INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Frankreich Gewerkschaften auf neuen Wegen BENJAMIN SCHREIBER April 2012 Die französische Gewerkschaftsbewegung, die in rivalisierende Bünde gespalten ist und einen geringen Organisationsgrad aufweist, hat 2011 vor dem Hintergrund der Schuldenkrise und des Präsidentenwahlkampfs eine Abnahme ihrer traditionell starken Mobilisierungsfähigkeit erfahren. Seit der Verabschiedung des sogenannten Repräsentativitätsgesetzes, das Wahlen in Unternehmen als neue Regel zur Anerkennung der Gewerkschaften als Verhandlungspartner festlegte, hat sich der ohnehin starke Konkurrenzkampf zwischen den Arbeitnehmervertreterorganisationen verschärft. Nunmehr stehen die Gewerkschaften vor einem möglicherweise tiefgreifenden Wandel: Die neue Repräsentativitätsregel könnte langfristig zum Verschwinden der kleinen Verbände und zu einer Neuordnung der Gewerkschaftslandschaft führen. Jede einzelne Organisation muss ihre Strategie rasch an die sich ändernden politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen anpassen, um im Kampf um Einfluss und Legitimität in Wirtschaft und Politik zu bestehen.
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