kritisiert, daß man bei der Auswahl der auf- zunehmenden Schüler im Gymnasium zu strenge Auslese hatte, um mit bestem Schülermaterial glänzen zu können. Es koste der Gemeinde jeder Gymnasialschüler 243 M., während auf jeden Ge meindeschüler nur 87 M. entfallen. Der von unseren Genoffen gestellte Antrag, die Summ« von 420 M. für katholischen Religionsunterricht zu streichen, wurde abgelehnt. Ebenso der Antrag, statt 5 Proz. Freischüler 10 Proz. zu gewähren, wird abgelehnt, Für Zahnarztpflege wurden 750 M. bewilligt. Genosse Reichard t forderte die Beseitigung des Schulgeldes für Ausländer an den Gemeindeschulen, er wies auf die Härte der Bestimmungen hin, von der dann kinderreiche Familien betroffen werden. Der Ge- meindevorsteher meinte, ohne diese Einnahme nicht auskommen zu. können, worauf Ablehnung des Antrages erfolgte. Auf An-- frage des Genossen Weber bemerkte der Vorsteher, daß im ver- flossenen Jahre 14 Kinder ermittelt worden seien, die ohne Früh- stück zur Schule kamen. Beim Kapitel Armenetat forderte Ge- nosse Reichardt ein« Aufbesserung der Armenunterstützungen im nächsten Etatsjahr, da die Unterstützungssätze zu geringe seien. Die von unseren Genossen geforderte Uehernahme der Straßen- Verwaltung und anderer Einrichtungen in eigene Regie wurde mit dem Hinweis begründet, daß die Nachbargemeinde Steglitz mit dem eigenen Elektrizitätswerk gute Erfolge zu verzeichnen habe. Diese Motivierung lockte wieder Herrn Sauer herau«, und unter stürmischer Heiterkeit entgegnete er unseren Genossen, daß die Kehrichtabfuhr kein Elektrizitätswerk sei. Genosse Weber ersuchte unt die Einführung des Gewcrbegerichts. Der Vorsteher gab ein« zustimmende Erklärung ab. Nach Erledigung dieser Position gab sich der Vorsteher die erdenkliche Mühe, den Etat fertigberaten zu lassen; da eine Anzahl Herren den Kegelabend nicht versäumen durften, mußte die Beratung wegen Beschlußunfähigkeit vertagt weichen. Schöneberg . Eine erhebliche Erweiterung ihrer Geschäftsräume hat durch den nunmehr beendeten Umbau die Firma S. Joseph in der Haupt- Ecke Grunewaldftrahe vorgenommen. Heute sollen bereits die neuen Räume eröffnet werden. Friedenau . Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm ein bei- fällig aufgenommenes Referat des Genossen Julian Borchardt über:„1848 bis 1914" entgegen. Er zeigte, indem er die vor- märzliche Zeit mit der jetzigen in Parallele stellte, daß die Reaktion von heut« mit der gleichen Unverschämtheit Gesetz und Volksrechte mit Füßen tritt, wie die damaligen Machthaber. Heute wie da- mal» könne nur die völlige Umwälzung der Gesellschaft die Geburtshelferin einer neuen und besseren Zeit fein. Die Arbeiter darauf vorzubereiten, sie mit revolutionärem Geist zu erfüllen, fei Aufgabe unserer Polstischen Organisationen.— ATS Resultat der Roten Woche konnten 4L Neuaufnahmen vollzogen werden. Adlershof . Die Wahlen zur Gemeindevertretung finden in unserem Ort für die dritte Abteilung morgen: Sonntag, den 22. März, von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachmittags, im Lokal von Lehm- g r ü b n e r, Bismarckstr. 