geführt und durchgehalten wurde. Den steigenden Lohn ale Treiberlohn eingeführt zu sehen, mißbilligt die Vereinigung auf das entschiedenste; aber zulässig und berechtigt hält dieselbe eine stellenweise je nach der Betriebseigenart gewährte Sondervergünstigung in den Löhnen.
Ausland.
es erreicht hat, in der Lage find, dieselben wieder abzuschaffen, Fünfter Verbandstag der Asphalteure.
lehnt es die Einkaufsvereinigung der Kraftdroschlenbefizer GroßVerlins ab, dem Beschlusse der Versammlung von Verbandsmitgliedern am 3. d. M. beizutreten.
-
Jahre 1909, nachdem seine Ehe in Niederländisch- Indien geschieden worden war, mit seinen beiden Kindern, der Tochter Agnes und dem Sohn Hans, nach Deutschland zurück und eröffnete mit einem Sozius ein zahnärztliches Institut. Er wurde mit der Familie Holzke
Blutige Zusammenstöße zwischen Staatsmiliz und ausständigen bekannt und gab seine Kinder zu ihnen in Pension. Agnes schloß Bergarbeitern haben in dem Kohlenrevier bei Ludlow im Staate bald innigste Freundschaft mit den beiden Töchtern und auch Dr. In der Dauer dieses Konfliktes ist es noch nie zu einer Colorado stattgefunden. Ausständige Bergleute wurden aus den Gorodisti gewann lettere sehr lieb und es bildete sich zwischen ihm Verhandlung des Verbandes mit dem Trans- Kohlenzechen gehörigen Häusern er mittiert und hatten in Belten und den Mädchen ein Verhältnis des väterlichen Freundes zu portarbeiterverband auf Beseitigung der Diffe- Unterkunft gefunden. Zwischen den Streifenden und den Staats- jugendlichen Mädchen heraus. Die beiden Töchter waren mit der renzen gekommen. Die bisherigen Verhandlungen des miligen tam es zu blutigen Konflikten. Letztere benutzten Maschinen- Agnes vielfach bei Dr. G.; fie waren auch in dessen Wohnung, als Vereins Berliner Kraftdroschkenbefizer mit dem genannten Verband Elf Arbeiter, ein er infolge der Auflösung einer von ihm kurz vorher geschlossenen Verlobung und schlechtgewordener finanzieller Verhältnisse in der können doch nicht so urteilslos mit dem Verband der Kraft- gewehre() und zündeten auch die Zeltstadt an. Milizfoldat und ein Unbeteiligter wurden erschossen. Wahrscheinlich Silvesternacht unter dem Klange der Silvesterglocken Selbstmord droschkenbesizer identifiziert werden. In der Erkenntnis also, daß seitens des Verbandes nichts gab es auch zahlreiche Schwerverwundete. Der Streit wähit schon beging, indem er sich eine Kugel durch den Kopf jagte. Testamen geschehen ist, um auf friedlichem Wege eine Monate. Die Gruben sind im Besiße der Rodefellers und tarisch hatte er den Holzkeschen Töchtern verschiedene Kostbarkeiten vermacht. Er soll auch was von den Angeklagten bestritten wird Regelung der Löhne herbeizuführen, und in der Goulds. für die nächste Zeit für seine Kinder gesorgt haben. Bald nach Ueberzeugung, daß die Betriebe, welchen die höheren Löhne unseinem Tode stellte sich heraus, daß der Nachlaß überschuldet war. bequem geworden sind, auch, wie eine ganze Anzahl von Betrieben Bum Bormund war der Bruder des Dr. G., Zahnarzt Dr. Abraham Gorodiski, zum Testamentsvollstrecker Rechtsanwalt Dr. Benjamin Der Zentralverband der Asphalteure und Pappdecker hielt in bestellt worden. Es mußte der Konkurs eröffnet werden. Rechtsa der letzten Woche in München seinen fünften Verbandstag ab, der anwalt Dr. Silberschmidt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Ebenso widerspricht die Bereinigung der jetzt dominierenden von 16 Delegierten und 2 Mitgliedern des Vorstandes beschickt war. Die geschiedene Frau des Dr. Gorodiski in Java hatte sich Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes, der sich auf inzwischen dort mit einem reichen Plantagenbefizer Mente verheis Absicht, den Verband der Kraftdroschtenbefizervereine zu einer einDa letterer fich verpflichtete, für die