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Zwischen Kommen und Bleiben : ein gesellschaftlicher Querschnitt zur Flüchtlingspolitik
Entstehung
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Die medizinische Versorgung und Integration eine Kooperation mit anderen Partnern und mit den zuständigen Stellen der kommunalen Verwaltungen erforderlich. Um der Größe der Herausforderung dauerhaft gewachsen zu sein und die erworbene Expertise zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen im öffentlichen Gesundheitsdienst zu verankern, bedarf es zwingend ei­ner besseren finanziellen und personellen Ausstattung in diesem Bereich. Dann wird der öffentliche Gesundheitsdienst ein verlässlicher Partner in der Versorgung aller Menschen in Deutschland sein, insbesondere derer, die subsidiäre(durch den Staat unterstützende) und aufgrund von spe­ziellen Problemlagen sozialkompensatorische(umfassende, auch aufsu­chende) Versorgung benötigen. Zur Person Dr. Jürgen Rissland geboren 1966 in Homburg/Saar, Studium der Humanmedizin ebenda. Arbeitet seit 2002 im Öffentlichen Gesundheitsdienst in verschiedenen leitenden Posit­ionen. Seit 2011 Leitender Oberarzt und ständiger stellvertretender Leiter am I­n­stitut für Virologie/Staatliche Medizinalu­ntersuchungsstelle des Universitätsklinikums des Saar­landes. 2010 bis 2016 Sprecher des FachausschussesInfektions­schutz im Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheits­dienstes (BVÖDG) und seit 2014 Vorsitzender des entsprechenden Landesverbandes im Saarland. Zur Person Dr. Ute Teichert geboren 1962, Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen. Studierte Human­medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn mit Auslands­aufenthalten in Frankreich, Spanien und Schweiz. Arbeitet seit 1998 im Öffentli­chen Gesundheitsdienst in verschiedenen leitenden Positionen. Seit 2014 ­Leiterin der Akademie für Öffentliche Gesundheitswesen in Düsseldorf. Zudem Vorsit­zende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesund­heitsdienstes(BVÖGD). 278 Kapitel 4 Geschabte Spätzle für Ahmad Lea Gronenberg N ächstes Mal koche ich, stellte unser neuer Mitbewohner fest. Es war Anfang Dezember und wir haben das erste Mal zusammen in unse­rer Dreier-WG gegessen. Franziska stand dafür stundenlang in der ­Küche und hat Spätzle geschabt. Es war ihre Idee, etwas typisch Deutsches zu kochen, um Ahmad willkommen zu heißen. Ahmad kommt aus Syrien und wohnt nun in unserer WG in Hannover-Linden. Da leider keine Spar­gelzeit war und Grünkohl selbst für viele Niedersächsinnen und Nieder­sachsen zu speziell ist, wichen wir auf die schwäbische Küche aus die in Linden typische Sülze mit warmer Remoulade möchte man schließlich auch niemandem zumuten. Als unsere Mitbewohnerin ankündigte, bald auszuziehen, brachte ich die Idee ein, das Zimmer einem Flüchtling zur Verfügung zu stellen. Es war eine spontane Idee, die auch die anderen überzeugte. Wir hatten ein freies Zimmer und suchten so oder so eine neue, uns unbekannte Person, die mit uns zusammenleben möchte. Gleichzeitig wurden Menschen in Massenunterkünften in Turnhallen, Schulen und Lagerhallen oder Con­tainern untergebracht, in denen sie kaum eine Privatsphäre oder An­schluss an die Stadtgesellschaft haben. Die Frage war nur: Wie kommt man in Kontakt mit Geflüchteten, die ein WG-Zimmer suchen? Zuerst versuchte ich mein Glück bei der Stadt vergeblich. Die Stadt vermittelte lediglich Wohnungen, keine WG-Zim­mer. Was für ein Quatsch, dachten wir uns. Wer beispielsweise wegen des Studiums in eine neue Stadt zieht, sucht schließlich aus guten Grün­den eher eine WG als eine eigene Wohnung. Ein WG-Zimmer ist günsti­ger und man lernt direkt neue Leute kennen, die einem die Stadt zeigen können. An diese Überlegung knüpft auch die InitiativeFlüchtlinge Will­ 279