2, statt. Die zweite Abteilung wählt im gleichen Lokal am Montag, den 23. März, abends von 6 bis 9 Uhr; die erste Abteilung dagegen wählt am Dienstag, den 2i. März, im Sitzungssaal des Gemeindeamts, in der Zöit von VA bis 1% Uhr. In der dritten Abteilung haben die Gegner in diesem Jahre auf die Aufstellung von Kandidaten verzichtet. Sie haben eingesehen, daß hier für sie in Adlershof nichts mehr zu holen ist. Bei der Wahl vor zwei Jahren hat sich die Notwendigkeit ergeben, daß, um die Wahlabfertigung in der dritten Abteilung zu erleich- lern, die Einführung amtlicher Wahllegitimationen erforderlich ist. Ein dahingehender Antrag unserer Genossen wurde aber von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. In diesen Kreisen hat man ja kein Interesse mehr dafür, das Wahlgeschäft in dieser Abteilung zu erleichtern. Aufgabe aller Wähler der dritten Abteilung muß eS nun sein, sich am Sonntag Mann für Mann im Wahllokal einzufinden und nicht früher vom Ptgtz zu weichen, als bis sie ihre Stimme für den Kandidaten der Sozialdemokratie abgegeben haben. Bei der Wahl der Vertreter der zweiten Abteilung wird am Montag ein besonders harter Kampf entbrennen; hier stehen sich drei Parteien gegenüber. Schon jetzt wird im bürgerlichen Lager alles Mögliche versucht, die Wähler zu gewinnen. Die Herren vom Grundbesttzerverein, in Gemeinschaft mit dem fort» schrittlichen Volksverein, sind es besonders, welche in geradezu verblüffender Form die Wahlagitation betreiben. Krampfhaft be- mühen sie sich, den Wählern plausibel zu machen, daß nur sie cS sind, welche das Allheil der Adlershofer Einwohner herbeiführen können. Es wäre indessen leicht, an mannigfachen Beispielen den Nachweis zu führen, daß ausschließlich die sozialdemokratischen Ver» treter dafür eingetreten sind, wenn es galt, in Adlershof Kultur- aufgaben zu lösen und das Allgemeinimeresse zu wahren. Wer will, daß es in unserem Ort auch in Zukunft so bleiben soll und noch besser wird, der muß am Wahltage sein Wahlrecht ausüben und den Kandidaten unserer Partei seine Stimme geben. Die Wähler der zweiten Abteilung werden besonders aufgefordert« sich an der Wahl zu beteiligen, denn hier kommt es auf jede Stimm« an. Spandim. Die vtadtverortmetenversammwns am Donnerstag änderte die Geschäftsordnung dahin, daß mit dem Beginn der Sitzungen in Zukunft um 5 Uhr begonnen iverden soll; der früher beschlossene 6-Uhr-Beginn wurde abgelehnt. Di« erste Borlage betraf de» Ausbau der Staakener Straß«, zu welchem Zweck 41 400 M. be- willigt wurden. Ueber den Generalbericht der acht Schulärzte für das Schuljahr April 1912 bis März 1918 referierte Stada». Berlin . Danach war der Gesundheitsznstand der Kinder allge- mein zufriedenstellend. Alle Schulärzte empfahlen die Einführung einer Schulzahnklinik. Die Behandlung zahnkranker Kinder er» folgt vom 1. April ab, zu welchem Zweck 4500 M. in den Etat ein- geistellt wurden. Sämtliche Klassen wurden mindesten» zweimal von den Schulärzten besucht. Die häufigsten Krankheiten waren Augenleiden, Ohren-, Nasen» und Mundleiden, Blutarmut nah allgemein« Körperschwäch«(besonders bei den Mädchens Skrophn» lose und Rückgratsverkrümmung. Die Verhältnisse der Üben» nommenen Schule der staatlichen Kolonie Haselhorst , de» Schmerzenskind der Volksschulen, besserten sich gegen den letzt» Bericht. Im Gegensatz zum Vorredner betonte Genosse Pieck, daß der Gesundheitszustand der Schüler sich gegen den vorjährigen Be- richt bedeutend verschlechtert Hab«. Von 1559 neu aufgenommen» B«»cliten Sie meine SchiSnebeSrg HauplstraMe 101
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