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Popkultur und vernetzter Nationalismus als Instrumente rechter Politik in Ungarn : Jobbik - Partei der rechtsradikalen Subkultur im Internetzeitalter
Entstehung
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Budapest PerspeKtive Popkultur und vernetzter Nationalismus als Instrumente rechter Politik in Ungarn Jobbik Partei der rechtsradikalen Subkultur im Internetzeitalter Philipp Karl März 2017 n ist eine Partei des Internetzeitalters. Sie erkannte die Möglichkeiten sozialer Netzwerke wie Facebook früh und nutzte sie schon vor AfD, Pegida und Trump für populistische Zwecke. Sie ist marketing- und kommunikationserfahren sowie ver­siert in der Fabrikation von netzaffinen Inhalten. Zu Trump gibt es nicht nur stilis ­tisch-inhaltliche Parallelen, sondern auch personelle Verbindungen. n nutzt als einzige rechtsradikale Partei eine quasi symbiotische Beziehung zu identitären Musikbands, um rechtsradikales Gedankengut zu popularisieren. Die Partei nutzt ebenso Versatzstücke der westlichen Popkultur für ihre nationalistischen Ziele. n adaptiert Jobbik die inhaltlichen Orientierungen von zwei rechtsradi­kalen ungarischen Strömungen: die autoritär-rassistische und die pagan-nationalis­tische. Noch sind beide Strömungen eng mit Jobbik verbandelt, allerdings wird sich die Partei voraussichtlich für den nationalistischen»Markenkern« entscheiden, um ein moderateres Image zu etablieren. Damit hielte sie sich die Perspektive offen, koa­litions- und regierungsfähig zu werden, befände sich jedoch auf Konfrontationskurs mit den extremeren Kräften. n Jobbiks Rolle im ungarischen Parteiensystem langfristig zu schwächen, ist es unumgänglich, gegen das nativistische Nationalnarrativ ein pluralistisch orientiertes Narrativ zu setzen.