Komparative Betrachtung von Instrumenten innerparteilicher Demokratie 11 Abbildung 5 Initiator_innen innerparteilicher Demokratie top-down Parteivorsitzende(r) Parteivorstand (andere) legitimierte Funktions- oder Mandatsträger_innen Parteitag Gliederung(en) einer Partei Gruppe(n) von einzelnen Mitgliedern bottem-up Einzelnes Mitglied Initiator_innen Kommunikative und partizipative Prozesse werden top-down oder bottom-up initiiert. Initiator_innen von top-down-Prozessen sind in erster Linie die institutionalisierten Parteiorgane, also die Parteivorstände, die Parteitage sowie die legitimierten Funktionsträger_innen. Sie nutzen kommunikative und partizipative Instrumente, um Entscheidungen über Sach-, Personal- und/oder Organisationsfragen zu verhandeln und herbeizuführen. Andere Prozesse werden von(Teil-)Gruppen innerhalb der Partei bottom-up lanciert. Hierbei kann es sich um informelle Zusammenschlüsse von Mitgliedern oder um organisatorische Untereinheiten handeln, wie Arbeitsgruppen oder Teilgliederungen der Partei. Letztlich werden Prozesse auch durch Einzelpersonen angestoßen, die eine Debatte initiieren oder mittels einer gezielten Kampagne eine Entscheidung über eine Sach- oder Personalfrage informell in die Wege leiten möchten. Hierbei kann es sich zum Beispiel um eine_n einzelne_n Mandatsträger_in oder um ein Parteimitglied ohne spezifische Funktionszuschreibungen handeln. Darüber hinaus ist auch denkbar, dass solche Prozesse von Initiativen außerhalb einer Partei beziehungsweise parteiübergreifend angestoßen werden, die sich auf die Kommunikation in einer Partei und letztlich auch auf partizipative Präferenzen auswirken können. Ein Beispiel hierfür ist etwa die Initiative#aufstehen(s. Abb. 5). Kontexte Systematisch differenzieren lassen sich auch die Kontexte, in denen kommunikative und partizipative Instrumente innerparteilicher Demokratie eingesetzt werden. Diese Momenti können einerseits planbar, andererseits ad hoc sein. Zu den planbaren Kontexten gehört der Einsatz von Instrumenten in den Strukturen und Rechtsnormen außerhalb(Parteiengesetz oder Ähnliches) und innerhalb von Parteien(Statuten). Hierzu gehören etwa turnusmäßige Vorstandswahlen. Partizipationsinstrumente folgen gelegentlich auch gewissen Pfadabhängigkeiten. Dies ist etwa der Fall, wenn Parteien damit anfangen, Spitzenpersonal durch Urwahlen zu bestellen oder Koalitionsentscheide mit Mitgliedervoten zu entscheiden. Dann ist anzunehmen, dass informelle Standards für spezifische Kontexte gesetzt sind. Hinter diesen Partizipationsanspruch kann man dann innerhalb desselben Kontextes nicht ohne Weiteres wieder zurückfallen. Parteien nutzen kommunikative und partizipative Instrumente im Kontext von Wahlkämpfen, Wahlen und Regierungsbildungsprozessen(Koalitionsentscheide). Ad-hoc-Einsätze von Instrumenten sind darüber hinaus im Kontext akuter Krisen, in Prozessen der Selbstfindung und Positionsbestimmung von Parteien, in spezifischen Einzelfällen sowie als Reaktionen auf Einzelinitiativen zu beobachten(s. Abb. 6). Abbildung 6 Kontexte innerparteilicher Demokratie planbar ad hoc Struktur / Rechtsnorm außerhalb der Partei(Verfassung; Parteiengesetz) Struktur innerhalb der Partei(Statut) Pfadabhängigkeiten Wahlen / Wahlkampf Koalitionsentscheidungen Krisen Selbstfindung / Positionsbestimmung Entscheidungen / Handlungen einzelner Personen Dominoeffekte
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Instrumente innerparteilicher Demokratie : ein digitales Dossier aus vergleichender Perspektive
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