PERSPEKTIVE Friedenseinsätze in einer sich ändernden Weltordnung Herausforderungen und Handlungsempfehlungen XENIA AVEZOV, JAÏR VAN DER LIJN und MARIUS MÜLLER-HENNIG November 2014 n Entgegen der Annahme, zunehmende Multipolarität beeinträchtige die Zusammenarbeit bei Friedenseinsätzen, äußern sich aufstrebende Mächte weitgehend positiv zu Friedenseinsätzen. In vielen Schlüsselregionen haben sie und die etablierten Mächte gemeinsame Interessen beim Konfliktmanagement. n In den letzten Jahren wurde die politische Diskussion über Friedenseinsätze durch Missverständnisse belastet. Die Fokussierung auf Ausnahmefälle führte zu einer unnötigen Polarisierung. Langfristig könnte dies dazu führen, dass Friedenseinsätze als Instrument eher weiter diskreditiert werden. n Viele Einsätze erfordern Risikobereitschaft, obwohl nur wenige Kontingente bereit und in der Lage sind, notwendige Risiken einzugehen. Es ist deshalb essentiell, sich die Risiken von Friedensmissionen klar zu machen und offener damit umzugehen. n Die Lastenverteilung bei Friedenseinsätzen ist unausgewogen. Gleichzeitig sind die westlichen Annahmen, was aus Sicht der TCCs( Troop Contributing Countries) eine gerechte Arbeitsteilung ausmacht, zu stark vereinfacht. Die Architektur für Friedenseinsätze wäre stabiler, wenn das Ungleichgewicht zwischen den FCCs( Finance Contributing Countries) und den TCCs geringer wäre. n Eine Regionalisierung von Friedenseinsätzen wird nicht ausreichen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Es gibt nur selten rein»regionale Lösungen für regionale Probleme«. Auch wenn es sinnvoll ist, regionale Organisationen zu stärken, werden sie regionale Konflikte nicht allein lösen können.
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Friedenseinsätze in einer sich ändernden Weltordnung : Herausforderungen und Handlungsempfehlungen
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