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Nicht Deutschlands Exporterfolge sind das Problem, sondern sein Importdefizit : mit qualitätsorientierter Dienstleistungspolitik gegensteuern
Entstehung
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November 2013 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Nicht Deutschlands Exporterfolge sind das Problem, sondern sein Importdefizit Mit qualitätsorientierter Dienstleistungspolitik gegensteuern Michael Fischer 1 Auf einen Blick Bei der Debatte um Deutschlands Leistungs­bilanz werden Exporterfolge und-überschüsse nicht klar differenziert. Die Exportüberschüsse erweisen sich bei näherem Hinsehen als Import­defizite im Zusammenhang mit der schwachen Entwicklung der Binnennachfrage. Der Grund dafür ist eine Verschlechterung der Verteilung, bei der die Reichen ihre wachsenden Ersparnisse im Ausland anlegen und die Ärmeren ihren Konsum einschränken(müssen). Dabei ist die Einkommensentwicklung bei den Dienstleis­tungen besonders schlecht, was zum einen Folge von Niedriglohnstrategien und zum anderen von politischer Gestaltungsabstinenz ist. Um das Problem mit dem Importdefizit zu lindern, bedarf es daher einer neuen Dienstleistungspolitik. Exportweltmeister Deutschland dieser Titel galt weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit und Politik als Beweis wirtschaftlichen Erfolgs. Inzwischen hat Deutschland ihn abgeben müssen, da China und mitt­lerweile auch die USA mehr exportieren. Allerdings hält Deutschland den Weltmeistertitel in einer damit ver­wandtenDisziplin, die aber zunehmend in der inter­nationalen Kritik steht: bei den Exportüberschüssen. Deutschland exportiert deutlich mehr Waren, als es aus dem Ausland importiert. Im September 2013 belief sich die Differenz auf den Rekordwert von 20,4 Milliarden Euro, womit bis dahin im laufenden Jahr bereits Über­schüsse von fast 148 Milliarden Euro angehäuft wur­den. 2 Diese Entwicklung ist in der Tat problematisch. Deutschlands Leistungsbilanz: Exportüberschüsse oder Importdefizite? Die Exportbilanz ist Teil der außenwirtschaftlichen Leistungsbilanz. Letztere umfasst auch Dienstleistun­gen, grenzüberschreitende Erwerbs- und Vermögens­einkommen und nicht zuletzt laufende Übertragungen wie Überweisungen ausländischer Beschäftigter in ihre Heimatländer oder Entwicklungshilfen. Zwar verrin­gern die Defizite in Bereichen wie Dienstleistungen oder laufenden Übertragungen die Differenz bei der Leistungsbilanz, aber aufgrund des großen Gewichts des Warenhandels ist im laufenden Jahr bis September