Perspektive Ein neues Eldorado? Rohstoffpolitik in Lateinamerika heute Svenja Blanke September 2013 n Hohe Weltmarktpreise haben dazu geführt, dass sich der Rohstoffanteil an den Exporten Lateinamerikas verdoppelt hat. Ressourcenpolitik ist erneut in den Mittelpunkt einer Entwicklungsstrategie gerückt, die auf dem Export von Primärgütern und der staatlichen Aneignung der Rohstoffrente beruht. Für die Zukunft des Subkontinents ist die zentrale politische Frage, ob das hohe, auf Rohstoffabbau basierende Wirtschaftswachstum auch für eine nachhaltige Entwicklung sorgt. n Aus den Renteneinnahmen finanzieren viele Länder eine neue Sozialpolitik. Dabei handelt es sich trotz aller progressiver Rhetorik nicht um die nachhaltige Veränderung gesellschaftlicher Strukturen, sondern um eine Verteilung der Renteneinnahmen nach unten. n Umwelt- und Territorialkonflikte haben zugenommen und sich zugespitzt. Besonders die großen Bergbauprojekte stehen in der Kritik. Derzeit gibt es in ganz Lateinamerika ca. 184 aktive Konflikte, die deutlich machen, wie sehr Rhetorik und politische Realität vieler national - »populärer« Regierungen auseinanderklaffen.
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