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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
Entstehung
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Berlin-Esperanto Zur Person Rasha Abbas Rasha Abbas ist eine syrische Journalistin und Autorin. Sie lebt derzeit in Berlin. 2008 veröffentlichte sie ihre erste Sammlung mit den KurzgeschichtenAdam hasst das Fernsehen und wurde dafür beim Damascus Capital of Arab Culture Festival mit einem Preis für neue Autoren ausgezeichnet. 2013 schrieb sie das Drehbuch für den KurzfilmZufriedenheit und Glück, der von der Bedayat Stif­tung produziert wurde. Sie arbeitete als Autorin und Übersetzerin für die Antholo­gieSyria Speaks: Art and Culture from the Frontline(2014, Saqi Books, London). Im selben Jahr beendete sie ein Jean-Jacques Rosseau Fellow­ship, unterstützt von Schloss Solitude in Stuttgart, wo sie an ihrem zweiten KurzgeschichtenbandDes Pudels Kern(The Gistofit) arbeitete. 250 Kapitel 4 Dresden hat die Haare schön Frauke Angel S ie fühlt sich scheiße, und sie sieht so aus, dafür muss sie nicht erst in den Spiegel gucken, das weiß sie auch so, sie quält die immer müden Glieder, ihre Arbeit zu verrichten, laufen, laufen, laufen, nicht nachden­ken, nicht mehr nachdenken, nicht mehr reden. Nüscht. Morgens ist die Zunge pelzig und rau, abends war es ein Glas zu viel oder zwei. Manchmal hat sie jetzt auch tagsüber Lust sich zu betrinken, die Kontrolle zu verlieren, einfach mal loszulassen, das Maul aufreißen, blöken, blaffen, bellen, aber das tut nichts zur Sache. Stattdessen weiterlaufen, weitersuchen, vielleicht eine neue Stadt, ei­nen neuen Friseur, einen neuen Freund. Wegen dem war sie hergekom­men, sie erinnert sich vage, sechs Jahre zuvor in Entdeckerlaune über die Elbwiesen flaniert, ah und oh, und wer muss da noch nach Italien. Sie verliebte sich in Sachsens Glanz und Steffens Gloria, ihr Fels in der Brand­ ung, und seinKeene Angst, wir schaffen das!, damals noch ohne Ironie, und wirklich, sie schaffen es: Retten die Gartenzwerge der Nach­barin vor den Fluten und sind dabei nicht allein, allein. Tausende helfen, als sich das Wasser durch die Keller in die Häuser drückt und sie im ers­ten Stock mit nassen Hosen das Schlauchboot aufpumpen. Vor ihnen schwimmt das Babybett, ein Geschenk von Eileen.Macht nichts!, lacht sie beinahe stolz.Unser Kind kriegt später ein Weidenkörbchen, bes­ser is! Aber besser ist es nicht geworden, nicht für sie. Was das Wasser nicht zerstören konnte, zertrümmern jetzt die Menschen, jeden Tag kommt einer dazu, der haut und sticht, bis kein Stein auf dem anderen steht. Ihre Welt wankt, und auch der goldene Reiter hat seinen Glanz erloren.  251