Kinder zu sorgen, feitigen Unternehmer Trustorganisation mit entsprechender Kaffe die Zeit vom 1. Januar 1912 bis 31. Dezember 1913 erstrect, weift ratet. eine erfreuliche Entwicklung der Organisation auf. Die Mit- wurde Frau Mente zum Vormund ihrer Kinder bestellt. Im umwandeln zu wollen. Aus dieser Zuschrift einer Unternehmerorganisation ist ersichtlich, gliederzahl ist trotz der Strife gestiegen. Der Verband zählte am März 1918 meldete sich Frau Menke durch Brief aus Lugano zum Schlusse der letzten Geschäftsperiode 1106 vollzahlende Mitglieder, Besuch bei Holztes an und traf am 25. März 1913 in Berlin ein. daß es sich bei dem den Chauffeuren aufgezwungenen Kampfe um Ende 1912 waren es 1249, und im 3. Quartal 1913 stieg diese Zahl Sie logierte sich mit ihrem Ehemann die ersten Tage ihres hiesigen das von einem großen Teil der Automobildroschtenbefizer nicht ge- auf etwas über 1500. Die ungeheure Arbeitslosigkeit verursachte Aufenthalts in einem Hotel ein, dann nahm sie Wohnung bei der billigte Vorgehen einer Scharfmacherclique handelt. Die Zuſchrift einen Rückgang, so daß am Jahresschluß 1913 noch 1275 voll- Familie Holzke. Sie wurde vom Rechtsanwalt Benjamin darauf beweist auch ferner, was es mit dem Geschrei der aussperrungszahlende Mitglieder gezählt wurden. Der Zuwachs beträgt also aufmerksam gemacht, daß die Familie Holzte teine geeignete Pension Tüfternen Unternehmer auf sich hat, daß die hohen Betriebskosten 169 Mitglieder. Der Verband hat in der Berichtszeit fein Tätig für ihre Kinder sei. Frau Mente faßte darauf den Entschluß, die eine Herabsetzung der Löhne notwendig machen. Mit der Abficht, feitsgebiet erweitert, es wurden in Augsburg , Duisburg , Frank- Kinder in den Schulferien mit nach Harzburg zu nehmen, um dem Bublifum Sand in die Augen zu streuen und es gegen die furt a. M., Stuttgart , Reichenbach i. V. und in Met Verwaltungs- sie dann ganz zu sich zu nehmen. Holzke, der das merkte, soll nun die Agnes ganz planmäßig der Mutter entzogen und im Verein mit Chauffeure einzunehmen, dürfte bei weitester Bekanntgabe des stellen errichtet. Für die Verbesserung der Sohn- und Arbeits- Frau und Töchtern Erpressungsversuche gegen Frau Mente begangen Standpunktes des Einkaufsvereinigung nichts erreicht werden. verhältnisse der Mitglieder hat der Verband sehr günstig haben. Diese Attaden begannen schon, als am 25. Juni 1913 Frau Denn besser konnte die Profitlüfternheit der Scharfmacher kaum ge- gewirkt. In der Geschäftsperiode fanden 14 Streiks und Lohn- Mente wieder nach Berlin tam und sich zur Familie Holzke begab. fennzeichnet werden. bewegungen in 13 Orten mit 52 Betrieben und 1623 Beschäftigten Da traten die Gheleute sofort mit der Erörterung von Geldange statt. Durch diese Bewegungen wurde erzielt: für 1581 Personen fegenheiten hervor, die Töchter mischten sich ein und die eine beeine Lohnerhöhung von 4042 M. pro Woche und eine wöchentliche schimpfte jogar Frau Mente und nannte sie: Arbeitszeitverkürzung für 236 Arbeiter um 688 Stunden. Die ,, Alte indische Schlange!" Streits und Lohnbewegungen kosteten den Verband insgesamt 6175,32 M. Bei dieser Auseinandersehung war der Schlußeffekt der, daß
:
Der Verband der Kraftdroschkenbesitzervereine Groß- Berlins ſendet uns unter Bezugnahme auf unseren geftrigen Bericht über die Versammlung des Verbandes eine Zuschrift, in der es heißt: „ Es ist in dem letzten Saz Ihrer Ausführung angegeben, daß das Vorstandsmitglied Herr Hans Schwandt vom Berein der Straftdrosglenbefizer Groß- Berlins die Erklärung abgegeben haben soll, daß der Verband der Kraftdroschkenbefizervereine Groß- Berlins die Unterstügung des Polizeipräsidiums hinter sich habe. Wir geben mit Rücksicht darauf die Erklärung ab, daß unser eine derartige Redewendung niemals getan hat." Deutsches Reich .
