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Nr. 130. 31. Jahrgang.

sin suplim

2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Parteiangelegenheiten.

An die Bildungsausschüsse des Kreises Teltow Beeskow­Storkow Charlottenburg.

Donnerstag, 14. Mai 1914.

Straßenbahnen und Omnibusse jagen vorüber, ihre War- Geschichte und nehmen Sie gefälligst Notiz davon, daß es besser und mingssignale vermischen sich mit den Hupen der Automobile vorteilhafter ist, sein Brot durch ehrliche und redliche Arbeit zu ver­au einem ohrenbetäubenden, sinnberwirrenden Konzert. Da dienen, als an einem einzigen Tage durch eine solche gesetzwidrige jagt beim Ueberschreiten des Fahrdammes ein elegantes Art und Weise. Sie können nun Klage gegen mich einreichen, wo Vergessen Sie nicht, daß ich Sie dort Brivatauto unmittelbar an uns vorbei, eine junge, schöne es ihnen am besten gefällt. Dame und zwei blühende, glücklich lachende Kinder sigen im entlarven werde. Reise heute abend noch nach Amerifa ab, und Am Sonntag, den 17. Mai findet in den Arnim hallen, Wagen. Vor unser geistiges Auge tritt das andere Bild: wenn ich dort mein Glück gehabt habe, werde ich Ihnen die vor­Berlin, Kommandantenstraße 58/59 eine ein Proletarierfnabe, zermalmt und mit Blut besudelt, auf geftredte Sumine mit Zinsen gerne zurüderstatten. Ihnen von der Totenbahre. ganzem Herzen nochmals für Ihre Güte dankend, verbleibe ich Ihr Hieronymus Rs."

Konferenz der Bildungsausschüsse

mit folgender Tagesordnung statt:

Aus der Waisenverwaltung.

1. Die Bildungsarbeit des nächsten Winters. Referent: Richard Die Armendirektion hat eine große Anzahl von dauernd

Seidel;

2. Banderausstellungen für Jugendschriften und Wandschmud; 3. Ausgabestellen für Jugendschriften;

4. Bibliothekswesen. Referent: Rudolf Waclawiat Die Konferenz beginnt pünktlich 10 Uhr. Die Vertreter der örtlichen Bildungsausschüsse werden um rechtzeitiges Erscheinen er­fucht. Der Kreisbildungsausschuß.

Bierter Wahlkreis. Heute abend 8 11hr findet im Lokal Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147. Berjammlung der Jugendfektion des Südosten 3 statt. Tagesordnung 1. Vortrag des Genossen Emil Eichhorn über: Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismt u 8. 2. Dis 3. fusion. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Jugendlichen im Alter von 18-21 Jahren wird erwartet.

14-16 M.

Sechfter Wahlkreis.

Die jugendlichen Mitglieder des Wedding und der Dranien burger Borstadt veranstalten an den Pfingstfeiertagen eine Tour nach der sächsischen Schweiz . Die Kosten betragen zirka Für die Teilnehmer der Partie findet am Freitag, den 15. Mai, abends 8 Uhr, eine Besprechung bei Thiede, Utrechter Straße 24, statt. Das Erscheinen aller hieran Teilnehmenden wird erwartet.

Köpenid. Am Freitag, den 15. Mai, abends 81%, Ubr, findet bei Gollnow, Rosenstraße 10, eine Versammlung der Jugendfektion statt. Die Vertrauensmänner der einzelnen Betriebe werden erjucht, die über 18 Jahre alten Arbeiter und Arbeiterinnen auf diese Ver­fammlung aufmertjani zu machen.

Zoffen. Für den Bezirk Sperenberg findet Sonntagnachmittag 3 Uhr auf unserem Grundstück eine öffentliche Versammlung statt. Die Parteigenoffen wollen eine rege Propaganda für diese Ver­sammlung entfalten.

Röntgental- Zepernid. Heute Donnerstag, abends 8 Zahlabend im Lokal von August Lange, Siemensstraße. Bruchmühle. Sonnabend, den 16. Mai, abends 8 Mille: Zahlabend.

