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Gewerkschaften in der Türkei : Interessenvertretung unter schwersten Bedingungen
Entstehung
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STUDIE Gewerkschaften in der Türkei Interessenvertretung unter schwersten Bedingungen DEMET ŞAHENDE DINLER Juni 2013 n Türkische Gewerkschaften leiden weiterhin unter restriktiven rechtlichen Rahmen­bedingungen sowie unter Einschüchterungs- und Behinderungsversuchen von Ar­beitgebern. n Auch die neuesten rechtlichen Änderungen erfüllen nicht die Erwartungen nach größerer demokratischer Freiheit und Schutz des Vereinigungsrechts. Weder der Or­ganisationsgrad von nur 9,2 Prozent aller Beschäftigten noch die Tarifabdeckung von nur etwa 3 Prozent werden sich dadurch nachhaltig erhöhen lassen. n Trotz aller Versuche, sich auch in der Öffentlichkeit stärker zu profilieren, bleiben der politische Einfluss türkischer Gewerkschaften und ihre gesellschaftliche Akzep ­tanz begrenzt. Hinzu kommen historisch gewachsene ideologische Gräben sowohl zwischen Gewerkschaften derselben Branche als auch den Gewerkschaftsdachver­bänden. n Dennoch suchen und finden die türkischen Gewerkschaften Wege der Organisie ­rung neuer Mitglieder. Einige Gewerkschaften sind im letzten Jahrzehnt erfolgreich gewachsen, indem sie die Beschäftigten multinationaler Unternehmen auch mithilfe globaler Unterstützung für sich gewannen. Andere haben ihre Kräfte auf die Orga­nisation von LeiharbeiterInnen in einem zunehmend prekären, flexiblen und infor ­mellen Arbeitsmarktumfeld konzentriert.