Plattform für Innovation& Transformation APR 2022 MANAGERKREIS DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG Mobiles Arbeiten: Lösungen und Potenziale Dr. Frank Lelke, Gabriele Schmidt, Dr. Barbara Loth • Die Pandemie und die Digitalisierung sind der Turbo für die Bedeutung von mobilem Arbeiten, flexiblen Arbeitszeiten, ständiger Erreichbarkeit und Mitbestimmung. Wie lassen sich diese Themenfelder für Unternehmen und Mitarbeiter_innen gleichermaßen ergebnissicher gestalten? Dazu im Text einige Praxisbeispiele. • Die betriebliche Entscheidung, mit der die Eignung für mobiles Arbeiten festgestellt wird, muss objektiv bewertbar und gesetzlich definiert sein. • Homeoffice ist eine sinnvolle Ergänzung zum Arbeiten in Präsenz. Die Umsetzung muss durch die Betriebsparteien diskutiert und geregelt werden. • Das Betriebsrätestärkungsgesetz ist ein Zwischenschritt für die Anpassung der Arbeitnehmervertretungen an die digitale Transformation. Die Aufgabe bleibt nun, mit dem Mobile-ArbeitGesetz eine dauerhafte Lösung und Rechtssicherheit zu schaffen. • Es ist eine betriebliche Führungsaufgabe, zu klären, mit welchen mobilen Endgeräten Mitarbeiter_innen ausgestattet werden müssen. • Arbeitnehmer_innen müssen die ihnen zustehenden Informationen in einer empfängergerechten Art und Weise erhalten. Gewerkschaften ist die Kommunikation mit den Beschäftigen via Intranet, Mail und virtuellen Alternativen zu ermöglichen. • Die gesetzliche Dokumentationspflicht der Arbeitszeit muss, was die Eckpunkte angeht, klar definiert und bundesweit einheitlich geregelt sein. Sich verändernde Berufsbilder und Arbeitszeitmodelle erfordern eine Novellierung des Arbeitszeitgesetzes. Problemstellung Das mobile und das flexible Arbeiten sind in vielen Unternehmen mit dem Sozialpartner bereits in Form von Betriebsvereinbarungen – unterschiedlicher Breite und Tiefe – geregelt. Die Corona-Situation, der anhaltende demografische Wandel und der zunehmende Wettbewerb erfordern eine mitarbeiter_innenfreundliche und zugleich wettbewerbsfähige Umsetzung. Dieses Spannungsfeld zeigt sich beispielsweise in der zunehmenden Entlokalisierung vom Arbeitsort mit allen Herausforderungen: Führung, Performancebewertung und Arbeitszeitdokumentation, klare Regeln zum Umgang mit ständiger Erreichbarkeit, das Unternehmen als Ort der Kommunikation, der Kreativität und des persönlichen Austausches.
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