Vorstandsmitglied Herr Franz Schwandt in seinen Ausführungen sind es im Jahre 1913 132 gewesen. An Maßregelungsunter- mundschaftsgerichte Mechtsanwalts Benjamin die Hilfe des Vor
Streits im Dachdeckergewerbe.
Der Verbandstag hieß diesen Bericht des Vorstandes ohne wesentliche Debatte gut und erteilte einstimmig dem Borstand und der Redaktion Entlastung.
Unter den Ausgaben steht die Erwerbslosenunterstüßung Agnes erklärte, nicht mitgehen zu wollen, während Hans mit der im Vordergrunde. In den beiden Jahren wurden an arbeitslose Mutter ging. Rechtsanwalt Benjamin forderte dann telephoniſch und franke Mitglieder 6435 M. Unterstüßung gezahlt. Hier zeigt die Agnes auf, in fein Bureau zu kommen. Dieser Aufforderung sich die wirtschaftliche Depression des Jahres 1913 ganz besonders wurde aber nicht entsprochen. Darauf rief Frau Mente durch scharf: während 1912 mur 42 Arbeitslose zu unterstüßen waren, Vermittelung des an. Es tam zu einem Familienrat bei den stüßung wurden 386 M., an Sterbeunterstützung 280 M. und für in Solates, und in der Nacht erhielt die hier in einem Hotel logierende Not geratene Mitglieder 240 M. ausgegeben. Die Bilanz der Frau Mente eine angeblich von der Agnes selbst verfaßte Depesche Haupttasse schließt mit einem Mehr an Einnahmen von 9853 M. folgenden Inhalts: Warft telephonisch unerreichbar, fahre nach Die Handlungsgehilfen und die Sonntagsruhe. ab. Das Vermögen des Verbandes betrug am Jahresschluß 20,77 mittags 3.55 mit Dir, da mich erst überall verabschieden muß. Vorher aber einige Dich, bitte, gütlich mit Frau Holzte. Agnes. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen hat in einem Mart pro Kopf der Mitglieder. Wer aber nicht tam, war Agnes und der an ihrer Statt erschienene weiteren Rundschreiben an die anderen Gehilfenverbände folgende Angeklagte Holzte verhandelte mit Frau Mente und verlangte Vorschläge gemacht: 3000 M. für allerlei angebliche Forderungen. Er forderte von ihr, " Bunächst wäre eine Verständigung der beteiligten Drgani. Von den weiteren Verhandlungspunkten nahm die Erweiterung fie solle einen Wechsel oder eine andere Verpflichtungsurkunde fationen notwendig, in welcher Weise das Herantreten an die Frau Prinzipalität erfolgen soll. Es fönnte in der Weise gehandhabt der Erwerbslosenunterstübung einen großen Teil der Zeit in An- unterzeichnen, nur bann werbe Agnes mit ihr tommen. werden, daß in den einzelnen Orten die dortigen Bertrauens- spruch. Es lagen hierzu zahlreiche Anträge vor, die teils eine Er- Mente war in der Folge nicht imstande, ihrer Tochter habhaft zu männer zusammentreten und nach Lage der örtlichen Verhältnisse höhung der Säße und der Bezugsdauer, teils die Verkürzung der werden, denn diese wurde verborgen gehalten, bis sie schließlich das weitere Vorgehen im Einverständnis mit den Zentral- Karenzzeit verlangten. Der Vorstand bezeichnete diese Anträge durch den Detektiv Graeger in Michelau in Bayern entdeckt wurde. Der Angeklagte Holzte bestreitet die Anschuldigungen der An verwaltungen der beteiligten Verbände festsetzen. Alsdann tönnte als zu weitgehend, und die Statutenberatungstommiffion schloß Die Herabsehung der