Berliner Nachrichten.

Im Leichenschauhaus.

Nun ist der gute Mann aus Neukölln seine 8000 M. Ios und muß sich noch auslachen lassen.

hilfsbedürftigen und in Berlin ortsansässigen Kindern, die der Fürsorge ihrer Eltern entbehren müssen, weil diese durch Der Doppelmörder" Lüder, ein wegen Fahnenflucht verur Krankheit, Getrenntleben, Strafhaft und andere Gründe teilter Infanterist, über dessen Selbstbezichtigung mir berichteten, sich um ihre Kinder nicht fümmern können, in Berlin oder wird in den nächsten Tagen hierhergebracht und nach dem Grime­auch außerhalb bei fremden Leuten in Pflege gegeben. wald geführt werden, um die Stelle zu zeigen, wo er angeblich Die städtische Waisendeputation will jekt diese Kinder mit seinem Spießgesellen den ermordeten und beraubten Unbe allmählich in die städtische Waisenpflege übernehmen, gleich Leipzig , in dem dortigen Festungsgefängnis. Alle bisherigen Gr fannten vergraben haben will. Einstweilen befindet er sich noch in viel, ob die Kinder sich in Familien oder Anstalten befinden. mittelungen, die die hiesige Kriminalpolizei zur Aufklärung der Maßgebend ist hierfür, daß die Versorgung und Unter Selbstbeschuldigungen des Soldaten eingeleitet hat, sind ohne Er bringung aller armenrechtlich hilfsbedürftigen Kinder folg geblieben. gleichmäßig gestaltet werden soll, und daß der Waisen­verwaltung die zur Beaufsichtigung der Kinder notwendigen Organe zur Verfügung stehen, die der Armendirektion fehlen. Eine falsche Fliegerin und angebliche Schülerin Pégouds, die Es handelt sich hierbei um 725 Kinder. unter verschiedenen Hochtönenden Namen zahlreiche Schwinde leien verübt hat, ist gestern von der Schöneberger Kriminalpolizei zum zweiten Male verhaftet und dem Untersuchungsrichter zugeführt worden. Die Betrügerin nannte sich zuletzt Boronin Fifi Montagne, früher trat sie als Baronin van der Hugh, Frau v. Huk und als Ruffin Abramowicz auf. In Wirklichkeit handelt es sich um die 37 jährige Gunhild Sandberg geborene v. Iwanowski, die

Die Waisendeputation hat ferner beschlossen zunächst ver­suchsweise, die von Dr. Rollier geleiteten Tuberkuloicheil anstalten in Leysin in der französischen Schweiz mit einigen tuberkulosekranken Waisenkindern zu belegen. Leysin bietet durch besondere klimatische Verhältnisse und geschüßte Höhen­lage für tuberkulose Kranke besonders günstige Bedingungen.

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Verhaftung einer Hochstaplerin.

