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Kein "Game-Changer" für Europas Energiesicherheit : Russlands Gas-Deal mit China und seine Folgen
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PERSPEKTIVE| FES MOSKAU Kein»Game-Changer« für Europas Energiesicherheit Russlands Gas-Deal mit China und seine Folgen FLORIAN WILLERSHAUSEN Juli 2014 n Die strategischen Ziele Russlands und Chinas in der Energiepolitik sind in wesentli­chen Punkten deckungsgleich: Dem wachsenden Energiehunger der chinesischen Volkswirtschaft steht das russische Interesse gegenüber, die Absatzmärkte für Roh­stoffexporte zu diversifizieren. n Der am 21. Mai in Shanghai geschlossene russisch-chinesische Gas-Vertrag ist einer­seits eine logische Folge dieser Interessenkongruenz. Aus Sicht Chinas wird Russ­land die künftige Lieferantenstruktur sinnvoll ergänzen, aber ein kleinerer Partner bleiben. Andererseits gibt es in Russland massive Zweifel an der Profitabilität der Vereinbarung, da zur Erfüllung der Lieferverpflichtungen hohe Investitionen erfor­derlich sind. Für deren Finanzierung wird der russische Staatskonzern Gazprom auf den derzeit russlandkritischen Kapitalmarkt angewiesen sein. Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise hat Moskau zur Demonstration außenpolitischer Unabhängigkeit vermutlich einen zu geringen Preis akzeptiert. n Russlands China-Strategie ist für Europa keine Gefahr: Das nach China zu exportie­rende Gas kommt aus noch zu erschließenden Quellen und vermindert daher nicht das für den Export in die EU zur Verfügung stehende Gasvolumen. Überdies ent­spricht die vereinbarte Liefermenge nur etwa der Hälfte des deutschen Verbrauchs. Gazprom kann die EU-Kundschaft nicht durch China ersetzen.