INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Demokratie als Enttäuschung Transformationserfahrungen in Ungarn ANDRÁS BÍRÓ-NAGY(Hg.) Januar 2017 n Die Mehrheit der Ungarn erhoffte sich nach 1989, die Demokratie würde ihnen wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Sicherheit bringen. Diese Hoffnungen wurden enttäuscht. Steigende Arbeitslosigkeit, abnehmende soziale Mobilität, größere soziale Ungleichheiten und die Erosion sozialer Stabilität haben es der Rechtspartei Fidesz nach 2010 leicht gemacht, das demokratische System Ungarns grundlegend zu verändern. n Das ungarische Beispiel kann als wichtige Lektion für andere europäische Länder dienen: Wachsende Ungleichheit sowie zunehmende und ignorierte soziale Spannungen können die Fundamente einer Demokratie aushöhlen und eine Revolte gegen die Elite auslösen. n Viele ungarische Wähler sehen in politischen Rechten und Freiheiten keinen Ausgleich für fehlende materielle Sicherheit und Arbeitsplatzmangel. Um diese Menschen zurückzugewinnen, muss eine politische Vision entwickelt werden, wie die Ungleichheiten verringert, die Möglichkeiten für soziale Mobilität verbessert und allgemein eine gerechtere Gesellschaft erreicht werden kann, als dies in den letzten 25 Jahren der Fall war.
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Demokratie als Enttäuschung : Transformationserfahrungen in Ungarn
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