Karenzzeit wurde flage und behauptet, daß die Agnes, die ein sehr halsstarriges und es Aufgabe der örtlichen Verbandsleitungen sein, nach ihren in sich dieser Ansicht an. den einzelnen Geschäften vorhandenen Mitgliederbeständen bei den schließlich auch abgelehnt und nach dem Vorschlag des Vorstandes eigenwilliges Mädchen sei und innige Freundschaft mit seinen die Bestimmungen festgesezt. Die Unterstügung beträgt nun je Töchtern geschlossen habe, sich selbst absolut geweigert habe, mit der Prinzipalen vorstellig zu werden. Den Geschäftsinhabern würde Die Forderungen, die er an Frau Mente eine Aenderung des Dienstvertrages mit ihren Angestellten der nach der Dauer der Mitgliedschaft 21 bis 40 Tage lang 1 bis 1,20 Mutter zu ziehen. gestellt, feien gana berechtigt gewesen und er habe keinerlei Ergeftalt nahezulegen sein, daß sie ab 1. Juli also unter boller Bei Beratung der verschiedenen Anträge wurden die Anträge, preffungen beabsichtigt. Der Vorsißende stellt fest, daß der Ans. Wahrung der Kündigungsfrist auf die Sonntagsarbeit gemäß auf die Sonntagsarbeit gemäß der Programmforderungen der Handlungsgehilfenverbände ver welche einen eventuellen Anschluß an einen größeren geklagte gerade zu jener Zeit fich in mißlicher wirtschaftlicher Lage der Programmforderungen der Handlungsgehilfenverbände ber- Verband berlangten, nach kurzer Begründung durch die An- befunden, zum Offenbarungseid geladen war und 27mal den Besuch zichten. vom Gerichtsvollzieher erhalten hatte. Bon der Stellungnahme der Brinzipale hängt dann das tragsteller ohne Debatte einstimmig abgelehnt. Dann nahm befunden, zum Offenbarungseid geladen war und 27mal den Besuch der Verbandstag ein kurzes Referat über Lohnbewegungen Bei der eingehenden Vernehmung des Angeklagten Holzke sucht Weitere ab. Den widerstrebenden Geschäftsinhabern würde gegebenenfalls, soweit in den betreffenden Betrieben eine hinreichende entgegen. Es wurde dabei besonders betont, daß die diesbezüg- dieser mit großer Redegewandheit allerlei ethische Momente hervor, Bahl von organisierten Angestellten beschäftigt ist, von den An- lichen Beschlüsse des letzten Verbandstages unter allen Umständen bie ihn bewogen hätten, die Agnes, die durchaus nicht zu ihrer Mutter habe gehen wollen, seinerseits an diese nicht auszuliefern gestellten die Kündigung auszusprechen sein. Sofern durch diese eingehalten werden müßten. Am lebten Verhandlungstage folgte ein Referat über:" Der und es der Mutter zu überlassen, ob sie ihre Tochter zum Mitgehen Aftion einzelne Gehilfen geschädigt werden sollten, hätte die Dr- Arbeiterschuh im Asphaltgewerbe". An der Hand bewegen fönnte. Unter anderem behauptet er, die Agnes habe nach ganisation für eine angemessene Entschädigung zu forgen. Wir einer statistischen Erhebung, die der Verbandsvorstand im Herbst einer Andeutung der Mutter einen alten 65jährigen Mann in Java glauben, daß bei einem solchen Vorgehen die Unterstützung durch 1913 in den Verwaltungsstellen veranstaltet hatte, tonnten geradezu heiraten sollen. Alles, was er in der Affäre getan, seien Schritte, das taufende Publikum in feiner Weise fehlen wird. Ferner halten wir auch eine