Instrumente innerparteilicher Demokratie 25 Während die vor Ort von den Gliederungen der Partei durchzuführenden Diskussionsveranstaltungen sowie das von der Bundespartei organisierte erste Debattencamp auch der interessierten Öffentlichkeit offenstehen beziehungsweise-standen, ist das Debattenportal(Abschnitt 4.2.7) nur den Mitgliedern der Partei vorbehalten. Beteiligung Am ersten Debattencamp(Berlin, 10./11. November 2018) nahmen rund 3 600 Interessierte in unterschiedlichen Formaten teil(SPD.de 2018a). Die Beteiligung am Debattenportal der SPD lässt sich leider nicht beziffern, da das Portal weder die absolute Anzahl an Beiträgen noch die Zahl der Nutzer_innen anzeigt(Abschnitt 4.2.7). 4.1.5 DER PROGRAMMPROZESS VON BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN(2018–HEUTE) Initiative, Entstehungskontext und Ziel Seit April 2018 und noch bis voraussichtlich Herbst 2020 arbeiten Bündnis 90/Die Grünen an einem neuen Grundsatzprogramm. Ähnlich wie im Falle der Programmprozesse von ÖVP(Abschnitt 4.1.1) und SPÖ(Abschnitt 4.1.2) ist das gegenwärtig gültige Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen bereits 17 Jahre alt und daher aus Sicht der Parteiführung überarbeitungsbedürftig(Gruene.de 2019a). »Im Jahr 2020 wird unsere Partei 40 Jahre alt. Das Grundsatzprogramm ist zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt. In dieser Zeit ist viel geschehen, die Welt hat sich weiter gedreht. Neue Technologien sind entstanden, neue Fragen stellen sich. Darauf wollen wir grüne Antworten geben. Deshalb haben wir beschlossen, ein neues Grundsatzprogramm zu erarbeiten.« (Gruene.de 2019a) Gegenstand Gegenstand des gegenwärtigen Programmprozesses von Bündnis 90/Die Grünen ist die kollaborative Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogrammes; Änderungen am Statut der Partei sind nicht vorgesehen. Schritte und Instrumente Den Auftakt des Programmprozesses stellte ein Startkonvent unter dem Motto»Neue Zeiten. Neue Antworten« am 13./14. April 2018 in Berlin dar, in dessen Rahmen neben interessierten Parteimitgliedern auch Expert_innen und Vertreter_innen aus der Zivilgesellschaft sowie interessierte Bürger_innen in Workshops offen diskutierten(Gruene.de 2019a). In einer anschließenden ersten Diskussionsphase wurde über das in Abschnitt 4.2.5 analysierte Beteiligungsgrün parteiintern sowohl entlang von Leitfragen als auch offen diskutiert. Parallel dazu wurden Offline-Events wie Zukunftsforen auf Ebene der Landes- und Kreisverbände durchgeführt. Daneben hat der Parteivorstand sechs Impulsgruppen als Fachgruppen eingesetzt, die die Debatten aufnehmen und erste Programmentwürfe erarbeiten – federführend für den gesamten Programmprozess sind der politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner und die Abteilung Programm und Analyse der Partei(ebenda). Für einen Grundsatzkonvent am 29./30. März 2019 wurde so ein Zwischenbericht(Bündnis 90/Die Grünen 2019a) als Impulsgeber vorgelegt, der die weitere Diskussion anregen soll(Bündnis 90/Die Grünen 2019a: 1). In einer zweiten Diskussionsphase wird die parteiinterne Debatte online über das Beteiligungsgrün fortgesetzt und mittels »Regionalforen, Diskussionen in Kreisverbänden, mit Verbänden und Bewegungen(…) mit Menschen außerhalb der Partei reflektiert«(Gruene.de 2019a). Auf Grundlage des Zwischenberichts und der weiteren Diskussion stellt der Parteivorstand im Sommer 2020 dann einen Programmentwurf vor (ebenda). Nach einem regulären Änderungsantragsverfahren im Herbst 2020 soll das neue Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen dann auf einem Parteitag offiziell beschlossen werden(Gruene.de 2019a)(s. Abb. 11). Formalisierung und Verbindlichkeit Der Programmprozess inklusive der dargestellten Schritte und Instrumente ist Beschlusslage des Länderrates von Bündnis 90/Die Grünen, dem obersten beschlussfassenden Organ zwischen den Bundesversammlungen der Partei, und damit verbindlich. Der entsprechende Beschluss wurde im Rahmen des Startkonvents am 14. April 2018 gefasst(Bündnis 90/Die Grünen 2018). Adressat_innen Die Beteiligungsangebote im Prozess zur Erarbeitung des neuen Grundsatzprogrammes von Bündnis 90/Die Grünen fokussieren auf die Mitglieder der Partei; auch wenn der Anspruch der Partei darüber hinausgeht. »Grüne Politik will das Leben der Menschen, und zwar aller Menschen, besser machen. Deshalb laden wir die gesamte Gesellschaft ein, sich an der Erarbeitung unseres neuen Grundsatzprogramms zu beteiligen.« (Gruene.de 2019a) Die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteur_innen und interessierter Bürger_innen ist dabei auf die Offline-Veranstaltungen(siehe oben) beschränkt; die Online-Diskussion über das Beteiligungsgrün(Abschnitt 4.2.5) bleibt grünen Parteimitgliedern vorbehalten. Abbildung 11 Phasen und Instrumente des Programmprozesses von Bündnis 90/Die Grünen(2018–heute) Startkonvent (April 2018) Erste Diskussionsphase (April – Ende 2018) Grundsatzkonvent und Zwischenbericht (März 2019) Zweite Diskussionsphase(März 2019 – Frühjahr 2020) Parteitagsbeschluss (Herbst 2020)
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Instrumente innerparteilicher Demokratie : ein digitales Dossier aus vergleichender Perspektive
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