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Wissensintensive Dienstleistungen : Möglichkeiten für Wohlstand und Gute Arbeit
Entstehung
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Arbeitskreis Dienstleistungen DIREKT 02/ 2016 WISSENSINTENSIVE DIENSTLEISTUNGEN Möglichkeiten für Wohlstand und Gute Arbeit 1 AUF EINEN BLICK Wissensintensive Dienstleistungen sind Bereiche mit hohen Wachstums- und Beschäftigungschancen. Bei ihrer Gestaltung werden aber die gleichen Fehler wiederholt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Produktion kennzeichneten. Kaum berücksichtigt wird, dass sich hier neue Machtgefüge bilden, die unter Gesichtspunkten der Marktmacht wie auch im Hinblick auf Gute Arbeit kritisch zu sehen sind. Handlungsbedarf besteht auf regulatorischer, strukturpolitischer und strategischer Ebene. EINLEITUNG Wissen und Wohlstand hängen immer enger zusammen. Wissensintensive Dienstleistungen gelten als Bereiche mit be­sonders hohen Wachstums- und Beschäftigungschancen. Die fortschreitende Digitalisierung, zunehmende Koordinationsbe­darfe und-aufwände im Zuge der Ausbreitung differenzierterer und komplexerer Wertschöpfungssysteme und nicht zuletzt immer vielfältigere Arbeits- und Lebensformen begünstigen und stellen wachsende Ansprüche an jene Dienstleistungsbereiche, bei denen Wissen und Wissensarbeit eine relativ große Rolle spielen. Wissensintensive Dienstleistungen und Wissensarbeit sind dabei nicht identisch, sie befinden sich in einer ähnlichen Beziehung wie Produkt, Produktionsprozess und Produktions­arbeit. Ähnlich wie im Produktionsprozess das Produkt in Arbeitsprozessen unterschiedlicher Arbeitsqualität erstellt werden kann, bestehen bei derProduktion wissensintensiver Dienstleistungen unterschiedliche Möglichkeiten, wissensinten­sive menschliche Arbeit zu gestalten. Das Ziel besteht darin, Beiträge zu einemHigh-Road-Szenario Wissensintensiver Dienstleistungen und Guter Wissensarbeit auf den Weg bringen. Eine konsensfähige wissenschaftliche Definition und empiri­sche Abgrenzung Wissensintensiver Dienstleistungen existieren noch nicht. Als Schlüsselindikator wird oft der Akademisierungs­grad genutzt, aber damit werden wichtige Dienstleistungen ausgeblendet, die zu Recht auch als wissensintensiv gelten können, ohne dass in ihnen akademische Abschlüsse domi­nieren(u. a. Bildung, Beratung, Teile des Handels und der Logistik, große Bereiche der Verwaltung in allen Wirtschafts­zweigen einschließlich der gesellschaftlich notwendigen Dienst­leistungen, Medien- und Finanzwirtschaft etc.). BeiWissens­intensiven Dienstleistungen steht beim Produkt oder Prozess der Dienstleistung die Erzeugung oder Nutzung von Wissen im Vordergrund. Damit wird Wissensarbeit durch den Gegenstand Wissen bestimmt, gleichgültig über welche Qualifikation und Kompetenz die Wissensarbeiter_innen verfügen. Qualifikation und Kompetenz leiten sich aus dem Arbeitsprozess ab. Dieser Ansatz ist auch deshalb notwendig, um zu erklären, warum auch Wissensarbeit Rationalisierungs- und Standardisierungsansätzen unterliegt und warum sich die Belastungssituation der Wissens­arbeiter_innen so verändert hat. Verbindet man diesen Ansatz in einer heuristischen Weise mit der Klassifizierung der Wirtschaftszweige, bestätigt sich die Fest­stellung, dass der Produktionsfaktor und das Konsumgut Wissen eine ganze Reihe ausgesprochener Wachstumsmärkte definieren. Weit über allem steht das Wachstum der IT- und Informations­dienstleistungen, das das Fünffache dessen des BIP erreichte. Unter allen zweistelligen Kategorien der deutschen Statistik über­traf nur die ganz neue BrancheArbeitskräftevermittlung und -überlassung, deren Wachstum das 14-Fache der Volks­wirtschaft betrug, diesen Wert. Die Audiovisuellen Dienst­leistungen, die Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleistungen, die Rechts-, Steuer-, Unternehmensberatung sowie Erziehung und Unterricht erreichten ca. das Anderthalbfache des Wachs­tums der Volkswirtschaft. 2 >