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Leiharbeit 2012 : zwischen gewerkschaftlichem Erfolg, unternehmerischen Ausweichmanövern und politischer Verantwortung
Entstehung
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September 2012 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Leiharbeit 2012 Zwischen gewerkschaftlichem Erfolg, unternehmerischen Ausweichmanövern und politischer Verantwortung Kai Burmeister 1 Auf einen Blick Leiharbeit ist zum Symbol für eine gespaltene Arbeitswelt geworden. In der Metall-Tarifrunde 2012 hat sich die IG Metall die faire Gestaltung von Leiharbeit zum Ziel gesetzt. Mit der Tarif­kampagne und den gegen den Widerstand der Arbeitgeber durchgesetzten Regelungen sind die Ungerechtigkeiten der Leiharbeit offengelegt worden. Gleichwohl konnte eine abschließende Lösung noch nicht erreicht werden. Insofern ist es wichtig, dass der Gesetzgeber seine Aufgabe für die Wiederherstellung vonOrdnung auf dem Arbeitsmarkt wahrnimmt. Dies ist deshalb dringlich, weil sowohl Entleih- als auch Leih­arbeitsunternehmen mit Ausweichmanövern versuchen, auf die tarifliche Einengung zu reagieren und nach neuen Wegen zur Senkung von Arbeitskosten Ausschau halten. In der Automobilindustrie, im Pflege- und Gesund­heitsbereich und auch in Kantinen und Büros sind immer mehr Beschäftigte tätig, die als Leiharbeiter verliehen wurden. Um Leiharbeit ranken sich viele Mythen(Beschäftigungswunder,Sprungbrett) und Halbinformationen. Tatsächlich ist es nicht leicht, das Ausmaß und die Motive für deren Nut­zung klar darzustellen. Fest steht: Insbesondere seit der gesetzlichen Lockerung im Jahr 2003 ist Leih­arbeit stark gewachsen. Präziser ausgedrückt ist die Zahl der in dieser Branche Beschäftigten bis zum Kri­senjahr 2008 in die Höhe geschnellt. Mit dem rasan­ten Auftragseinbruch haben viele Leiharbeiterinnen und-arbeiter mit dem Ende des Einsatzes im Entleih­betrieb auch ihren Arbeitsvertrag wieder verloren. Leiharbeit wieder im kurzatmigen Aufschwung Mit dem neuerlichen Aufschwung seit 2010 hat eine neue Wachstumsphase begonnen. Insbesondere in der exportorientierten Metallindustrie sind nun wie­der mehr Leiharbeiter tätig. 2 Nach Angaben der Bun­desagentur für Arbeit waren zum Jahresende 2011 871.656 Menschen bei einem der rund 17.700 Ver­leihbetriebe tätig. Der Großteil dieser Beschäftigung dient nicht zur Deckung kurzfristiger Spitzenbedarfe, im Mittelpunkt stehen vielmehr die direkte Lohnkos­tenersparnis sowie die Option, sich im Falle einer konjunkturellen Eintrübung schnell von Beschäftig-