gegenseitige Vereinbarung für skandalöse Zustände über die Beschaffenheit der Arbeitsstellen in um der Mutter die Vormundschaft gerichtlich entziehen zu lassen; fanitärer wie hygienischer Beziehung festgestellt werden. Sier Ab- seine Stellungnahme zugunsten der Agnes usw. sei alles aus felbft zweckmäßig, daß über den 1. Juli hinaus Stellen für Handlungsänderung zu schaffen, müsse für die Zukunft mit eine der Aufgaben loser Liebe und väterlicher Zuneigung zu dem Mädchen geschehen. gehilfen mit Sonntagsarbeit nicht mehr bermittelt werden." der Organisation werden. Eine entsprechende Resolution fand ein Der Vorsitzende hält ihm dagegen eine ganze Reihe von Momenten stimmige Annahme. vor, die deutlich zeigen müßten, daß dieser Heiligenschein nicht bes Den lekten Punkt der Tagesordnung bildete ein Referat über: rechtigt sei, da alle Schritte, die er unternommen, doch ein stark Das Koalitionsrecht und die Gewerkschaften". metallisches Motiv verraten. Der Referent zeigte, was die Gewerkschaften von der Gesetzgebung Nachdem der Versuch, auf dem Potsdamer Bahnhof von Frau au erwarten hätten. Gegenüber dem, was der Arbeiterschaft bevor Mente 3000 M. zu erhalten, mißlungen war, begab sich Holzfe stehe, sei die Zuchthausvorlage das reine Kinderspiel gewesen. Es gelte alles einzusehen, um das heiligste Grundrecht des Arbeiters mit seinen beiden Töchtern und der Agnes zum Rechtsanwalt Blaſſe au schüßen. Zu fordern sei Beseitigung des§ 158 der Reichs- und beauftragte diesen, den Antrag auf Entlaffung der Frau Mente gewerbeordnung und vollständige Koalitionsfreiheit für alle Ar- als Vormünderin zu stellen. Bei dem Rechtsanwalt erklärte Agnes, beiter und Angestellten, ob Land- oder Industriearbeiter, ob Brivat- fie gehe nicht zu ihrer Mutter, außer wenn diese sich mit Holzkes einige. Holate rechnete nun wohl mit Zwangsmaßregeln feitens angestellter oder Staats- und Gemeindearbeiter. Der Verbandstag der Frau Mente, und so fuhr benn die Angeklagte Ella Holzte nahm das Referat beifällig auf. Die bisherigen Verbandsfunktionäre wurden einstimmig mit der Agnes zunächst nach Botsdam, wo sie in einem Hotel übernachteten. Von dort schrieb Agnes es wird behauptet, nach wiedergewählt. Dittat an ihre Mutter zwei Karten. In der einen heißt es Damit waren die Arbeiten des Verbandstages beendet; der unter anderem:„ Wenn Du berlangst, ich soll fort, warum regelft nächste findet im Jahre 1916 statt. Du die Sache mit Holztes nicht gütlich?" In der anderen Karte heißt es unter anderem:„ Liebe Mutti! Bezahle doch. was Holzkes bekommen, sonst kostet es Dich noch Geld." Gleichzeitig schrieb der Angeklagte Holzte an Frau Mente einen Brief, in welchem er Gestern begann vor der 2. Straffammer des Land- viel sage ich Ihnen aber jest schon, daß, wenn Sie nicht zahlen, ihr sehr nahe legte, fich mit ihm zu einigen, und hinzufügte: Go gerichts III unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Seise an dem Betrage von 5000. sicherlich nichts fehlen wird. Wenn interessantem Mittelpunkt die 13jährige blonde Javanerin in geordnete Bahnen lenken." Da bie Luft rein zu sein schien, jener bereits angekündigte Entführungsprozeß, in