Ehefrau eines in Stockholm lebenden Arztes, die schon seit längerer Auf der Hoch- und Untergrundbahn Zeit von ihrem Gatten getrennt lebt. Die Schwindlerin wohnte in fährt sichs manchmal ganz und gar nicht gemütlich. Wer sie öfter vornehmen Pensionen des Berliner Westens, zuletzt in Wilmersdorf . benutzen muß, weiß von der in den Stunden des stärkeren Verkehrs Auf Inserate in den Tageszeitungen hin trat sie mit Geschäfts­herrschenden Wagenüberfüllung ein Lied zu singen. Eine leuten in Verbindung, die Teilhaber oder Geldgeber suchten. Natür uns zugehende Klage über diese Zustände nennt besonders die lich wollte die angebliche Baronin nicht Gelder anlegen, sondern Dahlemer Endstrede, auf der meist nur alle 10 Minuten flüssig machen und tatsächlich gelang es der stattlichen und hübschen ein Zug" und gewöhnlich nur ein einziger Wagen fährt. Die Frau in zahlreichen Fällen die Geschäftsleute um erhebliche Beträge Strede fährt durch noch wenig bebaute Gebiete, so anzuborgen. In anderen Fällen hat die S., die auch angab, daß daß die Einschränkung des Betriebes vom Standpunkt einer fie bei Bégoud fliegen gelernt und verschiedene Passagierflüge mit Gesellschaft aus, die für ihre Aktionäre den größtmöglichen dem bekannten Bẞiloten unternommen habe, die Möbel der von ihr Profit herausschnden will, gerechtfertigt erscheinen mag. Dichtere in den Pensionen bewohnten Zimmer für Darlehen verpfändet. Uhr: Zugfolge und längere Züge werden da draußen dann für nötig ge- Schon vor einiger Zeit waren einige Anzeigen bei der Schöne­halten, wenn an Wochentagsnachmittagen bei schönem Wetter die berger Kriminalpolizei gegen die Sandberg eingelaufen und die Uhr, bei Bevölkerung von Berlin W und den westlichen Vororten nach Beschuldigte war auch bereits einmal verhaftet worden. Da es Dahlem und Umgebung hinausfährt, um im Grunewald spazieren sich damals aber nur um einige wenige Fälle handelte, in denen zu gehen. Ebenso wird an Sonntagen, wo auch aus minder noblen die Festgenommene nachträglich gezahlt hatte und die Schuld nicht Stadtteilen Berlins Scharen von Erholungsuchenden auf der Unter einwandfrei nachgewiesen werden konnte, war Frau S. wieder grundbahn nach dem Grunewald fahren, dem stärkeren Verkehrs- entlassen worden. Inzwischen liefen aber eine ganze Anzahl An­bedürfnis Rechnung getragen. Dagegen müssen an Wochentagen zeigen von Geschädigten bei der Kriminalpolizei ein und daraufhin die vielen Arbeiter, die bei den Bauarbeiten auf Dahlemer wurde die Schwindlerin gestern abermals festgenommen und in das. Gebiet beschäftigt sind und in der Morgenfrühe hinausfahren, Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Mitten im lateinischen Viertel, in der Hannoverschen nur zu oft es sich gefallen lassen, daß die Untergrundbahn. Straße. befindet sich ein aus gelben Mauersteinen aufgeführ Gesellschaft für sie den 8e huminuten verlehr und den nur Zehn Der Billettschwindler, der den Schwindel mit Eintrittsfarten tes Gebäude, das fürzlich erst durch einen Neubau erweitert aus einem einzigen Wagen bestehenden Bug" für ausreichend zum Deutschen Opernhause in Charlottenburg betrieb, der dreißigs wurde. Es ist das Leichenschauhaus Berlins . hält. Da kommt es dann besonders auf der Station Heidelberger jährige Sänger Julius Mendel aus der Babelsberger Str. 17 Die Schauhalle ist geöffnet," besagt ein Schild, das sich play, die den llebergangsverkehr der benachbarten Ringbahnstation in Wilmersdorf , iſt jezt verhaftet worden. über dem Eingang in dem morschen Bretterzaun, der das Schmargendorf aufnimmt, manchmal zu recht tollen Szenen, wenn Ein Sittlichkeitsverbrechen an einem 17jährigen schwächlichen Grundstück von der Straße trennt, befindet. Wir treten ein. ein halbes Schock Fahrgäste bereit steht und in dem einfahrenden Mädchen hat ein Mann in der Grenadierstraße verübt, der sid als Durch einen kleinen, mit Zypressen geschmückten Garten führt Einzelwagen der für die 3. Klasse bestimmte Teil bereits überboll Wäschereisender ausgegeben hat und der die Mutter des Mädchens unser Weg über eine Steintreppe in die öffentliche Schau- bejezt ist. Der