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"Gleicher Lohn und die Hälfte der Macht" : Bilanz der feministischen Regierung in Schweden
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE

FRIEDRICH

STIFTUNG

»Gleicher Lohn und die Hälfte der Macht«

Bilanz der feministischen Regierung in Schweden

HANNA BEUTLER-GROSS, VALESKA HENZE, CHRISTIN SKIERA UND JANA WINDWEHR September 2018

Beim Ausbau des schwedischen Wohlfahrtsstaates wurde von Anfang an auf die Arbeitskraft der Frauen gesetzt, wodurch Fragen der Vereinbarkeit und sozialen Ge­rechtigkeit auch zwischen den Geschlechtern schon seit den 1930er-Jahren an­gedacht und verhandelt sowie spätestens seit Anfang der 1970er-Jahre auch konkret in Politik umgesetzt wurden.

Die Gleichstellung der Geschlechter war und ist sowohl Bestandteil des sozialdemo­kratischen Politikverständnisses einer gerechten Gesellschaft als auch notwendige Voraussetzung für das Fortschrittskalkül einer kleinen Volkswirtschaft, die sich auf den Weltmärkten behaupten muss.

Die feministische Regierung hat zu einer symbolischen Aufwertung des Gleichstel­lungsaspektes beigetragen, selbst aber nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Macht, Einfluss und Ressourcen gleich zu verteilen. Dennoch konnte sie einige in­teressante institutionelle und strukturelle Weichen stellen, wie die Einführung des Genderbudgetings, die Verpflichtung von Unternehmen zur Analyse ihrer Gehalts­strukturen oder die Entstereotypisierung von Geschlechterrollen in schulischen und universitären Lehrplänen, die nicht nur kurz- und mittelfristig die Ungleichheit zwi­schen den Geschlechtern ausgleichen, sondern langfristig auch zu einer deutlichen Veränderung der politischen Kultur führen können.