deffen Sie also umgehend geeignete Vorschläge machen, läßt sich noch alles Agnes Gorodiski steht, die ihrer Mutter mit Lift geraubt ließ die Mutter die Tochter mit der Agnes wieder nach Berlin fein soll. Der Prozeß ist reich an psychologisch fesselnden zurückkehren. Durch das Vormundschaftsgericht war inzwischen der Einzelheiten und kriminalistisch spannenden Vorfällen. Das Polizei der Auftrag zur Zuführung der Agnes an ihre Mutter psychologische Haupträtsel bildet die Seelenanalyse der beiden erteilt worden. Als am Morgen des 1. Juli 1918 zwei Schußleute in der Holzkejchen Wohnung erschienen, erklärte ihnen Holgte, daß mit auf der Anklagebank fizenden jungen, sehr intelligent aus- Agnes in der Schule sei und von dort zu Verwandten nach Potsdam sehenden Mädchen, welche durch alle wirtschaftlichen Hemmnisse fahre. Agnes befand sich aber noch im Hause, und zwar in einer hindurch beide das Mädchengymnafium bis zur Prima eigentümlichen Situation. Agnes Gorodisti und die Margarete absolviert haben und sich jetzt zum Abiturienteneramen bor - Solate schliefen nämlich in zwei nebeneinander stehenden Betten, Ella Holzte auf einem Divan. Als die Schuhleute in Sicht waren, bereiten. Angeklagt sind der seit dem 15. Juni v. J. in Untersuchungs- legte sich Ella rasch in das Bett der Agnes, während die Agnes haft fizende Kaufmann Friedrich Holzte, ein 52jähriger Mann, der unter dem Aiffen sich quer über die beiden Betten an das Fußende Die beiden Beamten unterließen mit Rücksicht auf die schon recht oft mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gekommen ist; legte. dessen Ehefrau Margarete Holzte; deren Töchter Ella und Marga- Töchter Holzkes eine Untersuchng der Betten, so daß Agnes nicht entdeckt wurde. Das geschah dann noch ein zweitesmal. Nach dem rete Holzte. Der Hauptangeklagte wird beschuldigt: die minderjährige Agnes Fortgang der Beamten wurde Agnes zunächst in eine Nachbar. Gorobisti durch List ihrer Mutter und Vormünderin, Frau Alera wohnung und dann, als es dunkel wurde, in eine Pension am Mente geb. Neys entzogen zu haben; ferner wird ihm Unterschla- Bayerischen Plah gebracht. Inzwischen war Frau Mente in ihrer gung von zwei Brillantringen und einer Summe von 650 M. und Aufregung nach Harzburg gereift, um sich mit ihrem inzwischen 1000 M., Betrug und Beleidigung des Rechtsanwalts Dr. Benjamin dort eingetroffenen Gatten über die weiter au ergreifenden Maß zur Last gelegt. Die drei weiblichen Angeklagten stehen unter der nahmen zu besprechen. Nun erwirkte Holzke mittels eidesstattlicher Anklage der Beihilfe an einzelnen dieser Delikte. Friedrich Holzke Versicherung zwei Arreftbefehle gegen Frau Mente über insgesamt wird vom Rechtsanwalt Dr. Philipp, die Ehefrau und die beiden 3170 M. und eilte, mit diesen bewaffnet, nach Sarzburg. Dort jungen Mädchen vom Rechtsanwalt Dr. Herbert Fuchs verteidigt. übergab er dem Gerichtsvollzieher Boges die beiden Arreftbefehle mit der Bitte, recht scharf vorzugehen. Der Arrest wurde aber durch Die Anklage vertritt Staatsanwalt Steiner. hinterlegung der Summe abgewendet. Nun wandte fich Solate in Harzburg an einen Detektiv und beauftragte diesen, gegen Ber sprechung einer Provision von 10 Bros., die Summe von 8000
