STUDIE Die Gewerkschaften in Polen Neue Bündnisse, mehr Schlagkraft? VERA TRAPPMANN September 2014 n Lange war die Handlungsfähigkeit der polnischen Gewerkschaften durch die wirtschaftliche Transformation und das post-kommunistische Erbe stark beeinträchtigt. Gegenwärtig zeigt sich eine Überwindung der hemmenden ideologisch begründeten Spannungen der beiden großen Gewerkschaftsverbände. n Die Regierung entzieht sich seit 2011 dem sozialen Dialog und setzt Veränderungen lieber ohne vorherige Abstimmungsprozesse mit den Sozialpartnern durch. Seither ist es zu massiven Protesten gekommen. n Polnische Gewerkschaften haben begonnen, sich stärker»marktkorrektiv« und als konfliktbereite Interessenvertretung der Arbeitnehmer_innen zu verstehen. In der Folge ist der Zuspruch, den die Gewerkschaften in Umfragen und durch Teilnahme an gewerkschaftlich organisierten Protesten erfahren, gestiegen. n Aktuell fordern die Gewerkschaften insbesondere die Rücknahme des erhöhten Renteneintrittsalters von 67 Jahren und die Erhöhung des Mindestlohns, die Eindämmung von Werkverträgen und Scheinselbständigkeit, die Rücknahme der 2013 beschlossenen Flexibilisierung der Arbeitszeitregelung sowie die Novellierung des Gewerkschaftsgesetzes.
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