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Chinas gesellschaftliche Transformation : Entwicklung, Trends und Grenzen
Entstehung
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STUDIE Chinas gesellschaftliche Transformation Entwicklungen, Trends und Grenzen Thomas Heberer und Armin Müller Januar 2017 n Der Wandel der chinesischen Gesellschaft seit Beginn der Reform- und Öffnungs­politik lässt sich nur aus dem Wechselspiel zwischen der politischen Agenda des chi­nesischen Entwicklungsstaats und dem rasanten ökonomischen Modernisierungspro­zess der letzten 35 Jahre begreifen. n Der chinesische Staat fungiert demnach heute nicht einfach als»Entwicklungsagen­tur«, sondern zugleich als politischer Unternehmer und politischer Architekt, der funktionierende Strukturen schaffen und das Land entwickeln will. Von daher ist der Partei-Staat im gegenwärtigen China eine Entwicklungsagentur mit»infrastruktu­reller Macht«. Auch der chinesische Staat ist auf die Einbindung gesellschaftlicher Gruppen angewiesen, verfügt aber gleichzeitig über ein hohes Maß an Kontroll- und Repressionspotenzial. n Im Zentrum der Studie steht die soziale Frage. Der chinesische Entwicklungsstaat hat weltweit einzigartige Erfolge hinsichtlich Armutsbekämpfung und Wohlstands­gewinn für Hunderte Millionen von Menschen erzeugt. Allerdings ging das rasante Wirtschaftswachstum auch mit stark anwachsender sozialer Ungleichheit einher. Trotz des Ausbaus der sozialen Sicherungssysteme können diese die elementaren Lebensrisiken bisher nur bedingt schützen, insbesondere auf dem Land. Insofern steht der chinesische Entwicklungsstaat vor der großen Herausforderung der Umstruktu­rierung des Wirtschafts- und Sozialmodells. n Ob es angesichts der sozioökonomischen Herausforderungen und des zu beobach­tenden Wertewandels sowie des Wandels der Familienstrukturen ausreicht, mithilfe rein effizienzgetriebener Reformen diesen sozialen und ökonomischen Transforma­tionsprozess zu gestalten, ist eine offene Frage. Weitergehende politische Reformen sind jedenfalls aus Sicht der Autoren kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten.