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Wissenschaftsfreiheit - Sicherheit für gefährdete Wissenschaftler̲ innen : Ergebnisse der Konferenz am 8. November 2017, Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin
Entstehung
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Angela Borgwardt Wissenschaftsfreiheit Sicherheit für gefährdete Wissenschaftler_innen Ergebnisse der Konferenz am 8. November 2017, Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin Weltweit ist zu beobachten, dass die Wissenschafts­freiheit keine Selbstverständlichkeit(mehr) ist und in autoritären Regimes massiv angegriffen wird. Un­abhängige Wissenschaftler_innen werden zuneh­mend politisch verfolgt und existenziell bedroht, sie erhalten Berufsverbot und Haftstrafen. Viele sehen sich gezwungen, ihr Land zu verlassen und Schutz in anderen Ländern zu suchen. Die Konfe­renz der Friedrich-Ebert-Stiftung widmete sich der Frage, welche Unterstützungsangebote für gefähr­dete und geflüchtete Wissenschaftler_innen es in Deutschland schon gibt, wie sie weiterentwickelt werden sollten und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll wären. Hoher Stellenwert der Wissenschaftsfreiheit In der Bundesrepublik Deutschland ist Wissenschafts­freiheit im Grundgesetz verankert:Kunst und Wis­senschaft, Forschung und Lehre sind frei.(Art. 5 GG) Dies ist Ausdruck des hohen Stellenwerts der Wissen­schaftsfreiheit in demokratischen und offenen Ge­sellschaften . Bei der Ausgestaltung des Grundgesetzes Ende der 1940er Jahre waren mit dieser verfassungsrechtlichen Garantie Lehren aus der nationalsozialistischen Diktatur gezogen worden, in der die Wissenschaft zum Werkzeug einer verbrecherischen Politik miss­braucht worden war. 1 DerMachtergreifung der Nati­onalsozialisten 1933 folgte dieGleichschaltung der Universitäten, die von nun an die NSDAP-Ideologie umzusetzen hatten. Jüdische und politisch anders­denkende Wissenschaftler_innen wurden entlassen oder aus ihrem Amt vertrieben; die verbleibenden mussten ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit auf­geben und wurden zu einem Treueeid auf Hitler ver­pflichtet. Die Folge war eine erhebliche Emigrations­welle : Tausende Wissenschaftler_innen verließen in den 1930er Jahren Deutschland, um ihrer politischen Verfolgung und drohenden Ermordung zu entgehen. In den aufnehmenden Ländern, vielfach in den USA und Großbritannien, aber auch in der Türkei, fanden sie Schutz und Unterstützung und oftmals auch Ar­beitsmöglichkeiten an Hochschulen. 2 Vor diesem Hintergrund hat Deutschland aus huma­nitären Gründen und aufgrund einer historischen Verantwortung eine besondere Verpflichtung , ge­flüchteten Wissenschaftler_innen Sicherheit und Un­terstützung zu bieten. In den letzten Jahren wurden von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren entsprechende Initiativen und Unterstützungspro­gramme gestartet, von denen einige auf der Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgestellt wurden.