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Gewerkschaften in Serbien im Aufbruch?
Entstehung
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STUDIE Gewerkschaften in Serbien im Aufbruch? BOJAN LADJEVAC Oktober 2016 n Um ausländische Investitionen in größerem Umfang anzuziehen und so die serbische Wirtschaft anzukurbeln, nimmt die serbische Regierung die Senkung der Arbeits­standards und die Vernachlässigung der Institutionen des Sozialdialogs in Kauf. Die Gewerkschaften sehen sich seit Jahren in die Defensive gedrängt. n Die Gewerkschaftslandschaft ist hochfragmentiert. Etwa 20 Prozent der Arbeitneh­mer_innen sind in fünf rivalisierenden Dachverbänden und einer Reihe von unab­hängigen Betriebsgewerkschaften organisiert. Jedoch bildeten sich, als Antwort auf die Arbeitsrechtsreform des Jahres 2014, zwei Gewerkschaftsbündnisse. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Entwicklung zur faktischen Konsolidierung der Ge­werkschaftsszene beitragen kann. n Wegen der Diskreditierung der linken Idee durch den Nationalismus der 1990er­Jahre hat sich in Serbien ein Gleichschritt zwischen linken Parteien und Gewerk­schaften nie entwickeln können. Stattdessen verfolgen diese partikulare Interessen. Angesichts der aktuellen parteipolitischen Konstellation in Serbien ist keine weitere Annäherung zu erwarten. n Der wirtschaftliche Reformkurs der aktuellen Regierung unter der Aufsicht des IWF erfordert von Gewerkschaften neue Antworten und alternative Konzepte, um die In­teressen der Arbeitnehmer_innen wirkungsvoller vertreten zu können. Eine kritische Aus­einandersetzung mit eigenen Organisationen und eine nachhaltige Überprüfung ihrer Funktionskapazitäten im Zuge der europäischen Integration findet leider kaum statt.