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Syrien, Iran und ihre lateinamerikanischen Partner im Krisenjahr 2012 : Treue auf Seiten der ALBA-Regierungen, kritische Distanz in Brasilien
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PERSPEKTIVE| FES ECUADOR Syrien, Iran und ihre lateinameri­kanischen Partner im Krisenjahr 2012 Treue auf Seiten der ALBA-Regierungen, kritische Distanz in Brasilien Claudia Detsch April 2012 n Die lateinamerikanischen Staaten des ALBA-Bündnisses(Alianza Boliviariana para los Pueblos de Nuestra América) haben sich auf die Seite von Bashar Al-Assad gestellt, während die meisten Staaten weltweit die Regierung in Syrien wegen des gewalt­samen Vorgehens gegen die Opposition verurteilen. Das ALBA-Bündnis beschuldigt den Westen, Syrien gezielt destabilisieren zu wollen. n Auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad findet bei den ALBA-Staa­ten Verbündete. Für beide Länder bedeutet die Unterstützung aus Lateinamerika vor allem einen diplomatischen Erfolg. n Nicht nur die ALBA-Mitglieder haben die politischen Kontakte in der Region intensi­viert. Auch das Schwellenland Brasilien hat in den letzten Jahren seine Beziehungen zu den arabischen Staaten ausgebaut. Die brasilianische Haltung ist deutlich diffe­renzierter und insbesondere seit dem Amtsantritt von Dilma Rousseff kam es zu einer Kurskorrektur in den Beziehungen zu beiden Ländern. n Historisch bedeutet die Annäherung Lateinamerikas an Staaten wie den Iran und Syrien, aber auch Russland und China, eine Zäsur, galt die Region doch als nahe­zu ausschließlich dem US-amerikanischen Einflussbereich zugehörig. Dass Mahmud Ahmadinedschad in vier Jahren häufiger in Lateinamerika war als George W. Bush in den acht Jahren seiner Amtszeit, ist Ausdruck des Versagens der Lateinamerika­politik der USA. n Obwohl die Beziehungen zwischen beiden Regionen gewachsen sind, ist Lateiname­rika weit davon entfernt, eine Vermittlerrolle in den Nahost-Konflikten wahrnehmen zu können. Lediglich Brasilien könnte diese Rolle einnehmen, doch traditionell pos­tuliert die brasilianische Regierung das Prinzip der Nicht-Einmischung als Kern inter­nationaler Beziehungen. Ob diese Haltung von einer aufstrebenden internationalen Macht mit globalem Geltungsanspruch auch künftig aufrechterhalten werden kann, wird vermehrt infrage gestellt.