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Umgang mit Frustration : eine Selbsteinschätzung der tunesischen Jugend : FES MENA-Jugendstudie: Länderanalyse Tunesien
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STUDIE Umgang mit Frustration Eine Selbsteinschätzung der tunesischen Jugend FES MENA-Jugendstudie: Länderanalyse Tunesien JULIUS DIHSTELHOFF Februar 2018 n Tunesier_innen im Alter von 16 bis 30 Jahren repräsentieren circa ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Zudem wird die tunesische Jugend gemeinhin als Hauptmotor der Ereignisse von 2010/2011 angesehen, wo sie sich maßgeblich gegen Hoffnungs­losigkeit und Ungleichheit stellte und politische, soziale und ökonomische Verände­rungen forderte. n Die vorliegende Studie ist eine Bestandsaufnahme der Selbsteinschätzung der tunesischen Jugend im Untersuchungszeitraum von Sommer 2016 und Anfang 2017 und kommt zu folgenden Ergebnissen: Erstens, die Ereignisse von 2010/2011 werden von den meisten Jugendlichen als»gestohlene Revolution« mit negativen Implikationen eingeschätzt. Zweitens, die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der Revolution manifestiert sich in neun Dimensionen von selbstempfundener Frustration, die sich teilweise inhaltlich überschneiden. n Die multidimensionale Frustration der tunesischen Jugend könnte erstens zu einer Destabilisierung und Delegitimierung des Transformationsprozesses beitragen und zweitens die selektive Exklusion junger Menschen verstetigen. Allerdings deuten die Zukunftsentwürfe der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen darauf, dass gegenwärtig noch ausreichend Hoffnung und Überzeugung in ihrer Selbst­einschätzung auf sozio-ökonomische und sozio-politische Entwicklungsfortschritte Tunesiens verankert sind, um diese Negativeffekte abzufedern. n Insgesamt befindet sich die tunesische Jugend in einem Schwebezustand. Dieser birgt u. a. die zentrale Gefahr der Bereitschaft der Jugend zur Auswanderung. Nur mit einer Verringerung des Frustrationsniveaus junger Menschen wird dies verhin­dert werden können.