In Osterode a. H. haben die Dachdecker die Arbeit eingeftelt. Während die Gesellen eine Aufbefferung der Löhne um 6 Pf. in drei Jahren beanspruchten, wollten die Unternehmer nur 3 Bf. in zwei Jahren zugestehen. Ferner wollten sie unter feinen Umständen einen anderen Ablauf des Termins als zum 1. April 1916, also den Termin, den das übrige Baugewerbe ebenfalls hat. Bon zwei in Betracht kommenden Unternehmern hat sich der eine Meister mit der Gesellenorganisation dahin geeinigt, daß 3 Pf. fo fort, weitere 2 Bf. Lohnerhöhung pro Stunde 1915 erfolgen. Bei diesem wurde die Arbeit wieder aufgenommen. In Königslutter wurde ebenfalls die Arbeit eingestellt. Auch hier wollten die Unternehmer nur das bewilligen, was im übrigen Baugewerbe beim vorjährigen Abschluß festgesetzt worden ist. Nach eintägigem Streit wurde ein neuer Zarif abgeschlossen, gültig bis 1917. Neben einigen anderen Verbesserungen steigt der Stundenlohn sofort um 5 Pf., in den späteren Jahren um nochmals 5 Pf.
Aussperrungen wegen der Maifeier Kündigt auch der Arbeitgeberberband der Saarindustrie in einer öffentlichen Publitation wie folgt an: „ Das unerlaubte Fortbleiben der Arbeiter von der Arbeit am Das unerlaubte Fortbleiben der Arbeiter von der Arbeit am 1. Mai zur Teilnahme an der sozialdemokratischen Maifeier tpird in der gewerbe- unb landgerichtlichen Pragis übereinstimmend als Entlassungsgrund im Sinne des§ 123 der Gewerbeordnung an gefehen; es bedarf, nach finngemäßer Auslegung des Geleges, Saber auch nicht einer vorherigen Bekanntmachung an die Arbeiter Inhalts, daß diejenigen, bie am 1. Mai von der Arbeit fernbleiben, sich als entlassen zu betrachten hätten.
Im Hinblick darauf, daß die Veranstaltung der sogenannten Maifeiern lediglich eine mit der Absicht der Agitation verbundene Aeußerung sozialdemokratischen Machtbüntets barstellt, ist es im Intereffe der Erhaltung des Wirtschaftsfriedens wünschenswert, derartigen Veranstaltungen nachdrücklich entgegenzutreten, zumal die Erfahrung gelehrt hat, daß die Maifeier nur dort durchgeführt wird, wo sie auf keinen Widerstand stößt. Es ist daher durchaus zu empfehlen, in Anwendung des§ 128 der Gewerbeordnung diejenigen Arbeiter, die am 1. Mai feiern, zu entlassen und nicht vor einem bestimmten Termin wieder in Arbeit zu nehmen."
Die Maler und Auftreicher find bei einem Teil der Unternehmer in Koblenz ausständig geworden. Die Unternehmer weigern fich, einen Tarifvertrag abzuschließen, der bereits im vorigen Jahre mit einer Anzahl Unternehmer vereinbart worden ist. Jede Unter handlung wurde von den Unternehmern abgelehnt, sie stüßen sich auf den Unternehmerverband für das Malergewerbe in RheinlandWestfalen, der bekanntlich wegen feines tarifbrüchigen Verhaltens aus dem Hauptverbande der Unternehmer ausgeschlossen werden mußte. Zuzug von Malern und Anstreichern nach Koblenz ist fern auhalten.
Die Entführung der Javanerin.
Den der Anklage zugrunde liegenden Tatbestand haben wir in großen Zügen schon mitgeteilt. Der als junger Mann vor 20 Jahren nach Java ausgewanderte Zahnarzt Dr. Ludwig Gorodisti tehrte im
-
-