andere Teil, der für die 2. Klasse reserviert unter dem Vorwande, ihr in einer Ausweisungsangelegenheit zu halle . Das Oberlicht verbreitet in dem fahlen, ichmudlöfen ist, zeigt gähnende weere, aber wehe dem verwegenen Dritt- helfen, nach einem angeblich ihm bekannten, in Charlottenburg Raum nur eine spärliche Belle, die das inheimliche dieses laffigen, der wegen Raummangel sich hier hinein begibt. Schon alt, hat schwarzes furzgeschorenes Haar, ein bartlofes mageres wohnenden Anwalt fortschickte. Der Bursche ist 25 bis 26 Jahre düsteren Ortes des Jammers und des Schreckens noch erhöht. auf der Station achtet manchmal ein vor dem Abteil der Gesicht und schwarze Augen und trug einen grauen Jadettanzug, An der Rückwand befinden sich die einzelnen Totenfammern, 2. Klasse sich aufpflanzender Beamter strenge darauf, daß nicht weiße Wäsche und eine schwarze Krawatte. In seinem Gebiz fehlt die zum Ausstellen der Leichen dienen. etwa beim Einsteigen die Drittklassigen durch die Tür der Zweits vorn ein Zahn. flassigen gehen. Wahrscheinlich fürchtet man, daß sie durch den Die Abtei, die Neuerwerbung der Stadt Neukölln, ist in der Raummangel der 3. Klasse genötigt werden könnten, während der Nacht zum Mittwoch von einem größeren Feuer heimgesucht worden, ganzen Fahrt in dem Abteil der 2. Klasse zu bleiben. Um das zu das verschiedene Baulichkeiten beschädigte. Gestern vormittag bes verhüten, wird der ganze Schwarm nach der Eingangstür der sichtigten mehrere Mitglieder des Neuköllner Magistrats, dem die 3. Klasse dirigiert und unter reichlichem Zeitaufwand durch sie hin- Insel und die Restaurationsräume gehören, die Gebäude. Es wurde eingedrängt, so weit das überhaupt noch möglich ist. Ist das nicht festgestellt, daß der Schaden nicht so groß ist, wie angenommen mehr möglich, nun, so müssen die Ueberzähligen zurückbleiben und Industriehafens vorgesehene Feier auf der Abtei, bei der die Staats­Die aus Anlaß der Einweihung des Neuköllner auf den nächsten Zug" warten, der nach weiteren 10 Minuten Auf der Bahre rechts ruht ein Mann, der ein Alter von wieder als Einzelwagen ankommt und vielleicht ähnlich überfüllt Bei den beschädigten Baulichkeiten handelt es sich zumeist um Fach­behörden vertreten sein werden, braucht nicht abgesagt zu werden. airfa 40 Jahren erreicht haben mag, eine Wasserleiche. Die Direktion hat einmal öffentlich erklärt, daß die werk und provisorische Holzbauten, die leicht und schnell ausgebessert ist nadt. Um ihn vor profanen Blicken zu schügen, ist er bis Ueberfüllungsflage im allgemeinen unberechtigt sei und es sich meist und ergänzt werden können. Mit der eigentlichen Umgestaltung der zum Halse mit Sadleinwand zugedeckt. Wie die Zeitungs - nur um eine 3ufallsüberfüllung" handle, der man durch Abtei, dem Bau eines modernen Restaurants nebst vorgesehenen berichte meldeten, wurde er lebend aus dem Landwehrkanal abwarten des nächsten Zuges entgehen könne. Gewiß, es ist offen Anlagen, einer Badeanstalt, eines Ruderbootshauses, Baulichkeiten gezogen und ist dann im Krankenhause, ohne die Besinnung bar nur Eigenfinn all dieser Arbeiter, daß sie allesamt aus auf dem Spielplatz usw., ist noch nicht begonnen worden. Diese wieder erlangt zu haben, gestorben. Das hagere, abgezehrte gerechnet dann die Untergrundbahn benußen, wenn sie an ihre Bauten werden im Herbst in Angriff genommen werden. Gesicht des unbekannten Toten redet eine ftumme, eindring- Arbeit gehen wollen. Und nur Zufall" ist es, daß auf dieser visorische Betrieb des Abtei- Restaurants durch die Pächter Retschlag liche Sprache. Allem Anscheine nach hat wohl der Hunger, tomischen Schnellbahn" ausgerechnet dann nur alle zehn Minuten aber durch den Brand verhindert worden. Das gesamte Mobiliar und Hoffmann sollte allerdings heute beginnen. Diese Absicht ist die Sorge um das tägliche Brot, diesen Unglücklichen zu dem ein Einzelwagen läuft. der Bächter ist jedoch gerettet worden. Ebenso haben sich die Keller legten verzweifelten Schritt getrieben. der Abtei als feuerfest erwiesen, so daß das dort untergebrachte große Weinlager unversehrt geblieben ist.

