PERSPEKTIVE | FES SÜDSUDAN Warten auf die Unabhängigkeitsdividende Südsudan ein Jahr nach der Staatsgründung FLORIAN DÄHNE UND KRISTIN LINKE Juli 2012 n Zum ersten Jahrestag der Unabhängigkeit des Südsudan fällt die Bilanz gemischt aus. Während die mit überwältigender Mehrheit beschlossene Loslösung vom Sudan von den meisten Südsudanesen auch weiterhin als großer Erfolg gewertet wird, haben sich die damit verbundenen Entwicklungserwartungen für weite Teile der Bevölkerung bislang nicht erfüllt. n Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg gehört der Südsudan zu den ärmsten Ländern der Welt. Ohne weitreichende internationale Unterstützung werden die immensen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Herausforderungen in absehbarer Zeit nicht zu bewältigen sein. n Die ehemalige Befreiungsbewegung SPLM steht als Regierungspartei vor neuen und schwierigen Aufgaben. Dringend erforderlich ist neben der Bekämpfung von Korruption und Nepotismus in den eigenen Reihen auch die Demobilisierung von Streitkräften der überdimensionierten ehemaligen Befreiungsarmee. Beides stellt eine ernsthafte Belastungsprobe für die fragile Stabilität des jungen Staates dar. n Ein zentraler Faktor für die Entwicklung des Südsudan ist weiterhin seine Beziehung zum nördlichen Nachbarn Sudan. Ungeklärte Fragen über die konkrete Grenzziehung und die Profite aus der Erdölförderung belasten die Beziehungen nachhaltig und führten beide Länder bereits weniger als ein Jahr nach der Unabhängigkeit wieder an den Rand offener Kriegshandlungen. Nur eine für beide Seiten tragbare Verhandlungslösung wird eine friedliche Koexistenz der zwei Staaten langfristig gewährleisten können.
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Warten auf die Unabhängigkeitsdividende : Südsudan ein Jahr nach der Staatsgründung
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