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Renaissance der Arbeitszeitpolitik : selbstbestimmt, variabel und differenziert
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November 2014 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Renaissance der Arbeitszeitpolitik: selbstbestimmt, variabel und differenziert Hartmut Seifert Auf einen Blick Die arbeitszeitpolitische Debatte erlebt eine Renaissance. Die aktuelle Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeiten kollidieren nicht nur mit den Zeit­wünschen vieler Beschäftigter, sondern auch mit den Zielen familienfreundlicher, gendergerechter oder alternsgerechter Arbeitszeiten. Wahlarbeitszeiten, Frei­stellungsrechte für Fürsorgezeiten und Langzeitkonten könnten Bausteine eines tariflichen und rechtlichen Neuarrangements sein. Das Thema Arbeitszeit hat wieder Konjunktur. Die Gemengelage der aktuellen Forderungen, die beste­henden Arbeitszeiten neu zu arrangieren, ist jedoch weniger übersichtlich als in den Auseinandersetzun­gen über die Einführung der 35-Stundenwoche zu Beginn der 1980er Jahre. Zeitpolitisch verfolgen sie ein breiteres Spektrum an Zielen und lassen sich nicht eindimensional auf die Verkürzung der Ar­beitszeitdauer reduzieren. Sie sind komplexer und streben Änderungen der drei Zeitdimensionen Dauer, Lage und Verteilung gleichermaßen an. Perspekti­visch richten sie sich außerdem auf die gesamte ­Erwerbsbiografie. Stärker als in der Vergangenheit versuchen sie, im Erwerbsverlauf wechselnden ­Lebenslagen und Zeitpräferenzen der Beschäftigten und ihrer Familien Rechnung zu tragen. Ging es in den 1980er Jahren primär um die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, zielen die aktuellen Forde­rungen ebenso auf eine verbesserte Work-Life-Ba­lance wie auf alters- und alternsgerechte oder fami­lienfreundliche Zeitformen, auf lebenslauforient­ierte Zeitgestaltung, mehr Gendergerechtigkeit, vermehrte Zeit für berufliche Weiterbildung, die Pflege von Fa­milienmitgliedern oder für soziales und politisches Engagement im Rahmen von Ehrenamt. Dieser breit gefächerte Zielkanon macht die Suche nach einer umfassenden Konzeption nicht leichter. Wie könnte ein solches Konzept aussehen, das mög-