In einer solchen Kammer sind zwei unbekannte Zeichen ausgestellt. Sie ruhen auf Zinkbahren, die durch eine me chanische Vorrichtung in eine schräge Stellung von fünfund bierzig Grad gebracht sind, so daß sich die Körper dem Schauenden in möglichst vorteilhafter Stellung präsentieren und ein leichteres Refognoszieren ermöglichen. Um sie vor dem Abrutschen zu bewahren, sind sie über den Leib mit einem Lederriemen festgeschmallt.

Wir mustern die zweite Reiche. Eine Welt des Schreckens

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" 1

Durch Schatzschwindler hineingelegt.

Der pro

Noch nicht aufgeklärt ist ein Selbstmord, über den vom Garten­ufer berichtet wird. Dort sprang Dienstagabend furz vor 10 Uhr eine jüngere Frau, die den bessergestellten Kreisen anzugehören scheint, in den Landwehrkanal und ertrant, ehe es gelang, sie wieder ans Land zu bringen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach etwa 30 Jahre alt und 1,65 Meter groß, hat schwarzes Haar und trug ein fchwarzes geripptes Kostüm und schwarze Strümpfe. Ihre Wäsche ist M. O. Wien gezeichnet.

Für Wagenführer dürfte folgende Bekanntmachung Interesse haben: Die Belauntmachung vom 2. Mai 1908, betreffend den Wagens verkehr am Lessing- heater, wird, wie folgt, abgeändert: 1. Die Anfahrt der Wagen beim Beginn der Vorstellungen er folgt in der Richtung von der Kronprinzenbrücke bezw. von der Karl­Straße nach der Unterbaumstraße; die übfahrt nach beendigter Vor­2. Die zur Abholung der Theaterbesucher anfahrenden Wagen

