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Europäische Souveränität : Kommentar zu den Ergebnissen der Umfrage in Rumänien
Entstehung
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Claudiu Cr ă ciun Europäische Souveränität Kommentar zu den Ergebnissen der Umfrage in Rumänien SOUVERÄNITÄT AM RAND VON EUROPA EINE LANGE GESCHICHTE DER VERLETZLICHKEIT Schwierigkeit durchsegeln und gleichzeitig versuchen, seine Souveränität durchzusetzen und nach innen sowohl einen Staat als auch eine Nation aufzubauen. An der Wahrnehmung der Rumäninnen und Rumänen, wie sie in der Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) und der Fondation Jean-Jaurès(FJJ) sichtbar wird, fallen als erstes die ambivalenten, gemischten oder gar widersprüchlichen Ideen und Positionen zur Souveränität ins Auge. Die Rumänen scheinen die europäische Souveränität immer noch positiv zu sehen, neigen aber gleichzeitig dazu, sie als Gegensatz zur nationalen Souveränität zu betrachten. Wie lässt sich dies er­klären? Teilweise vielleicht anhand der historischen Entwick­lung Rumäniens und der Region. In der zentral- und osteuro­päischen Geschichte waren Unabhängigkeit und effektive Souveränität die entscheidenden Themen. Ähnlich wie bei anderen Ländern der Region wurde Rumäniens Suche nach tatsächlicher Souveränität im 19. und 20. Jahrhundert nicht nur durch tief gefühlte positive Absichten geprägt, sondern auch durch die starke Verletzlichkeit des Landes. Der Kampf um den Aufbau und die Stabilisierung der Staat­lichkeit, der seine Wurzeln bereits im Mittelalter hat, wurde zuerst von den dynastischen, landbesitzenden und später von den modernisierenden, liberalen und bürgerlichen Eliten als vereinigendes Prinzip verwendet. Bis zum Ersten Weltkrieg waren Rumänien und die Region Opfer der Expansion, Auto­rität und Ausbeutung durch die osmanischen, zaristisch-russi­schen und österreichisch-ungarischen Reiche. Diese wechsel­haften geopolitischen Gewässer musste Rumänien mit großer Alle Kräfte, die Macht und Kontrolle über die Region ausüb­ten, trafen dabei nicht nur auf Widerstand, sondern auch auf Formen der Zusammenarbeit. Imperiale Macht und Kontrolle wurden nie allein durch Zwang durchgesetzt. Das zaristische Russland profilierte sich als Beschützer des Christentums ge­gen die Osmanen und führte auch Reformen zur Modernisie­rung durch, was an der unter Besatzung eingeführten rumä­nischen Proto-Verfassung von 1831–1832 verdeutlicht wer­den kann. Das österreichisch-ungarische Kaiserreich und spä­ter Deutschland stellten Märkte, Technologie und Investitio­nen zur Verfügung. Diese Ambivalenz des imperialen Einflus­ses prägte das politische Gedächtnis der Rumänen und löste scheinbar widersprüchliche Reaktionen aus: In jedem dieser Zeiträume gab es in der rumänischen Gesellschaft und Elite unterschiedliche Gruppen. Einige von ihnen haben die Bünd­nisse und die Zusammenarbeit mit den Großmächten unter­stützt und erweitert, während andere leidenschaftlich gegen sie kämpften. Die großen multinationalen Reiche wurden im Ersten Welt­krieg zerstört. Rumänien erlangte, wie auch andere Länder in der Region, seine Unabhängigkeit, musste dabei aber erheb­liche Hindernisse überwinden: territoriale Streitigkeiten mit Nachbarn, die Nähe zu machthungrigen und ideologisch mo­tivierten Ländern und eine schwache wirtschaftliche und ad­ministrative Grundlage für diese Unabhängigkeit. Bis zum