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Denkzettel für die Etablierten : ein politischer Neuling erringt bei den Wahlen in Slowenien einen Erdrutschsieg
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PERSPEKTIVE| FES KROATIEN Denkzettel für die Etablierten Ein politischer Neuling erringt bei den Wahlen in Slowenien einen Erdrutschsieg DIETMAR DIRMOSER Juli 2014 n Bei den zweiten vorgezogenen Neuwahlen in weniger als drei Jahren wurde die politische Landschaft erneut gründlich umgepflügt. Die kurz vor der Wahl gegrün ­dete Partei Miro Cerars(so die offizielle Bezeichnung) erzielte mit 35 Prozent das beste Wahlergebnis seit der Unabhängigkeit. Drei etablierte Parteien flogen aus dem Parlament. Die rechtskonservative Demokratische Partei und die Sozialdemokraten verbuchten schmerzhafte Verluste. n Das Wählervotum ist eine klare Absage an die etablierten Parteien, die sich, statt ernsthaft die Krise zu bekämpfen, immer tiefer in Korruptionsskandalen und klein ­lichem Parteiengezänk verhedderten. Eine Reaktion darauf waren diverse Partei­gründungen die Hälfte der Wähler gab neuen Parteien ihre Stimme. Doch viele Slowenen gingen gar nicht zur Wahl: Die Wahlbeteiligung lag diesmal deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. n Die Demokratische Partei(SDS), seit einem Jahrzehnt die dominante Kraft auf der Rechten, setzte auf Konfrontation und versuchte, die Wahlen zu einem Kreuzzug gegen den Kommunismus zu stilisieren. Parteichef Janša, wegen Korruption rechts ­kräftig verurteilt, führte den Wahlkampf vom Gefängnis aus. Trotz deutlicher Ver­luste ist die SDS weiterhin die zweitstärkste Partei.