tut sich auf. Es ist uns, als jeße der Schlag des Herzens Achttausend Mart für eine Moralpredigt zahlte den berüchtigten einen Moment vor Entfeßen aus beim Anblid dieses grau- fpanischen Schagichwindlern ein Mann aus Neukölln, der sich tros figen, erschütternden Bildes. Vor uns liegt die über und über aller Warnungen erst durch Schaden flug machen ließ und jetzt für mit Blut besudelte Leiche eines acht bis neunjährigen den Spott nicht zu forgen braucht. Die Schaßschwindler, die feit Knaben. Er wurde das Opfer des Berliner Straßengetriebes. einiger Zeit wieder sehr rührig sind, wandten sich mit ihrer Unter den Rädern eines Autobus, der ihm die Brust, den herzlichen Bitte um Auslösung des bekannten 800 000 Frant- dem Schauhause gebracht. Die Tote ist noch unbekannt. Sie ist Hals und den Kopf zermalmte, hauchte er in der Botsdamer Stoffers gegen ein Drittel Gewinn auch an ihn. Vertrauens­Straße sein junges Leben aus, gerade in dem Augenblick, felig nahm der Mann seine ganzen Ersparnisse zusammen, fuhr als er Bassanten Ansichtskarten zum Kaufe anbot. Ihm zu nach Madrid , zahlte dort den Herren, die ihn empfingen einen Füßen liegt die abgenutte Markttaiche mit den noch unver- Sostenvorschus von 8000 Mt. und erhielt dafür einen Gepäd­fauften starten. Die Not im Elternhaus, vielleicht Krankheit schein und einen Sched. Ueberglücklich, sich nun im Besitz des oder Arbeitslosigkeit des Vaters, war die Triebfeder, die Zauberschlüssels zur Hebung des reichen Schatzes zu befinden, wurde diesen Jungen auf die Straße hezte, um mit diesem arm- er, laum in das Hotel zurückgekehrt, mit einer Depesche aus Neu­seligen Handel das fümmerliche Einkommen au vermehren. föln überrascht, die ihn schleunigst und dringend nach Hause Bielleicht auch ist der Vater tot, und nun harrt die Mutter zurückrief. Ein Unglück vermutend, reiste der ahnungslose Mann bergebens auf die Heimkehr des Kindes, in namenlosem fofort ab, um die Angelegenheit mit dem Koffer später zu erledigen. Bangen über das Schicksal ihres Lieblings. Die verschieden. Auf ein paar Tage fam es ja nun auch nicht mehr an, weil er doch stellung erfolgt in umgefehrter Richtung. ſten Gedanken und Vermutungen steigen in uns auf, und alle Papiere in der Tasche hatte. Zuhause wußte man nichts von stellen sich auf: a) fönigliche Wagen vor lnterbaumſtraße immer tiefer frißt sich der Haß gegen die beste aller Welten, einer Depesche. Die Aufklärung aber tam jehr bald aus Madrid . Nr. 1, Richtung Kronprinzenbrücke; b) bestellte Wagen aller die solchen Jammer, solches Elend in ihrem Schoße birgt. Dieselben Herren, mit denen er in Briefwechsel gestanden hatte, Art dahinter vor Unterbaumstraße Nr. 2; c), unbeſtellte Eine furchtbare Anklage ist es, die in den halb geschlossenen, schrieben ihn aus Madrid wie folgt: Gerne will ich hoffen, daß Kraftdroschten in der Unterbaumstraße auf der Seite des Sie meine Depesche richtig empfangen haben und glücklich in Neu- Leffing- Theaters, Spige hinter der Theater- Vorfahrtstraße, Richtung berglasten Augen des kleinen Toten ruht. in der Verlängerung in der. Luisenstraße, Die Menschen kommen und gehen, Bassanten, die zu- tölln angekommen sein werden. Ich zögere nun feinen Augenblid, fällig des Weges kamen, Lastfutscher, die Pferd und Wagen Ihnen die vollste Wahrheit zu sagen. Sie find in Ihrer Angelegen Westseite nördlich; d) unbestellte Pferdebroschfen am an der Bordichwelle stehen ließen, meistens Proletarier, fie beit in Spanien ganz einfach betrogen worden und sind die Papiere, Friedrich- Karl- Ulfer, Spiße vor Nr. 1, Richtung Kronprinzenbrüde.. 3. Bei der An- und Abfahrt ist das Umwenden der Wagen in alle schauen mit ſtillem Grauen auf das erichiitternde Bild. die fie fich angeeignet haben, falich, fowohl Scheck wie Gepäckschein. Der Interbaumstraße nicht gestattet. Kleine Gruppen bilden sich, in halblautem Flüstertone wird es egiſtiert ein folch fabelhafter Koffer garnicht. Wenn sie den Sched 4. Den Anordnungen der Aufsichtsbeamten behufs Ausführung die Unterhaltung geführt. nach einer Bank bringen, wird man sie höchstens als Wechselfälscher be dieser Bestimmungen ist bei Vermeidung der Bestrafung in Gemäß trachten und wenn Sie diese Geſchichte ihren Freunden erzählen, heit des§ 132 der Straßenordnung vom 31. Dezember 1899 Folge werden fie sich wohl über Sie luftig machen. Vergeffen Sie diese zu geben.

Wir verlassen die Stätte des Elends. Bald umfängt uns das Saften und Bärmen der nahen Friedrichstadt .

Stronprinzenbrüde