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Die Identitären : vorübergehendes Phänomen oder neue Bewegung?
Entstehung
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1| 2014 Expertisen für Demokratie Die Identitären Vorübergehendes Phänomen oder neue Bewegung? Die politische und kulturelle extreme Rechte hat in der bundesrepublikanischen Geschichte immer wie­der neue Gruppen, Organisationsformen und Aktivi­täten hervorgebracht. Sie ist ein vielschichtiges, sich immer wieder modernisierendes nationales und zu­gleich internationales Phänomen mit unterschied­lichen Erscheinungsformen, das sich politisch-kultu­rell zu etablieren versucht. Zu den Merkmalen der rechtsextremen politischen Kultur gehört, dass sie neben ihren ideologischen Gemeinsamkeiten und sich wandelnden alten Inhal­ten in neuen, modernen Gewändern, auch von Aus­einandersetzungen und Konkurrenzen im eigenen Lager geprägt ist. Die Positionierung dieser Kultur erfolgt in der breiten Grauzone von rechtspopulis­tisch bis rechtsextrem. Derzeit gibt es dasalte Lager, zu denen die NPD und Die Rechte ebenso gehören wie neonazistische Klein­gruppen und entsprechende Publikationen. Daneben gibt es einneues, modernes Lager, u. a. mit der Pro­Bewegung, den Kameradschaften, Autonomen Natio­nalisten sowie lokal und regional vernetzt­en infor­mellen Gruppen. Dieses facettenreiche neue Lager umfasst auch zahlreiche jugendkulturelle Phänomene und Lebensstile, die mit rechtsextremer Musik, Treff­punkten, Symbolen, Kleidungsstilen sowie entspre­chender Internetrepräsentation und-kommunikat­ion verbunden sind. Eines der neuen Phänomene im rechtsextremen Spektrum nennt sich Die Identitären oder auch Identitäre Bewegung Deutschlands (IBD). Ein neues Phänomen Das Phänomen der Identitären tritt seit Oktober 2012 mit seinen Botschaften, Bannern und Bildern im Internet(Facebook, Youtube, Blogs, etc.) auf. Die Identitären wurden als Facebook-Gruppe gegründet und haben vor allem im Verlauf des Jahres 2013 eine rege kommunikative Dynamik im Internet entwi­ckelt. Als Sammelbegriff für unterschiedliche Grup­pen geriert sich die IBD als neue Kraft, alsGegenkul­tur von rechts, alseuropäische Jugendbewegung einerneuen, vergessenen Generation jenseits von links und rechts. Laut der Antwort der Bundesregierung vom 10.10. 2013 auf eine Kleine Anfrage registrieren die Sicher­heitsbehörden bundesweitmehr als 50 lokale oder regionale IBD-Untergruppen, die vornehmlich im Internet aktiv sind. Im Internet kann man im Früh­jahr 2014 einen Eindruck von der Verbreitung der Gruppen und von ihrem Netzwerk in der Bundesre­publik gewinnen. Außerdem zeigen die IBD-Internet­auftritte derenGrundsätze und Leitlinien, ihre Parolen, Bilder und eine rege Blog-Kommunikation. Lose miteinander verbundene IBD-Kleingruppen gibt es laut einer Netzrecherche im Februar 2014 u. a. in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Kleve, Aschaffenburg, Augsburg, Fulda, Bad Homburg, Dortmund, Wuppertal, Moers, Bayreuth, Würzburg, Landshut, Rostock, Hohen­lohe, Kaiserslautern, Lüneburg und im sächsischen Zschopau. Außerdem finden sich Gruppen im Mün­Forum Berlin Impressum| Herausgegeben von Dr. Ralf Melzer, Friedrich-Ebert-Stiftung, FORUM BERLIN| Te xt: Dr. Benno Hafeneger| Internetrecherche: Dr. Uwe Feldbusch| Redaktion: Dr. Ralf Melzer| Lektorat: Barbara Engels|© Friedrich-Ebert-Stiftung 2014| Hiroshimastraße 17| 10785 Berlin| Tel.+49(0) 30 26935-7309| Fax+49(0) 30 26935-9240 | Gestaltung: pellens.de| ISBN 978-3-86498-835-6| www.fes-gegen-rechtsextremismus.de| Eine gewerbliche Nutzung der von der FES herausgegebenen Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. FES GEGEN RECHTS EXTREMISMUS